Sonntag, 30. Mai 2021

Tag 30

 Schreibe darüber, was du fühlst wenn du schreibst.


Was ich fühle wenn ich schreibe ist genau das, was ich gerade schreibe. Egal ob auf diesem Block oder wenn ich eine Geschichte in mein Notizheft kritzel, oder ich an meinem Buch schreibe. Ich lege immer Emotionen in das, was ich schreibe. Es ist der ehrlichste Kommunikationsweg, den ich kenne. Wenn ich darüber schreibe, wie zwei Menschen sich streiten, dann kann ich dabei ihre Verletzlichkeit fühlen und bin danach erstmal selbst so aufgewühlt, dass ich erstmal eine rauchen gehe. Wenn ich mit jemandem über ein für mich schwieriges oder schmerzhaftes Thema spreche und nicht mehr weiß, wie ich die richtigen Worte finden soll, mir nicht zutraue, die Wahrheit auszusprechen, dann sage ich meinem Gegenüber "Warte, ich schreib's dir" und dann klappt das viel besser. Oft gehen mir Gedanken so lange nicht aus dem Kopf, bis ich sie niederschreibe. Danach fühle ich mich befreit und kann wieder zu Ruhe kommen. Es ist der einfachste Weg, meine Gefühle rauszulassen, wenn auch manchmal hinter Geschichten verborgen. Das schreiben hilft mir, Dinge zu verarbeiten. Es ist großartig, ein belastendes Ereignis hinter Fiktion ein Stück weit verstecken zu können. Mir macht es große Freude zu schreiben und ich bin immer richtig glücklich, wenn ich viel Zeit dafür habe und es fühlt sich an, wie eine Win-Win Situation, wenn ich bei etwas, das mir Spaß macht, auch noch einiges an Scheiße, die mich belastet, aufarbeiten kann. Bald will ich versuchen, etwas zu veröffentlichen, was ich geschrieben habe. Also nicht im Internet, sondern bei einem richtigen Verlag. Es wäre toll, wenn ich mit dem, was ich schreibe andere Menschen berühren könnte, jemanden mit meinen Worten Trost schenken kann oder das Gefühl, verstanden zu werden. Ich selbst habe es immer als große Bereicherung erlebt, Bücher über meine geliebten Tabu Themen zu lesen, über Selbstverletzung, Essstörungen, Missbrauch und so weiter. Es war erleichternd zu lesen, dass ich nicht den Verstand verloren hatte, sondern, dass es Menschen da draußen gibt, die sich genauso fühlen wie ich. Solche Bücher haben mir geholfen, mich selbst besser zu verstehen und mir dort Sätze der Erklärung zu schenken, wo mir selbst die Worte fehlten. Es wäre mir eine große Ehre, davon etwas an die Welt zurück zu geben und anderen Menschen genauso zu helfen, wie mir geholfen wurde, als ich Trost in den Geschichten von anderen gesucht habe. 

Zu schreiben bedeutet für mich außerdem, die Gefühle, die ich habe besser zu verstehen. Oft weiß ich gar nicht genau, wie ich mich fühle, bis ich gelesen habe, was ich schreibe und dann ergibt vieles plötzlich mehr Sinn. Es ist Therapie. Und gibt mir das Gefühl, mit meinem Verstand etwas sinnvolles anzufangen, denn so blöd das klingt, aber ich lese gerne, was ich geschrieben habe, denn ich kann die Gefühle, die hinter jedem Wort stecken beim lesen wieder fühlen. Es ist wie einen alten Song, den man vor Jahren in einer gewissen Zeit gehört hat, plötzlich wieder zu hören, und wieder genau das zu fühlen, was man beim ersten Mal gefühlt hat, als man den Song bewusst gehört hat. Wenn ich schreibe, und sei es über noch so schlimme Dinge, dann ist das etwas Gutes, denn das bedeutet, dass ich gerade stark genug bin, mich damit auseinander zu setzen, bereit zu sein, daran zu arbeiten. Deshalb liebe ich es zu schreiben, es gibt mir so viel, ich kann Kraft daraus tanken und mir selber helfen, mich weiterzuentwickeln. Es war die beste Entscheidung meines Lebens, mir mein erstes Notizbuch zu kaufen und einfach damit anzufangen.

Samstag, 29. Mai 2021

Tag 29

 Schreibe über deine Ziele in der Zukunft.


Kurzfristige Ziele für mich sind, mein Examen zu bestehen und mit einem neuen Studium zu beginnen. In hoffentlich naher Zukunft heiraten und ein Haus kaufen. Ich möchte weiterhin schnittfrei bleiben und weiter an mir arbeiten, sodass ich irgendwann eine langfristig stabile Zeit genießen kann. Manchmal wünsche ich mir, einfach ein langweilig spießiges Leben führen zu können, doch ich schätze ein Stück weit werde ich immer ein bisschen verrückt bleiben und das ist auch vollkommen okay so. Ich möchte noch viel von der Welt sehen, überall hin reisen und viel erleben. Ich möchte es nicht mehr anstrengend finden, viel Zeit mit anderen Menschen zu verbringen, sondern es genießen. Ich möchte es schaffen, ein Buch zu veröffentlichen und achtsamer zu sein. Mein Ziel für die Zukunft ist es, mir ein Leben aufzubauen, in dem ich es schaffe, mich weiterzuentwickeln und dafür zu kämpfen, dass ich immer an meinen Zielen dranbleibe. Ich möchte nie aufhören, neugierig zu sein, neue Dinge zu lernen und mich für mich selbst stark machen. Für mich und meine Rechte einstehen und dafür sorgen, dass ich es mir selbst wert bin, mich nicht mehr schlecht behandeln zu lassen. Und auch dafür einzustehen, dass andere nicht schlecht behandelt werden. Ich würde gerne mein Stück dazu beitragen, dass die Welt es bisschen besser wird. Ich suche nur noch nach einem Weg, der für mich der richtige ist. Ich möchte lieben und geliebt werden und glücklich sein, zufrieden sein mit dem was ich habe. Ich schätze, dass sind Ziele, die jeder andere Mensch auch hat, vielleicht nicht exakt so definiert, aber von der Essenz her das gleiche. 

Freitag, 28. Mai 2021

Tag 28

 Schreibe darüber wie es ist, jemanden zu lieben.


Jemanden zu lieben, kann viele Dinge mit sich führen. Die Liebe kann erwidert werden. Das ist unfassbar schön. Was gibt es besseres, als zu wissen, dass mein Partner mich genauso liebt, wie ich ihn? Es ist die Basis, für eine starke Bindung. Denn dann kann jemanden zu lieben auch bedeuten, sich gegenseitig zu vertrauen. Es ist wundervoll zu wissen, dass da jemand ist, dem man alles anvertrauen kann. Ebenso unbeschreiblich ist es, wenn ein anderer Mensch dir Vertrauen schenkt. Jemanden zu lieben bedeutet auch, die Person mit Respekt zu behandeln, ihr Bestes zu wollen und alles zu tun, damit es der Person gut geht. Wenn man jemanden wirklich liebt, dann weiß man, man würde sein Leben für den anderen geben. Im Idealfall gibt das Gegenüber einem selbst diese Dinge so zurück. Es ist ein Geschenk für die Seele, wenn dein Gegenüber dich respektiert und achtsam mit dir umgeht und du weißt, dass du dich auf den anderen jederzeit verlassen kannst. Jemanden zu lieben kann aber auch schmerzlich sein. Die andere Person kann diese Gefühle nicht erwidern, und das tut weh. In unserem irrationalen Verstand kann es aber auch dazu kommen, dass wir andere Leute verletzen, für die wir eigentlich nur das Beste wollen. Vielleicht kann man der anderen Person aufgrund von früheren Vertrauensbrüchen nicht vollkommen vertrauen, dabei liebt man diese doch. Das ist für beide Parteien schmerzhaft Vielleicht wirft man der anderen Person verletzende Sachen an den Kopf, im Versuch, sich selbst vor Verletzungen zu schützen. Denn Liebe kann verwirrend sein, es kann einem schwer fallen, sich darauf einzulassen, obwohl wir das eigentlich so sehr wollen. Genauso kann es anders herum sein, dass mein Partner, obwohl wir uns gegenseitig lieben, verletzend mir gegenüber ist oder es nicht schafft, mir zu vertrauen. Das kann sehr weh tun und eine harte Zeit sein. Doch Liebe lässt uns über vieles hinwegsehen. Deshalb sollte man, auch wenn man jemanden liebt, immer genau reflektieren, ob man selbst anständig behandelt wird und meine Gefühle mit meinen Handlungen deckungsgleich ist. Doch ich glaube, jemanden wirklich zu lieben bedeutet auch zu kämpfen und immer weiter daran zu arbeiten, dass zwei Menschen sich gegenseitig die Liebe schenken, die sie verdienen. 

Donnerstag, 27. Mai 2021

Tag 27

 Schreibe über jemanden, der dich inspiriert.


Eine Person des öffentlichen Lebens, die mich inspiriert ist Vivian Cole. Sie hat von ein oder zwei Jahren bei Gntm mitgemacht. Das besondere daran war, dass ihr Körper einige Selbstverletzungsnarben trägt und es ihr auch wichtig war, dass diese beim Drah nicht überschminkt werden. Ich finde es sehr stark von ihr, dass sie Tabuthemen in einer Fernsehsendung angesprochen und gezeigt hat und zu sich selber stand. Vor allem in Betracht auf die Altersgruppe, sie sich Gntm anschaut, hat sie damit eine wichtige Message gesetzt. Seitdem verfolge ich sie auf Insagram, wo sie regelmäßig über Themen wie Depressionen, Angststörungen, Selbstverletzung, Mental health und Selfcare anspricht, ihre eigenen Erfahrungen damit schildert und Tipps gibt, wie man besser mit sich selbst umgehen kann. Sie ermutigt die Leute dazu, sich Hilfe zu suchen und offener mit solchen Themen umzugehen. Ich denke, dass es auf jeden Fall vielen Leuten hilft, die sich bisher noch nicht getraut haben, sich jemandem anzuvertrauen. Es ist wichtig zu vermitteln, dass es vollkommen okay ist, sich Hilfe zu suchen, eine psychische Erkrankung ist nichts, wofür man sich schämen muss. Und es ist auch kein Zeichen von Schwäche oder Minderwertigkeit oder sowas negatives, was die Leute sich einreden. Eine psychische Erkrankung ist genauso eine Krankheit, wie jede körperliche Erkrankung, es ist traurig, dass man das immer noch sagen muss. Und es ist traurig, von wie vielen Menschen man hört, dass sie deswegen ausgeschlossen oder gemobbt werden, dass ihr soziales Umfeld die Augen davor verschließt, wenn jemand sichtbar leidet. Eltern, Freunde, Lehrer, man kann mir nicht erzählen, dass keiner etwas merkt, wenn jemand in einer mentalen Krise steckt. Aber keiner möchte sich verantwortlich fühlen. Deswegen finde ich es super, was Vivian an Aufklärungsarbeit leistet, wie sie anderen Menschen Mut macht, indem sie ihre eigenen Erfahrungen teilt und ihre Follower immer wieder an Selfcare Ideen teilhaben lässt und uns mit Stories und Sprüchen daran erinnert, dass jeder von uns es wert ist, sich selbst zu lieben und zu respektieren. 

Mittwoch, 26. Mai 2021

Tag 26

 Schreibe über deine Schule.


Der Einfachheit halber werde ich über meine Berufsschule schreiben, auf der ich gerade bin. Genauer gesagt ist es ja eine Krankenpflegeschule. Diese besuche ich seit April 2019, wir haben dort Blockunterricht, also immer ca 6 Wochen Schule, dann ca. 6 Wochen arbeiten. Zu meinem Leidwesen sind die Schulblocks meistens etwas kürzer als die Arbeitsblocks, ich bin ja eher Theoretiker. Sprich, ich gehe wirklich gerne zur Schule. Es ist nicht wie normale Schule mit Fächern wie Mathe oder Englisch, sondern eher wie in der Uni mit Modulen. Das kommt daher, weil der LVR, für den ich arbeite, auch ein duales Studium in Kombination mit der Krankenpflegeausbildung anbietet. Ich mache aber nur die normale Ausbildung. In den Modulen geht es um die Anatomie verschiedenster Organe, pflegewissenschaftliche Theorien, Medikamentenlehre, Qualitätsmanagement und natürlich alle möglichen Krankheiten. Mich persönlich reizt die Anatomie und die Krankheitslehrer am meisten. Dieses Konzept finde ich auf jeden Fall deutlich angenehmer, als mich jahrelang mit Fächern wie Sport oder Sozialwissenschaften quälen zu müssen, bei denen ich mir sicher bin, dass ich beruflich nie etwas in diese Richtung machen will. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum ich gerne zur Schule gehe. Der Hauptgrund ist der, dass ich einen ganz wundervollen Kurs habe. Ich bin noch nie so vielen toleranten und respektvollen Menschen auf einmal begegnet. Ich muss dazu sagen, dass die meisten von uns in der Psychiatrie angestellt sind, so wie ich auch. Und die meisten haben sich, wie ich, sehr bewusst dafür entschieden, weil sie eine Vorgeschichte haben, so wie ich. Wir konnten uns vom ersten Schultag an sehr offen über alles mögliche austauschen, von Menstruationsbeschwerden, über Sex, bis hin zu unseren Diagnosen. Das ist genau die Art von Kontakt, die ich gerne mag. Sich nicht mit höflichem Smaltalk aufhalten müssen, sondern direkt tiefgründigere Themen auftischen. Es fällt mir trotzdem noch schwer, aus mir heraus zu kommen, aber trotzdem würde ich sagen, dass ich noch nie vorher in einer Gruppe so schnell das Gefühl hatte, dazuzugehören und zwar so, wie ich bin. Ich fühle mich dort gut aufgehoben, habe das Gefühl, dass wir gegenseitig auf uns aufpassen. Durch eine Klassenkameradin bin ich an den Kontakt meiner Psychologin gekommen, weil sie dort auch hingeht und sie mir empfohlen hat, als sie gesehen hat, dass ich eine brauche. Seitdem tauschen wir uns oft aus, wie es uns geht und wie es mit der Therapie voran geht, in ihr habe ich eine wirklich gute Freundin gefunden. Es gibt eine Vielseitigkeit in unserem Kurs, von der wir alle profitieren. Egal ob wir uns in Lerngruppen treffen, oder zum saufen, spazieren gehen, oder Pokemon spielen. Ich bin sogar in ein Kunstatelier gegangen, wo eine Klassenkameradin an einer Ausstellung mitgewirkt hat, um ihr eine Freude zu machen.  Habe morgens um halb 6 eine Kurskameradin abgeholt, weil sie keinen Führerschein hatte und bin mit ihr zusammen zur Arbeit gefahren. Wurde von einem Mitschüler auf der Arbeit vor einem betrunkenen Grabscher beschützt. Wurde von ihm in den Arm genommen, als ein Film übers sterben mich mitgenommen hat. Und seit Freitag sitzen wir endlich wieder alle zusammen in der Schule, ich bin sehr glücklich darüber. Unser 5. Schulblock ist wegen Corona komplett ausgefallen, der 6, war komplett online, der 7. zum Teil auch noch. Zum 8. Block haben wir uns dann endlich wieder die ganze Zeit in der Schule gesehen. Der 9. war dann wieder komplett online und obwohl niemand damit gerechnet hatte, dürfen wir jetzt wieder in die Schule. Ich freue mich auf jeden Fall riesig, alle wieder persönlich zu sehen. Wir haben zwar auch oft miteinander geschrieben, ich habe mich auch ein oder zweimal mit jemandem getroffen, aber es war einfach nicht dasselbe. Das Gemeinschaftsgefühl hat mir gefehlt, als wir alle nur durch den PC miteinander gesprochen haben. Doch jetzt sind wir wieder da und es fühlt sich an, als ob wir direkt wieder da anknüpfen können, wo wir letztes Jahr aufgehört haben, und das macht mich sehr glücklich. Deshalb war es mir eine Freude, heute von meiner Schule erzählen zu dürfen, weil so viel mehr dahinter steckt als nur ein Gebäude. 

Dienstag, 25. Mai 2021

Tag 25

 Schreibe etwas, was durch das 11. Bild auf deinem Handy inspiriert ist.



Das wäre dann dieses hier. Ein Screenshot, den ich meinem Tätowierer als Inspiration für mein nächstes Tattoo geschickt habe. Wenn alles gut geht habe ich am 01.07. endlich meinen lange ersehnten Tattootermin. Lange überfällig. Also hier die Geschichte zu diesem Bild: Anfang des Jahres hat mein Freund mir den Vorschlag gemacht, dass ich mich dieses Jahr selbst dafür belohnen sollte, dass mein 2-jähriges Jubiläum bevorstand. Nämlich das, dass ich mich 2 Jahre lang nicht mehr selbstverletzt habe. An Ostern war es dann soweit und ich habe es tatsächlich geschafft. Die Idee, dass die Belohnung ein Tattoo sein könnte, kam auch von meinem Freund. Ich hatte noch drei Motive, die ich mir gerne stechen lassen wollte. Meine Tattoos müssen natürlich auch immer eine Bedeutung haben, ich lasse mir nichts stechen nur weil es schön ist. Deshalb warte ich, nachdem ich eine neue Idee hatte auch immer so ca. ein Jahr, bevor ich es dann auch wirklich umsetze. Damit war ein Tattoo schonmal raus, blieben noch 2 zwischen denen ich mich entscheiden musste. Ich habe mich letzendlich für dieses Tattoo entschieden, weil das an die Innenseite von meinem linken Oberarm soll. Der einzig noch freie Platz auf diesem Körperteil, der Rest ist mit Narben übersäht, zu viele um darüber tätowieren zu können. Ich dachte mir, in Kombination zu meinem Jubiläum wäre das doch ein gutes Symbol dafür, dass dieser Abschnitt meines Lebens vorbei ist. Ich will mir nie wieder eine Klinge über die Haut ziehen, also kann  ich den freien Platz auch für etwas künsterlischeres als Schnitte nutzen. Der Gedanke daran, dass das wirklich vorbei ist, ist zugegeben noch immer befremdlich, auch nach über 2 Jahren. Aber ich kenne mich, ich weiß ganz genau, wenn ich jetzt nochmal damit anfangen sollte, werde ich nicht mehr damit aufhören und das geht einfach nicht mehr. Ich will nicht mehr, dass mein Leben von einer unsichtbaren Krankheit bestimmt wird. Ich will normale Sachen machen, wie einen geregelten Job haben, studieren, heiraten, ein Haus kaufen. Und nicht darauf warten, dass ich in die Notaufnahme oder in die Klapse muss. Das Tattoo soll diesen Schlussstrich also noch mit einem dicken fetten Ausrufezeichen bekräftigen und mich immer daran erinnern, dass das ein Teil meiner Vergangenheit ist und nichts in meiner Zukunft zu suchen hat. Und warum ich mir ausgerechnet dieses Motiv stechen lassen will? Weil das Sonnensystem mich begeistert, seit ich 7 Jahre alt bin. Ich habe mich stundenlang in meine Bücher und Zeitschriften über Astronomie flüchten können. Die Vorstellung, dass ein einzelner Mensch im Vergleich zum Universum oder auch nur zum Sonnensystem vollkommen unbedeutend klein ist hat mich über vieles hinweg getröstet, weil mir meine Probleme dann nicht mehr so bedeutend erschienen. Vielleicht wollte ich deshalb Astrophysik studieren, weil es plötzlich einen unendlichen Raum gab, in dem ich mich verstecken und vor mir selbst wegrennen konnte. Und als Hauptplan für mein Leben, ganze 14 Jahre lang, ist die Astronomie natürlich etwas Bedeutendes für mich und wird es auch immer bleiben. Als Ergänzung dazu soll noch das Tattoo einer Galaxie auf mein Schulterblatt, aber alles zu seiner Zeit, ich bin glücklich, dass ich nach 3 Jahren ohne neues Tattoo endlich wieder unter die Nadel darf. So, und das ist die spannende Geschichte zum 11. Bild auf meinem Handy. Drückt mir die Daumen, dass es mit dem Termin klappt!

Montag, 24. Mai 2021

Tag 24

 Erzähle von einer Lektion, die du gelernt hast.


Wenn es etwas gibt, das ich in den letzten Jahren immer wieder schmerzlich lernen musste, dann zitiere ich mal wieder Das Schicksal ist ein mieser Verräter: "Schmerz verlangt gespürt zu werden"

Ich habe schon viel Schmerz gespürt, obwohl ich in meinem Leben sehr viel Zeit damit verbracht habe, genau das zu vermeiden. Ich habe mir früh eine Mauer aufgebaut, um ja niemanden reinzulassen und ich habe so oft gelogen, dass es irgendwann kein Problem mehr war, auch mich selbst zu belügen. Habe allen, die es interessiert hat eingeredet, dass es mir gut gehe, habe es auch mir selbst immer wieder gesagt. Als meine Fassade Risse bekommen hat, habe ich mir immer häufiger selbst wehgetan und so viel Alkohol getrunken, wie ich konnte. Dass all das es nur schlimmer gemacht hat, habe ich nicht eingesehen. Der Schmerz, den ich mir nicht eingestanden habe, den ich nicht herauslassen wollte, hat sich immer weiter in mir angestaut. Bis da kein Platz mehr war und es einfach aus mir herausgebrochen ist. Ich habe betrunken auf der Straße oder auf einem Feldweg gesessen und angefangen zu weinen, Bilder prasselten durch meine Gedanken und ich konnte nichts davon verhindern. Und irgendwann kam es dann natürlich auch dazu, dass meine Fassade vor anderen gebröckelt ist, vor Leuten, die seit einer gefühlten Ewigkeit auf mich eingeredet hatten, dass sie für mich da waren. Und so habe ich ganz langsam angefangen, bestimmte, ausgewählte Dinge mit anderen zu teilen. Es war ein sehr langer Lernprozess, aber eine unglaublich wichtige Lektion. Es bringt nicht, Dinge in sich hineinzufressen und so zu tun, als wären sie nicht da, denn sie verfolgen dich und irgendwann holen sie dich ein und dann ist der Schmerz schlimmer als jemals zuvor. Man erspart sich selbst eine Menge, wenn man damit anfängt, ehrlich zu sich selbst zu sein. Und dann ehrlich zu seinen Mitmenschen ist. Es fängt bei kleinen Verletzungen an, die dein Gegenüber vielleicht gar nicht als solche meinte. Man trifft die Entscheidung, das entweder ewig mit sich rumzuschleppen und eine Beziehung unterbewusst negativ zu beeinflussen, oder man stellt sich der Verletzung und spricht es direkt an. Mit so kleinen Dingen fängt es an, dass man den Schmerz zulässt und irgendwann ist man bereit, auch über tiefer sitzendes zu reden. Sich selbst zu erlauben zu weinen, zu trauern, zu vermissen. Und dann, wenn man dem Schmerz einen Raum gibt, sich mit ihm auseinander setzt, dann fängt man auch an, ihn zu verarbeiten, gibt sich selbst die Chance zu heilen. Also das ist die Lektion, die ich im Laufe der letzten Jahre gelernt habe: Der einzige Weg, aus dem Schmerz raus ist direkt durch ihn hindurch zu gehen. 

Sonntag, 23. Mai 2021

Tag 23

 Schreibe einen Brief an jemanden.


Hallo Rolf,

eigentlich bist du meine Zeit überhaupt nicht wert, dir einen Brief zu schreiben. Du hast wahrscheinlich nichtmal eine Ahnung, dass ich es überhaupt weiß. Denn dann würde ich mich ja sicher nicht in deiner Nähe aufhalten. Aber du hast ein Kind, das ich sehr gerne habe und ich habe Angst um  sie. Wenn ich wüsste, dass es das beste für sie ist, würde ich sofort Anzeige gegen dich erstatten. Aber vielleicht wäre es auch das schlimmste, was ich ihr antun könnte und das will ich nicht. Ich habe versucht ihr zu zeigen, dass ich immer für sie da bin, aber bisher sagt sie immer, es gehe ihr gut. Ich bete dafür, dass das stimmt, dass du ihr nichts angetan hast. Doch die Statistik spricht leider gegen dich. Ein Pädophiler, der einmal zum Täter wurde, bleibt selten bei einem Opfer. Nicht, dass es nicht schlimm genug wäre, was du mit mir gemacht hast. Du hast mich missbraucht und das Jahrelang. Die Nichte deiner Frau, du widerliches Stück Scheiße. Und ich habe mich jahrelang gefragt, was mit mir nicht stimmt, warum ich nirgendwo hinein gepasst habe. Warum meine Tante mir nicht mehr in die Augen sehen konnte. Du hast meine Seele zerstört, hast mir das Gefühl gegeben, dass ich nichts wert bin, deinetwegen habe ich angefangen, mich selbst zu zerstören. Du hast meine Narben gesehen und nicht mal mit der Wimper gezuckt. Wie konntest du mich immer so behandeln, als ob nichts passiert wäre? Ist es möglich, dass ein Mensch so herzlos ist? Wie konntest du nur die Seele von einem kleinen Mädchen zerreißen und dabei nicht ein kleines Zeichen der Reue zeigen? Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr ich dich verabscheue. Ich werde niemals vergessen, was du mir angetan hast und ich werde dir das mit Sicherheit auch nie vergeben. Es heißt, Vergebung befreit und, dass Wunden erst dann heilen, wenn man demjenigen, der sie dir verpasst hat, verzeihen kann. Aber was du und jeder andere, der sich an kleinen Mädchen vergeht, geht habt, ist unverzeihlich. Es ist nicht in Ordnung, ihr verdient die Vergebung eurer Opfer nicht. Es fühlt sich nicht richtig an, so ein Verhalten in irgendeiner Weise zu entschuldigen. Deshalb sage ich es stellvertretend für alle anderen Überlebenden, die ein Leben lang an den Folgen dieses Verbrechens leiden, dass es unverzeihlich ist, wie Menschen wie ihr unsere Leben zerstört haben. Du und deinesgleichen verdienen es, in der Hölle zu schmoren du ekelhaftes Stück Dreck. Ich werde dich zerstören und dir dein Leben genauso nehmen, wie du mir meins genommen hast. Und du hast keine Ahnung, wann das sein wird. 

Samstag, 22. Mai 2021

Tag 22

 Schreibe darüber, wie dein Tag heute war.


Es ist Samstag und da ich gerade im Schulblock bin, habe ich sogar frei. Ich hatte gestern nach dem Urlaub meinen ersten Schultag (richtig sinnvoll, einen Tag vor dem Pfingstwochenende zu kommen...) und da wir jetzt früher in der Schule sein müssen, weil wir uns vor dem Unterricht testen lassen müssen, war ich gestern sehr unausgeschlafen, weil erster Tag nach dem Urlaub und dann auch noch früher als normal. Deshalb begann mein Tag heute damit, dass ich erstmal schön ausgeschlafen habe. So einen Start brauche ich auch für einen schönen Tag. Ich bin um 9 Uhr wach geworden und da es bei uns heute sehr windig und regnerisch ist, habe ich mein Fenster aufgemacht, mich nochmal für ne Stunde hingelegt und das Wetter genossen. Klingt komisch, aber ich liebe so ein ungemütliches Wetter. Es gibt nichts entspannenderes, als sich beim Klang von Regen, der auf die Scheibe prasselt und stürmigen Böhen, in sein Bett einzukuscheln und zu genießen, dass man heute nichts machen muss. Um kurz nach 10 bin ich dann zu meinem Freund ins Schlafzimmer gegangen (ihr erinnert euch vielleicht, ich kann nicht mit anderen Menschen in einem Zimmer schlafen, also haben mein Freund und ich getrennte Schlafzimmer) und wir haben auch nochmal ein Weilchen gekuschelt. Dann hat mein Freund uns Frühstück gemacht und ich habe die Katzen gefüttert und Kaffee gemacht und wir haben uns damit auf die Couch gechillt und etwas ferngesehen. Erst ein paar Videos, die wir noch von unserem Lieblingsgrillkanal nachgucken mussten (Klaus grillt, falls das wen interessiert) und dann haben wir angefangen, eine Miniserie zu gucken, welche den letzten Flug des Space Shuttles Challenger thematisiert. Eigentlich mache ich samstags immer viel im Haushalt, aber da gestern der Tag sowieso angebrochen war, weil ich in die Schule musste, habe ich gestern alles für heute miterledigt und muss heute nichts mehr machen. Trotzdem habe ich mich eben mal fertig gemacht und werde mich jetzt ein wenig an den PC setzen und Sims spielen. Ich liebe dieses Spiel immer noch. Danach wird es dann einen kleinen Regenspaziergang geben (ja, auch sowas finde ich toll), danach werde ich heiß duschen gehen, entweder ein Buch lesen oder selbst an meinem Buch weiterschreiben und mir dann, gemäß nach meiner "ich habe heute und morgen frei" Tradition einen Joint rauchen, ganz viel futtern und Serien gucken, die ich nüchtern nicht lustig finden würde, die ich aber super finde, wenn ich high bin. Vielleicht kommt mein Vater auch später noch auf einen Kaffee vorbei, das macht er samstags schonmal spontan, wenn er vom Kaninchenstall zurückkommt. Die Challenge hat sich einen echt langweiligen Tag ausgesucht, den ich beschreiben soll, aber für mich ist das ein wirklich schöner Tag. Ich bin zufrieden, dass ich heute mal nichts machen muss und nichts vorhabe und einfach ein paar Dinge machen kann, für die ich mir sonst keine oder nur wenig Zeit nehme, wie zocken oder lesen. In diesem Sinne, genießt euren Samstag, ich hoffe, er ist so entspannt wie meiner, und nehmt euch etwas Zeit für euch selber, das ist sehr gesund :D. Bis morgen meine Lieben!

Freitag, 21. Mai 2021

Tag 21

 Schreibe über Liebe.


Liebe ist etwas unglaublich kompliziertes. Gleichzeitig aber auch unfassbar elementar. Jeder Mensch braucht Lieber und jeder Mensch verdient es auch, geliebt zu werden. Doch es gibt noch etwas wichtigeres, als von anderen geliebt zu werden und das ist, sich selbst zu lieben. Ich dachte lange Zeit, wenn mir jemand das gesagt hat "Jaja, laber du mal, du hast doch keine Ahnung." oder etwas in der Art und ich glaube, das geht vielen Menschen ähnlich. Mittlerweile muss ich aber zugeben, dass da was dran ist. Man kann sich nicht darauf einlassen, von einer anderen Person geliebt und gewertschätzt und respektiert zu werden, wenn man selbst der Meinung ist, dass man es nicht wert ist geliebt zu werden, oder keine Liebe verdient hätte. Dadurch kommt es nämlich dazu, dass man seinem Gegenüber respektlos ist, weil man seine Meinung nicht akzeptieren kann, obwohl man selber diese andere Person doch eigentlich liebt. Und das ist eine furchtbar schlechte Basis für eine tiefergehende Beziehung, die man sich doch eigentlich so sehr wünscht. Deshalb ist Liebe so kompliziert. Man kann einen anderen Menschen bedingungslos lieben, aber wenn man sich selbst nicht liebt, kann man niemals zulassen, dass diese bedingungslose Liebe erwidert wird. Doch wie schon gesagt, ich finde, jeder Mensch ist es wert geliebt zu werden. Egal was man in seinem Leben bisher getan oder nicht getan hat. In jedem von uns steckt etwas liebenswertes. Wir sollten aufhören, so hart zu uns selber zu sein und unsere verdammten Augen öffnen. All unsere Ressourcen sehen, würdigen, wie weit wir schon gekommen sind und dann können wir endlich sehen, was für tolle Menschen sich bereits direkt vor unseren Augen befinden und wie viel Liebe wir schon bekommen. 

Eine weitere Schwierigkeit, die die Liebe so kompliziert macht, ist die Gefahr, verletzt zu werden. Man muss bereit sein, dieses Risiko einzugehen. Es gehört leider dazu, dass einem das Herz gebrochen wird, oder, dass man selbst in die Situation kommt, einem anderen Menschen das Herz zu brechen. Das ist schlimm und tut lange weh, aber wenn man aufgibt, weil man Angst vor dem hat, was passieren könnte, verpasst man so vieles. So viel schönes, was hätte sein können. Ich persönlich glaube fest daran, dass es für jeden Menschen den richtigen Partner gibt da draußen, man darf nur nicht aufhören zu suchen. Ich zitiere dazu den Film das Schicksal ist ein mieser Verräter: "Wir können nicht verhindern, dass wir verletzt werden in dieser Welt aber wir können mitbestimmen von wem" und das trifft es. Also trefft eure Wahl, wieder und wieder, bis es passt, aber habt um Gottes Willen keine Angst, überhaupt eine Wahl zu treffen. 

Donnerstag, 20. Mai 2021

Tag 20

 Schreibe über einen Promi auf den du stehst.


Naja, es gibt natürlich viele Promis, die ich attraktiv finde, aber wenn ich mich entscheiden muss, dann nenne ich Norman Reedus. Er spielt Daryl Dixon in The Walking Dead. Ich mochte die Entwicklung seines Charakters dort sehr, deshalb habe ich mich mit anderen Projekten des Schauspielers befasst und fand alles was ich gesehen und gelesen habe echt heiß. Er hat eine süße schwarze Katze, hat eine eigene Motorrad Sendung, in der er durch die Welt tourt und hat einen unglaublichen Sinn für Schönheit. Er fotografiert in seiner Freizeit und hat auch eine eigene Seite für seine Galerie. Trotz all dieser erfolgreicher Projekte habe ich aber den Eindruck, dass er total bodenständig geblieben ist. Ich verfolge ihn seit Jahren auf sämtlichen social Mediaplattformen und finde es toll, wie es sich selbst nicht ernst nehmen kann und ständig Witze macht. Auf der anderen Seite teilt er auch viel von dem, was andere Menschen erreicht haben und freut sich für jeden, das finde ich super sympathisch. Als vor 2 Jahren das Videospiel "Death Stranding" rausgekommen ist, habe ich mir einfach mal eine PS4 und das Spiel gekauft, weil Norman Reedus darin die Vorlage für die Hauptfigur gespielt hat. Ich liebe es, dass er sich selbst treu geblieben ist und die Natur liebt und wirklich schlecht sieht er auch nicht aus. Auch wenn ich nichts dagegen hätte, wenn er sich die Haare mal ein paar Zentimeter kürzer schneiden würde. Ich weiß gar nicht, wie oft ich The Walking Dead schon gesehen habe, weil ich seine Rolle so toll finde. Also wenn ihr mal zu viel Zeit habt, seht euch ein paar Folgen an, ich garantiere euch, seine Entwicklung ist der Hammer!

Tag 19

 Erzähle von deiner ersten großen Liebe. 


Also, als ich das erste Mal richtig verliebt war, war ich 17 Jahre alt. Ich war mit einer Freundin an ihrem Geburtstag zu einer LARP Convention gefahren und habe dort Dean kennengelernt. Ich fand ihn vom ersten Moment an toll. Wir haben zusammen was getrunken und die waren die ganze Nacht auf und haben gequatscht. Dean hatte zu dem Zeitpunkt noch eine Freundin, wir haben also erstmal nur miteinander geschrieben. 2 Wochen nachdem wir uns kennengelernt hatten, hat er mir eine Nachricht geschrieben "Ich bin single, Bock zu vögeln? xD" Da ich zu diesem Zeitpunkt bereits Hals über Kopf verliebt war, habe ich ja gesagt. Er hat mir immer so unfassbar süße Nachrichten geschrieben und ich hatte das Gefühl, mit ihm über alles reden zu können, er hat mir für alles Verständnis entgegen gebracht, das kannte ich bin dahin noch gar nicht. Deshalb hätte ich alles gemacht, um ihn für mich zu gewinnen. Weitere zwei Wochen nach dieser Nachricht hatten wir tatsächlich Sex. Es war mein erstes Mal, wie er auch wusste, und ich habe das ganze verdammte Bett vollgeblutet. Meine präsenteste Erinnerung an diesen Tag. Ich wusste, dass ich die 23. Frau war, mit der Dean Sex hatte, doch ich war so blind vor Liebe, dass ich mir trotzdem die Illusion gemacht habe, dass das mit uns was werden würde. Dean hat mir gesagt, dass er noch nicht wieder bereit für was festes ist, also hatten wir etwas, was sich offene Beziehung nannte. Wenn wir zusammen waren, dann hat es sich wirklich so angefühlt, als wären wir RICHTIG zusammen. Wir sind Händchen haltend durch die Stadt gegangen, haben unter dem Sternenhimmel gelegen und rumgeknutscht, ich habe seine Hand gehalten, als er sein erstes Tattoo bekommen hat, wir haben oft die halbe Nacht lang telefoniert und wir hatten halt Sex. Ich wusste, dass er auch was mit anderen Frauen hatte, aber das konnte ich ganz gut ausblenden. Da er ne gute Stunde mit dem Auto entfernt wohnte und ich noch minderjährig war, haben wir uns sowieso nicht regelmäßig gesehen, umso mehr konnte ich jedes Mal genießen, wenn wir was zusammen gemacht haben. Und dann kam eine böse Nacht. Wir waren mit Freunden von ihm zelten, hatten einiges getrunken und gekifft. Nach einem wirklich schönen Abend sind alle schlafen gegangen. Ich bin aufgewacht, weil ich total komisch Bilder vor Augen hatte, die ersten Bilder vom sexuellen Missbrauch in meiner Kindheit. Weil ich so unruhig war und mir von den Flashbacks schlecht geworden ist, bin ich den Rest der Nacht alleine durch den Wald gelaufen und gehofft, wieder zu Verstand zu kommen. Doch in den kommenden Wochen wurde es immer schlimmer und egal wie viel ich getrunken habe, die Bilder wollten nicht mehr verschwinden, ich hatte das Gefühl, den Verstand zu verlieren. Dementsprechend abwesend war ich in der Interaktion mit Dean. Wenn er angerufen hat war ich für gewöhnlich betrunken und da ich so durch den Wind war, meinte er bei unserem letzten Treffen, mit einer meiner Freundinnen zu flirten, was mich sehr verletzt hat. Ich hatte das Gefühl, das er sich von da an auch von mir entfernt hat und so sind unsere Wege dann irgendwann einfach auseinander gelaufen, ohne dass wir uns mal ausgesprochen hätten. Etwa ein dreiviertel Jahr später hat er mir nochmal geschrieben und gefragt, wie es so bei mir läuft. Zu dem Zeitpunkt war ich aber in einer festen Beziehung, weshalb sich die Interaktion schnell im Sande verlaufen hat. Und ganz ehrlich, ich war auch echt sauer auf ihn, weil ich im Nachhinein erfahren habe, dass er tatsächlich etwas mit meiner Freundin hatte. Und, weil er anscheinend nicht mal gemerkt hatte, dass bei mir etwas nicht in Ordnung war. Tatsächlich hat er mir vor ein paar Wochen nochmal geschrieben, wir hatten seit fast 6 Jahren keinerlei Kontakt mehr. Wir haben ein paar Neuigkeiten ausgetauscht und er hat mir irgendwann gesagt, dass es ihn überrascht, dass ich so nett zu ihm bin und er sich gewundert hat, dass ich ihm überhaupt geantwortet habe. Das hat mir immerhin gezeigt, dass er mal gemerkt hat, dass damals was schief gelaufen ist. Ich habe ihm noch immer nicht erzählt, was damals bei mir abgegangen ist, aber das ist auch nichts, was ich mal kurz in einer Nachricht erklären möchte. Vielleicht ergibt sich das mal, vielleicht auch nicht. Aber ich bin inzwischen okay mit dem, was damals war. Wir haben ein paar sehr schöne Monate miteinander verbracht, die ich sehr genossen habe und in denen ich sehr glücklich war. Die Zeit danach war hart, ja, aber ich weiß inzwischen, dass das nicht primär seine Schuld war. Klar, hat er sich auch nicht gerade wie ein Gentleman verhalten, aber es ist nicht seine Schuld, dass ich missbraucht wurde, ich habe es nur auf ihn projiziert, weil wir Sex hatten und danach die Flashbacks kamen, sein Gesicht, seine Stimme, sein Geruch war eine direkte Erinnerung an das, was da in mir losgebrochen ist. Noch heute wird mir schlecht, wenn im Supermarkt jemand an mir vorbei läuft, der das gleiche Aftershave wie Dean trägt, weil das alles total scheiße gekoppelt ist. Aber ich bin nicht mehr böse auf ihn und ich wünsche ihm nur das beste, denn er hat mir auch eine unglaublich tolle und aufregende Zeit geschenkt. Alles was danach kam war unvermeidbar und früher oder später hätte ich mich sowieso damit auseinander setzen müssen. Und so ist die Geschichte hinter meiner ersten Liebe zumindest nicht langweilig. 

Dienstag, 18. Mai 2021

Tag 18

 Schreibe 30 Fakten über dich.

1. Ich hasse es, mich selbst einschätzen zu müssen.

2. Ich bin 24 Jahre alt.

3. Meinen richtigen ersten Kuss hatte ich mit 16

4. Mein erstes Mal hatte ich mit 17

5. Mit 5 habe ich zum ersten Mal an einer Zigarette gezogen.

6. Mein Lieblingsfach in der Schule war Biologie.

7. Ich habe 4 Semester Physik studiert. 

8. Mit 3 Jahren habe ich mein erstes Bier getrunken.

9. Meine längste Beziehung hat 3 Jahre und 10 Monate gehalten.

10. Ich liebe lange Spaziergänge in der Natur. 

11. Ich mache eine Ausbildung zur Krankenpflegerin.

12. Nach dem Examen möchte ich Psychologie studieren.

13. Ich schlafe am liebsten zwischen 5 und 12 Uhr.

14. Frühes aufstehen finde ich ganz furchtbar.

15. Ich liebe alle Gerichte mit Nudeln.

16. Mein letzter Flug ging nach Fuerteventura.

17. Ich spiele seit 17 Jahren Gitarre.

18. Mein linkes Knie ist verschlissen seit ich 18 bin.

19. Von Kindergeschrei bekomme ich Kopfschmerzen.

20. Ich habe eine BPS und eine DIS.

21. Mit 12 habe ich mich das erste Mal selbstverletzt.

22. Mein Lieblingsplatz zum saufen ist der Spielplatz.

23. Ich schlafe noch mit Licht, weil ich Angst im Dunkeln habe. 

24. Mein Lieblingsplanet ist der Jupiter.

25. Ich fahre einen blauen Peugeot 206. 

26. Ich mache gerade den Motorradführerschein.

27. Meine Kawasaki GZ 500 ist schon seit letzten Sommer angemeldet, weil ich eigentlich schon lange mit dem Führerschein fertig sein wollte.

28. Mein Freund hat mir beigebracht Discofox und Walzer zu tanzen.

29. Ich möchte unbedingt lernen zu schießen. 

30. Ich habe eine verdammte Stunde gebraucht, um mir 30 Sachen zu überlegen.

Montag, 17. Mai 2021

Tag 17

 Schreibe darüber, wie man dein Herz erobern kann. 


Mein Herz kann man eigentlich ganz einfach erobern. Egal ob in Bezug auf Liebesbeziehung oder Freundschaft. Die Schlüsselwörter sind Empathie, Ehrlichkeit und Authentizität. Ich möchte, dass man sich mir gegenüber entspannt verhalten kann und sich nicht verstellen muss, denn so möchte ich mich auch in der Gegenwart von anderen auch verhalten dürfen und akzeptiert werden. Ich mag Menschen, die mir direkt heraus sagen, was sie denken, denn ich kann mich hervorragend selber belügen, dafür brauche ich keine anderen Leute. Dafür möchte ich von meinem Gegenüber einfach nu auch akzeptiert werden, und zwar so wie ich bin. Bei manchen Menschen hat man einfach von Anfang an das Gefühl, dass man sich verstellen muss, um anerkannt und gemocht zu werden. Bei anderen hingegen habe ich vom ersten Moment an das Gefühl, ich selbst sein zu dürfen, sogar dazu ermutigt zu werden. Genau das sind die Leute, die mein Herz erobern können. Die Interesse daran zeigen, mich kennenzulernen und mit denen ich in jeder Stimmungslage gerne zusammen bin. Leute, die sowohl mit mir lachen können, als auch mitfühlen können, wenn es mir nicht so gut geht. Die mich ermutigen, mich selbst mehr wertzuschätzen und das beste aus mir heraus holen. In deren Gegenwart die Welt einfach nur ein schöner Ort ist. Die mich verstehen, auch wenn ich nicht viel sagen kann. Manche Menschen haben einfach ein Gespür dafür, wie es anderen Menschen geht. Manchmal kann ich es einfach nicht gebrauchen, dass mich jemand 100x fragt, was los ist, sondern der mir einfach sagt "Hey, ich weiß, dass es dir gerade nicht gut geht, aber du musst es mir nicht sagen. Du kannst aber wenn du willst". Das lässt mein Herz höher schlagen. Und das ist es auch, was ich jedem rate, der das Herz eines anderen Menschen erobern möchte: Sei einfach du selbst und behandle dein Gegenüber genauso, wie du gerne von ihm oder ihr behandelt werden möchtest.  

Tag 16

Kurz vorab: Ich schwöre ich habe den Post gestern schon verfasst, bin aber dumm und habe es ausversehen als Entwurf gespeichert und nicht veröffentlicht. Ganz toll, Alex :D

 Erzähle von jemandem, den du vermisst.


Ich verkneife es mir mal, über jemanden zu schreiben, der nicht mehr lebt. Stattdessen schreibe ich einfach über jemanden, den ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Das ist ein Freund von mir, mit dem ich zusammen zur Uni gegangen bin. Servan hat Physik und Philosophie auf Lehramt studiert, genauso wie mein damaliger Freund. Deshalb haben wir zusammen die Physikvorlesungen besucht. Und da Servan sehr motiviert war, hat er mit mir zusammen auch noch die Mathevorlesungen besucht, die in meinem Modulplan waren. Als Lehramtsstudent musste er da eigentlich nicht hin, aber wie gesagt, er war motiviert alles mitzunehmen und die Inhalte waren recht grundlegend für die Physikvorlesungen. In den ersten beiden Semestern war er derjenige, mit dem ich die meiste Zeit verbracht habe. Wir sind oft zusammen in die Bibliothek gegangen um zu lernen und haben zusammen viel Spaß gemacht. Es gab eine Vorlesung, da wurde von irgendeiner Sportgruppe eine "aktive Pause" gemacht. Da wurden fünf Minuten lang Bewegungsübungen im Hörsaal gemacht, die alle mitmachen mussten. Nachdem Servan und ich die erste Hälfte der Vorlesung total aufmerksam und konzentriert waren, haben wir uns über die Übungen so beömmelt, dass wir den Rest der Vorlesung nur Unsinn gemacht und uns gegenseitig zum Lachen gebracht. Einmal nach so einer aktiven Pause hat er mir ein Gespräch erläutert, das er mit seiner Freundin geführt hat. Diese ist Biologiestudentin und hat ihm ein paar coole Mikroskopaufnahmen gezeigt, die wohl ziemlich faszinierend aussahen. Daraufhin hat er seine Freundin mit einem Stift beworfen (wie er mir in der Vorlesung wundervoll demonstriert hat) und ihr gesagt "und so faszinierend sieht Physik aus". Ich bin vor lachen fast von den Bank gefallen und aus der Vorlesung geworfen worden. Sowas ist mit ihm ständig passiert. Am Anfang des dritten Semesters hat Servan das Studium leider abgebrochen. Er hat mir in den Vorlesungen wirklich gefehlt. Niemand hat es so gut geschafft, mich an einem schlechten Tag zum lachen zu bringen wie er. Und ich hatte viele schlechte Tage, als er weg war. Ich habe Servan nie großartig was aus meiner Vergangenheit erzählt, er hat mir auch nie Fragen darüber gestellt, was es mit den Narben auf meinem Arm auf sich hat, oder warum ich so viel gekifft und getrunken habe. Trotzdem hat er es geschafft, immer das richtige zu sagen und ist nie in ein Fettnäpfchen getreten, obwohl es davon wirklich viele gegeben hätte. Nachdem er Bonn verlassen hatte, haben wir noch eine Weile miteinander geschrieben und uns gegenseitig Mut gemacht, dass es in Zukunft  besser laufen würde. Aber wie das leider häufig im Leben so ist, man verliert sich irgendwann einfach aus den Augen, weil jeder auf seinen Kram konzentriert ist. Trotzdem erinnere ich mich wahnsinnig gerne an die Zeit zurück, die wir gemeinsam an der Uni geteilt haben, denn Servan hat mein Leben in Bonn wirklich sehr bereichert und ich bin dankbar dafür, dass ich ihn kennenlernen durfte. Ich hoffe sehr, irgendwann nochmal was von ihm zu hören und, dass es ihm gut geht und er zufrieden ist mit dem Weg, den er gewählt hat. 

Samstag, 15. Mai 2021

Tag 15

 Wenn du wegrennen würdest, wohin würdest du gehen?


Das kommt ganz darauf an. Wenn damit ein "kindliches" wegrennen gemeint ist und man irgendwann wiedergefunden und in sein altes Leben zurückgesteckt wird, dann würde ich mir einen Rucksack schnappen und einfach drauf los laufen, durch den Wald, mich an die Natur halten, mir Felsvorsprünge suchen, wo man Lagerfeuer machen kann, auf einem Baum oder in einer Höhle schlafen und einfach die Natur genießen. Wenn ich aber jetzt wegrennen würde, quasi ohne Rückkehr raus aus meinem Leben, dann würde ich das natürlich anders machen. Ich würde irgendwo hin wollen, wo es immer richtig schön ist. Am liebsten auf eine Insel, wo das Klima richtig angenehm ist und ich oft ans Meer kann. Ich denke, ich würde erstmal eine Weile reisen, die Welt sehen wollen und mich mit kleinen Jobs über Wasser halten. Als Barkeeperin zu arbeiten würde mich reizen. Und wenn ich dann überall war, wo ich gerne mal hin möchte, würde ich mich da niederlassen, wo es am schönsten war. Wer weiß, wo das sein würde. Griechenland, oder vielleicht die Kanaren, oder in der Karibik, vielleicht sogar Neuseeland. Dort würde ich dann abends in einer Bar arbeiten, um mir eine kleine Wohnung mit dem nötigsten leisten zu können und ansonsten einfach eine möglichst angenehme Existenz zu führen. Am Strand liegen und gute Bücher lesen, bei leckeren Cocktails und Joints selber Bücher schreiben und einfach nur noch mir selbst Rechenschaft ablegen. Wenn ich einen Ort wählen müsste, wo ich bisher schonmal war, dann würde ich Fuerteventura oder Djerba wählen. Dort ließ es sich wirklich gut aushalten, die Inseln waren groß genug, für etwas Abwechslung wenn man sie braucht, aber klein genug, dass ich mich dort alleine zurecht finden würde. Die Strände waren nicht zu überfüllt, aber es gibt mehr als genug Tourismus, sodass sich immer etwas finden ließe, womit ich Geld verdienen könnte. Aber ich glaube, wenn ich wirklich wegrennen würde, dann würde ich trotz des Trubels in Bars und zwischen Touristen ein Leben in Einsamkeit wählen. Keine außerdienstlichen Kontakte, keine Beziehungen, ich würde mich auf mich selbst konzentrieren, denn ich glaube das wäre es, was ich dann brauchen würde. Zeit, um mich selbst zu finden, mich selbst kennen und lieben zu lernen. Im besten Falle würde ich dabei ein gutes Buch schreiben, oder mehrere, sodass ich nicht mehr arbeiten müsste. Dann würde ich weitermachen mit dem reisen, denn es lassen sich immer Plätze finden, die man noch nicht kennt. Jetzt bekomme ich richtig Fernweh, am liebsten würde ich gleich einen Flug buchen :D. Aber nicht Oneway, Egal wohin mich das Leben führt, ich weiß wo meine Heimat ist und an der hänge ich tatsächlich auch sehr, ich denke, selbst wenn ich mal wegrennen würde, früher oder später würde ich immer wieder zurück kommen. 

Freitag, 14. Mai 2021

Tag 14

 Beschreibe deinen Style.


Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass damit mein äußerliches Erscheinungsbild gemeint ist, also Klamotten, Schminke, Haare, Schmuck etc. Also, ein Wort beschreibt meinen Style da schon ganz gut: Schwarz. Seit ich 14 bin trage ich eigentlich nur noch schwarze Sachen. Das hatte am Anfang etwas damit zu tun, dass ich meine Trauer damit zum Ausdruck gebracht habe. Aber als ich dann ein paar Jahre später nochmal versucht habe, etwas mehr Farbe in meinen Schrank zu bekommen, haben mir Kleidungsstücke in anderen Farben überhaupt nicht mehr zugesagt. Wenn ich mir mal etwas bunteres gekauft habe, dann nur weil andere Leute mich dazu gedrängt haben. Also sieht mein Outfit meistens so aus: schwarze Jeans, schwarze Sneaker oder Stiefeletten und je nach Wetter schwarzes T-Shirt oder Pulli. Wenn ich ganz gewagt bin, trage ich auch mal ein dunkles lila oder dunkelrot. Farbtechnisch bin ich also eigentlich immer sehr vorhersehbar. Aber ich muss sagen, dass die Art der Kleidung, die ich gerne trage, so instabil ist wie meine Persönlichkeit. Manchmal liebe ich es, mich richtig schick zu machen, mit Cocktailkleid und Highheels und so. An manchen Tagen, wenn ich gerade mal zufrieden mit mir selbst bin, habe ich Lust, mich richtig sexy zu kleiden, mit kurzen Hotpans, schwarzen Strumpfhosen, Highheels und ein eng anliegendes Shirt, gerne auch mit Spitze und oder tiefem Ausschnitt. Aber an den meisten Tagen setze ich eher auf was bequemes, da sinds dann wirklich nur Jeans, Sneaker, T-Shirt und vielleicht noch ne Sweatjacke drüber und das wars. Aber zugegeben, mein liebster Style ist sexy mit einem Ticken coole Gothicbraut. Dafür bin ich nur meistens zu faul, oder habe nicht genug Selbstbewusstsein oder einfach nicht genug Geld, mir genug Kleidungsstücke in diesem Style zu kaufen. Und was den Rest angeht, meine Haare trage ich immer offen, die Farbe halte ich in einem rot braun Ton. Manchmal hätte ich auch gerne wieder bunte Haare, damit habe ich mich am wohlsten gefühlt, also würden die wahrsscheinlich auch eher meinem Style entsprechen. Geschminkt bin ich meistens nur an den Augen mit Maskara, Kajal und Eyeliner, natürlich auch alles in schwarz. Ich trage im rechten Ohr einen Tunnel und links einen ansatzweise dazu passenden Ohrring. Ich plane, dieses Jahr auch noch ein paar Ohrlöcher und Piercings an den Ohren hinzuzufügen. Dass ich tätowiert bin sieht man bei warmen Wetter auch direkt, auch da hätte ich gerne bei Zeiten noch mehr Schmuckstücke. Aber ich liebe meine Tattoos und ich zeige sie auch gerne. Meinen Snakebites bin ich natürlich auch treu geblieben, die gehören genauso zu mir wie die Tattoos. Was sonst noch? Ich trage gerne eine dezente Kette mit einem silbernen Herzanhänger, die ich von meinem Freund geschenkt bekommen habe. Früher habe ich meinen Style gerne mit ein paar Lederarmbändern abgerundet, die liebe ich immer noch, aber meistens nehme ich sie leider schnell wieder ab, weil sie mich beim schreiben stören oder ich sie auf der Arbeit halt nicht tragen darf. Ich muss leider auch sagen, dass meine Arbeit mich etwas im Ausleben meines Styles stört. Nur deshalb habe ich mir wieder eine normale Haarfarbe zugelegt und meistens bin ich nach der Arbeit auch zu faul, mir was schönes anzuziehen oder meinen Schmuck wieder anzulegen. Aber das ändert sich hoffentlich, sobald ich mein Examen habe wieder. Wir werden sehen. So, ich denke, das waren die wichtigsten Punkte, so spektakulär ist mein Style nun auch nicht. 

Donnerstag, 13. Mai 2021

Tag 13

 Schreibe über dein Lieblingsbuch.


Das ist ganz klar "Splitterfasernackt" von Lilly Lindner. Es ist eine Autobiographie, über ein Mädchen, das als Kind brutal missbraucht wurde und mit den Folgen davon kämpft. Sie schreibt über Essstörungen und Selbstverletzung und darüber, wie sie schließlich im Bordell arbeitet. Wie schwer es ihr fällt, ihren eigenen Körper richtig wahrzunehmen und wie schwierig es ist, so etwas wie Selbstwertgefühl zu empfinden. Ich liebe den Stil, in dem die Autorin schreibt, weiß gar nicht, wie ich den in Worte fassen soll, man muss es einfach mal selbst gelesen haben. In den Medien wird sie als "Sprachgewalt" betitelt, doch das wird ihr noch nicht gerecht. Neben ihrer Autobiographie hat Lilly Lindner noch weitere Bücher geschrieben, die ich alle sehr liebe. Sie behandelt Themen wie Verlust, Drogen, Selbstverletzung, Suizid, Essstörungen und Selbstverletzung, mit einer unglaublichen Komplexität und viel Text zwischen den Zeilen. Sie schafft es, ihre Emotionen zum Leser zu transportieren, man leidet mit ihr, man freut sich mit ihr und man spürt das absolute Nichts mit ihr.  Sie findet Worte für Geschehen, für die es keine Worte gibt. Ich kann das Buch und alle anderen Bücher dieser Autorin nur jedem empfehlen. Auch wenn ich es nicht gut schaffe, ihren Schreibstil zu beschreiben, weil er einfach unbeschreiblich ist. Macht euch einfach selbst ein Bild davon, es ist wirklich absolut einzigartig. 

Mittwoch, 12. Mai 2021

Tag 12

 Schreibe über deine Lieblingsserie.


Meine Lieblingsserie ist "Tote Mädchen lügen nicht", ganz klar. Ich habe das Buch gelesen, als ich 15 oder 16 war und fand es echt gut, doch die Handlung war für mich damit nicht abgeschlossen. Und dann kamen die Produzenten der Serie, packen das Buch in die erste Staffel und schreiben noch 3 weitere Staffeln, das war für mich wirklich sehr befriedigend. Für alle, die die Serie nicht kennen, es geht darum, dass ein Mädchen sich das Leben genommen hat und 13 Gründe für ihren Suizid hat, welche sie auf Kassetten aufnimmt. Jeder Grund dreht sich um einen Menschen, es gibt also für jede Person eine Kassettenseite, auf der sie erklärt, wie sein oder ihr Verhalten zu ihrem Suizid beigetragen hat. Die erste Staffel befasst sich nur mit diesen Kassetten. In der zweiten Staffel geht es dann darum, dass der Protagonist der Serie den Verlust des Mädchens verarbeitet und welche Auswirkungen die Kassetten und der Suizid auf alle Personen haben, die etwas mit der Toten zu tun hatten. Außerdem wird die Vergewaltigungskultur an Schulen, vor allem im Kreise von Sportlern behandelt und bekämpft. In der dritten Staffel geht es dann um die Aufklärung eines Mordes an einem dieser Vergewaltiger und in der letzten Staffel geht es um einen weiteren Tod, aber auch die Themen Suizid, Vergewaltigung, Drogenmissbrauch, Gewalt, Rassismus und Sexismus werden weiterführend beleuchtet. Und genau das ist es, was ich an dieser Serie so liebe. Nach der ersten Staffel, aber auch nach dem erscheinen jeder weiteren Staffel, wurde die Serie in der Presse zerrissen, weil es angeblich falsch wäre, junge Menschen in Kontakt mit diesen Themen zu bringen und es zu Nachahmungstaten anstiften würde. So ein Blödsinn. Ich für meinen Teil bin dankbar, dass solche Tabuthemen endlich mal offen angesprochen und auch ein Stück weit schonungslos gezeigt werden. Denn das ist die Realität. Und da ich selbst Opfer sexueller Gewalt war, auch lange Zeit unter Suizidgedanken gelitten habe, Drogen genommen habe und mit dem Suizid einer Freundin fertig werden musste, kann ich guten Gewissens sagen, dass es für Leute, die selbst von diesen Themen betroffen sind, unglaublich gut tut, sie nicht mehr tot zu schweigen. Denn schweigen macht diese Probleme nur schlimmer. Wie in der Serie auch sehr schön gezeigt wird, wie ich finde. Ich werde, für alle, die die Serie gesehen haben, mit dem restlichen Post auf ein paar Charakterentwicklungen aufzeigen, die mir besonders gut gefallen haben. 

Da ist einmal Alex, der in meinen Augen eine unfassbar positive Entwicklung durchgemacht hat. Sein Verhalten zu Beginn der Serie zeigt sehr deutlich, wie verwirrt und schuldig man sich fühlt, wenn sich ein anderer Mensch, den man eigentlich gut kannte, das Leben nimmt. Und dass einen der Gedanke, man hätte es verhindern können, in den Wahnsinn treiben kann. Und ich finde es toll, wie er nach seinem eigenen Suizidversuch versucht, für seine Fehler gerade zu stehen und Verantwortung zu übernehmen. Wie ihm klar wird, wie wichtig Freunde und Familie sind. Ich kann sogar verstehen, warum er Bryce umgebracht hat, ich hätte es genauso gemacht, schätze ich. Natürlich ist die Message, dass wenn man weiß ist und dein Vater ein Cop ist, du sogar mit Mord davon kommst, nicht so glücklich gewählt, aber ganz ehrlich, ich bin froh, dass Alex nicht ins Gefängnis musste und dass seine Freunde und Familie ihn so unterstützt haben. Auch die Entwicklung in der letzten Staffel finde ich wunderschön, wie er seine Gefühle für Charlie entdeckt und auch, wie positiv seine Familie auf sein Outing reagiert. Vielleicht nimmt das manchen Leuten ja die Angst davor. Und es ist sehr realistisch dargestellt, dass sich als Teenager alles so endgültig anfühlt, so als ob schlechte Gefühle für immer bleiben würden. Doch Alex Entwicklung zeigt, dass man es da raus schaffen kann, auch wenn man denkt, der Scheiß endet nie.

Dann ist da natürlich Jessica, die sich selbst in der ersten Staffel verleugnet, aber dann im Laufe der Zeit aufhört sich zu verkriechen, vom Opfer zur Überlebenden wird und anfängt Krach zu machen und sich für ihre Rechte und die von anderen Frauen einzusetzen. Ich finde ihre Entwicklung wirklich sehr inspirierend. Jessica ist für mich ein großes Vorbild. Ich finde es wahnsinnig mutig, dass sie Bryce anzeigt und als Schülersprecherin wirklich versucht, sich für ihre Mitschüler einzusetzen und jedem eine Stimme zu geben. Vor allem, sich selbst wieder eine Stimme zu geben. Es ist toll, wie sie es nach der Vergewaltigung schafft, ihre Sexualität neu zu erkunden. Außerdem finde ich ist es auch sehr realistisch dargestellt, die Probleme die sich hat, in ihrem eigenen Bett zu schlafen, wie man plötzlich in einer ganz alltäglichen Situation ein Flashback bekommen kann, aber auf der anderen Seite auch trotz allem schöne Momente haben kann, des Wunsch hat, eine Beziehung einzugehen und auf die Uni zu gehen und einfach eine Zukunft für sich selbst zu sehen. Wirklich sehr inspirierend. 

Und zu guter Letzt möchte ich noch Justin nennen. Ja, er hat ne Menge Scheiße gebaut, aber das hat jeder von uns. Vielleicht nicht in diesem Maßstab (vielleicht aber auch schlimmer?) aber jeder hat in seinem Leben schonmal folgenschwere Entscheidungen getroffen, bzw die Entscheidung getroffen, etwas schlimmes nicht zu verhindern. Aber ähnlich wie Alex versucht er, die Scheiße die er gebaut hat, wieder gerade zu biegen und geht ins Gefängnis, um Jessica in ihrer Aussage zu bestätigen. Das erfordert großen Mut. Wenn man sich mal seine Vergangenheit anschaut, ist es auch mehr als verständlich, dass Justin eine Drogensucht entwickelt. Viele Opfer von Kindesmissbrauch fangen an Drogen zu nehmen, wenn sie realisieren, was da eigentlich mit ihnen passiert ist. Und dass seine Mutter auch drogenabhängig war und mit Dealern und sonstigen zwielichtigen Personen zusammen war, hat die Sache nicht besser gemacht. Justin hat einen unglaublich schwierigen und traurigen Weg  hinter sich, aber es ist wirklich bemüht, eine bessere Version von sich selbst zu sein, für seine Fehler einzustehen und clean zu bleiben. Es ist so toll, ihn im Familienleben bei den Jensens zu sehen, mein Herz ist dahin geschmolzen. Sein Ende ist eine Tragödie, mit der ich absolut nicht einverstanden bin. Natürlich ist es nicht falsch, seine Geschichte zu nutzen um auch auf die Risiken von intravenösen Drogeneinnahmen und die Folgen von sexueller Gewalt hinzuweisen, aber hätte man ihn wirklich sterben lassen müssen? Leute ich sage euch, ich habe die letzten beiden Folgen Rotz und Wasser geheult, dieses Schicksal hatte er nicht verdient, wo er doch auf so einem guten Weg war. Natürlich ist er wieder rückfällig geworden und hat gelogen, aber das gehört ein Stück weit zu einer Sucht dazu. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich mit dem schneiden aufgehört habe und dann verheimlicht habe, dass ich doch wieder angefangen habe. Von daher kann ich Justin sein Verhalten verzeihen.

Soviel zu meinen Lieblingscharakteren in meiner Lieblingsserie. Wie gesagt, ich finde es einfach toll, dass in einer Serie so viele Tabus gebrochen werden und ich hätte gerne mehr solcher Serien, damit wir das Wort "Tabuthemen" bitte endlich aus unserem Wortschatz löschen können. Man sollte über jedes Thema frei reden können, denn Schweigen schafft sie nicht aus der Welt, sondern macht alles nur schlimmer. 

Dienstag, 11. Mai 2021

Tag 11

 Erzähle von deinen Geschwistern.


Tja, was soll ich da erzählen, ich habe keine Geschwister. Worüber ich im Grunde ziemlich froh bin. Als ich noch klein war, habe ich mir oft einen großen Bruder gewünscht. Viele meiner Freunde hatten ältere Geschwister, deshalb wollte ich auch einen großen Bruder, mit dem ich rangeln konnte, der mir coole Videospiele zeigt und Horrorfilme mit mir schaut, die eigentlich erst ab 18 sind. Die "große Bruder kleine Schwester" Beziehung schien mir etwas ziemlich cooles zu sein. An jüngeren Geschwistern war ich nie interessiert. Wenn ich mal mit meinen jüngeren Cousinen spielen musste hat mir das gereicht und ich war froh, nicht dauerhaft kleine Kinder um mich herum zu haben. Vor allem, als meine Mutter starb, war es eine Erleichterung, dass ich mich jetzt nicht noch um ein Kind kümmern musste. Vielleicht wäre es auch leichter gewesen jemanden zu haben, mit dem man das Schicksal teilen konnte, aber ich bin nicht so egoistisch, mir aus diesem Grund jemanden zu wünschen, der das auch hätte erleben müssen. Es ist für mich schwer einschätzbar, ob Geschwister in der Situation damals eine Last oder eine Erleichterung gewesen wären, aber damals war ich wie gesagt froh, dass da sonst niemand war. Auch heutzutage, wenn ich sehe, wie kompliziert die Beziehung zwischen meinem Freund und seinen Geschwistern ist, bin ich froh darum, Einzelkind zu sein. Es mag Leute geben, die eine sehr enge Beziehung zu ihren Geschwistern haben, aber dazu zählt leider niemand den ich kenne. 

Aber es gibt etwas, das super seltsam klingt, aber an das mich mein kindlicher Wunsch, nach einem großen Bruder erinnert. Deshalb werde ich jetzt darüber schreiben. In meinem Kurs gibt es einen Kerl, mit dem ich mich recht gut verstehe. Richard, ich denke ich habe ihn schonmal erwähnt. Seit wir die Ausbildung vor zwei Jahren begonnen haben, hat er sich um mein Vertrauen bemüht. Als wir zusammen auf der Alkoholentzugsstation gearbeitet haben, hat er immer gut auf mich aufgepasst, wenn ein intoxikierter Patient aufdringlich geworden ist. Er hat immer gemerkt, wenn bei mir etwas nicht in Ordnung war, ohne mich zu drängen, darüber zu sprechen. Er hat mich zum lachen gebracht und hat mir geholfen, das beste aus mir herauszuholen. Seit zwei Jahren, immer wenn wir uns sehen. Obwohl Richard zwei Jahre jünger ist als ich habe ich das Gefühl, dass er so viel reifer ist, als andere Jungs mit 22, aber ohne dabei die Fähigkeit verloren zu haben, mit kindlicher Leichtigkeit Spaß haben zu können. Und warum erzähle ich das? Weil Richard mir ein Stück weit das gibt, was ich mir als Kind von einem großen Bruder gewünscht hätte. Aber da es biologisch nicht möglich gewesen wäre, einen großen Bruder zu bekommen, wäre da nur die Option gewesen, einen kleinen Bruder zu bekommen. Es fühlt sich ein Stück weit so an, als wäre Richard der große kleine Bruder, den ich nie hatte. 

Montag, 10. Mai 2021

Tag 10

 Schreibe über deinen besten Freund.


Um ganz ehrlich zu sein, so etwas wie einen besten Freund habe ich nicht. Ich habe einige gute Freunde, aber einen besten Freund hatte ich schon lange nicht mehr. Mein Freund war mein bester Freund, bevor wir zusammen gekommen sind, aber ich finde es irgendwie komisch zu sagen, dass mein Freund und mein bester Freund die gleiche Person sind. Obwohl das im Grunde stimmt. Ich erzähle ihm alles. Immer, wenn irgendwas besonderes passiert, dann ist er die erste Person, der ich es erzählen will. Das war auch schon so, bevor wir zusammen waren. Als ich noch mit meinem Exfreund zusammen war, habe ich manche Sachen auch eher meinem besten Freund erzählt als ihm, vielleicht habe ich deshalb nicht das Gefühl, freundschaftstechnisch irgendwas zu vermissen, seit ich mit Alex zusammen bin. Also gut, nehmen wir mal an, dass man das tatsächlich sagen kann, dass mein fester Freund auch mein bester Freund ist. Dann trifft das im sonstigen sozialen Umfeld erstmal auf missfallen, weil man sich nur noch auf diese eine Person konzentriert. Weil sich die ganze Welt nur noch um ihn gedreht hat. Ich habe mit ihm tatsächlich alles besprochen, auch die Sachen über eine neue Beziehung, die man eigentlich mit seinen Freunden erörtert, nicht mit seinem Freund. Das ist alles wirklich seltsam und verwirrend, wenn eine einzige Person plötzlich so wichtig wird. Aber wenn man sich darauf einlässt auch etwas wirklich wunderbares. Ich liebe es, mein ganzes Leben mit einer Person zu teilen, keine Geheimnisse zu haben oder irgendwelche Tabuthemen. Es ist deutlich weniger anstrengend,  nicht mehr warten zu müssen, bis ich über das Verhalten meines Freundes mit einem Freund reden kann, anstatt es einfach mit ihm selber zu besprechen. Das ist unglaublich befreiend. Ich bin zuvor noch keinem Menschen begegnet, dem ich derart mein ganzes Herz, mein gesamtes Wesen öffnen kann und ich könnte mir keine schönere Beziehung, keine bessere Freundschaft vorstellen. 

Sonntag, 9. Mai 2021

Tag 9

 Schreibe über Glück.


Glück ist etwas sehr individuell definiertes. Für manche Menschen bedeutet es Glück, reich zu werden, oder berühmt oder etwas bestimmtes zu erreichen. Ich glaube, Ziele im Leben zu haben ist hilfreich dabei, glücklich zu sein. Aber Glück kann man nicht an materiellen Besitztümern oder Reichtum messen. Im Grunde braucht man davon gar nichts, um Glück zu finden. Für mich bedeutet Glück, dass man Menschen hat, auf die man sich verlassen kann, die einem das Gefühl geben geliebt zu werden, und für die man da sein kann. Und auch, sich selbst lieben zu können. Es bedeutet, mit sich selbst im reinen zu sein, die Art Mensch zu sein, die man sein möchte, Zufriedenheit. Vielleicht bedeutet Glück auch ein Stück weit, nach Wissen zu streben, sich weiterzubilden und immer wieder neue Sachen zu lernen und auszuprobieren, niemals das innere Kind zu verlieren, dass die Welt in sich aufsaugen will. Neugierig zu sein und Lebensfreude. Für all diese Dinge braucht man kein Geld. Man braucht nur sich selbst und die eigenen Fähigkeiten, an die man glaubt. Dann kann jeder Mensch den Weg zum Glück finden. Glück ist nichts, wo man hinein geboren wird. Natürlich ist es hilfreich, in einem stabilen Umfeld aufzuwachsen und von seiner Familie Liebe zu erfahren. Aber auch Menschen, die aus schwierigeren Verhältnissen kommen, können glücklich werden. Denn sie haben schon früh gelernt, wie man kämpft. Es ist wichtig, dass man niemals aufgibt, das Leben wird einen dafür belohnen, wenn man es weiter versucht und all das schöne in der uns geschenkten Welt sucht. Denn glücklich sein beginnt genau dann, wenn man sich selbst zugesteht, dass man selbst es verdient, sein Glück zu finden. Und das tut jeder von uns. Bedingungslos. 

Samstag, 8. Mai 2021

Tag 8

 "The Power of Music"


Musik ist etwas ganz wunderbares. Es gibt so viele Genres, da ist für jeden etwas dabei. Wenn ich mich für ein Genre entscheiden müsste, würde ich sagen Rock gefällt mir am besten. Aber eigentlich geht es mir bei der Musik die ich höre weniger um das instrumentelle und rhythmische Genre, mir die die Aussage hinter einem Lied wichtig. Musik ist Kunst und jeder Künstler möchte mit seinem Werk eine Message zum Ausdruck bringen. Wenn ein Song als einen ausdrucksstarken Text hat, dann ist mir das Genre eigentlich vollkommen egal. Jedes Lied in meinen Playlists bringt mich dazu etwas zu fühlen, darauf kommt es für mich an. Egal ob Rock, Metal, Pop, Boyband oder Solokünstler, bekannt oder Noname, wenn ich etwas tiefgründiges dahinter sehen kann und die Musik mich etwas empfinden lässt, dann ist sie in meinen Augen gut. Deshalb ist meine Playlist eigentlich ein bunter Mix aus allem. Und das schönste an Musik ist, dass es unglaublich viele Emotionen gibt, die sie wiederspiegeln kann. Es gibt Songs für jede Stimmungslage, welche die ich höre, wenn ich super gute Laune habe und das zum Ausdruck bringen möchte. Oder Lieder die ich höre, wenn es mir nicht so gut geht, ich das aber ändern möchte. Andersherum auch Songs, die meine schlechte Stimmung noch unterstreichen, egal ob traurig, wütend, verletzte, beschämt, manchmal braucht man das einfach, um sich nicht so einsam mit seien Gefühlen zu fühlen. Das magischste ist aber mit Abstand, wenn man von seinen eigenen Gefühlen total verwirrt ist, einem die Worte fehlen, um anderen mitzuteilen wie man sich fühlt. Und dann diesen einen Song hört, der es schafft, das Chaos in deinem Kopf zu ordnen und dir eine Stimme gibt, um zu sagen, was dir fehlt. Und das ist doch wirklich etwas wahnsinnig kraftvolles. Ein anderer Mensch, der mich nicht kennt, schafft es, meine Gefühle in einen Song zu packen und mich damit zu berühren. Eine andere schöne Beobachtung, die ich mit der Musik gemacht habe, ist die Art und Weise, wie sie im Gedächtnis bleibt. Und zwar nicht nur der auswendig gelernte Text. Nein, sie bleibt mit all ihren vermittelten Emotionen gespeichert. Wenn ich heute Lieder höre, die ich vor 10 Jahren oft gehört habe, dann ist da trotzdem sofort das Gefühl in mir, was ich damals hatte. Ich kenne nichts, was mein emotionales Gedächtnis derart berühren kann, wie die Musik. Nichts kann mich schneller daran erinnern, wie ich mich mit Situation XY gefühlt habe, wie dieser eine bestimmte Song, den ich in dieser Zeit immer wieder gehört habe, weil er die Worte fand, um das Chaos in meinem Kopf zu beschreiben. Musik ist also auch ein kleines Stück Unsterblichkeit. Nicht nur für den Künstler, sondern auch für jeden, der sie hört und seine Gefühle in die Musik hineinlegt. 

Freitag, 7. Mai 2021

Tag 7

 Erzähle von deinem Lieblingsfilm.


Jeder der mich kennt weiß, mein Lieblingsfilm ist "Das Schicksal ist ein mieser Verräter". Er ist lustig und gleichzeitig so unfassbar traurig. Wenn ich mich mies fühle und nicht weinen kann, dann brauche ich nur den Film zu schauen, kann mir die Augen ausheulen und fühle mich danach besser. Ich finde, es wird ziemlich realistisch dargestellt, wie das Leben sein kann. Es zeigt, wie jeder sein Päckchen zu tragen hat und wie subjektiv es ist, damit umzugehen, wie individuell Schmerz ist. Ich finde die Lehre, die sich durch den Film zieht "Schmerz verlangt gespürt zu werden." wirklich gut und eine wichtige Message. Man muss seine Gefühle zulassen, man muss leiden, bevor es besser wird, das ist der einzige Weg, Verdrängung macht alles nur schlimmer. Deshalb habe ich mir diesen Spruch auch auf den Arm tätowieren lassen. Weil ich es für sehr wichtig erachte, das zu beherzigen. Denn wahre Stärke zeigt sich darin, dass man auch Schwäche zulassen und zeigen kann. Ich erkenne mich aber auch gut in Hazel wieder, als Gus so krank ist. Sie tut alles für ihn, geht über ihre eigenen Grenzen hinaus und tut alles, um die Kontrolle zu behalten. Als er dann stirbt, da kommt alles hoch, was sie während dieser ganzen Zeit zur Seite geschoben hatte. Aus meiner Erfahrung her auch ziemlich realistisch. Ich finde es auch gut, dass das sterben an sich im Film nicht beschönigt oder heroisch dargestellt wird, sondern genauso unschön und scheiße wie es eben ist. Und, dass es leider keinen Unterschied macht, wie viel Scheiße schon passiert ist, du kannst dich wieder zurück ins Leben gekämpft haben und dann passiert einfach noch mehr Scheiße. Das klingt unfassbar düster und pessimistisch, aber ich bin dankbar, für ein Stück Realität, denn die ist eben nicht immer so hübsch wie man sich das wünscht. Und trotz allem, was die Charaktere dort durchmachen, keine gibt auf, es wird bis zum bitteren Ende gekämpft und DAS ist etwas wunderschönes, denn wer nicht kämpft, der hat schon verloren. 

Donnerstag, 6. Mai 2021

Tag 6

 Schreibe darüber wie es ist, single und dabei glücklich zu sein.


Haha ja, dafür bin ich ja genau die Richtige, wo ich doch in den letzten 6 Jahren genau einen Tag single war, und da war ich nicht sonderlich glücklich. Und ganz ehrlich, ich denke, dass der Mensch grundsätzlich nach einer Beziehung strebt, wir sind evolutionär in unserer DNS so codiert, schätze ich. Was natürlich nicht bedeutet, dass jeder Mensch gleich unglücklich ist, wenn er sich nicht in einer Beziehung befindet. Man muss auch bereit sein für sowas, sich einem anderen Menschen öffnen können und bereit sein, Zeit und Energie zu investieren, um Liebe zurück zu bekommen. Und natürlich kann man trotzdem glücklich sein, wenn man das noch nicht ist. Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, bevor ich mich ins Beziehungsleben stürzte. Grundsätzlich ging es mir zu dieser Zeit nicht sonderlich gut, das hatte aber nichts damit zu tun, dass ich single war. Aber ich hatte so viel Zeit für meine Freunde. Habe fast jeden Tag nach der Schule was mit ihnen unternommen und jedes Wochenende einen Mädelsabend gemacht. Wir haben Filme geschaut, nachts auf Spielplätzen gesessen und getrunken, haben Fahrradtouren gemacht und sind querfeldein durch den Wald gewandert. Ich war immer so glücklich, wenn ich mit meinen Mädels unterwegs war, das kann ich nicht anders sagen. Freundschaft ist leider manchmal schwierig aufrecht zu erhalten, wenn man in einer Beziehung lebt. Man hat nicht mehr so viel Zeit für seine Freunde, erzählt sich nicht mehr alles und wird von manchen irgendwann vor die Wahl gestellt, zwischen Freundschaft und Liebe. Wenn man single ist, dann muss man nicht wählen, man kann jede freie Sekunde mit seinen Freunden teilen und das ist, genauso wie Liebe, eine wundervolle Erfahrung. Man kann bedingungslos ehrlich sein und und jeden Gedanken teilen. Mit Freunden kann man auch in schwierigen Zeiten das gute im Leben sehen und darum ja, ist es möglich singel zu sein und trotzdem glücklich. 

Mittwoch, 5. Mai 2021

Tag 5

 Schreibe etwas über deine Eltern.


Meine Eltern sind ein unglaublich umfassendes Thema. Ich versuche, diesen Text nicht ausarten zu lassen. In meiner Kindheit war meine Mutter eigentlich mein Ansprechpartner für alles. Zum spielen, beim lernen, wenn etwas in meinem Freundeskreis passiert war, selbst wenn ich einen Jungen süß fand. Ich wollte zu allem ihre Meinung wissen und habe sehr viel darauf gegeben. Meine Mutter war mein ein und alles, das Zentrum meiner Welt, der einzige Mensch, den ich bedingungslos vertraut habe. Bei meinem Vater war das etwas ganz anderes. Er war eigentlich immer arbeiten, selbst am Wochenende hat er meistens was nebenbei gemacht. Abends war er auch oft nicht da, er ist nach der Arbeit gerne mit Kollegen in die Kneipe gegangen. Ich hatte Angst vor ihm, weil er schnell genervt von mir war, wenn ich "laut" war, dann konnte er auch mal gewalttätig werden. Ab und zu hatte ich die Schnauze voll davon, mich so behandeln zu lassen. Einmal habe ich ihm in die Hand gebissen, als er sie gegen mich erheben wollte. Den Schlag ins Gesicht habe ich natürlich trotzdem kassiert, aber wenigstens hatte ich mich gewehrt. Ein anderes Mal habe ich ihm die Finger in meinem heißen Glätteisen eingeklemmt, richtig aus dem nichts heraus, weiß auch nicht, was mich da geritten hat. Trotzdem war meinem Vater die Familie sehr wichtig. Wir sind jeden Wochenende zu seinen Eltern gefahren, bis sie gestorben sind. Leider wird selbst diese Zeit, die ich bei meiner Oma verbringen konnte und mit meinen Cousins und Cousinen spielen konnte von einer Sache überschattet: Alkohol. Aus Papas Familie war eigentlich jeder ein Alkoholiker, wodurch ich selbst auch sehr für angefangen habe zu trinken. Als meine Mutter krank wurde hat uns das auf eine seltsame Art und Weise sehr zusammengeschweißt. Ich war wirklich beeindruckt, wie bedingungslos er sich in dieser Zeit um alles gekümmert hat. Wir sind so oft es ging ins Krankenhaus gefahren und er hat möglich gemacht, dass wir sie auch zuhause versorgen konnten. Trotzdem konnte er nicht gut damit umgehen, er ist schnell ungeduldig geworden, als es ihr schlechter ging, sodass ich geschaut habe, dass ich immer zuhause war, um mich um alles zu kümmern. Doch als es zuende ging, hat mein Vater die ganze Nacht bei Mama am Bett gesessen, Er war stark für sie beide, als sie es nicht mehr konnte und das rechne ich ihm sehr hoch an. Doch ich würde lügen wenn ich sage, dass es einfach war, plötzlich mit meinem alkoholabhängigen und gewalttätigen Vater alleine zu leben. Ich muss zugeben, er hat mich seitdem kein einziges Mal mehr angerührt und die ersten 2 oder 3 Jahre hat er sich auch mit dem Trinken zusammengerissen. Ich hatte trotzdem immer Angst, ihn nach etwas fragen zu müssen, vor allem wenn es um Dinge ging, die ich sonst mit meiner Mutter geklärt hätte. Ich hatte Angst ihn alleine zu lassen, was mir oft Streit mit meinen Freunden eingebracht hat. Es tat weh mir anhören zu müssen, dass ich meinem Vater als Ersatzfrau dienen würde. Trotz dieser Konflikte würde ich es immer wieder so machen. Mein Vater und ich waren in dieser Zeit ein gutes Team, ich war froh, dass er sich derart zusammengerissen hat und ich wollte ihm etwas zurückgeben. Der Wendepunkt kam, als ich die ersten Flashbacks vom Missbrauch hatte und dachte, dass es mein Vater gewesen sein musste. Ich war 17 und hatte noch 2 Jahre vor mir, bevor ich ausgezogen bin. Ich habe seine Gegenwart kaum noch ausgehalten und habe mich deshalb eigentlich täglich volllaufen lassen. Mit dem Auszug wurde unsere Beziehung wieder besser, der Abstand tat uns gut. Mein Vater wurde daran erinnert, dass meine Anwesenheit nicht selbstverständlich war, denke ich, er wusste es wieder zu schätzen, wenn wir was unternommen haben. Und mir tat der Abstand gut. Seit einem Jahr ungefähr weiß ich, dass er es nicht war, der mich missbraucht hat und was soll ich sagen? Ich bin mehr als erleichtert. Ich wollte es nie wahrhaben, dass er mir sowas antun würde. Es ist schön, in seiner Gegenwart wieder entspannt sein zu können. Natürlich ist es trotzdem nicht okay, dass er mich geschlagen hat. Aber er hat nicht meine Seele getötet, das war jemand anderes. Und ist es nicht eigentlich ein schönes Ende für diese Geschichte, dass mit dieser ganzen Scheiße die passiert ist, mein Vater und ich schließlich doch zu so etwas wie einer Vater-Tochter-Beziehung gefunden haben?

Dienstag, 4. Mai 2021

Tag 4

 Schreibe über Orte, die du noch besuchen möchtest.


Ganz oben auf meiner Liste dafür steht eindeutig New York City! Ich kann nicht genau sagen, was mich an dieser Stadt so fasziniert, es war eines Tages einfach so in meinem Kopf. "Du musst unbedingt einmal in deinem Leben nach New York!". Eigentlich hasse ich Großstädte, als wir in der 10. Klasse in Berlin waren war das echt Folter für mich, ich hatte jeden Tag Panikattacken und wollte mich nur noch in meinem Bett verkriechen. Aber ich muss auch zugeben, dass es auch große Städte gab, in denen ich mich anders gefühlt habe. Vor 2 Jahren bin ich mit meinem Freund nach München gereist, er musste dort arbeiten und ich war in der Stadt unterwegs, ganz alleine, ohne Probleme. In Bonn konnte ich mich auch alleine überall hin bewegen, habe mich sogar halbwegs dort ausgekannt. Im Februar habe ich außerdem Sophie in Köln besucht und fand das auch echt okay. Vielleicht hatte ich mit Berlin einfach nur einen schlechten Start. Auf jeden Fall möchte ich New York die Chance geben, mich zu verzaubern. Ich möchte rauf aufs Empire State Building und den Campus der NYU sehen. Ich will Museen besuchen und zur Statue of Liberty. Über die Brooklyn Bridge fahren und die New York Public Library betreten. Durch den Central Park gehen und den Bronx Zoo besuchen. Vielleicht reizt es mich gerade so, weil ich mich sonst in anderen Welten herumtreibe. Wenn ich was unternehme, dann sind das für gewöhnlich Wanderungen durch die Natur, oder absolute Entspannung am Strand, Städtetrips oder Sightseeing stand noch nie auf meinem Programm. Aber ich habe nur das eine Leben und ich will jetzt das volle Programm. Vielleicht verliebe ich mich noch mehr in diese Stadt wenn ich dort bin, vielleicht finde ich es auch total zum kotzen, wer weiß. Aber dann habe ich es wenigstens versucht und muss am Ende nicht bereuen, irgendwas nicht gemacht zu haben. 

Zu weiteren Orten, die ich mal besuchen möchte, zählen der Grand Canyon in Arizona, das Death Valley in Kalifornien, die blaue Lagune in Reykjavik, ich möchte die Polarlichter in Norwegen sehen und die Uluru Waterfalls in Australien, das Blue hole in Kroatien, die Schwefelthermen in der Toskana, die Lavendelfelder in Frankreich. Ich möchte auch gerne mal nach Bali und ich möchte alle kanarischen Inseln besuchen. Das Valley of fire in Kanada sehen und einmal in London shoppen gehen. 

Das sind so die Top Orte meiner Bucket List. Ich habe vor allem jetzt, wo man seit über einem Jahr nirgends mehr hin kann, manchmal richtiges Fernweh. Wer weiß, wie lange der Scheiß noch dauert und wann man wieder uneingeschränkt reisen kann. Und ob man das dann noch bezahlen kann. Im Leben kann man sich auf nichts verlassen, vielleicht, wenn die Welt in drei oder vier Jahren wieder normal läuft, vielleicht bin ich dann schon tot, oder so krank, dass ich nicht mehr reisen kann. Oder es ist so viel Scheiße passiert, dass ich ganz andere Sachen im Kopf habe. Ich will es nicht für selbstverständlich nehmen, dass ich mein ganzes Arbeitsleben lang gesund bleibe und fit bin wenn ich in Rente gehe und alt werde. Jeder Tag kann der letzte deines Lebens sein, das haben mir die letzten Jahre sehr deutlich gezeigt. Und das ist absolut nicht pessimistisch gemeint, das ist einfach eine Beobachtung die ich gemacht habe. Keine weiß, wie viel Zeit er noch auf der Uhr hat und ich möchte nichts bereuen oder vermissen, wenn meine Zeit abgelaufen ist. Natürlich kann man nicht alles gemacht haben, was man im Leben tun wollte, wenn man mit Mitte 20 stirbt, aber man kann sich selbst sagen, dass man das beste aus der Zeit gemacht hat. Denn wenn man keinen Tag als selbstverständlich ansieht, jeder Tag ein Geschenk ist, eine neue Chance, dann kann man auch in jedem Moment etwas außergewöhnliches sehen. Die Wunder des Lebens warten nicht am anderen Ende der Welt, sie sind gleich hier, um jeden von uns herum. Man muss nur mit offenen Augen durchs Leben gehen, dann sieht man sie. 

Montag, 3. Mai 2021

Tag 3

 Erzähle von einer Erinnerung.


Okay, da ich in letzter Zeit sowieso sehr oft daran denke, erzähle ich euch etwas aus meiner Zeit in Bonn. Ich verbinde die zwei Jahre dort mit sehr vielen Emotionen. Das erste Semester war ich eigentlich nur high, das war eine super gute Zeit, ich habe es sehr genossen in dieser interessanten Stadt zu wohnen. Dann hat mein damaliger Freund ja eine Angst- und Panikstörung entwickelt, weshalb wir aufgehört haben zu kiffen. Die Auswirkungen davon haben sich irgendwie durch das ganze zweite Semester gezogen. In dieser Zeit habe ich angefangen, Freundschaften mit anderen Physikstudenten einzugehen. Da waren Miriam, Carmen und Lukas, die alle schon ein Jahr länger da waren als ich, aber aus verschiedenen Gründen nochmal die alten Sachen besuchen mussten. Ich bin sehr dankbar dafür, diese Menschen kennengelernt zu haben, es war mir eine Freude in diesen kurzen zwei Jahren mein Leben mit ihnen zu teilen. Dann war da noch Servan, wir haben gemeinsam das Studium begonnen. Jede Vorlesung, die wir zusammen besucht haben lief gleich ab. Am Anfang haben wir beide sehr ernsthaft versucht aufzupassen und mitzuschreiben und alles. Nach der ersten Hälfte haben wir es beide aufgegeben und den Rest der Vorlesung nur rumgeblödelt. Egal wie mies ich drauf war, er hat es jedes Mal geschafft mich doch zum lachen zu bringen. Wenn ich morgens den Hörsaal betreten habe und ihn gesehen habe, wusste ich schon, dass der Tag sich zum guten wenden würde. Leider hat Servan nach dem zweiten Semester abgebrochen und wir haben uns irgendwann aus den Augen verloren. Aber umso stärker wurde die Bindung zu den anderen drei oben genannten Freunden. Die Erinnerung von der ich eigentlich erzählen möchte, ereignete sich am Anfang des dritten Semesters. Ich war traurig darüber, dass Servan nicht mehr da war. Zwischen Sven und mir wurde die Stimmung auch irgendwie immer angespannter. Dann kam der Montag, von dem ich erzählen will. Der 16. Oktober 2017. Als ich am Wochenende in der Heimat war, habe ich einer Freundin von mir beim renovieren geholfen. Nicole. Wir haben uns super intensiv unterhalten und uns gegenseitig viel aus unserer Vergangenheit anvertraut. Das hat mir sehr viel bedeutet, ich fand es schön, dass sie mir so viel Vertrauen entgegenbrachte. Auf jeden Fall hatten wir danach noch ein bisschen was geschrieben und weitere Pläne für ihre neue Wohnung gemacht und so. An diesem Montag hatte ich noch nichts von ihr gehört, ich hatte ein ungutes Gefühl dabei. Ich saß mit Lukas und Carmen gerade in einem Mathetutorium, als eine gemeinsame Freundin von Nicole und mir, Sarah, mich anschrieb, und fragte, ob ich gerade zuhause bei meinem Freund sei. Als ich ihr antwortete, dass ich noch in der Uni war sagte sie, ich solle ihr Bescheid sagen, sobald ich zuhause wäre, weil sie mir was wichtiges sagen musste, bei dem sie nicht wollte, dass ich alleine war. In unserer Whatsapp Gruppe mit ein paar anderen Mädchen startete sie den gleichen Aufruf. Es sind tausend Sachen durch meinen Kopf geschwirrt, was wohl los sein könnte. Carmen hat mitbekommen, dass etwas nicht in Ordnung war und ich erzählte ihr, was los war. Sie gab mir recht, dass das nicht gut klang. Lukas hatte auch alles mitbekommen. Er hat angefangen, auf lustige Sachen zu spekulieren. Sarah wolle mir bestimmt nur sagen, dass sie was mit meinem Freund hat und er sollte dabei sein, damit ich ihm gleich eine verpassen konnte, war seine Vermutung. Ich war froh darum, dass er versuchte, den Ernst raus zu nehmen. Irgendwann war mir aufgefallen, dass jeder in der Whatsappgruppe etwas geantwortet hatte, nur Nicole nicht. Es wunderte mich außerdem, dass niemand sie aufforderte, sich auch zu äußern. Und in Anbetracht dessen, was sie mir 2 Tage vorher für Dinge erzählt hatte aus ihrem Leben, habe ich eine ganz böse Vorahnung bekommen. Ich habe Lukas und Carmen gesagt, was ich vermutete. Carmen wollte mich dazu bringen, sofort nach hause zu gehen, auf die Uni zu scheißen und endlich Gewissheit zu bekommen, was los ist. Lukas hat weiter über lustige Sachen spekuliert. Zum Beispiel könnte es doch sein, dass Nicole von Sven schwanger war und Sarah nur der Bote war. Ich habe bis zum bitteren Ende in dem Tutorium gesessen, einfach nur weil ich Angst vor der halben Stunde hatte, die ich bis nach hause brauchen würde. Und im Grunde brauchte ich die Bestätigung nicht mehr. Ich wusste, dass Nicole sich das Leben genommen hatte, ich wusste nur nicht was genau passiert war. Carmen hat mich zum Abschied umarmt und mich gebeten, mich später bei ihr zu melden. Lukas und ich sind zusammen in die Bahn gestiegen, ich habe versucht mich an seine Witze zu klammern. Trotzdem hat er mich daran erinnert, dass ich mich jederzeit bei ihm melden könnte, wenn was war, als ich aus der Bahn gestiegen bin. In der Zeit, die ich noch brauchte um zu meiner Wohnung zu laufen, habe ich Sven über das was los war in Kenntnis gesetzt, damit Sarah mir sofort sagen könnte, was los war. Als ich die Wohnung betreten habe, hat Sven mit seinen Freunden über ts darüber gesprochen, dass eine junge Frau am Morgen vor einen Güterzug gesprungen war. Die Mutter eines Freundes, war mit der Mutter von einer anderen Freundin von Nicole befreundet und war zu dem Zeitpunkt am Bahnhof. Die Jungs konnten mir nicht sicher sagen, ob das Nicole war, aber so einen großen Zufall konnte es doch gar nicht geben, oder? Dann kam die Nachricht von Sarah, die alles bestätigte. Nicole hatte sich das Leben genommen, indem sie sich vor einen Güterzug gelegt hatte. Ich war nicht traurig, als ich diese Bestätigung bekommen habe, ich war nur unfassbar wütend. Sven war vollkommen überfordert, wie er mit mir umgehen sollte. Ich habe Carmen und Lukas auch eine Nachricht geschickt, damit sie Bescheid wussten. Aber sie wussten genauso wenig damit umzugehen wie ich. Am nächsten Tag war ich nicht in der Uni, weil ich mich in der Heimat mit meinen Freunden getroffen habe. Wir haben ein paar Blumen und Kerzen für Nicole am Bahnhof aufgestellt. Aber es war, als wären wir uns alle vollkommen fremd, keiner wusste, wie er mit den anderen umgehen sollte. Als ich am nächsten Tag wieder in der Uni war, wussten meine Freunde dort, wie sie mir gegenübertreten konnten. Sie haben mir gesagt, wie sehr sie mich vermisst hatten. Haben mir das Gefühl gegeben, dass ich nicht alleine war. Miriam hat mich ganz oft mit in die Mensa geschleppt, obwohl ich dort nie etwas gegessen habe. Sie hat mich einfach wissen lassen, dass ich Teil einer Gemeinschaft war. Und dass es egal war, wenn ich eine Stunde schweigend bei ihnen saß, Hauptsache ich war dort. Carmen hat mir so oft geschrieben, wenn sie mich nicht gesehen hat und gefragt, ob alles okay ist. Wenn wir Zeit bis zur nächsten Vorlesung totschlagen mussten, hat sie mich zu allen möglichen Menschen mitgeschleppt. Oder mir in den Arsch getreten, dass ich endlich mal lernen sollte. Und Lukas hat mir einfach nicht erlaubt, in Trauer oder Wut zu versinken. Er ist mir oft wirklich ganz bewusst auf den Sack gegangen, bis ich mich darauf eingelassen habe zum lachen gebracht zu werden. Und er hat es immer geschafft. 

Ich liebe diese Menschen, sie haben wirklich alles gemacht, um mir zu helfen. Der traurige Wendepunkt dieser Geschichte ist leider, dass ich nicht bereit war, diese Hilfe anzunehmen. Ich habe es nichtmal richtig gesehen, wie sehr sich alle bemüht haben. Habe mich immer weiter runterziehen lassen und schließlich alles aufgegeben, was mir mal so wichtig war. Mein Studium. Meine Freunde. Und schließlich auch meine Beziehung. Aber eigentlich soll es gar nicht darum gehen was und wen ich verloren habe, sondern um diese wunderbaren Menschen, meine Freunde, die mir für immer fehlen werden. 

Sonntag, 2. Mai 2021

Tag 2

Schreibe über Dinge, die dich glücklich machen.

Es sind meistens recht kleine und einfache Dinge, die mich glücklich machen. Ein Spaziergang durch die Natur, vor allem jetzt, wo die ersten wärmeren Tage kommen, man die Sonnenstrahlen auf der Haut spüren kann und alles blüht, das ist wunderschön. Oder wenn ich nach getaner Arbeit abschalten kann und mich einfach mit einem guten Buch auf die Couch setzten kann. Oder wenn ich mir die Zeit nehme, selber etwas zu schreiben. Es ist toll, selber Charaktere und Beziehungen zu konstruieren. Und es fühlt sich einfach großartig an, Geschichten die man selbst geschrieben hat nochmal zu lesen und zufrieden mit dem zu sein, was man selbst kreiert hat! Was macht mich noch glücklich? Jemanden zu treffen, den ich lange nicht gesehen habe und ganz unzensiert austauschen zu können, was in der letzten Zeit so in unseren Leben passiert ist. Generell auch, mit Menschen zusammen zu sein, die mir das Gefühl geben, dass ich vor ihnen ganz ich selbst sein kann, die merken wenn ich eine Fassade hochziehe oder sie anlüge. Solche Menschen sind so wertvoll und selten und ich bin sehr glücklich und dankbar ein paar solcher Persönlichkeiten zu kennen!

Samstag, 1. Mai 2021

30 days writing challenge

 Huhu ihr Lieben! Zu allem, worüber ich letztes Mal geschrieben habe gibt es leider noch nicht viel Neues, deshalb werde ich da nicht weiter drauf eingehen. Nur eine kurze Info: Die OP von meiner Schwiegermama hat am Montag stattgefunden und ist auch soweit gut verlaufen. Wie es jetzt weitergeht wissen wir noch nicht, aber es wurden keine weiteren Metastasen gefunden, was ja schonmal ganz gut ist. 

Heute schreibe ich aber mit einem anderen Anliegen. Ich habe jetzt bis Pfingsten Urlaub und danach wahrscheinlich wieder Online Unterricht, daher habe ich den Mai auserkoren für etwas, was ich schon seit einer Weile machen möchte: Die 30 days writing challenge. Das heißt die nächsten 30 Tage gibt es jeden Tag einen Post von mir, in dem ich über ein bestimmtes Thema schreiben werde. Heute fange ich also mit Tag 1 an.

Beschreibe deine Persönlichkeit.

Das empfinde ich tatsächlich schon als eine schwierige Aufgabe. Ich glaube, wie ich mich selbst wahrnehme unterscheidet sich sehr von dem, was andere in mir sehen. Ich sehe außerdem eine große Diskrepanz zwischen der Person die ich bin und wer ich gerne sein würde. Was ich über meine Persönlichkeit sagen kann ist, dass ich, wenn etwas mein Interesse geweckt hat super ehrgeizig und zielstrebig bin. Ich bin außerdem viel zu perfektionistisch und lege mir damit ständig selbst Steine in den Weg, weil ich viele Dinge gar nicht erst anfange, da ich davon ausgehe, dass ich ohnehin scheitern würde. Was natürlich total dämlich ist. Anfangen ist nur der schwerste Schritt. Desweiteren bin ich ein eigentlich sehr strukturierter Mensch und muss immer alles ganz genau planen. Weicht dann etwas spontan von meinem Vorhaben ab, kann ich sehr impulsiv und ungemütlich werden. Danach habe ich den Menschen gegenüber, die das miterleben mussten, immer ein super schlechtes Gewissen, weil ich eigentlich gerne ein besserer Mensch für meine Liebsten wäre. Ich möchte mehr für die Menschen da sein, die mir wichtig sind, was oft dazu führt, dass ich viel zu sehr mitleide. Oder viele denken, dass ich genug mit meinen eigenen Problemen zu tun habe, um mich auch noch um ihre zu kümmern. Ich wünschte, das würden sie nicht denken. Die Probleme von anderen Leuten sind eine willkommene Abwechslung und ich freue mich immer sehr, wenn mir jemand seine Gedanken anvertraut. Und noch glücklicher macht es mich, wenn ich dann auch noch helfen kann. Deshalb liebe ich meinen Job in der Psychiatrie so sehr. Ich habe die Schnauze voll davon, pessimistisch zu sein und den Kopf in den Sand zu stecken. Stattdessen will die die Scheiße, die ich erlebt habe nutzen, um anderen zu helfen. Damit kann ich meine negativen Erfahrungen sogar in etwas positives Umwandeln, was dem Ganzen irgendwie einen Sinn verleiht. In den Momenten, in denen ich das wirklich verinnerlichen und beherzigen kann, mag ich mich selbst auch viel mehr als sonst. Selbstwertgefühl ist nämlich etwas, woran ich definitiv noch arbeiten muss. Aber ich bin sehr bereit es mit meinen Baustellen aufzunehmen, denn ich will lernen, das Leben zu lieben. Und zwar so richtig und nicht nur manchmal.