Donnerstag, 1. Oktober 2020

 Ein schönen guten Morgen meine Lieben! Ich hoffe euch geht es gut! Ich habe heute Spätdienst und nutze den Morgen, um euch mal wieder auf den neusten Stand zu bringen. Ich fange mal mit meiner Ausbildung an. Nach dem Einsatz auf der Kinderstation hat der Unterricht tatsächlich wieder in der Schule stattgefunden. Ich habe mich so wahnsinnig gefreut jeden Tag meinen Kurs zu sehen, das hätte ich nie gedacht. Der Schulblock hätte von mir aus gerne noch länger gehen können. Umso schlimmer war es für mich, als dieser dann zu Ende war. Seit dem 23.09. bin ich wieder im AKH Viersen, auf einer chirurgisch internistischen Station. Vor dem Einsatz hat es mir sowieso noch gegraut, aber durch die positive Zeit mit meinem Kurs fiel es mir noch schwerer als ich dachte, wieder dorthin zu gehen. Ich war vor ca. einem Jahr schonmal in diesem Krankenhaus eingesetzt. Keine Ahnung ob ich das mal erwähnt habe. Auf jeden Fall war die Zeit dort schrecklich. Jetzt bin ich zwar auf einer anderen Station, kann schon einiges mehr als damals und bin auch in einem angenehmeren Team gelandet, aber trotzdem ist die Somatik einfach nichts für mich. Ich hasse diese Fließbandarbeit, dass sich keine Sau Zeit nimmt für die Patienten, sondern immer schnell schnell schnell. Und sobald dann alle gewaschen sind müssen die Examinierten Pfleger sich dann um den Papierkram machen und nur die Auszubildenden kümmern sich dann um die Patienten. Das ist doch bescheuert. Außerdem bin ich glaube ich einfach zu sensibel für den ruppigen Ton. Ich mag die familiäre Art des Teams in der Psychiatrie, wo Pfleger, Ärzte und Therapeuten enger Zusammenarbeiten als wären sie eben genau das. Ein Team. In der Somatik weiß der eine nicht, was der andere tut und im Zweifel werden immer die Pflegekräfte angeschissen. Der Einsatz dauert noch bis zum 03.11. dann habe ich wieder Schule. Da freue ich mich ganz besonders drauf, weil wir dann die Themen psychische Erkrankungen und sterben haben. Wenn Corona nicht dazwischen funkt fahren wir sogar für 3 Tage auf ein Sterbeseminar. Ich bin sehr gespannt auf den Block und wie gesagt, ich freue mich schon sehr. Bin nur jetzt schon traurig, weil der nur einen Monat lang ist. Danach muss ich wieder zurück auf die Station, auf der ich jetzt bin. 2 Wochen da arbeiten, dann habe ich 2 Wochen Urlaub und dann nochmal einen Monat dahin. Danach ist das AKH Viersen für mich aber auch abgeschlossen. Am 01.02.2021 werde ich frei davon sein. Klingt leider noch ganz schön lange. Aber zum Glück ja mit insgesamt 6-wöchiger Pause dazwischen. 

Jetzt aber genug von der Arbeit. Kommen wir zu einem erfreulicheren Thema: meinem Urlaub. Ende August hatte ich ja 2 Wochen frei. Wie geplant haben wir anstatt einer größeren Reise ein parr kleinere Sachen gemacht. Alex und ich sind einen Tag in die Eifel gefahren, zum Laacher See und waren dort wandern. Es war wirklich schön! Dann sind wir noch für 2 Nächte nach Bad Kreuznach gefahren. Ein sehr schöner Kurort, direkt an der Nahe (das ist ein Fluss). Am ersten Tag sind wir dort direkt wandern gegangen, dort gab es einen Planetenlehrpfad am Flussufer entlang. Die Strecke war wunderschön! Insgesamt sind wir 12km gelaufen. Abends haben wir in der Nähe von unserem Hotel in einem Restaurant gegessen, "Das Brauwerk". Wie der Name schon sagt handelt es sich um eine Brauerei. Das Bier ist köstlich. Es hat mich an die Abschlussfahrt nach Prag erinnert, da waren wir auch mit ein paar Leuten in einer Brauerei. 

Am zweiten Tag haben wir dann einen Ausflug nach Idar-Oberstein gemacht. Sind ins Edelsteinmuseum und in die Edelstein-Erlebniswelt gegangen. Ich war vor 15 Jahren oder so mal mit meinen Eltern in diesem Ort, weil ich schon immer eine Begeisterung für Edelsteine hatte und es war wie eine Zeitreise! Ich habe sogar das ein oder andere Geschäft wiedererkannt. Ursprünglich wollten wir uns dort ein Hotel suchen, aber dort war zum Zeitpunkt der Buchung nichts mehr verfügbar, also sind wir ins 60km entfernte Bad Kreuznach und was soll ich sagen? Diese Fügung des Schicksals war fantastisch. Ich liebe Idar-Oberstein, aber in Bad Kreuznach war es sehr viel idyllischer, was ich sehr genossen habe. Am Tag unserer Abreise sind wir noch bis zum frühen Nachmittag in Bad Kreuznach geblieben, sind noch etwas am Flussufer spazieren gegangen und durch die Fußgängerzone geschlendert. Es tat sehr gut, mal wieder weg zu sein von Zuhause. Ich bin immer froh, wenn unsere Familien uns nicht jederzeit erreichen können. Trotzdem war ich froh, wieder in meinem eigenen Bett schlafen zu können, weil ich in Hotels kaum schlafen kann. Die restliche Zeit des Urlaubs waren wir zuhause. Wir haben den Keller aufgeräumt (was ein 3 Tage Projekt war), ich bin sooft es ging zu den theoretischen Fahrstunden gegangen. Einmal muss ich noch zum Zusatzunterricht für den Motorradführerschein, dann kann ich zur theoretischen Prüfung. Leider findet dieser Zusatzunterricht nur einmal im Monat statt, ich habe also den Im September besucht und warte jetzt auf den im Oktober. Klar, so habe ich Zeit zum lernen, aber trotzdem blöd, weil ich dieses Jahr dann wohl nicht mehr mit Fahrstunden beginnen kann, da die bei unter 8°C nicht mehr stattfinden. Schade, eigentlich wollte ich jetzt mit dem Führerschein fertig sein. Aber Corona hat ja dieses Jahr alles durcheinander gebracht. 

So, die nächsten Neuigkeiten sind, dass mein Freund endlich einen neuen Job gefunden hat! Pünktlich zu seinem 30. Geburtstag letzten Freitag hat er seine Kündigung geschrieben und fängt am 01.11. in einer neuen Firma an. Endlich keine Montagen mehr, keine ungeplanten Überstunden mehr (er darf nämlich selbst entscheiden, wann er welche macht) und dafür auch noch besseres Gehalt. Er bleibt dem Handwerk treu und ist dort als Schreiner in der Produktion von Türen eingestellt worden mit dem Ziel, nach der Einarbeitung die Sonderanfertigungen übernehmen zu können. Ich bin sehr stolz auf ihn, dass er diesen Schritt nun gemacht hat und hoffe, es gefällt ihm dort. Und ich hoffe, dass das etwas Ruhe in unsere Beziehung bringt, auch wenn mein Freund dann wieder arbeitet. 

Jetzt muss ich mal überlegen, was es sonst noch so zu erzählen gibt? Heute sind die beiden Katzendamen Romy und Ruby genau ein Jahr bei uns. Der Kater Bambi hat sich sogar langsam an die beiden gewöhnt. Da die Vorbesitzerin uns ihren Geburtstag nicht genau sagen konnte, haben wir einfach gesagt wir nehmen den 1.10. dafür. Also werden sie heute 8 Jahre alt. 

Meine Therapie läuft auch ganz gut, denke ich. Es haben sich viele neue Dinge aufgetan, die mich sehr aufgewühlt haben und auch wieder viel Arbeit erfordern, aber ich bleibe dran. Ich will es endlich richtig machen, um meine Freiheit zurückzubekommen. Oder überhaupt zum ersten Mal frei davon zu werden? Naja. Meine Therapeutin hat mir einiges an Material gegeben, mit dem ich auch zuhause arbeiten kann, weil es zum Teil manchmal 3 Wochen dauert, bis wir wieder einen Termin zusammen haben, da ich so inkonsistente Arbeitszeiten habe und sie eine Fernbeziehung pflegt, wo sie sooft es geht hinfährt. Aber wir kommen gut zurecht, ich könnte mir keine kompetentere Psychologin vorstellen. Die mein Vorhaben, nach der Ausbildung selber diesen Weg einzuschlagen, übrigens gut heißt, juhu. Ich hatte immer Angst, dass ich aufgrund meiner Vorgeschichte sowieso nicht als Psychologin oder Therapeutin zugelassen werde, aber wenn sie sagt, dass si die Idee gut findet das zu machen, kann es ja so wild nicht sein, dass ich mich selbst in der zweiten Behandlung befinde, oder?

So, jetzt habe ich aber erstmal genug geschrieben. Um auf meine Therapie einzugehen muss ich glaube ich mal einen separaten Post machen, nur darüber, sonst nimmt das ganze hier Überhand. Ich wünsche euch bis zu meinem nächsten Post eine gute Zeit, passt auf euch auf!