Mittwoch, 22. August 2018

Hallo meine Lieben. Shit, bis ich mit dem Post fertig bin ist vermutlich schon Mittwoch. Aber egal, ich wollte mich nochmal melden, wenn auch 2, oder mittlerweile 3 Tage verspätet. Tatsächlich habe ich in der vergangenen Woche mal was mit mir angefangen :D. Ich hab mich mit einer Freundin, Sven und Svens besten Freund abends getroffen und ein paar Bierchen getrunken. Wir haben uns auf den Spielplatz hinter der Kirche gechillt und hatten einen sehr schönen Abend zusammen. Das habe ich schon viel zu lange nicht mehr gemacht: Mit Freunden nach draußen setzen und dabei was trinken. Das finde ich persönlich viel schöner als in einen Club zu gehen oder sowas. Es ist so ungezwungen, mit ruhiger Atmosphäre. Außerdem habe ich mir mal wieder Zeit genommen, um etwas zu lesen, auch das habe ich ewig nicht mehr gemacht. Dann habe ich einen Filme-Tag mit mir selbst auf der Couch verbracht, auch das tat super gut. Ich war im örtlichen  Rossmann und habe mir ein paar neue Pflegeprodukte gekauft und versuche halt momentan einfach mal ein paar Sachen zu machen, die mich entspannen. Ich nehme mir bewusst Zeit dafür. Und es funktioniert, zumindest zeitweise. Vor einer Woche war es noch ganz schlimm, mich hat alles runtergezogen, ich war nur noch angespannt und unruhig, bin wegen jeder Kleinigkeit völlig ausgeflippt. Und nachdem ich dann am Mittwoch Nachmittag vollkommen aufgelöst vor dem Spiegel stand, da ich fast einen Nervenzusammenbruch hatte, nachdem mein Friseur meine Haare 5cm abgeschnitten hat, da ich Spliss hatte, habe ich mir selbst gesagt "es reicht". Und ja, am nächsten Tag habe ich dann angefangen, mich um mich selbst zu kümmern. Und es hat mir geholfen. Und wenn ich jetzt morgens vor dem Spiegel stehe und traurig bin, weil meine Haare ja so furchtbar aussehen, weil sie ein Stückchen kürzer sind, dann nehme ich mir Haarklammern und mache mir eine Frisur, die mir besser gefällt. Schminke mich und ziehe mir meine Lieblingsklamotten an. Oder wenn ich das Gefühl habe, ich bin noch nicht bereit nach draußen zu gehen um einzukaufen oder sonst was zu tun, dann ziehe ich mir etwas flauschiges an, nehme mir einen Schokoriegel, mache mir Tee oder Kaffee (je nachdem was ich gerade besser brauchen kann) und lege mich aufs Sofa, mache einen Film an oder nehme mir ein Buch. Dann war ich eben 5 Stunden später im Supermarkt als sonst, na und? Ich bin niemandem eine Rechenschaft darüber schuldig, was ich wann wie mache, oder eben nicht.
Ihr denkt wahrscheinlich gerade, ich hätte den Verstand verloren, oder? Jedenfalls fühle ich mich so, während ich den Text schreibe. Ich schaffe es irgendwie gerade nicht, das auszudrücken was ich möchte.
Da mein letzer Post sich fast nur mit dem Thema Studium oder Ausbildung beschäftigt hat, will ich da heute mal nicht allzu sehr drauf eingehen. Wahrscheinlich kann ich mich am Donnerstag mit der Frau aus der Klinik treffen, sie hat Svens Mutter aber schon gesagt, dass ich aufgrund meiner psychischen Probleme eigentlich keinen Nachteil haben sollte, das klingt doch schonmal gut, oder? Ich hoffe, ich bin nach Donnerstag wieder ein bisschen schlauer, ich freue mich auf jeden Fall auf das Gespräch.
Ansonsten weiß ich gar nicht so recht, worüber ich schreiben will. Ich bin zwar die meiste Zeit "beschäftigt", aber wirklich was nennenswertes tue ich eben nicht. Ich gehe einkaufen, lese was, treffe mich mit Sven, sehe Filme, gehe Inliner fahren, koche, mache sonstigen Haushalt, gehe mit meinem Vater ne Runde um den See. Sowas halt, nichts nennenswertes. Außerdem versuche ich gerade sowas wie einen geregelten Schlafrhythmus zu entwickeln. Da bin ich aber noch unentschlossen. An manchen Tagen liege ich bis 11 im Bett und bin vollkommen glücklich damit 10 Stunden im Bett gelegen und entspannt zu haben. An anderen Tagen hingegen freue ich mich, wenn ich um halb 9 (für mich richtig früh am morgen) nach 7 Stunden Schlaf aufstehe und morgens bereits viel geschafft bekomme. Aber eigentlich entscheide nicht ich, was von beidem der Fall ist, sondern meine Nachbarn. Wenn gerade mal wieder jemand meint, seinen Balkon komplett neu machen zu müssen, dann kann ich nach 8 sowieso nicht mehr schlafen. Vielleicht versuche ich dann mir einzureden, dass ich jetzt sooo viel Zeit habe, um nicht ganz so angepisst zu sein. Naja, früh aufzustehen ist nicht gerade meine Stärke, wie man vielleicht merkt. Wobei, nein, es hat eigentlich nichts mit der Uhrzeit am morgen zu tun, sondern mehr mit meiner Schlafenszeit. Ich bleibe einfach gerne lange auf, brauche aber auch meine 8 Stunden Schlaf, um fit zu sein. Das hab ich von meiner Mutter, die brauchte auch immer so viel Schlaf. Mein Vater schläft selbst am Wochenende selten mehr als 6 Stunden, das reicht ihm. Tja, und ich bleibe lange wach, schlafe viel und bin dann dazu richtig krass geräuschempfindlich, das passt nicht zusammen. Naja, das was ich hier labere passt auch alles nicht ordentlich zusammen, von daher. Ich werde jetzt mal die Klappe halten, bevor ich noch mehr von diesem Mist hier produziere :D. Bis dann ihr Lieben.

Samstag, 11. August 2018

Hallo meine Lieben. Irgendwie kommt es mir so vor, als wäre mein letzter Post Wochen her, dabei habe ich mich doch letzte Woche noch gemeldet. Irgendwie ist seitdem furchtbar viel passiert, aber irgendwie auch nicht. Hmm, wo fange ich an? Also erstmal etwas erfreuliches: Gestern habe ich noch das Ergebnis von einer Klausur, die ich vor etwa 4 Wochen geschrieben habe bekommen uuuuund ich habe tatsächlich bestanden. Nachdem ich nur Nachrichten von verschissenen Klausuren bekommen habe, habe ich damit wirklich nicht mehr gerechnet. Dann habe ich vorgestern die erste Nachprüfung geschrieben, die lief glaube ich ganz passabel. Ich habe noch kein Ergebnis, aber vielleicht bestehe ich diese Klausur ja auch noch. Die nächste Prüfung ist erst am 17. September glaube ich, das heißt ich werde so in zwei Wochen wieder mit dem Lernen anfangen. Ehrlich gesagt kam mir der Gedanke eine Ausbildung anzufangen bis vor zwei Tagen immer attraktiver vor. Die Nachricht, dass ich doch mal irgendwas in der Uni geschafft habe, bringt das natürlich wieder ins Wankeln. Ich will mich nicht über eine bestandene Klausur beschweren, um Gottes Willen! Aber die Entscheidung ist schon sehr schwer. Ich habe es für mich jetzt so geregelt: Ich werde die Nachprüfungen auf jeden Fall ernst nehmen und mein Bestes geben. Wenn ich alle Ergebnisse habe, werde ich dann mal schauen. Wenn ich wieder durch alles durchgerasselt bin, wäre die einzig richtige Entscheidung die Uni zu verlassen und mir eine Ausbildung zu suchen. Wenn ich hingegen doch noch alles bestehen sollte wäre es ja dumm nicht weiter zu machen. Und bei gemischten Ergebnissen muss ich eben nochmal in mich gehen und, so dämlich das klingt, pro und contra Listen machen, alles mal auf einen Blick überschauen, meinen Vater einweihen und vielleicht mal seine Meinung hören, oder Freunden die Situation schildern und vielleicht von ihnen Tipps beikommen. Nächstes Semester bleibe ich sowieso noch in der Uni eingeschrieben, ich muss nämlich den Semesterbeitrag bezahlen, bevor ich meine Ergebnisse habe. Aber wenn ich mich zu einem Studienabbruch entscheide kann ich ja trotzdem nochmal ein Semester ohne Pflichten usw. die Vorlesungen besuchen, die mich wirklich reizen, z.B. weitere Mastermodule. Außerdem wird das Bahnticket bestimmt auch noch nützlich sein. In der Klinik, in der ich eine Ausbildung machen wollen würde bietet auch zum 1.4. jeden Jahres Ausbildungsplätze an, das heißt ich hätte genug Zeit um meine Wohnung zu kündigen, mich um den Auszug zu kümmern, nach einer neues Wohnung wieder in der Nähe der Heimat zu suchen, im besten Fall vor Ausbildungsbeginn dort einzuziehen und so weiter und so fort. Selbst wenn ich mir zu Beginn des neuen Semesters noch unsicher bin, werde ich trotzdem Bewerbungen verschicken, mal sehen, ob ich einen Ausbildungsplatz angeboten bekomme. Dann habe ich auf jeden Fall etwas in der Hand, falls ich mich nachträglich noch zu einem Studienabbruch entscheiden würde.
Außerdem arbeitet eine Freundin von Svens Mutter auch in der Klink, die mich interessiert. Mit der werde ich mich in nächster Zeit mal treffen, dann kann sie mir sagen, ob ich Chancen hätte, dort arbeiten zu dürfen, was mich so erwartet und so weiter. Ich mag die Frau zwar persönlich nicht, aber wenn man die Chance hat mit jemandem aus erster Hand zu reden, dann sollte man diese nutzen, das Gespräch kann nur eine Bereicherung für mich sein.
Sven hat sich nebenbei bereits endgültig dazu entschieden, sich eine Ausbildung zu suchen. Er will sich bei der Bank und beim Finanzamt und sowas bewerben. Ich bewundere es, dass er den Mut zu dieser Entscheidung hatte. Aber es klingt so schön, nicht mehr zu studieren. Sven und ich könnten wieder in die Nähe von unseren Eltern ziehen und wir hätten vielleicht endlich mal ein gesundes Verhältnis zu diesen. Wenn wir beide eine Ausbildung machen würden, würden wir auch mehr Geld haben und könnten ab und zu tatsächlich mal was unternehmen, uns sogar ein eigenes Auto leisten. Als Krankenschwester, in egal welcher Einrichtung, hätte ich zwar Schichtarbeit, doch außer mit einer Frühschicht morgens um 6 hätte ich auch damit kein Problem. Ich würde es sogar sehr begrüßen festgelegte Arbeitszeiten zu haben, egal ob abends oder nachts oder wann auch immer, Hauptsache ich muss dann nach Feierabend nichts mehr machen. Nicht nach einem 10 Stunden Tag noch zu hause sitzen und 8 Stunden lernen und Hausaufgaben machen. Klar muss man sowas für die Berufsschule auch machen, aber mit sowas hatte ich zu Schulzeiten auch keine Probleme, das ist ja nicht mit der Uni zu vergleichen. Ich hätte endlich wieder die Möglichkeit Freunde regelmäßiger zu sehen, abends mal auszugehen, wenn ich am nächsten Tag frei habe. Ich hätte vielleicht sogar wieder Zeit für ein Hobby. Meine Gitarre habe ich zum Beispiel dieses Jahr noch nicht ein Mal angefasst. Und wenn ich mich von der Astronomie nicht ganz verabschieden möchte, kann ich mir in ein paar Jahren eine Hobbyastronomen Ausrüstung zulegen, vielleicht einem Verein dazu beitreten, mit einem Teleskop und einer Kamera bewaffnet in die Berge fahren. Das klingt alles so schön! Selbst wenn ich jetzt noch alle Klausuren bestehen sollte und an der Uni bleibe, ich hätte trotzdem auf unbestimmte Zeit (und das bedeutet JAHRE) kein Privatleben, keine Zeit für Freunde oder Hobbies, kein Geld. Der Leistungsdruck und der Anspruch, den die Uni an mich stellt, werden dadurch ja nicht besser. Ich glaube nicht, dass ich das noch weiterhin so möchte.
Wenn ich das so lese dann frage ich mich wirklich, warum ich überhaupt noch nachdenke, dieser Text schreit mich ja förmlich an: SCHEISS AUF DIE UNI UND MACH NE AUSBILDUNG!!! So einfach wie es scheint ist es dann aber doch nicht. Es war immer mein Traum Astrophysik zu studieren, bla bla. Nachdem man schon 4 Semester geschafft hat möchte man natürlich auch nicht einfach so alles hinschmeißen, nur weil es gerade mal nicht läuft. Außerdem haben einige Leute Geld investiert, damit Sven und ich studieren können, die möchte ich bei so einer Überlegung natürlich auch nicht außen vor lassen.
Hach, ich hoffe ich kann bald mit der Frau aus der Klink sprechen. Wenn die mir nämlich sagt, dass ich aufgrund von meinen Narben oder sonstigen psychischen Erkrankungen nicht dort arbeiten dürfte, dann hätte sich das Thema sowieso erledigt. Das ist ehrlich gesagt die einzige Alternative die ich habe, mit der ich mich anfreunden könnte. Wenn die wegfällt muss ich wohl oder übel beim Studium bleiben oder mir ganz schnell etwas anderes ausdenken.
Nebenbei habe ich gestern mal wieder versucht zur Blutspende zu gehen. Ich durfte natürlich schon wieder nicht spenden. Nach knapp 3 Jahren habe ich gedacht, ich versuche es mal wieder. Falls sich noch wer erinnert, bei meinem ersten Versuch wurde ich aufs Schlimmste diskiminiert und von der Ärztin richtig fertig gemacht, ich war diesbezüglich richtig traumatisiert. Gestern bin ich, mit langen Klamotten bekleidet, tatsächlich so weit gekommen, dass mein Blutdruck und mein Puls okay waren, trotz enormer Angst. Doch dann bin ich im letzten Moment abgewiesen worden, weil ich eine Körpertemperatur von 37,9, bzw 37,8 nach dem zweiten Messen hatte. Nein, ich bin/war/werde nicht krank, mir war einfach nur scheiße warm, weil ich eine lange Jeans und ein langärmliges Shirt tragen musste, da man mich ja ansonsten aufgrund von mittlerweile tatsächlich uralten Narben diskriminieren würde! Es ist zum kotzen. Ob ich in meinem Leben jemals blutspenden darf? Ich schätze nicht. Ich wurde bisher 2 Mal wegen meiner Narben, einmal wegen zu hohem Blutdrucks und einmal wegen zu hoher Körpertemperatur abgewiesen. So dringend brauchen sie anscheinend doch kein Blut. Vielleicht wundern sich einige von euch, dass ich versuche so ein sozialer Mensch zu sein, der blutspenden geht :D. Tatsächlich habe ich auch einen Organspendeausweis und bin bei der DKMS registriert. Das sind so einfache Wege um anderen Menschen zu helfen, ihnen vielleicht sogar eine zweite Chance aufs Leben zu geben. Meiner Meinung nach sollte jeder Mensch, der gesundheitlich dazu in der Lage ist, das machen. Gut, ich habe bisher weder Knochenmark noch Blut gespendet, aber das liegt nicht daran, dass ich nicht will. Naja, vielleicht bekomme ich ja irgendwann nochmal die Chance dazu. Ich werde es auf jeden Fall weiterhin versuchen.
Gut, in diesem Sinne wünsche ich euch noch ein schönes Wochenende, wir hören uns in einer Woche, bis dann!

Freitag, 3. August 2018

Woop woop, endlich Wochenende meine Lieben. Naja, für mich ist momentan jeder Tag Wochenende, denn ich hab Ferien :D. Hätte ich zumindest, wenn ich nicht all meine Prüfungen verschissen hätte und deshalb wieder voll im Lernstress bin. Ich spoiler euch mal direkt: Es geht mir nicht besser als bei meinem letzten Post. Es gerade irgendwie so...konstant scheiße sag ich mal. Ich bin gerade irgendwie zu faul meinen letzten Post nochmal komplett zu lesen, deshalb hab ich nicht mehr ganz auf dem Schirm, was ich exakt geschrieben habe. Auf jeden Fall ist alles beim alten: Identitätskrise, depressiv, suizidal, aber immerhin auch weiterhin keine Selbstverletzung, yay. Wenigstens ein Erfolg den ich zu verzeichnen habe. Ich versuche, so gut ich kann für meine Nachprüfung nächste Woche zu lernen, aber es fällt mir sehr schwer konzentriert zu bleiben. Ihr wisst schon, wenig Schlaf, innere Anspannung, unruhig aber gleichzeitig total antriebslos. Alles zum kotzen, wie gesagt. Wenn ich mir nicht gerade selbst vormache, ich würde lernen, dann suche ich weiter nach einer Alternative zu meinem Studium. Bin allerdings noch immer nicht fündig geworden. Ich habe mich einer alten Idee, psychiatirsche Krankenschwester zu werden, wieder angenommen, aber auch in dieser Ausbildung gäbe es so viel, was  mich auch da wieder stören würde. In der Ausbildung muss man zum Beispiel auch in einem normalen Krankenhaus arbeiten, das erscheint für jemanden mit einer Krankheitsphobie ziemlich unmöglich. Auch weiß ich immer noch nicht, ob ich mit meiner psychischen Vorgeschichte überhaupt in diesem Beruf tätig werden dürfte. Ach Leute, was mache ich nur mit meinem Leben? Ich habe das Gefühl alle um mich herum bewegen sich vorwärts nur ich bleibe auf der Stelle stehen, obwohl ich mich fühle, als sei ich schon Kilometer weit gesprintet. Ich habe mich gestern mit meinem alten Biolehrer und ein paar Leuten aus dem Bio Lk getroffen. Die kommen alle mit ihrem Studium zurecht oder haben zumindest beim zweiten Anlauf etwas passendes gefunden. Sogar mein Biolehrer hatte super Nachrichten: Er wird nächste Woche heiraten und erwartet ein Kind von seiner zukünftigen Frau. Er wird nebenbei bemerkt ein super cooler Papa sein :D. Als ich in der 11. Klasse Nachhilfe in der Sek. 1 gegeben habe, wollte jede Klasse bei ihm Unterricht haben, mit seiner eigenen Klasse hat er immer richtig coole Sachen gemacht, wie auf dem örtlichen Mittelaltermarkt ein Zelt und Verkleidungen für die Kinder zu besorgen, wodurch sie ihre Klassenkasse aufbessern konnten. Naja, ich habe mich auf jeden Fall sehr für ihn gefreut, als er die Neuigkeiten verkündet hat. Das war aber glaube ich auch schon das einzige, was ich diese Woche unternommen habe. Ich würde gerne etwas unternehmen, um mal auf andere Gedanken zu kommen, aber ich könnte mir gerade nicht mal ein Ticket fürs Schwimmbad leisten. Die örtlichen Badeseen sind wegen Brandgefahr geschlossen, das heißt für die nächste Schwimmmöglichkeit müsste ich mindestens 20km fahren und da ist es dann vermutlich so brechend voll, dass ich auch keine Lust mehr habe. Und was soll man bei dem Wetter sonst noch unternehmen? Ich schwitze schon während ich am Schreibtisch sitze und die paar Tasten hier drücke :D. In die Skihalle würde ich jetzt gerne fahren, aber das kann ich mir erst recht nicht leisten. Noch ein Grund, warum ich mit dem Studieren aufhören sollte: Ich bin es leid arm zu sein, ich möchte endlich selbst Geld verdienen und das Gefühl haben, im Leben voran zu kommen. Aaaaargh! Was soll ich nur machen? Aufgrund meiner momentanen Krise steht mir der Sinn gerade total nach Veränderung. Zum Beispiel habe ich über Bock mir die Haare schneiden zu lassen und sie in der Farbe Lavender zu färben. Da ich aber weiß, dass ich das nur will, weil ich momentan mit meinem Leben im Ganzen unzufrieden bin und eine andere Haarfarbe daran nichts ändern würde, werde ich mir nicht ohne nachzudenken Blondierung und neue Farbe auf den Kopf klatschen. Vielleicht würde ich mich dann für zwei Tage oder so besser fühlen, doch mein Problem würde das nicht lösen. Im schlimmsten Fall wäre ich nach einer Woche mit der neuen Farbe unzufrieden und würde mich noch schlechter fühlen :D.
Irgendwie scheint es mir gerade so, dass ich auf irgendetwas warten würde, von dem ich nicht weiß, wann es kommt. Als müsste ich nur die Zeit bis dahin irgendwie überbrückt bekommen. Natürlich weiß ich auch hier was Sache ist. Ich warte darauf, dass irgendwer zu mir kommt, meine Hand nimmt und mich auf einen neuen Weg führt, mit dem ich glücklicher bin, als mit meinem jetzigen. Doch das wird natürlich nicht passieren. Erstens, weil ich das selbst in die Hand nehmen muss, wenn ich wirklich eine Veränderung möchte und zweitens, weil außer meinem Freund und einer Hand voll Leuten die das hier lesen niemand darüber Bescheid weiß, was gerade abgeht. Wenn Familie oder Bekannte oder so fragen, dann läuft alles gut, Studium ist zwar schwer aber ich komme schon klar. Vielleicht sollte ich mal mit jemandem außer meinem Freund und einen Computerbildschirm reden. Vor nem halben Jahr hätte ich mich vielleicht noch mit Svens Mutter darüber unterhalten, weil sie tatsächlich hin und wieder ziemlich gute Tipps geben konnte. Und wenn sie selbst keine Ahnung hatte, dann kannte sie jemanden, der sie hatte. Aber seit der Krebsdiagnose gibt es kein anderes Thema mehr als Krebs. Wenn man ihr irgendwas erzählt, dann ist sie dermaßen teilnahmlos und guckt dich an, zuckt mit den Schultern als wolle sie sagen "Hallo? Ich hab Krebs und du beschwerst dich über solche Belanglosigkeiten". So kommt es mir zumindest vor. Nebenbei, falls es wen interessiert, der Tumor ist bereits über einen Zentimeter geschrumpft, wenn es so weitergeht sieht es echt gut aus!
Naja, ich warte jetzt erstmal noch die Klausur am Donnerstag ab, lerne dafür und dann nehme ich mir mal 2 Wochen oder so unifrei. Kein Lernen, kein Informieren oder sonst irgendwas, was mit der Uni zu tun hat. Die wird dann einfach mal pausiert. Wenn ich mich dazu aufraffen kann werde ich mal schauen, ob ich mich nicht mal wieder mit irgendwem treffe, oder mit Sven was unternehme. Zu konkreten Plänen solcher Art kann ich euch hoffentlich nächste Woche mehr sagen. Ich wünsche euch auf jeden Fall ein schönes Wochenende! Bis dann.