Donnerstag, 27. August 2015

Hallo meine Lieben. Ich weiß, ich melde mich schon wieder nicht so oft. Es gibt einfach nichts worüber ich erzählen könnte, meine Tage sind momentan einfach immer gleich. Aufstehen, fertig machen, Schule. Danach Haushalt machen mich beschissen fühlen, vielleicht mit meinem Freund noch was gucken und dann wieder ins Bett gehen.
Ich habe nach wie vor das gleiche Problem wie bei meinem letzten Post. Wir wollten nochmal drüber reden. Haben wir aber noch nicht und ich traue mich auch nicht es anzusprechen. Ich weiß ganz genau, dass seine Entscheidung schon feststeht, warum sollte ich dann noch darüber reden wollen? Naja. Morgen versuche ich nochmal Blutspenden zu gehen, außerdem haben wir eine Feier in der Schule, wo ich erst am DKMS Stand stehe und mich anschließend besaufen werde. Easy. Gleich werde ich mir eine hübsche kleine Rasierklinge kaufen und joa, mal schauen ob ich sie nicht direkt mal ausprobieren möchte. Hmm. Dann ist in einem Monat ja auch noch die scheiß Abschlussfahrt. Am liebsten würde ich einfach zu hause bleiben, ist doch klar, dass es dann wieder Stress gibt. Alleine die Zimmeraufteilung wird ein einziger Kampf. Dann weiß ich jetzt schon, dass ich 60 Leute nicht für 5 Tage rund um die Uhr ertrage. Ich muss auf jeden Fall genug Klingen und Verbände mitnehmen. Sonst klappt das da nicht. Aber selbst wenn das alles glatt geht, gibt es trotzdem noch so Streit, da bin ich sicher. Irgendwem passt immer was nicht. Und da die meisten mich eh scheiße finden wird ja doch nur auf mir rum gehackt. Danke, ich weiß, dass ich ein Arschloch bin. Man kann es auch niemandem recht machen. Die einen sagen mir, ich soll mein Leben nicht nach anderen richten, doch die anderen meckern dann auch wieder über mein Verhalten. Es macht mich so oder so kaputt, ich weiß gar nicht, was ich hier noch mache. Hoffentlich erlebe ich diese beschissene Klassenfahrt nicht mehr.

Donnerstag, 20. August 2015

Hallo. Ich melde mich auch mal wieder. Die Woche war furchtbar anstrengend, Schule ist so zum kotzen. Ich setze mich selbst mit der mündlichen Mitarbeit wieder so unter Druck, dass ich nichts hinbekomme. Dann kam mein Englischlehrer am Dienstag und sagt mir erstmal, dass er es dumm findet, dass ich Englisch als 4. Abifach genommen habe, weil ich mündlich nicht so gut bin, wir haben ein bisschen diskutiert und zwar vor dem ganzen Kurs, danach hatte sich die mündliche Beteiligung für die Stunde schon wieder erledigt. Gestern war auch ein ganz furchtbarer Tag. Mein Freund hat mir gesagt, dass er wahrscheinlich in den Herbstferien eine Woche nach Dänemark fährt und mich nicht mitnehmen kann. Ich weiß, das klingt lächerlich, aber für mich ist in dem Moment eine Welt zusammengebrochen. Ich hab mich so auf die Ferien gefreut, weil ich es in den Sommerferien so scheiße perfekt fand wie wir unsere Tage gestaltet haben. Während der Schulzeit ist das ganz anders. Und in den Herbstferien hätten wir sowieso nur zwei Woche und dann wäre er die Hälfte der Zeit weg. Und ich würde das tun, was ich im Urlaub auch gemacht habe. Im Bett liegen und heulen. Ich weiß, das klingt so lächerlich, meine Therapeutin sagt sowas kommt durch Borderline, aber das macht es auch nicht besser. Zu hause wollte mein Freund dann wissen, was mit mir los ist. Ich wollte es ihm nicht sagen, weil ich weiß wie doof das von mir ist. Aber er wollte nicht locker lassen, also habe ich es ihm am Ende doch noch gesagt. Daraufhin habe ich mich eingegraben und nichts mehr gesagt. Weil ich es in dem Moment nicht in Worte fassen konnte. Und nebenbei wollte ich nicht schon wieder heulen. Er hat gesagt, es tue ihm Leid und dass er mich nicht traurig machen wolle, aber er müsse auch mal wieder was mit seinen Freunden machen. Kann ich ja auch nachvollziehen, aber andererseits hat er sich in den zwei Wochen wo ich weg war auch kaum mit seinen Freunden getroffen und auch wenn er jetzt bei mir wohnt kann er doch auch mal was mit seinen Freunden unternehmen. Aber nein, stattdessen macht er kaum was mit ihnen und muss dann direkt eine ganze Woche wegfahren, ich weiß nicht, das ärgert mich dann irgendwie. Irgendwann hat er dann gesagt, dass er seinen Freunden absagt, aber das wollte ich auch nicht bezwecken. Ich meine, ich will nicht, dass er ne Woche weg ist, vor allem, da wir in der ersten Woche schon voll viel vor haben und die Woche davor auf Klassenfahrt sind, wo wir nie ungestört sind, aber ich will auch nicht, dass er nur wegen mir absagt. Seitdem fühle ich mich noch beschissener. Warum muss das alles immer so kompliziert sein? Kann nicht einfach mal was richtig laufen in meinem Scheiß leben? Das ist schon wieder so ein Moment wo ich mich frage, warum ich meinem Verlangen im Urlaub nicht einfach nachgegangen und einfach dort gegangen bin...

Samstag, 15. August 2015

Guten Abend zusammen. Da mein Freund gerade zockt kann ich mir ein bisschen Zeit zum bloggen nehmen. Also, gestern Abend war ich noch was mit meinem Freund spazieren und er hat mich wieder darauf angesprochen, dass ich so schlecht drauf war und er das von mir gar nicht gewöhnt sei, dass ich mich den ganzen Tag so hängen lasse. Aber ich wollte trotzdem nicht sagen, was los ist. Ganz einfach, weil ich weiß, dass ihn dieses Thema traurig machen würde und ich das Gefühl habe, ihm damit sein Leben zu versauen. Und weil es alle enttäuschen würde, weil es irgendwie alle von mir erwarten. Was dann bei mir wieder zu dem Gedanken führt, mein Leben einfach zu beenden, dann hätten andere Leute wenigstens die Chance ihr Leben so aufzubauen, wie sie es wollten und nicht so, wie es von mir beeinflusst wird. Das wäre nicht fair. Der Tod klingt immer noch so verlockend und obwohl ich meinen Sinn gefunden habe, denke ich trotzdem noch ständig über Selbstmord nach, ich werde es einfach nicht los...Naja, ist ja auch egal. Stattdessen muss ich mal von meinem Tag erzählen. Also, erstmal war ich bei Laura, sie hat ihr Amateurdinner für Janina und mich gekocht, es war sehr lecker. Dann musste ich mich um die Kaninchen kümmern und musste zu einer Kaninchenausstellung. Da ich die Kaninchen versorgen musste, war ich ne Stunde zu spät, mein Vater war sauer, aber immerhin musste ich dann nicht so lange dort bleiben. Abends war ich mit meinem Freund noch bei seiner Mutter und joa, dann haben wir Game of Thrones geguckt und jetzt blogge ich was. Gleich gucken wir bestimmt noch irgendwas und bis dahin beschäftige ich mich und genieße das Regenprasseln an meinem Fenster, das gerade irgendwie mega entspannend ist. Okay, dann noch ein schönes Wochenende, bis dann.

Freitag, 14. August 2015

Hallo ihr Lieben,ich wollte mich mal kurz melden. Die Schule hat wieder begonnen, das finde ich schrecklich. Direkt in der ersten Stunde müsste ich mich daran erinnern, dass es ein durchqãulen wird, weil ich es einfach nicht hinbekomme mich zur mündlichen Mitarbeit zu überwinden und ich nach jeder Stunde deprimiert sein werde, weil  ich mir wieder eine Note versaut habe. Same shit. ansonsten...keine Ahnung eigentlich müsste ich noch was erzählen, aber ich weiß selbst dass ich mir wahrscheinlich viel zu viele Sorgen mache und außerdem will ich nicht drauf angesprochen werden, deshalb lasse ich es. Euch noch einen schönen Abend und ein angenehmes Wochenende.

Sonntag, 9. August 2015

Hallöchen meine Lieben, Alex is back:D! So, ich werde hier jetzt nicht großartig über den Urlaub schreiben, ich habe nämlich im Urlaub jeden Tag etwas geschrieben und dieses Urlaubstagebuch veröffentliche ich jetzt hier einfach. Müsst ihr nicht lesen, könnt ihr aber gerne machen, falls ihr Langeweile habt. Viel Spaß damit.

#Tag 1, Sonntag Nachmittag
Es ist schrecklich hier. Ich hasse es. Als wir gestern los gefahren sind, hatte ich Tränen in den Augen. Ich habe sie runter geschluckt und den Rest des Tages gar keine Gefühle zugelassen. Wir haben 8 scheiß Stunden gebraucht, bis wir angekommen waren. Ich musste nur 150km von den 500 fahren, aber die waren schlimm genug. Die Ausfahrt war gesperrt, es war windig, Papa hat gemeckert. Als wir dann um 21 Uhr endlich in der Ferienwohnung waren, musste Papa ja unbedingt noch was essen, also sind wir wieder los. Als wir dann endlich wieder hier waren, habe ich mich eingerichtet und noch was gelesen als ich fertig war. Die Nacht war auch richtig ätzend, ich war müde, konnte aber nicht schlafen. Heute bin ich dann um 9 Uhr aufgestanden, habe mich fertig gemacht und dann sind wir los. Zur Touristeninformation und dann den Ort erkunden. Wir sind über den Sonntagsmarkt gegangen und haben uns den Harfen angesehen. Um 13:30 Uhr rum waren wir wieder in der Wohnung. Während dieser ganzen Zeit habe ich allen gegenüber so getan, als wäre es gar nicht so schlimm. Doch seit ich wieder in der Wohnung sitze, habe ich mich nur in meinem Zimmer verkrochen und geweint. Ich habe mich noch nie so fehl am Platz gefühlt wie hier, ich hab Heimweh wie noch nie zuvor. Und ich muss noch 2 Wochen durchhalten. Das schaffe ich niemals. Ich will hier einfach nicht mehr sein. Wenn Papa mich nicht gerade irgendwo hinschleppt bin ich im Bett und lese und heule und das ganze soll 2 Wochen so gehen. Jedes Mal wenn ich auf die Uhr gucke hoffe ich dass ein paar Stunden vergangen sind. Doch jedes Mal sind es nur wenige Minuten. Das kann doch alles nicht sein!
Was auch noch schlimm ist: Mein Freund soll ja meine Katze versorgen. Als er gestern auf dem Weg zu mir war, hatte er einen Unfall mit dem Fahrrad. Er meinte es wäre nicht so schlimm, doch heute kann er nicht mal mehr Fahrrad fahren, weil sein Knie so weh tut. Das ist so unfair! Ich hasse mich dafür! Wäre dieser scheiß Urlaub nicht gewesen, hätte Sven sich nicht weh getan. Und falls doch könnte ich jetzt bei ihm sein und mich um ihn kümmern. Stattdessen ist das einzige, was ich tun kann, über 500km weit weg festsitzen und mir die Augen aus dem Kopf heulen. Super. Ich wollte ja wirklich das beste draus machen, aber wenn es schon am ersten Tag so beschissen los geht ist diese Option auch sofort wieder gestorben. Ich habe meinem Freund bevor ich gefahren bin versprochen, dass ich zurückkomme. Gerade glaube ich nicht, dass ich mein Versprechen halten kann. Es tut mir Leid.

#Tag 2, Montag Nachmittag
Der Tag gestern war zum Ende hin ein bisschen besser. Ich war mit Papa essen, dann habe ich was gelesen und abends mit meinem Freund telefoniert, was mir sehr viel Kraft gegeben hat. Der Tag heute hat auch gar nicht so schlecht gestartet. Wir sind zum shoppen nach Flensburg gefahren und ich habe mir 2 Oberteile und eine Gammelhose gekauft. Bis dahin war auch noch alles okay. Doch dann auf der Rückfahrt hat mein Whatsapp plötzlich nicht mehr funktioniert und für alles andere reicht der Empfang nicht. Per Facebook kann ich nur mit sehr viel Geduld Nachrichten verschicken. Als es nach ewigem Probieren immer noch nicht wieder geklappt hat, habe ich mein Whatsapp kurzerhand gelöscht. Auch wenn ich das irgendwann bereuen werde, da ich es liebe alte Chats zu lesen und so was. Aber in dem Moment war es mir wichtiger wieder schreiben zu können. Jetzt habe ich aber das Problem, dass mein Handy irgendwie spinnt und ich angeblich nicht mehr genug Speicher habe, um es neu zu installieren. Ich fühle mich jetzt schon wieder total verloren und weiß wirklich nicht, wie ich die restlichen Tage schaffen soll. Ich meine, ich habe noch nicht mal 2 Tage hier rum. Und wenn ich jetzt nicht mal mehr schreiben kann, bin ich total verloren. Dann komme ich hier zu 100% nicht mehr lebend raus.
Abend: 
So, zur Abwechslung habe ich die Schnauze voll vom Lesen und will lieber noch ein wenig schreiben. Also, als ich noch durch den Ort gelaufen bin, habe ich genug Internet gefunden, um mir Whatsapp neu zu installieren, sogar meine alten Chats sind noch da. Dafür musste ich zwar ein paar Apps löschen, aber die kann ich im Urlaub eh kaum nutzen. Whatsapp ist das Wichtigste. Jetzt sitze ich im Bett, habe mich in Svens Jacke gekuschelt und genieße es, dass sie noch nach ihm riecht. Ich vermisse meinen Schatz, hier fühle ich mich so einsam. Aber immerhin ist in einer Stunde der nächste Tag rum. Bis dahin werde ich an meinem Laptop noch ein wenig schreiben. Aber erst muss ich mich nochmal ins Wohnzimmer trauen, da mein Ladekabel dort liegt. Papa schläft schon und in einer fremden Wohnung habe ich noch mehr Angst als sowieso schon. Jedes Mal wenn ich mein Zimmer betrete kontrolliere ich erstmal den Schrank und gucke unter beiden Betten nach, unter meinem Kopfkissen habe ich ein Taschenmesser. So, jetzt aber genug, ich flitze jetzt schnell mein Ladekabel holen und widme mich dann anderen Sachen.

#Tag 3, Dienstag Abend
Heute haben Papa und ich eine Schiffsrundfahrt gemacht. Da Papa unbedingt rauchen musste, haben wir 2,5 Stunden bei Regen und Wind draußen gesessen. Herrlich. Danach waren wir essen und sind zurück in de Wohnung gegangen. Dort habe ich gelesen. Nachdem ich gestern mit dem Oberstufenstoff der Physik durch war, habe ich mit einem Buch über Quantenmechanik begonnen. Außerdem lese ich weiter an Das Lied von Eis und Feuer. Abends musste ich wieder was essen. Ich dachte zu hause würde Papa mich mästen, aber hier ist es noch schlimmer. Abgesehen davon, dass ich 2 Mal täglich warm essen muss, muss ich auch noch Sachen wie Eis und Kakao zu mir nehmen, gefragt werde ich nicht. Naja. Danach habe ich mich einfach wieder in mein Zimmer gesetzt und gelesen. Dabei mit Sarah und Sven geschrieben. Der hat mir einen Schrecken eingejagt. Ich weiß, ich mache mir immer zu viele Sorgen :D. Heute hatte er um halb 11 geschrieben, er geht mit dem Hund, danach hat er mir nicht mehr geschrieben. Fast eine Stunde lang. Ich bin hier halb durchgedreht und war der festen Überzeugung, dass etwas passiert war. Sein Handy hat aber nur nicht gepiept. Und jetzt sitze ich immer noch im Zimmer, es ist schon Nacht, aber ich kann nicht schlafen. Ohne dass ich heute wirklich einen Grund nennen könnte fühle ich mich gerade echt schlecht. Ich fühle mich zu kraftlos um mich zu schneiden und das will schon was heißen. Außerdem hab ich, seit ich die erste Nacht hier verbracht habe, ständig mega Bauchschmerzen, was auch nicht so angenehm ist. Am liebsten würde ich mich jetzt hinlegen und bis zum Abreisetag durchschlafen, ich bin fertig mit allem.

#Tag 4, Mittwoch Abend
Der Tag heute hat sich zum Glück nicht so sehr gezogen. Wir haben eine Radtour gemacht. Danach tat mein Knie zwar wieder weh, aber die Bewegung tat ganz gut. Und mittlerweile geht es wieder, ich musste es nur ein wenig ruhig halten. Meine Bauchschmerzen machen mir mehr zu schaffen, die sind heute nämlich richtig stark und eher krampfartig. Ich hatte schon vor einer Stunde , also so viertel nach 10 rum, versucht zu schlafen, weil ich gehofft hatte, dass die Schmerzen dann etwas nachlassen, aber die Schmerzen verhindern leider, dass ich schlafen kann. Mein Freund antwortet mir gerade auch nicht, er zockt mit einem Freund. Ich weiß auch nicht, was ich schreiben soll. Ich könnte natürlich ständig erwähnen, wie scheiße es hier ist und dass es mir nicht gut geht, aber das hilft mir auch nicht und ihn zieht es bloß runter, also spare ich mir das. Okay hmm, was war heute sonst noch? Ich habe den siebten Band von Das Lied von Eis und Feuer durch, damit habe ich hier schon das zweite Buch beendet. Von Schrödingers Katze habe ich glaube ich so rum 70 Seiten, aber dafür brauche ich auch länger, weil ich es ja dabei schon versuche zu lernen, obwohl das eigentlich erst im Studium dran kommt. Naja. Mein Freund hat mir geschrieben, ich soll was schönes schreiben. Eigentlich wollte ich gerade zu etwas unschönerem kommen. Sorry Sven.
Also. Heute. Eigentlich dachte ich, hinsichtlich meines Erzeugers wäre mein Gedächtnis mittlerweile wieder vollständig. Dem ist anscheinend nicht so. Ich wusste bezüglich des Missbrauches, dass es beim Baden angefangen hat und ich immer mit ihm in die Badewanne musste und er mich, als ihm Hände und Mund nicht mehr genug waren, auf sich gesetzt und von hinten genommen hat. Also nicht in den Arsch, sondern eher so was wie Doggy Style ein bisschen anders. Naja. Was ich nicht wusste war, dass er manchmal nachts auch in mein Zimmer gekommen ist. Ist er aber. Das weiß ich seit heute wieder. Glaubt mir, es ist nicht schön wenn diese Erinnerungen gerade dann hochkommen, wenn der Mann, der dafür verantwortlich ist bei einem ist. Mir ist schlecht geworden und ich habe es gerade noch rechtzeitig auf ne Toilette geschafft. Seitdem tut auch mein Bauch wieder so heftig weh und es will einfach nicht weg gehen. Obwohl ich die Bilder wieder unter Kontrolle habe. Wofür ich auch sehr dankbar in, unkontrollierte Flashbacks kann ich nun wirklich nicht gebrauchen.
Okay, mehr weiß ich nicht mehr zu schreiben, ich hoffe einfach nur, dass ich bald einschlafen kann, damit diese Schmerzen aufhören. Weil Tabletten da nicht helfen, habe ich versucht es mit Alkohol zu betäuben. Das hat sogar für 2 Stunden rum geholfen, aber ich kann ja schlecht die ganze Zeit Alkohol trinken. Also ich kann schon, aber ich will nicht. Das habe ich letzten Urlaub schon die ganze Zeit gemacht, dahin will ich nicht wieder abrutschen. Letzten Urlaub. Ich überlege gerade, wie der war. Es kamen zu der Zeit schon erste Bilder wieder hoch, das weiß ich, aber ich wollte es dort noch nicht wahr haben. Das war der erste Urlaub, der anders war. Davor die Jahre mit Mama und ab 2011 alleine mit Papa. Die ersten 3 Jahre war alles gut, ich wollte, dass Papa glücklich ist und habe gerne Zeit mit ihm verbracht. Doch letztes Jahr ging es mir halt ziemlich schlecht, wegen der Sache mit Doc und diesen Bildern, die aus meinem Kopf verschwinden sollten und ich war distanzierter Papa gegenüber. Was er aber nicht gemerkt hat, da er die ganze Zeit mit seinem Smartphone beschäftigt war. Und ich wollte trotzdem noch, dass er glücklich ist. Dieses Jahr, keine Ahnung. Ich weiß alles, ich tue nicht mehr alles dafür, dass mein Vater glücklich ist, ich vermisse meinen Freund und bin psychisch total am Ende. Soviel dazu. Das einzige, was dieses Jahr noch zu meinem Glück fehlt ist, dass wir schwimmen gehen. Ich meine, wir sind an der Ostsee, man sollte erwarten, dass wir schwimmen gehen. Bisher ist das Wetter allerdings auf meiner Seite, es ist zu kalt und es regnet viel, was ich sehr begrüße. Heute morgen hat Papa mich nach einem Hallenbad gefragt, aber ich meinte nur, dass es kein gutes hier in der Nähe gibt. Denn das möchte ich mir nicht antun. Schlimm genug, dass ich hier sitze aber die Diskussion und Beleidigungen wegen meiner Narben möchte ich mir ganz gerne dieses Jahr sparen, die hatte ich schon oft genug. Aber wenn ich Glück habe traut sich mein Vater gar nicht sich mit mir im Schwimmbad zu zeigen. Ich will es hoffen. Naja, dann bin ich für heute Mal durch, außerdem hat der Donnerstag gerade begonnen, also wieder einen Tag geschafft. Bis dann!

Tag 5, Donnerstag Abend
Okay. Okay, okay, okay. Ich werde versuchen, das Zittern meiner Hände zu kontrollieren und GANZ RUHIG von meinem Tag erzählen.
Heute Morgen hatte ich meine Ruhe und hab gelesen. 100 Seiten „Fürchtet mich“. Dann haben wir Mittag gegessen. Dann wieder zur Wohnung. Ich habe noch 35 Seiten  über Quantenphyik gelesen, dann sind wir wieder gefahren. Haben drei Kaninchenzüchter besucht, was scheiße langweilig war. Dann Abendessen und zurück in die Ferienwohnung. Dort habe ich dann erst GZSZ und dann Alarm für Cobra 11 geguckt. Jetzt sitze ich im Bett. Zittere am ganzen Körper, Angst schnürt mir die Kehle zu und ich habe das Gefühl, dass ich gleich innerlich zerrissen werde. Es tut so weh. Am liebsten würde ich grade meine ganzen Tabletten nehmen, die ich dabei habe und sie mit dem Rest Ouzo runterspühlen, den ich noch habe. Ich mache es nicht. Denn ich gedenke, mein Versprechen zu halten. Dass ich lebend wieder zurück komme. Ich zweifle nur gerade daran, ob mein Freund seins auch halten wird. Dass noch alles ist wie zuvor, wenn ich zurück komme. Ich glaube einfach nicht daran. Das Versprechen hat mein erster Freund schließlich auch gebrochen. Und er ist so komisch…Ich bin stinksauer, weil meine letzte Nachricht vor über 2 Stunden gelesen wurde und er sie einfach ignoriert hat. Ich schreibe ihm nicht, weil ich sonst wahrscheinlich explodieren würde.
Seit ich gefahren bin habe ich das Gefühl, dass es mit jedem Tag anders wird. Wir halten eigentlich nur noch Smalltalk, er schreibt nicht mehr so schnell zurück, antwortet kurz, manchmal ohne Smileys und ich habe das Gefühl, er lügt mich an, wenn ich frage, wie es ihm geht. Eine Freundin meinte, er will mich nicht belasten, aber dann soll er erst gar nicht von irgendwas anfangen oder besser lügen, aber ich hasse Lügen, da könnte ich echt ausrasten und zack, kaum schreibe ich all das, wofür ich schon wieder ein schlechtes Gewissen habe, antwortet er mir mal, nach mittlerweile zweieinhalb Stunden. Okay, dann höre ich jetzt auf, mich darüber aufzuregen und schreibe stattdessen mal das andere Zeug. Ich dachte heute den ganzen Tag, es würde mir  Erinnerungstechnisch besser gehen, ich hatte keine Flashbacks mehr, keine Bauchschmerzen und schlecht war mir auch nicht. Tja, das hat sich dann eben auch wieder geändert, die Flashbacks kamen zurück und damit auch die Bauchschmerzen.
Letzte Nacht hatte ich noch mehr Angst als sonst nachts und die Flashbacks erklären mir jetzt auch, warum  ich nachts oft so Angstattacken habe und die Schlafstörungen habe. Wegen ihm. Und heute Nacht werde ich auch nicht schlafen, ich bin mal  wieder damit beschäftigt zu heulen und zu zittern. Ich wusste es von Anfang an. Dass es alles verändern würde, wenn ich 2 Wochen weg bin. Warum sollte ich auch mal glücklich sein dürfen. Da denkt man sich gerade, dass alles gut wird und dann zack, wird einem doch wieder das genommen, was man am meisten liebt. Naja, der Text wird schon wieder zu lang, also höre ich mal auf zu jammern.

#Tag 6, Freitag Abend
Also, heute haben wir wieder eine Fahrradtour über so 30km gemacht und danach bin ich noch etwas im Ort spazieren und bummeln gegangen. Ich brauchte mal etwas Abstand zu meinem Vater und unter der Bedingung, dass ich einen Stadtplan mitnehmen würde, durfte ich dann auch alleine gehen. Da war ich dann nochmal so eineinhalb Stunden unterwegs. Heute Abend habe ich mal wieder mit meinem Freund telefoniert, das war ganz schön. Gestern Abend habe ich ihm auch noch geschrieben, dass ich das Gefühl habe, wir schreiben nicht mehr richtig und so, halt was ich hier auch schon geschrieben hatte, aber er meinte ich bräuchte mir keine Sorgen machen. Mache ich mir natürlich trotzdem :D. Dann bin ich heute wieder sauer geworden, weil er ein paar Nachrichten lang nur 1-2 Worte ohne Emotionen geschickt hat und nach meinem letzten ok dann auch nichts mehr kam. Nach 1-2 Stunden habe ich dann wieder geschrieben, dass er mir doch bitte sagen möge, wenn er keinen Bock mehr auf mich habe. Wir haben ein bisschen hin und her geschrieben und ich war wirklich sauer und habe es auch gezeigt, aber irgendwann habe ich es dann gut sein lassen und normal weiter geschrieben obwohl ich noch angepisst war, aber ich weiß meistens selbst, dass ich mich ein bisschen anstelle und mich in Sachen hineinsteigere, die eigentlich total übertrieben sind. Dafür habe ich dann immer ein schlechtes Gewissen, das hatte ich auch gestern, nachdem ich mich ein bisschen abgefucked habe, ich hoffe mein Freund verzeiht mir das.
Joa, ansonsten habe ich heute nicht viel gemacht, ich war den ganzen Tag ziemlich müde, weil ich letzte Nacht kaum geschlafen habe. Ich hatte wieder eine Angstattacke. Hoffentlich kann ich diese Nacht endlich mal wieder schlafen, fänd ich ganz knorke. Flashbacks hatte ich heute endlich keine mehr, aber so toll ging es mir auch nicht, ich hatte übelst Lust, mich zu schneiden. Muss mich aber zusammenreißen, ab morgen wird das Wetter nämlich besser und Papa will einen Tag mindestens an den Strand. Ich habe noch eine offene Wunde, das reicht jawohl. Und die ist noch von vor ner Woche, also bevor ich gefahren bin, die war nur entzündet, deshalb ist sie immer noch offen. Naja, ansonsten gibt es nichts zu schreiben, ich lese vielleicht noch was und versuche dann mal zu schlafen.

#Tag 7, Samstag Abend
So, ausnahmsweise ist mit ‚Abend’ mal nicht kurz vor Mitternacht gemeint, nein, tatsächlich ist es erst 20 Uhr :D. Aber ich habe gerade das Bedürfnis zu schreiben, also kann ich das ja ruhig schon machen, zur Not schreibe ich eben heute zwei Mal hier rein.
Also, letzte Nacht hatte ich zwar keine Angstattacken mehr, schlafen konnte ich trotzdem nicht. Dabei habe ich mich schon um halb eins oder eins rum hingelegt, konnte dann erstmal bis drei Uhr gar nicht schlafen und dann auch nur Fetzenweise. Den Tag haben wir dann mit einer kleinen Wandertour begonnen. Aber wirklich nur klein, vielleicht 8km. Dann waren wir Döner essen und sind zurück zur Wohnung gegangen. Dort habe ich mich mit Quantenphysik beschäftigt und ein bisschen Harvest Moon gespielt, weil ich nichts besseres zu tun hatte. Am liebsten wäre ich ja nochmal alleine los gegangen, aber meine Knie tun seit gestern wieder richtig weh. Ich habe meine Bandagen zu hause vergessen und die ganze Bewegung, vor allem gestern, war nicht so gut. Naja, aber gerade tun sie nicht mehr weh, das ist doch schon mal was. Eben waren wir dann Abend essen. Beim Chinesen. Ich habe gebratene Nudeln gegessen und danach gab es einen Glückskeks. Da stand drinnen ‚Lächle. Morgen ist ein anderer Tag.’… Es gibt zwei Arten das zu interpretieren. Entweder man soll lächeln, solange man noch kann, denn wer weiß was morgen kommt. Oder aber dass man im Angesicht dessen, dass es morgen besser werden kann lächeln. Ich war so frei, die zweite Variante zu wählen. Das Abendessen war furchtbar. Ich habe wieder Flashbacks bekommen und auch wenn es seit Tagen das Gleiche ist, was ich sehen, ist es doch jeden mal sehr schlimm, vor allem wenn ich meinem Vater dabei gerade gegenüber sitze. Naja lässt sich nicht ändern, ich bin nur gerade wieder ziemlich niedergeschlagen und habe wieder das Gefühl, es zerreist mich. Ich weiß nicht, wie ich das Gefühl sonst beschreiben soll, aber jeder, der schon mal so empfunden hat, wird verstehen was ich meine. Ich habe gerade auch wieder das unglaublich starke Bedürfnis, mich zu schneiden, aber ich muss stärker sein. Wenn ich mich jetzt schneide und mein Vater sieht das, würden die restlichen Tage hier nur noch schlimmer werden. Es wird schon schlimm genug, wenn er die ganzen Narben sieht…Was er hoffentlich nicht wird. Eigentlich wollten wir morgen zum Strand, aber da sollen nur 21 Grad werden, da kriegt der mich nicht im Bikini zu sehen! Ich lege mich gerne in kurzer Hose und T-Shirt dahin und gehe mit den Beinen mal ins Wasser, aber mehr auch nicht. Montag wollten wir nochmal eine Radtour machen, da gehen wir also auch nicht schwimmen, Donnerstag auch, dann wollten wir Dienstag oder Mittwoch nach Dänemark rüber, Freitag machen wir wahrscheinlich nichts mehr, weil wir dann packen müssen und so. Heißt es bliebe nur ein Tag. Der wärmste Tag soll Dienstag mit 27 Grad werden, aber da sind Gewitter gemeldet. Da mein Vater richtig Angst vor Gewittern hat, bin ich mal auf Psychoterror gegangen und meinte so „Ja da können wir ja nicht schwimmen gehen. Man weiß ja nie, wann das anfängt und am Wasser ist das ja noch gefährlicher..“ und er hat mir natürlich sofort zugestimmt. Schisser. Ich bin schon oft bei Gewitter durch den Wald spaziert oder übers Feld gegangen und habe es sehr genossen. Naja. Also ich hoffe, mich wirklich vorm schwimmen drücken zu können, oder es wenigstens so lange wie möglich herauszuzögern. Joa ansonsten…ich schreibe gerade mit Charis, Laura packt bestimmt gerade und Sven muss noch arbeiten, der Arme. Schade, ich fühle mich direkt richtig einsam, wenn wir länger nicht schreiben. Ich meine, ich fühle mich hier sowieso einsam, aber dann halt noch mehr :D. Naja, wenn ich mich gleich mal wieder gefangen habe werde ich den restlichen Abend lesen und nochmal versuchen, ob ich mal langsam wieder schlafen kann.

#Tag 8, Sonntag Abend
Letzte Nacht habe ich besser geschlafen. Nach dem Frühstück ist mein Vater mit mir zum Strand gefahren. Ich habe behauptet, es wäre mir zu kalt, also habe ich keine Schwimmsachen angezogen. Eigentlich wäre ich gerne Schwimmen gegangen, aber ich hatte keine Lust auf den Stress. Nachmittags bin ich noch eine Zeit lang alleine am Hafen und am Fluss rumgelaufen, dann habe ich in der Wohnung was gelesen, war mit Papa Abend essen und habe dann weiter gelesen und wieder ein Buch durchgekriegt. Nach dem Tag habe ich einen leichten Sonnenstich, aber der müsste morgen wieder weg gehen, das habe ich schon mal 1-2 Mal pro Sommer.
Tja, ansonsten kann ich zu dem Tag nur sagen…ich hasse mich. Ich hasse mich so sehr. Und ich bin kurz davor, mein Versprechen zu brechen, denn andere Leute geben anscheinend auch Ficks auf ihre Versprechen. Warum sollte ich meins dann noch halten? Falls ich es breche, wird das wohl nicht mehr meinen Blog erreichen. Ich würde es mir jedoch wünschen. Falls doch, bleibt mir nur noch lebe wohl zu sagen. Es war schön, euch die letzten 3 Jahre an meinem Leben teilhaben zu lassen und es hat mir machens Mal geholfen, mich auf dem Blog auskotzen zu können. Ich hoffe ihr macht mehr aus eurem Leben als ich. Lebt wohl meine Lieben.

#Tag 9, Montag Abend
Das hier wird nur ein kurzer Eintrag. Es ist inzwischen Nacht, ich bin fix und fertig und froh, wenn ich gleich schlafen kann. Also, letzt Nacht habe ich ganz okay geschlafen. Ich hatte einen leichten Sonnenstich, deshalb bin ich früher eingeschlafen. Heute sind wir dann um 11 auf eine Radtour gestartet. Ich war nicht so begeistert, denn mir war immer noch vom Sonnenstich schwindelig und ich hatte tierische Kopfschmerzen, aber naja, ich werde hier ja schließlich nicht gefragt. Wir sind bei knapp 30 Grad im Schatten über 40km Rad gefahren und das größtenteils durch die pralle Sonne. Mir ist ein paar Mal ein bisschen schwarz vor Augen geworden vor Schwindel und ich wäre fast vom Fahrrad gefallen, aber irgendwie habe ich es geschafft wieder heil anzukommen. Und habe mich erstmal ins Bett gelegt. Ich hatte mega Kopfschmerzen, mir wurde schwindelig sobald ich den Kopf hob und mir war kotzübel. Zusätzlich tat mein Knie auch noch scheiße weh. Abends sind wir dann essen gegangen, da wäre ich wieder fast zusammen geklappt und dann habe ich noch mit meinem Freund telefoniert, was sehr schön war und mich dann wieder hingelegt. Und das wars schon. So und jetzt versuche ich gleich mal zu schlafen, damit ich morgen wieder was fitter bin.

#Tag 10, Dienstag Abend
Na das wurde auch mal höchste Zeit, mich mal wieder ordentlich zu besaufen. Wenn dein Vater Alkoholiker ist, ist immer Alk im Haus und er hat auch kein Problem damit, wenn du dich mal ordentlich bedienst, er hat sogar einen Kurzen mit mir getrunken. Jetzt schläft er, aber ich bin noch lange nicht fertig. Der Tag war so furchtbar anstrengend, da ist Alkohol genau der Richtige Freund, den ich jetzt brauche. Meine Freundin, die Klinge, wird uns gleich auch noch Gesellschaft leisten, damit unser ganzer Freundeskreis mal wieder vereint ist.
Aber okay, alles von Anfang an. Mein Vater ist mit mir nach Dänemark gefahren. Das war mein einziger Wunsch für den Urlaub und man hat von Anfang an gemerkt, dass er eigentlich keinen Bock auf den Ausflug hatte. Dementsprechend war meine Laune. Im ersten Ort haben wir direkt angehalten. Dort waren zwei Sexshops. Mein Vater ist mit mir dran vorbei gelaufen und wollte rein gucken, was es dort so gibt. Als wir vorbei waren, hat er gefragt, ob ich mal rein will. Ich habe einfach ein cooles Lächeln aufgesetzt und dankend abgelehnt. Innerlich war ich alles andere als cool. Ich hatte Panik. Ich dachte nur, bitte tu mir das nicht an, bitte nicht. Es war ein schrecklicher Augenblick. Aber wir sind nicht reingegangen und sonst ist in Dänemark auch nichts Erwähnenswertes vorgefallen. Danach waren wir bei Kaninchenzüchtern, das war langweilig, aber ich hatte auch genug mit meinen Nachrichten zu tun. Mein Freund wurde gestern zu hause rausgeschmissen. Es geht ihm dementsprechend beschissen und ich kann nicht bei ihm sein, toll. Zwei Freundinnen haben sich total verkracht, was ein bisschen meine Schuld war, da ich eine Nachricht, in der sich die eine über die andere aufregt, weitergeleitet hab. Ne Zeit lang kam ich mir wirklich wie die Mauer vor, die zwischen beiden stand und alle Schüsse abbekommt. Im Laufe des Tages bin ich zumindest aus der Schussbahn gekommen. Eine andere Freundin hat mich schon morgens angeschrieben, weil sie nen Tipp zum schneiden brauchte. Eigentlich war ich ja sehr abgeneigt ihr zu sagen, wie man sich am besten nen ordentlichen Schnitt zufügt, aber dann habe ich mir gedacht, besser ich sage ihr was brauchbares, als wenn sie nachher dumm rumexperimentiert. Ich musste am eigenen Leib erfahren, was dabei alles schief gehen kann. Zum Beispiel ne Hand, die nicht mehr so funktioniert wie vor dem „Unfall“…naja. Ich habe ihr gesagt, was sie wissen wollte, auch wenn ich mich danach nicht besser gefühlt habe.
Eine andere Sache war, dass ich das Buch „Beim Leben meiner Schwester“ lese. Für die, die es nicht wissen, es geht um ein Mädchen, das nur geboren wurde, um für die ältere, an Krebs erkrankte Schwester, alles zu spenden, was diese gerade so brauchte. Mit 13 verklagt sie ihre Eltern und will selbst über ihren Körper entscheiden. In einem Kapitel wurde beschrieben, wie das kranke Mädchen die erste Chemotherapie mitmacht. Wie schlecht es ihr geht. Ihr ist die ganze Zeit schlecht und wenn sie nicht gerade kotzt dann weint sie. Und ich weiß, dass es noch viel mehr ist als das. Ich habe es bei meiner Oma und meiner Mutter erlebt. Das alles zu sehen…das ertrage ich nicht nochmal. Ich selbst will natürlich auch nicht gerne Krebs bekommen, aber genetisch gesehen ist es sehr wahrscheinlich, dass ich es bekommen. Meine Eltern hatten beide schon damit zu kämpfen (mein Vater nur nicht so schlimm wie meine Mutter) und von beiden ist mindestens ein Elternteil an Krebs gestorben und auch mehrere Onkel und Tanten von mir hatten Krebs. Naja. Wenns nur ich bin wäre das ja noch okay. Aber ich habe natürlich genauer über das Thema nachgedacht. Und habe mir vorgestellt, wie ich im Krankenzimmer meines Freundes stehe. Er ist an eine Infusion mit dem Gift der Chemo angeschlossen. Es geht im beschissen. Ich halte ihm die Brechschüssel, halte ihn nach dem Kotzen im Arm, bis es wieder los geht. Es zerreichst mir das Herz. Wenn ich daran denke…mein Freund war letztens ein bisschen krank. Das einzige, was ich machen konnte war, ihm Tee zu machen und mich sonst zu ihm ins Bett legen und ihn im Arm halten, bis es besser wurde. Schon da habe ich mich richtig scheiße gefühlt, nur weil es meinem Freund nicht so gut ging und ich nichts machen konnte, damit sich das ändert. Wenn ich dann daran dachte, dass es zu etwas so schwerwiegendem wie Krebs kommen kann…alleine bei dem Gedanken daran bin zu zusammengebrochen. Das wäre so unerträglich. Ich würde ihn monatelang leiden sehen und dann würde er sterben. Ich weiß nicht, welcher Gedanke schlimmer ist, ihn so leiden zu sehen, oder ihn zu verlieren. Wenn es möglich wäre würde ich ihm vor allem schmerzhaftem beschützen und es selbst aussitzen, sowohl körperliche als auch psychische Sachen. Leider geht das nicht so einfach. Sonst würde ich mir einfach alles übertragen lassen. Das wäre 100 Mal leichter zu ertragen als zu wissen, dass es ihm schlecht geht. Ich habe noch nie einen Menschen so sehr geliebt wie ihn. Es gibt eine Ausnahme, aber die ist bereits tot, ich musste hilflos zusehen, wie der Krebs sie aufgefressen hat. Das ertrage ich einfach nicht nocheinmal. Eher würde ich mir von den Ärzten den selben scheiß einpflanzen lassen, lächelnd seine Hand nehmen und optimistisch sagen, wir stehen das zusammen durch. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemanden nochmal so sehr lieben kann. Aber ich kann und auch, wenn das Zusammensein mit meinem Freund das wundervollste auf der ganzen Welt ist, zerreißt mich so was gleichzeitig total. Ich könnte mir nichts schlimmeres vorstellen, als ihn leiden und sterben zu sehen. Aber so wie ich mein Leben kenne, wird genau das passieren. Und wenn es dann vorbei ist, werde ich nicht mehr zögern die Klinge senkrecht über mein Handgelenk, mit voller Wucht, zu ziehen. Dann wird mich hier nichts mehr halten. Ich könnte ja jetzt schon wieder….nein halt stopp, ich bin total betrunken, ich sollte mal nen Punkt machen, ich drehe ja total durch. Die meisten sagen jetzt wohl, ich mache mir um total unnötige Dinge zu viele Gedanken. Dazu kann ich nur sagen, dass jeder so denken würde der in seinem Leben gesehen hat, was ich gesehen habe. Naja. Eigentlich sollte das hier nur eine kurze Erklärung sein ,warum ich schon wieder trinke. Stattdessen war es eine Mischung aus dem und ein innerer Monolog dazu, dass ich Angst vor dem Leben habe. Naja. Es kommt wie es kommt und so sehr ich mir das auch wünsche, es wird sich ja doch nichts ändern. Alles in allem war es einfach ein scheiß Tag, wo halt alles zusammenkam. Mein Vater, meine Freunde, mein Freund, meine Angst. Mein Alkohol. Achja, und meine Klinge.

#Tag 11, Mittwoch Abend
Letzte Nacht habe ich schlecht geschlafen. Ich war betrunken und bin immer wieder wach geworden, nie richtig im Schlaf, aber auch nie voll bei Bewusstsein. Als ich mich heute Morgen auf die Seite gedreht habe, um den Wecker auszustellen, flammt plötzlich brennender Schmerz in meiner Seite auf. Einen Moment lang bin ich verwirrt, doch dann fällt mir das Massaker der letzten Nacht wieder ein und ich falls schlaff zurück ins Bett. Jaja, das war schon eine Nacht…
Gegen einen Kater hilft natürlich nichts besser, als eine 15km lange Wandertour entlang der Küste. Oh ja, es war toll. Ein paar Stunden schweigend neben meinem Vater her zu trotten, bis ich mir irgendwann die Kopfhörer in die Ohren steckte und alles andere ausgeblendet habe. Die letzten 3 oder 4 Kilometer sind wir durch den Sand gelaufen. War toll für mein Knie, es tut nämlich immer noch weh. Nach dem Abendessen habe ich GZSZ geguckt und dann hat mein Vater mich zu sich raus gerufen, ich sollte Kurze mitbringe. Eigentlich wollte ich heute gar nichts trinken, aber da ich gemerkt habe, dass es mir durchaus gut etwas nützen könnte, habe ich doch ein paar Gläschen Schnaps gekippt. Erst fing mein Vater an, von einem alten bekannten zu reden, der vor ein paar Jahren gestorben ist. Ich konnte mich zwar nur schwach an ihn erinnern, aber ich lieferte den erwarteten Anteil an diesem Gespräch ab. Das genügte. Dann haben wir über die verstorbene Mutter meines Vaters gesprochen und schließlich über seinen verstorbenen Bruder. Ich war froh, dass er nicht noch von seiner verstorbenen Ehefrau angefangen hat, dafür hatte ich noch nicht ansatzweise genug Alkohol im Blut. Und selbst dann rede ich nicht gerne über meine Mutter. Und dann fing er doch von ihr an. Zum Glück schwankte das Gespräch bald um. Auf meinen Freund. Der jetzt ernsthaft bei mir einziehen wird. Von seinem Kindergeld zahlt er meinen Vater etwas für Essen und so und wir melden ihn auf unsere Adresse an. Der einzige Gefalle, den ich ihm tun muss, ist nochmal mit ihm in den Urlaub zu fahren. Vielleicht nach Tschechien, weil es dort gutes Bier gibt. Ich habe sofort klar gesagt. Wenn die Sache damit so einfach geregelt ist, was sind dann schon 2 Wochen? Und habe ich nicht gestern noch gesagt, ich würde alles für meinen Freund tun. Ich habe es auch so gemeint. Wir haben dann noch ein wenig zusammen draußen gesessen, mir wurde immer mulmiger zumute. Ich weiß nicht, wie wir darauf gekommen sind (ich weiß es schon, ist nur nicht relevant) aber mein Vater hat mir erzählt, dass er der einzige Mann im Leben meiner Mutter war. Er musste kurz überlegen, wie alt sie war, als sie sich kennenlernten. 19, hätte ich ihm auch gleich sagen können, aber ich wollte sehen, ob er es noch weiß. Er erzählte mir, dass er mit niemandem mehr im Bett war, seit sie tot ist. Wenn das stimmt hat er meinen Respekt. Trotzdem sah er mich komisch an, als er das sagte. Das hat mir ne scheiß Angst gemacht. Etwas später sind wir rein gegangen und haben uns zusammen aufs Sofa gesetzt, weil er mir etwas im Altass zeigen wollte. Unsere Haut berührte sich, weil wir so eng beieinander saßen. Ich habe versucht ganz ruhig zu bleiben, doch das Zittern hat er bestimmt gespürt. Das wars dann auch wieder mit uns. Wir verfielen in das übliche Schweigen. Der Abend war schon komisch für mich. Vor ein paar Jahren wäre es einfach ein schöner Abend gewesen, heute habe ich die ganze Zeit gedacht, dass ich ihm so gerne vergeben würde. Das geht nur nicht so einfach, wie ich es gerne hätte. Aber ich hoffe, ich kann es irgendwann.
Eigentlich wäre das ein guter Zeitpunkt, um die Klappe zu halten, aber es gint da noch was, worüber ich gerade gerne schreiben würde. Das ist mir heute den ganzen Tag nicht aus dem Kopf gegangen. Ich lese ja das Buch „Beim Leben meiner Schwester“, bzw. habe es eben beendet. In einer Szene stirbt das eine Mädchen fast und die Eltern und Geschwister verabschieden sich schon von ihr. Ich habe mich so nie von meiner Mutter verabschiedet. Ich wusste, sie würde bald sterben, doch ein Teil von mir hat das nicht akzeptieren wollen. Deshalb habe ich mich nie zu ihr ans Bett gesetzt, ihre Hand genommen und mich verabschiedet. Ich hätte ich nochmal sagen können, dass ich sie liebe. Ihr irgendwas schönes aus der Vergangenheit erzählen können. Ihr sagen können, dass sie keine Angst haben muss. Dass wir irgendwann wieder alle zusammen sein würden. Dass sie unglaublich stark war. Dass sie jetzt loslassen könne… All das hätte ich zu ihr sagen können. Doch ich habe es nicht getan und dann war sie tot. Ich bereue es bis heute und wahrscheinlich auch noch für den Rest meines Lebens, dass ich es nicht getan habe. Vielleicht hätte sie mich gehört und hätte ein wenig Frieden gefunden oder keine Ahnung, irgendwie so was. An so was muss ich momentan oft denken. Wenn ich die Chance hätte, irgendetwas in meiner Vergangenheit zu ändern, dann würde ich die letzten Wochen mit meiner Mutter nehmen. Ich würde mich ihr gegenüber besser verhalten, sie nicht am letzten Tag ihres Bewusstseins anschreien und ich würde mich zu ihr setzen und ihr all diese Dinge sagen, die ich ihr nicht mehr gesagt habe.

#Tag 12, Donnerstag Abend
Heute liefen einige Dinge nicht ganz so, wie sie geplant gewesen waren. Erstmal wollten wir heute eine Radtour machen, aber es gab keine Fahrräder mehr zum mieten. Dann haben wir beschlossen, einen Teil der Route einfach zu Fuß zu gehen. Nach ca. 2km merke ich auf einmal, dass meine Regel beginnt und ich bekomme Regelschmerzen. Shit, da ist man einmal nicht vorsorglich und dann setzt die Blutung zu früh ein. Ich wusste nicht, was ich machen sollte. Als mein Vater beim nächsten Mal die Karte rausholt, werfe ich einen Blick darauf und stelle fest, dass es auch weit und breit keine Toilette gibt. Super. Ich frage mich, ob ich nicht einfach die Route aushalten kann, aber einen weiteren Kilometer später muss ich kapitullieren, ich habe starke Schmerzen und merke, es wird eine starke Blutung. Wider Willen erkläre ich Papa mein Problem und wir gehen erst zurück zum Auto, fahren dann zur Wohnung und ich kann mich versorgen. Als ich fertig bin, brechen wir wieder auf. Papa will noch wandern. Nur noch einen Teil der Route, meint er. Am Anfang geht es, wir laufen schön an der Küste vorbei. Sehen den ersten Leuchtturm aus dem Wasser aufragen. Irgendwann kommen wir in einen kleinen Ort, dort besichtigen wir einen anderen Leuchtturm. Eigentlich wollten wir gar nicht mehr bis hierhin gelaufen sein. Aber Papa meinte, wir können ja jetzt doch die ganze Route machen. In dem Ort steht ein Schild, dass uns sagt, wir haben noch nicht mal die Hälfte geschafft. Trotzdem gehen wir weiter. Meine Knie schreien dort schon bei jedem Schritt auf. Die Route zieht sich immer länger und länger, Papa hat keinen Bock mehr und ich hab Schmerzen. Nachdem wir bei 30 Grad durch die pralle Sonne über 20km gelaufen sind, kommen wir am Auto an, fahren zur Wohnung und gehen dann essen. Als wir dann wieder in der Wohnung waren, wäre ich am liebsten sofort ins Bett gegangen, aber ich wusste, mit meinen Schmerzen würde ich eh keinen Schlaf finden, also habe ich noch versucht was zu lesen, habe mich dann fürs Bett fertig gemacht und liege jetzt hier und schreibe. Mein rechtes Knie erholt sich locker, wenn ich es ruhig halte, aber in meinem Linken flammt gerade bei jeder noch so kleinen Bewegung richtig Schmerz auf. Bauchkrämpfe habe ich, Dank meiner Periode, sowieso für die nächsten Tage durchgängig, aber immerhin ist mir gerade nicht mehr so schlecht. Jej. So, vielleicht versuche ich jetzt doch mal zu schlafen, ich bin echt richtig im Arsch.

#Tag 14, Samstag Abend
Gestern Abend hatte ich echt keinen Nerv mehr was zu schreiben, außerdem war der Tag ziemlich unspektakulär. Die Wohnung musste geputzt werden, ich hab gepackt, nachmittags waren wir Mimigolf spielen und abends habe ich „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ mal wieder gelesen.

Heute die Heimreise war auch okay. Wir waren rum 7 Stunden unterwegs, mit Pausen, ich bin nur 150km gefahren. Zu hause hat mein Freund mich schon erwartet und wir sind uns glücklich in die Arme gefallen. Joa, da er jetzt wohl endgültig hier wohnt konnten wir direkt den ganzen restlichen Tag miteinander verbringen. Ich bin glücklich wieder zu hause zu sein und das alles überstanden zu haben. Jetzt wird alles wieder gut und ich kann voller Stolz sagen, ich habe mein Versprechen gehalten.