Hallo meine Lieben. Was soll ich sagen? Die Klausurenphase ist fürs erste vorbei, es lief ziemlich beschissen, ich habe bisher 3 von 4 Ergebnissen und ich darf in allen dreien in die Nachprüfung. Dabei habe ich dieses Semester so viel getan und echt viel für die Prüfungen gelernt. Aber wieder wurden mir nur Steine in den Weg gelegt. Als ich mit dem intensiveren Lernen angefangen habe, bin ich erstmal krank geworden und habe 4 Tage lang gar nichts geschafft. Dann hat die Hitzewelle angefangen, in meiner Dachgeschosswohnung sind mittlerweile schon morgens um 8 Uhr 30 Grad, obwohl ich die ganze Nacht lüfte. Seit einer Woche sind auch noch direkt auf dem Bürgersteig unter meinem Fenster irgendwelche Bauarbeiten, das heißt ab 7 Uhr morgens übelster Maschinenlärm. Ich kann also weder richtig schlafen, noch hatte ich dann tagsüber großartig die Möglichkeit, mich zu konzentrieren. Trotz all dem habe ich mir den Arsch aufgerissen, mich hingesetzt und Formeln gelernt, Aufgaben gerechnet, Bücher gelesen und und und... Tja. 2 der 4 Klausuren waren, wie mir andere Leute bestätigt haben, überdurchschnittlich schwer gestellt. So viel hätte ich gar nicht lernen können, um die zu bestehen. Für die dritte, die ich nicht bestanden habe, habe ich zugegeben nicht viel gelernt, da war mir klar, dass das nichts wird. Und auf das Ergebnis der letzten warte ich noch. Die lief eigentlich am besten, vielleicht habe ich ja wenigstens die eine geschafft. Die erste Nachprüfung ist in knapp 2 Wochen, darauf fokussiere ich mich jetzt erstmal. Die anderen sind erst Mitte September. Für mich ist es momentan wirklich eine Herausforderung, nicht vom nächsten Hochhaus zu springen. Gut, hier in der Nähe gibt es keine Hochhäuser, aber genug andere hilfreiche Dinge. Ich wusste immer, mein ganzes Leben lang, dass ich im Bereich der Astronomie arbeiten möchte. Doch dieses Studium mach mich so fertig, ich kann das einfach nicht mehr. Ich denke nur noch darüber nach, ob ich mit dem Studium aufhören soll, und was ich denn stattdessen machen könnte. Aber wenn ich meinen Traum, Astrophysikerin zu werden, aufgebe, fühlt es sich an als würde meine gesamte Existenzgrundlage zerbrechen. Alles, was mich jahrelang am Leben gehalten hat, das Licht am Ende des Tunnels. Tja, aber jetzt scheint es so, als ob dieses Licht nur ein entgegenkommender Zug war. Alles woran ich mich festgehalten habe, was ich für meine Erlösung, meine Erfüllung gehalten habe stellte sich in den letzten zwei Jahren als mein schlimmster Alptraum heraus. Wenn sogar mein Freund zu mir sagt, dass meine Lebensqualität momentan gegen Null geht, dann scheint es ja alles andere als erfüllend zu sein, Und irgendwann bringt es auch nichts mehr, mir zu sagen "es wird besser". Es wird nämlich seit zwei Jahren mit jedem Semester nur noch schlimmer. Und wenn ich daran denke wieder in die Uni zu müssen könnte ich im Strahl kotzen. Und dabei heulen. Und wünsche mir, an besagter Kotze zu ersticken. Ich wünschte, ich wäre tot. Ich weiß nicht, wie lange das schon wieder der Fall ist. Es kam schleichend, wurde aber immer schlimmer und ja, here we go. Ich habe gestern Abend darüber nachgedacht, mich einweisen zu lassen. Eigentlich will ich nicht tot sein, das weiß ich, aber ich würde es gerne auch wieder fühlen. Bis zum Erstgespräch mit einer neuen Therapeutin sind es noch über zwei Monate. Halte ich es so lange aus? Muss ich wohl. Trotz allem bin ich seit 16 Wochen schnittfrei und ich muss sagen, momentan habe ich tatsächlich kein allzu starkes Bedürfnis danach. Doch, einen Schnitt wünsche ich mir, aber der hat nichts mehr mit einfacher Selbstverletzung zu tun. Ihr wisst vermutlich, was für einen Schnitt ich meine.
Ich versuche, die Zeit, in der ich nicht mehr in die Uni muss zu nutzen, um wieder zu Verstand zu kommen. Außerdem suche ich nach einer Alternative zum Physikstudium. Ich habe ein paar Tests im Internet gemacht, um herauszufinden, was für Berufe mich vielleicht interessieren würde. Was sagen diese Tests mir? "Du passt perfekt in die Forschung" oder "mach etwas im naturwissenschaftlichen Bereich". Der Wahnsinn. Ich habe dem Ganzen dennoch eine Chance gegeben und mir angesehen, was für naturwissenschaftliche Berufe man auch ohne Studium machen kann. Der einzige, der mich davon angesprochen hat, wäre als Chemielaborantin, doch auch da bin ich mir nicht sicher, ob das das Richtige für mich ist. Vielleicht erkundige ich mich mal nach einem Praktikum. Das einzige, was ich mir sonst noch als Beruf vorstellen könnte, wäre Psychotherapeutin. Problem: Mein NC reicht nicht, um das zu studieren, an der einzigen deutschen staatlichen Fernuni kann man das entscheidende Modul dafür nicht belegen. An privaten Fernunis geht das natürlich, da wäre mich ein Studium aber mal eben 12.000 Euro kosten. Das kann ich mir also nicht leisten. Also hat sich das auch erledigt. Vor ein paar Tagen habe ich dann den Blog von einer Frau gefunden, die sich gerade zur Sterbeamme ausbilden lässt. Ihr Blog befasst sich mit allem was zum Thema Sterben dazu gehört. Ihre Arbeit fand ich auch extrem beeindruckend, außerdem wäre das ein Beruf, in dem man auf menschlicher Ebene wirklich was bewirken kann. Ob das vielleicht etwas für mich wäre, habe ich mich gefragt. Fasziniert bin ich alle Male von ihrer Arbeit, aber das würde meine eigene Belastbarkeitsgrenze eventuell ein wenig überschreiten. Ich meine, ich habe schon einige Leichen gesehen, habe sie auch schon berührt. Ich habe einen Menschen sterben sehen und weiß, wie sich Trauer anfühlt. Ich weiß, wie man mit schwer kranken Menschen umgeht und was Angehörige nach deren Tod lieber nicht hören wollen. Aber manche von ihren Jobs waren echt hart. Naja, eigentlich alle, von denen ich gelesen habe. Doch das faszinierende ist, diese Frau leidet selbst an Depressionen und einer Angststörung und übt diesen Beruf dennoch, oder vielleicht auch gerade deswegen, aus.
Es gibt auf jeden vieles, über das ich nachdenken/ mir im Klaren werden muss, wie ihr merkt. Es ist gerade alles zum kotzen, ich fühle mich hoffnungslos überfordert und bräuchte im Grunde dringend jemanden, der mich sagt was ich tun soll. Doch im Endeffekt muss ich selbst entscheiden, was für mich das Beste ist, nicht wahr? Und anstatt hier zu sitzen und mal wieder nur zu jammern, sollte ich mich darüber freuen, endlich Ferien zu haben. Ich sollte was mit Freunden unternehmen, was schönes mit meinem Freund machen, oder Bücher schreiben, worauf auch immer ich Lust habe. Doch ich kann das alles momentan nicht genießen, ich bin echt am Ende. Also, falls irgendwer mir doch sagen kann, was zur Hölle ich nur mit meinem Leben anfangen soll, dann nur zu :D. Ansonsten würde ich sagen, bis nächste Woche, ich halte euch auf dem Laufenden. Bis dann.
Samstag, 28. Juli 2018
Montag, 23. Juli 2018
Hey Leute! Leider habe ich es in letzter Zeit nicht geschafft mich regelmäßig zu melden, das ändert sich aber ab jetzt wieder. Ich schreibe zwar am Mittwoch noch eine Klausur, aber das ist dann erstmal die letzte für die nächsten Wochen, sprich nächstes Wochenende bin ich frei. Am Donnerstag und Freitag hatte ich meinen Klausurenmarathon. 24 Stunden, 3 Klausuren. Dementsprechend unzureichend konnte ich mich auf alle Klausuren vorbereiten. Für eine davon hab ich gar nicht gelernt, die habe ich auch bestimmt nicht bestanden, und für die anderen beiden so gut es eben ging. Die beiden liefen eigentlich ganz okay, mal schauen was dabei rum gekommen ist. Mein Lernerfolg wurde am Wochenende natürlich wieder von Familie und so eingeschränkt, aber wegen Svens Mutter müssen wir ja am Wochenende auf jeden Fall nach hause kommen. Jetzt habe ich noch zwei Tage um für die letzte Klausur zu lernen und hoffe, dass ich das noch irgendwie hinbekomme. Durch den Stress jetzt mit der Uni und so geht es mir psychisch nicht ganz so gut, zumindest seit die Klausurenphase begonnen hat, weil ich einfach das Gefühl habe, total unzureichend zu sein. Ich verstehe nicht, wie andere Leute das schaffen. Als mein Klausurmarathon am Freitag Mittag vorbei war, war ich so schlecht gelaunt, dass ich erstmal wieder nach Alternativen zu meinem Studium gesucht habe, weil ich momentan echt keinen Bock mehr auf diesen Scheiß habe. Ich weiß einfach nicht, was ich mit meinem Leben anfangen soll, ich bin absolut nicht gesellschaftsfähig. Am liebsten würde ich tatsächlich den ganzen Tag zu hause sitzen können und an meinem Laptop etwas schreiben. Das macht mir wirklich wirklich viel Spaß und die Leuten, denen ich bisher was von meiner Arbeit gezeigt habe, haben mir nur positive Rückmeldungen gegeben. Wenn am Mittwoch meine Klausur vorbei ist werde ich mich erstmal daran setzen, mein erstes Buch zu Ende zu schreiben und mit der Überarbeitung beginnen und ja, dann werde ich mir vermutlich wirklich mal ein paar Verlage suchen, an die ich das Skript schicke. Vielleicht will es ja tatsächlich jemand veröffentlichen, dann hat sich die Frage nach meinem Studium sowieso komplett erledigt. Im Kopf habe ich schon zwei weitere Bücher komplett geschrieben, ich muss nur noch die Zeit finden, das Ganze zu Papier zu bringen. Ich wünschte es gäbe eine Maschine, die mein Gehirn mit meinem Laptop verbinden würde und dadurch meine Gedanken direkt aufschreiben würde, das wäre ein sehr großes Zeitersparnis. Dann habe ich auch noch eine halb fertige Autobiographie, die ich seit irgendwie 2-3 Jahren nicht mehr angefasst habe, die darauf wartet weiter geschrieben zu werden. Damals wurde es zu schmerzhaft für mich, alles was in meinem Leben passiert ist bis ins kleinste Detail Revue passieren zu lassen, ich konnte das irgendwann nicht mehr aushalten. Aber jetzt bin ich wieder ein paar Jahre reifer und erfahrener, vielleicht kann ich ja mal wieder ein Stückchen hinzufügen. Ihr merkt schon, ich habe große Pläne für die Semesterferien. Mal sehen wie viel ich am Ende wirklich davon erledigt habe. Vermutlich muss ich sowieso wieder in so viele Nachprüfungen, dass ich gar keine Zeit haben werde etwas anderes zu tun, als lernen. Und wofür? Damit ich am Ende trotzdem wieder überall durchfalle. Genau deshalb habe ich keinen Bock mehr auf mein Studium, ich reiße mir den Arsch auf und habe quasi kein Leben mehr und kassiere trotzdem einen Arschtritt nach dem nächsten. Doch außer dem Schreiben fällt mir wirklich nichts ein, was mich so sehr wie die Astronomie interessiert, dass ich es zu meinem Beruf machen würde. Ich kann mich nicht für den Rest meines Lebens in ein Büro setzen und jeden Tag das gleiche machen, nebenbei kann ich auch keinen Beruf machen, in dem ich telefonieren oder Kundengespräche führen müsste, weil Phobien und so. Deshalb wäre die Forschung in der Astrophysik so perfekt für mich. Ich interessiere mich quasi dafür, seit ich lesen kann, Forschung ist super abwechslungsreich und außer mit meinem Forschungsteam müsste ich mit niemandem sprechen. In meinem astronomischen Institut interessiert sich niemand dafür, dass ich blaue Haare, Tattoos, Piercings und Narben habe. Ich muss wissenschaftliches Englisch können und der Rest juckt niemanden. Zugegeben, mein wissenschaftliches Englisch ist noch nicht das beste, aber ich nehme auch erst seit 4 Monaten an ein paar Veranstaltungen dort teil. Wenn ich so an diese 4 Monate zurückdenke, die Atmosphäre am Institut, die Einblicke in die Forschungen, die ich von Professoren und Doktoranden bekommen habe, dann ist das eigentlich genau das, was ich tun möchte, doch es scheint tatsächlich an meinem Bachelor zu scheitern. In anderen Gebieten der Physik bin ich eben nicht gut, da kenne ich mich nicht aus, sie interessieren mich auch nicht unbedingt alle. Außerdem komme ich mit dem Leistungsdruck echt nicht klar, ich dachte immer ich hätte eine hohe Belastbarkeitsgrenze, doch hier wurde ich eines besseren belehrt. Aber ganz ehrlich, wenn ich die Zeit, die ich in der Uni verbringe und die Zeit für Hausaufgaben zusammenrechne, komme ich bereits locker auf eine 40 Stunden Woche. Da ist Vorlesungsnachbereitung und lernen noch nicht mit einbegriffen. Außerdem hatte ich dieses Semester verhältnismäßig wenig zu tun, nächstes Semester muss ich nämlich mal wieder ein Praktikum belegen. Ich werde also sterben :D Zumindest werde ich es mir wünschen.
Ich glaube nicht, dass ich es gerade sonderlich gut schaffe, euch begreiflich zu machen, wie ich mich bei meinem Studium fühle. Um es zusammenzufassen: Ich mache eigentlich nichts anderes mehr, als in die Uni zu gehen, Hausaufgaben, oder lernen. Eigentlich dürfte ich gerade gar nicht hier sitzen und diesen Text schreiben, doch ich musste einfach. Trotz dass ich all meine Zeit und Energie in mein Studium stecke, muss ich viele Rückschläge einstecken, ich weiß jetzt schon sicher, dass ich die Regelstudienzeit um mindestens ein Jahr überschreiten werde. Eigentlich bin ich kurz davor, den Bachelor hinzuschmeißen, weiß aber nicht, was ich sonst machen soll. Außerdem hat mir die Belegung eines Mastermoduls am astronomischen Institut in diesem Semester gezeigt, dass das genau das ist, was ich machen will. Dafür muss ich aber erst durch den furchtbaren Bachelor. Und wenn ich an die nächsten mindesten 2 Jahre denke, die ich mit dem Erreichen des ersten Abschlusses verbringen werde, steigt in mir das Bedürfnis auf, mir die Pulsadern aufzuschlitzen. Das ist leider keine Übertreibung, die Uni macht mich tatsächlich phasenweise akut suizidal.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es mir sehr viel besser gehen würde, wenn ich nicht mehr Physik studieren würde, aber ich will nicht in 10 Jahren in irgendeinem Job stecken, der mich nicht erfüllt, den ich nur angenommen habe, weil ich nicht wusste was ich sonst tun soll, und dann bereuen, mein Studium abgebrochen zu haben. Ich weiß gerade einfach nicht weiter, weiß nicht was ich tun soll, oder was ich nicht tun soll.
So, jetzt seit ihr auf dem neusten Stand, ich habe euch mein Herz ausgeschüttet und werde gleich mal schlafen gehen, damit ich morgen fit bin um zu lernen. Gute Nacht und bis nächste Woche!
Ich glaube nicht, dass ich es gerade sonderlich gut schaffe, euch begreiflich zu machen, wie ich mich bei meinem Studium fühle. Um es zusammenzufassen: Ich mache eigentlich nichts anderes mehr, als in die Uni zu gehen, Hausaufgaben, oder lernen. Eigentlich dürfte ich gerade gar nicht hier sitzen und diesen Text schreiben, doch ich musste einfach. Trotz dass ich all meine Zeit und Energie in mein Studium stecke, muss ich viele Rückschläge einstecken, ich weiß jetzt schon sicher, dass ich die Regelstudienzeit um mindestens ein Jahr überschreiten werde. Eigentlich bin ich kurz davor, den Bachelor hinzuschmeißen, weiß aber nicht, was ich sonst machen soll. Außerdem hat mir die Belegung eines Mastermoduls am astronomischen Institut in diesem Semester gezeigt, dass das genau das ist, was ich machen will. Dafür muss ich aber erst durch den furchtbaren Bachelor. Und wenn ich an die nächsten mindesten 2 Jahre denke, die ich mit dem Erreichen des ersten Abschlusses verbringen werde, steigt in mir das Bedürfnis auf, mir die Pulsadern aufzuschlitzen. Das ist leider keine Übertreibung, die Uni macht mich tatsächlich phasenweise akut suizidal.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es mir sehr viel besser gehen würde, wenn ich nicht mehr Physik studieren würde, aber ich will nicht in 10 Jahren in irgendeinem Job stecken, der mich nicht erfüllt, den ich nur angenommen habe, weil ich nicht wusste was ich sonst tun soll, und dann bereuen, mein Studium abgebrochen zu haben. Ich weiß gerade einfach nicht weiter, weiß nicht was ich tun soll, oder was ich nicht tun soll.
So, jetzt seit ihr auf dem neusten Stand, ich habe euch mein Herz ausgeschüttet und werde gleich mal schlafen gehen, damit ich morgen fit bin um zu lernen. Gute Nacht und bis nächste Woche!
Samstag, 7. Juli 2018
Hallo lieber Blogger-Comunity. mein letzter Post liegt leider schon zwei Wochen zurück, das tut mir Leid. Tatsächlich war es bereits Mittwoch, als ich bemerkt habe, dass ich noch nicht geblogg habe, und dann dachte ich mir, kann ich mir das auch schenken. Aber wenn ihr meinen letzten Post gelesen habt, dann wusstet ihr ja, dass ich momentan ziemlich gestresst und überfordert bin. Doch zuerst will ich euch etwas positives erzählen, um etwas an das Ende meines letzten Post anzuknüpfen: Ich habe mich überwunden, Anrufe getätigt und habe es geschafft einen Termin für ein Erstgespräch mit einer Theapeutin zu vereinbaren. Der Termin ist zwar erst in knapp 3 Monaten, aber immerhin habe ich es geschafft, das überhaupt mal anzugehen. Dann habe ich es diese Woche wirklich geschafft, mich richtig krass zum lernen aufzuraffen, verschwende keine Zeit mehr damit, depressiv im Bett rumzuliegen und bekomme wirklich was getan. Leider scheint es das Universum nicht zu erfreuen, wenn ich mal produktiv bin, denn seit gestern bin ich krank, was nicht wirklich förderlich fürs lernen ist. Doch da ich jetzt zumindest für 2 Wochen noch ein ordentlicher Student bin, habe ich mich mit Tabletten, Nasenspray, Vitaminpräperaten und Kaffee vollgepumpt und weitergemacht. Und vor einer halben Stunde bin ich tatsächlich mit meinem Pensum für heute bzw. generell für die Woche fertig geworden. Deshalb schätze ich, werde ich heute mal etwas früher in Bett gehen und mir etwas Ruhe gönnen. Mein Pensum für morgen sind höchstens 2 Stunden Arbeit, also habe ich morgen einen ruhigeren Tag, der hoffentlich ausreichen wird, damit ich Montag wieder fit bin. Montag ist nämlich ein voller Tag, ich hab 8 Stunden Uni, bin dann voraussichtlich um 17 Uhr zu hause und nach einer Essenspause muss ich mit den nächsten Klausurvorbereitungen beginnen. Ihr merkt vielleicht, dass ich es wirklich geschafft habe die Motivation zu finden, nach der ich so lange gesucht habe. Es ist zwar ärgerlich, dass diese direkt durch eine nervige Krankheit gebremst wurde, aber davon werde ich mich nicht unterkriegen lassen. Hoffe ich zumindest. Ich muss noch zweieinhalb Wochen durchhalten, dann ist die erste Klausurenphase vorbei und ich hoffe natürlich, dass es sich für mich damit erledigt hat. Aber selbst wenn nicht, ich hätte trotzdem genug Zeit um eine Woche durchzuschlafen, um die fehlende Ruhe bis dahin nachzuholen, so machen andere Leute das doch bestimmt auch.
So und um nochmal über das zweite Thema, was neben der Uni gerade mein Leben bestimmt zurückzugreifen. Svens Mutter hat vor zwei Tagen wieder mit der Chemo begonnen. Diesmal ging es zum Glück gut, auch wenn ich von der Idee einer neuen Chemo noch nicht wirklich überzeugt bin. Psychisch geht es der Frau aber gar nicht gut. Sie ist immer noch in der Psychiatrie und kommt am Wochenende nach hause. Da Svens Stiefvater samstags arbeiten muss, dürfen wir bzw. da sich Krankheit und Chemo nicht gut verträgt momentan nur Sven, bei ihr bleiben, da sie absolut nicht mehr alleine sein kann. Die Formulierung von Svens Stiefvater (vor den Augen seiner Frau) war besonders nett: "Ihr könnt euer Privatleben für die nächsten 12 Wochen in die Tonne kloppen". Also erstens entscheide immer noch ICH über MEIN Privatleben und zweitens, was für ein Hurensohn muss man eigentlich sein? Svens Mutter war so deprimiert danach, weil sie jetzt natürlich das Gefühl hat, für alle nur eine Belastung zu sein. So hätte sich glaube ich jeder nach dieser Aussage gefühlt. Natürlich ist es eine Belastung für alle Beteiligten, wenn jemand nicht mehr in der Lage ist 2 Stunden alleine zu sein. Ich hatte sowohl letzten Samstag, als auch diese Woche andere Sachen geplant als das Händchen meiner künftigen Schwiegermutter zu halten (unter anderem den Abiball meiner alten Schule, worauf ich mich echt gefreut hatte..seit ca. einem Jahr). Aber die Frau kann nichts dafür, dass es so ist, sie hat sich das ja nicht ausgesucht. Also sollte man ihr auch keine Vorwürfe machen und ihr nicht das Gefühl geben, dass man keinen Bock darauf hat. Ich muss zugeben, bis vor einer Woche habe ich sehr versucht, mich von dieser ganzen Geschichte zu distanzieren. Natürlich war ich bei Svens Mutter, habe mich mit ihr unterhalten, mich erkundigt, wie es ihr geht und so. Aber ich habe emotional versucht, diese ganze Krebsgeschichte nicht an mich heran zu lassen. Hab einen kühlen Kopf behalten und so. "Du hattest dein Drama schon", habe ich mir gesagt, "Das überlebst du kein zweites Mal". Das mag auch sein. Aber letzte Woche ist mir klar geworden, dass ich mich da nicht so einfach rausziehen kann. Zu meinem eigenen Schutz halte ich emotional immer noch so viel Abstand dazu, wie ich kann, weil falls diese Geschichte schlecht endet weiß ich wirklich nicht, ob ich das ein zweites Mal überleben würde. Fürs Protokoll, ich glaube nicht daran, dass das schlecht endet, im Gegenteil, ich bin sogar sehr optimistisch. Aber man darf eben nicht außer Betracht lassen, dass Krebs eben ein Arschloch ist. Aber zurück zum Thema. Letztes Wochenende habe ich etwas mehr Zeit mit Sven und seiner Mutter verbracht, ich war den ganzen Samstagabend da und bin Sonntag Nachmittag auch nochmal auf einen Kaffee vorbei gekommen. Erstens waren alle irgendwie total erfreut von meiner Anwesenheit und zweitens konnte ich mich nicht mehr vor dem ganzen Ausmaß der Situation entziehen. Ich durfte mit eigenen Augen sehen, wie Svens Stiefvater vollkommen überfordert ausgerastet ist. Wie Svens Mutter in egal welcher Situation nur noch über Krebs redet, es gibt in ihrer Anwesenheit wirklich gar kein anderes Thema mehr, was natürlich alle Leute, denen das nahe geht, absolut wahnsinnig macht. Und da ich zur Abwechslung mal voll im Bilde war, konnte sich Sven so richtig darüber auskotzen, als wir wieder in Bonn waren am Sonntag Abend. Sonst kann ich nicht immer alles 100%ig nachvollziehen, was er mir erzählt, aber da ich dieses Mal das ganze Ausmaß der Situation gesehen habe, konnte ich das dieses Mal eben doch. Und am Ende von diesem Wochenende wusste ich dann, dass mich nicht so davon distanzieren kann, wie ich es gerne hätte. Also doch, ich könnte, aber das erscheint mir nicht mehr richtig. Ja, ich hatte mein Drama schon, aber jetzt bekomme ich eben noch eins, wenn es soweit kommen sollte.
Ich wollte doch einfach mal ein Semester schaffen ohne dass irgendwas passiert. Ohne dass jemand erschossen wird, ohne Angstattacken von meinem Freund, ohne dass sich irgendwer vor nen Zug schmeißt, ohne dass jemand Krebs bekommt. Aber irgendwas ist anscheinend immer. Hört das jemals auf? Ich glaube es mittlerweile nicht mehr, es gibt immer etwas, womit man dealen muss. Das ist wirklich zum kotzen, aber was soll ich machen? Gut, das war mein Wort zum (fast) Sonntag. Ich wünsche euch noch ein schönes Restwochenende, eine erfolgreiche Woche und ich hoffe, wir hören uns nächstes Wochenende wieder. Bis dann ihr Lieben!
So und um nochmal über das zweite Thema, was neben der Uni gerade mein Leben bestimmt zurückzugreifen. Svens Mutter hat vor zwei Tagen wieder mit der Chemo begonnen. Diesmal ging es zum Glück gut, auch wenn ich von der Idee einer neuen Chemo noch nicht wirklich überzeugt bin. Psychisch geht es der Frau aber gar nicht gut. Sie ist immer noch in der Psychiatrie und kommt am Wochenende nach hause. Da Svens Stiefvater samstags arbeiten muss, dürfen wir bzw. da sich Krankheit und Chemo nicht gut verträgt momentan nur Sven, bei ihr bleiben, da sie absolut nicht mehr alleine sein kann. Die Formulierung von Svens Stiefvater (vor den Augen seiner Frau) war besonders nett: "Ihr könnt euer Privatleben für die nächsten 12 Wochen in die Tonne kloppen". Also erstens entscheide immer noch ICH über MEIN Privatleben und zweitens, was für ein Hurensohn muss man eigentlich sein? Svens Mutter war so deprimiert danach, weil sie jetzt natürlich das Gefühl hat, für alle nur eine Belastung zu sein. So hätte sich glaube ich jeder nach dieser Aussage gefühlt. Natürlich ist es eine Belastung für alle Beteiligten, wenn jemand nicht mehr in der Lage ist 2 Stunden alleine zu sein. Ich hatte sowohl letzten Samstag, als auch diese Woche andere Sachen geplant als das Händchen meiner künftigen Schwiegermutter zu halten (unter anderem den Abiball meiner alten Schule, worauf ich mich echt gefreut hatte..seit ca. einem Jahr). Aber die Frau kann nichts dafür, dass es so ist, sie hat sich das ja nicht ausgesucht. Also sollte man ihr auch keine Vorwürfe machen und ihr nicht das Gefühl geben, dass man keinen Bock darauf hat. Ich muss zugeben, bis vor einer Woche habe ich sehr versucht, mich von dieser ganzen Geschichte zu distanzieren. Natürlich war ich bei Svens Mutter, habe mich mit ihr unterhalten, mich erkundigt, wie es ihr geht und so. Aber ich habe emotional versucht, diese ganze Krebsgeschichte nicht an mich heran zu lassen. Hab einen kühlen Kopf behalten und so. "Du hattest dein Drama schon", habe ich mir gesagt, "Das überlebst du kein zweites Mal". Das mag auch sein. Aber letzte Woche ist mir klar geworden, dass ich mich da nicht so einfach rausziehen kann. Zu meinem eigenen Schutz halte ich emotional immer noch so viel Abstand dazu, wie ich kann, weil falls diese Geschichte schlecht endet weiß ich wirklich nicht, ob ich das ein zweites Mal überleben würde. Fürs Protokoll, ich glaube nicht daran, dass das schlecht endet, im Gegenteil, ich bin sogar sehr optimistisch. Aber man darf eben nicht außer Betracht lassen, dass Krebs eben ein Arschloch ist. Aber zurück zum Thema. Letztes Wochenende habe ich etwas mehr Zeit mit Sven und seiner Mutter verbracht, ich war den ganzen Samstagabend da und bin Sonntag Nachmittag auch nochmal auf einen Kaffee vorbei gekommen. Erstens waren alle irgendwie total erfreut von meiner Anwesenheit und zweitens konnte ich mich nicht mehr vor dem ganzen Ausmaß der Situation entziehen. Ich durfte mit eigenen Augen sehen, wie Svens Stiefvater vollkommen überfordert ausgerastet ist. Wie Svens Mutter in egal welcher Situation nur noch über Krebs redet, es gibt in ihrer Anwesenheit wirklich gar kein anderes Thema mehr, was natürlich alle Leute, denen das nahe geht, absolut wahnsinnig macht. Und da ich zur Abwechslung mal voll im Bilde war, konnte sich Sven so richtig darüber auskotzen, als wir wieder in Bonn waren am Sonntag Abend. Sonst kann ich nicht immer alles 100%ig nachvollziehen, was er mir erzählt, aber da ich dieses Mal das ganze Ausmaß der Situation gesehen habe, konnte ich das dieses Mal eben doch. Und am Ende von diesem Wochenende wusste ich dann, dass mich nicht so davon distanzieren kann, wie ich es gerne hätte. Also doch, ich könnte, aber das erscheint mir nicht mehr richtig. Ja, ich hatte mein Drama schon, aber jetzt bekomme ich eben noch eins, wenn es soweit kommen sollte.
Ich wollte doch einfach mal ein Semester schaffen ohne dass irgendwas passiert. Ohne dass jemand erschossen wird, ohne Angstattacken von meinem Freund, ohne dass sich irgendwer vor nen Zug schmeißt, ohne dass jemand Krebs bekommt. Aber irgendwas ist anscheinend immer. Hört das jemals auf? Ich glaube es mittlerweile nicht mehr, es gibt immer etwas, womit man dealen muss. Das ist wirklich zum kotzen, aber was soll ich machen? Gut, das war mein Wort zum (fast) Sonntag. Ich wünsche euch noch ein schönes Restwochenende, eine erfolgreiche Woche und ich hoffe, wir hören uns nächstes Wochenende wieder. Bis dann ihr Lieben!
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