Hallo meine Lieben. Es ist also schon wieder ein Monat rum. Ich habe am Sonntag meinen zweiten Einsatz beendet und habe nun erstmal wieder für fünf Wochen Schule. Der Einsatz war mega, die Arbeit hat wirklich viel Spaß gemacht, ich bin mit den Kollegen sehr gut klar gekommen, mir wurde viel Vertrauen entgegen gebracht und ich durfte somit auch viel eigenständig arbeiten, was die Arbeit nochmal cooler gemacht hat. Und ich muss sagen, dass es mir im letzten Monat sehr gut gelungen ist, mich wieder zu fangen. Ich habe sehr viel und ehrlich mit meiner Therapeutin geredet, haben für Situationen vor denen ich Angst hatte Notfallpläne entwickelt, die mir sehr geholfen haben und sie hat mir geholfen, meine Spannungskurve besser nachvollziehen zu können. Ich über mich derzeit sehr im Thema Achtsamkeit, habe mir dafür sogar ein Spannungstagebuch zugelegt wo ich mehrmals täglich dokumentiere auf welchem Level ich bin und was ich für Skills angewendet habe. Ich möchte endlich ein klares Bild davon bekommen, bisher habe ich es immer so wahrgenommen als wäre ich von jetzt auf gleich auf 180. Doch wenn ich mir rückblickend einige kritische Situationen anschaue gab es schon Anzeichen, die ich hätte wahrnehmen müssen, und daran arbeite ich im Moment. Es geht langsam vorwärts, aber es ist so anstrengend die ganze Zeit in sich hinein zu horchen und zu hinterfragen, wie hoch die Anspannung gerade ist. Ich hoffe sehr, dass das etwas weniger auslaugend wird, wenn ich erstmal etwas mehr Übung habe.
Und ein riesiges Erfolgserlebnis hatte ich schon. Ich war wieder mit Alex auf einem Schützenfest, wieder ein Weinball. Ich hatte solche Panik vor diesem Abend, denn ihr wisst ja, was beim letzten Mal passiert ist. Aber ich habe mich an meine Regeln gehalten, habe keinen Wein getrunken, sondern Sekt, den vertrage ich besser. Habe mich auf Leute konzentriert, zu denen ich ein gutes Verhältnis habe. Habe versucht offen zu sagen, wie es mir geht und bin ab und zu an die frische Luft gegangen. Alex war oft mit mir auf der Tanzfläche und wir hatten unglaublich viel Spaß. Ich habe sogar den ganzen Abend neben seinem Bruder gesessen, ohne dass ich ausgetickt bin. Es gab keinen Moment an dem ich besorgt war, dass ich gleich zu viel bekomme, es hat einfach nur total viel Spaß gemacht. Inzwischen kommt mir das vorherige Schützenfest vor als wäre es Ewigkeiten her, zum Glück. Ich komme langsam auf das klar, was da passiert ist und versuche nun die negative Erfahrung, die ich dort machen musste, in etwas positives Umzuwandeln, nämlich die Motivation so etwas nie wieder passieren zu lassen, weil ich mich nie wieder so fühlen möchte und ich nie wieder Leute in meinem Umfeld derart verletzen will. Ich will die verdammte Kontrolle zurück und die hole ich mir jetzt auch.
Zwischen Alex und mir läuft es sehr gut, zumindest aus meiner Sicht. Er schafft es in letzter Zeit echt gut seine Arbeitszeiten zu regulieren, was mir sehr viel Anspannung nimmt. Wir reden viel miteinander und sprechen Dinge offen an, nehmen einander ernst und versuchen für alles Kompromisse zu finden. Sonstige soziale Kontakte habe ich nach wie vor nicht, ich kriege es irgendwie nicht hin so vieles unter einen Hut zu bringen. Aber wie es aussieht habe ich meine Probezeit bestanden, was ziemlich erleichternd ist, also hoffe ich dass ich in nächster Zeit mal wieder etwas mehr Zeit haben werde, um was mit Freunden zu machen.
Naja, ich denke das war erstmal so das wichtigste. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende. Bis dann.