Hallo Leute. Ja ich weiß, ich habe mich noch nie so lange nicht gemeldet und das tut mir sehr Leid. Die letzten Monate waren echt hart für mich, das Studium nimmt mich sehr mit, was ich sehr schade finde. Am 10. Februar hatte ich die letzte Vorlesung. Dann habe ich erstmal Klausuren geschrieben und stundenlang an meinem EDV-Bericht geschrieben. Den habe ich dann zum Glück auch bestanden. Meine Astronomie Klausur habe ich mit 2,3 ebenfalls bestanden, aber am Donnerstag nehme ich nochmal an der Nachprüfung teil, um eventuell meine Note noch zu verbessern. Mathe habe ich auch bestanden. Also erst nicht, aber dann musste die Punktzahl, die zum bestehen notwenidig war, runtergesetzt werden, weil zu wenige bestanden hatten, und dadurch habe ich dann auch noch bestanden. Physik selbst habe ich leider verkackt. Am Dienstag hatte ich noch an der Nachschreibeklausur teilgenommen, aber da bin ich leider auch durchgefallen, aber immerhin habe ich mich etwas verbessert im Vergleich zum ersten Versuch. Also war ich bis Dienstag nur mit lernen beschäftigt. Und nebenbei war im Januar der 6. Todestag meiner Mutter. Der Tag selbst war erstaunlich okay, dafür habe ich eine Woche später angefangen, mich richtig scheiße zu fühlen und konnte erst an nichts anderes mehr denken. Auch als ich es geschafft habe, das ganze wieder zu verdrängen, habe ich mich trotzdem nicht besser gefühlt. Ich gebe mein Bestes um mein Leben ganz normal weiterzuführen, aber die Wahrheit ist, ich wünsche mir jeden Tag mehr ich wäre tot. Ich hatte so lange keine ernsthaften Selbstmordgedanken mehr, ich will auch eigentlich jetzt nicht sterben, aber ich halte das kaum noch aus. Ich kiffe seit Monaten jeden Abend, damit ich wenigstens ein paar Stunden Ruhe vor mir selbst habe und schlafen kann, es ist, als wäre das die einzige Möglichkeit, mein Gehirn auf Pause zu stellen.
In den letzten Wochen ist es noch schlimmer, weil es meinem Freund psychisch auch nicht so gut geht. Warum ist für euch nicht so wichtig, aber es macht mich fertig, weil ich ihm kaum helfen kann und mich das irgendwie überfordert, ich fühle mich so hilflos. Seit Dienstag ist Sven bei seiner Mutter, er wollte eine Woche dort wohnen. Das weiß ich schon länger, aber ich war am Anfang echt sauer, weil er das nicht mit mir abgesprochen hat, aber ich hatte nichts gesagt und gehofft, dass das bis zu den Ferien wieder vergessen ist. War es aber nicht. Dementsprechend traurig war ich, mein Freund und ich haben uns deshalb sogar gestritten und ich habe ihm vorgeworfen, dass es ihm von Anfang an klar war, dass ich am Boden zerstört sein würde, wenn ich alleine bin und dass er es einfach in Kauf genommen hat. Aber ich habe keine Lust mehr mich deshalb zu streiten, dabei kommt eh nur raus, dass ich daran arbeiten muss, auch mal alleine zu sein. Wenn mein Freund sich vielleicht mal über das Borderline-Syndrom erkundigen würde, wüsste er vielleicht, dass das nicht so einfach möglich ist, aber gut, davon wollte er noch nie was wissen, man kann sich ja nicht immer mit seiner Krankheit entschuldigen. Aber ich bin eben krank, das habe ich mir auch nicht ausgesucht, ich wäre froh, wenn ich nicht so klammern würde und ich weiß auch, wie scheiße das für unsere Beziehung ist. Aber ich kann die Krankheit auch nicht einfach wegzaubern, wenn ich es könnte, würde ich es sofort machen.
Heute war es am schlimmsten. Meinem Freund ging es richtig mies, wegen etwas, was wir gestern Abend gemacht haben. Ich habe im Internet recherchiert und naturwissenschaftliche Argumente gebracht, warum er sich keine Sorgen machen muss, aber egal was ich gesagt oder gemacht habe, ich konnte ihn nicht beruhigen. So gegen halb 8 musste ich aber zu meinem Vater fahren, mein Freund ist bei seiner Mutter geblieben. Ich wollte ihn gar nicht alleine lassen, aber er hat versprochen sich zu melden, wenn was ist. Dann habe ich ihn eben gefragt, wie es ihm so geht. Es freut mich, dass es ihm besser geht, aber es hat mich so wütend gemacht. Er hat mit seiner Mutter geredet und das war wohl so befreiend. Ist ja nicht so, dass er mit mir jeden Tag drüber redet, aber anscheinend ist es bei mir nicht gut genug. Dann hat er sich ihr auch wegen des Problems von gestern Abend anvertraut, und nachdem sie und eine Freundin von ihr gesagt haben, dass das nicht schlimm ist, hat er sich keine Sorgen mehr gemacht. Dass ich heute morgen genau das gleiche gesagt habe, war wohl nichts wert. Naja, jetzt, wo ich nicht da bin kann es ihm ja auch mal gut gehen, da fühle ich mich auch kaum verarscht. Das reden war ja so beruhigend und dann haben sie einen Film geguckt, der ihn gut abgelenkt hat. Freut mich ja wirklich, dass es ihm wieder gut geht, aber warum ist es nichts wert, wenn ich ein paar Stunden vorher und jeden anderen gottverdammten Tag das gleiche mit ihm gemacht habe? Ich habe mir jeden Tag mehrfach das gleiche angehört, damit er drüber reden kann, ich habe ihm Tipps gegeben und versucht, ihn aufzumuntern, habe mir mit ihm zur Ablenkung Serien angeguckt, die ich selbst zum kotzen finde, damit er vielleicht lieber lachen kann. Das ging wochenlang so, und nach einem Abend mit Mama ist alles wieder gut? Ist es da verwerflich dass ich denke "fick dich"?! Ich habe fast die gleichen psychischen Probleme wie seine Mutter und lebe seit Jahren damit, dementsprechend habe tatsächlich auch ein bisschen Ahnung. Aber wenn ich was sage, ist das ja nichts wert und wenn seine Mutter später das gleiche sagt, ist das ja so toll. Klar. Fühlt sich super an. Dann habe ich gerade erfahren, dass er eben erwähnter Freundin von der Mutter von seinen Problemen erzählt hat. Genau diese Frau ist mir bei einer Party mal richtig zu weit gegangen, indem sie mir, als sie total besoffen war, Weisheiten darüber geben wollte, dass ich den Tod meiner Mutter nicht mit ritzen verarbeiten soll. Seitdem genießt diese Frau meine tiefte Verachtung. Und selbst diese Fotze kann meinem Freund besser helfen als ich. Will der mich verarschen? Ich bin so sauer und enttäuscht und keine Ahnung ich hasse mich und mein Leben so sehr und ich würde gerade am liebsten tot umfallen, dann muss ich diesen ganzen Mist nicht mehr ertragen, ich will das nicht mehr, ich bin eh nichts wert, selbst für meinen Freund ist eine praktisch fremde Frau besser als ich, wie soll ich mich denn dann fühlen? Sollte ich ihm deshalb, als ich gefahren bin, versprechen mir nichts anzutun? Ich hätte gerade nämlich wirklich Lust dieses Versprechen zu brechen. Wie kann man nur so ein Arschloch sein? Vielleicht sehe ich das auch gerade zu eingeschränkt und wie gesagt, ich freue mich, dass es ihm besser geht, aber ich fühle mich wie der letzte Müll. Wahrscheinlich bin ich das aber auch einfach. Wäre wohl für ihn auch das beste, wenn ich dafür sorge, dass ich morgen früh nicht mehr aufwache.