Freitag, 7. Dezember 2018

Hallo meine Lieben. Ich lebe noch! Nur falls sich das irgendwer gefragt hat :D. Der letzte Monat war so stressig, dass ich es nie geschafft habe mich zu melden. Nicht negativ stressig, aber dennoch anstrengend. Ich habe mein Praktikum absolviert. Die Station auf der ich gearbeitet habe war in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Es war eine Station für Jugendliche im Alter von 15-18 Jahren, die meisten Patienten waren geistig behindert oder hatten eine Form von Autismus. Es gab aber auch ein paar normalintelligente Patienten, mit denen habe ich mich besonders gut verstanden. Die Arbeit hat mir sehr sehr viel Spaß gemacht und ich denke dass ich in diesem Berufsfeld gut klarkommen werde. Ich bin  mit den meisten Patienten gut ausgekommen und konnte mein eigenes Wissen über psychische Probleme sehr gut einbringen. Mit dem Personal habe ich mich auch größtenteils gut verstanden, nur mit einer Pflegerin bin ich gar nicht ausgekommen, aber das ist niemand, also von daher. Neben mir war noch ein anderer Praktikant, ein FSJler und eine Auszubildende auf der Station, immer zwei von uns in derselben Schicht. Mit den dreien habe ich mich besonders gut verstanden, gerade die Schülerin konnte mir schon viele Tipps und Eindrücke zur Ausbildung geben. Mein Vorstellungsgespräch dort lief auch richtig richtig gut und ich habe einen Ausbildungsplatz in meiner Wunschklinik bekommen. Es war nicht nur ein einfaches Vorstellungsgespräch sondern ein Assessment Center, da waren neben mir noch 11 weitere Bewerber und wir haben größtenteils miteinander agiert. Es gab eine Runde in der sich alle vorgestellt haben, dann gab es eine mündliche Aufgabe über die wir in Gruppen diskutieren mussten und eine schriftliche Aufgabe, die jeder alleine lösen musste. Dann ein Abschlussgespräch, wo jeder alleine rein gegangen ist und dann gab es direkt die Zu- und Absagen. So konnte ich auch schon einige Leute kennenlernen mit denen ich später in einer Klasse sein werde, die waren alle sehr nett. Nach der Arbeit war ich dann aber immer so platt, dass ich nur noch nichts tun wollte, oder mich ein bisschen mit Sven getroffen habe. Sven wurde beim Finanzamt leider nicht angenommen, also suchen wir für ihn noch einen Ausbildungsplatz. Dann haben wir unsere Wohnung in Bonn ausgeräumt und dort renoviert, sogut wir das konnten. Seit Dienstag sind wir die Wohnung dann los. Das ist also schonmal ein Problem weniger. Jetzt muss ich noch einen Nebenjob finden den ich machen kann bis meine Ausbildung los geht und nach einer neuen Wohnung Ausschau halten. Aber gerade muss ich mich erstmal ein paar Tage ausruhen. Ich merke erst jetzt wie ausgebrannt mein Kopf ist, ich bin super antriebslos in den letzten Tagen. Und ich verbringe so viel Zeit wie ich kann mit Sven, auch wenn wir eigentlich nur Serien schauen und kuscheln. Gestern Abend bin ich noch spontan zu meinem Kumpel gefahren und wir haben was gezockt, bzw. er hat gezockt und ich habe zugesehen, dabei geredet und nen Film geschaut. Ich bin gerade also erstmal dabei die Sachen aufzuarbeiten, die ich im November wegen Arbeit und Auszug nicht geschafft habe. Sowas wie bei meinem Vater den Haushalt zu machen oder soziale Kontakte zu pflegen. Sonst gibt es zu den Dingen die ich in der vergangenen Zeit getrieben habe eigentlich nicht viel zu sagen. Emotional ging es mir auch soweit okay, vielleicht hatte ich auch einfach zu wenig Zeit um viel zu fühlen. Es gab in der Klinik auch ein paar Situationen die mich getriggert haben. Wenn ein Mädchen mit blutendem Arm ins Schwesternzimmer kommt und die Rasierklinge übergibt. Wenn Personal, dass mit Borderline Symptomatik jeglicher Art nicht vertraut ist sich darüber unterhält wie wenig sie das alles nachvollziehen können. Wenn ein Junge mir auf die Brüste schlägt. Doch obwohl ich in den vier Wochen die ich dort verbracht habe geschlagen, getreten, getriggert und belästigt wurde bin ich mir nun sicherer denn je dass ich dort arbeiten möchte. Denn ich habe gesehen wie sich Patienten gefreut haben, wenn ich mit ihnen gespielt oder auch nur geredet habe. Ich konnte verstehen was mache Examinierte nicht verstehen konnten und mich entsprechend mit den Patienten beschäftigen, teilweise sogar engagierte und offene Pfleger erreichen mit dem was ich mitbringen konnte. Ich kann die Erfahrungen die ich gemacht habe und die mich so quälten endlich für etwas richtig gutes einsetzen. Und gerade mit Jugendlichen in diesem Alter bin ich sehr gut klar gekommen. Mit den Leuten bei meiner Hospitation in der Erwachsenenpsychiatrie konnte ich nicht so viel anfangen, da gab es einfach nicht so viel Patientenkontakt. Doch gerade der ist mir sehr wichtig. Von meiner Hospitation kenne ich keinen einzigen Namen mehr, im Praktikum kannte ich die Namen von allen Patienten schon nach dem ersten Tag. Und ob ich nach der Ausbildung dann noch Psychologie studiere oder nicht das kann ich dann ja immer noch entscheiden.
Also ich würde sagen ich kann mich momentan über nichts beklagen. Stück für Stück läuft alles. Ab sofort werde ich mich auch wieder regelmäßig melden. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende, bis dann ihr Lieben!

Samstag, 27. Oktober 2018

Hallo ihr Lieben. Ich fange mal mit einem Geständnis an. Ich habe mich am Samstag so hart abgeschossen, dass ich die ganze Nacht und den nächsten Morgen kotzdend über der Kloschüssel hing. Soviel zum Thema ich trinke nicht mehr als 2 Bier. Einen Filmsriss hatte ich auch, und den schlimmsten Kater seit 4 Jahren. Naja. Immerhin habe ich Sven trotzdem nicht ins Auto gekotzt. Da mir dieser Abend, bzw. das was ich davon noch weiß, extrem peinlich ist, werde ich schnell das Thema wechseln. Am Sonntag war ich eigentlich nur damit beschäftigt einen Kater zu haben, viel mehr habe ich nicht gemacht. Montag haben wir eine neue Haustüre bekommen und ich war die meiste Zeit damit beschäftigt mich in Papas Wohnung zu verkriechen, um nicht von irgendwem zugetextet zu werden. Dienstag hatte ich meine Hygienebelehrung, dafür musste ich früh aufstehen und es war scheiße langweilig und unnötig, aber immerhin nach ner Stunde erledigt. Abends bin ich dann noch spontan zu einem Kumpel gefahren, weil es ihm nicht gut ging und ich ihm Gesellschaft leisten wollte. Wir haben viel geredet und zwei Filme geguckt und ich bin bei ihm geblieben, bis er müde genug war um schlafen zu gehen. Mittwoch habe ich was Zeit mit Sven verbracht, ich habe ihn erst zum Straßenverkehrsamt begleitet, weil er da noch was wegen seinem Auto und seinem Nebenjob regeln musste. Dann haben wir uns was bei KFC zu essen geholt und haben was Zeit bei mir verbracht. Donnerstag war ich Mittags was draußen unterwegs, bin was mit meinem Kumpel spazieren gegangen und habe gequatscht, nachmittags war ich wieder bei Sven. Abends sind Sven und ich dann mit meinem Vater essen gegangen, aber Sven musste früh zu hause sein, weil sein Stiefvater da wieder seinen ersten Arbeitstag hatte und Sven deshalb jetzt wieder den Babysitter für seine Mutter spielen darf. Das Thema ist seitdem wieder Streitpunkt Nummer eins bei uns. Naja, aber ich habe jetzt keine Lust das zu vertiefen. Also gehe ich zu Freitag über. Da musste ich auch wieder früh aufstehen, weil ich zu meinem Hausarzt musste, um eine Bescheinigung für mein Praktikum zu holen, dass ich fit bin. Ich war ein wenig nervös, weil mein Hausarzt ja auch alles rund um meine Therapie in seiner Datenbank hat und ich Angst hatte, dass es da ein Problem geben könnte, aber eigentlich wurde nur mein Blutdruck gemessen und dann konnte ich wieder gehen. Danach bin ich mit Sven nach Bonn gefahren. Wir haben die meisten unserer Sachen eingepackt, Müllsäcke voll gemacht und uns wie in den guten alten Zeiten Pizza gemacht und dazu eine Folge Supernatural gesehen. Als wir in Bonn angekommen sind war ich erstmal fertig mit den Nerven und konnte gar nicht mehr aufhören zu heulen. Es gibt einiges, was ich nicht vermissen werde und es gab harte Zeiten dort. Aber trotzdem war es meine erste eigene Wohnung in der Sven und ich viele schöne Stunden verbracht haben und das vermisse ich sehr. Die Freiheit und die Privatsphäre. Dort ist mir alles so vertraut geworden. Aber nach einer Weile habe ich mich wieder gefangen und konnte das tun, weshalb ich eigentlich dort war. Haben auf jeden Fall gut etwas geschafft, aber Sven musste um 18 Uhr zu hause sein, deshalb haben wir uns nachmittags wieder auf den Heimweg gemacht. Heute habe ich mir Zeit genommen meine Wäsche zu machen und so nen Kram. Außerdem kam heute eine weitere Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Das ist am 12.11. in der Klinik in der ich auch mein Praktikum mache. Dort kriege ich auch noch am gleichen Tag gesagt, ob ich einen Ausbildungsplatz bekomme oder nicht. Das war das spektakulärste an meinem Tag, aber man kriegt ja auch nicht ständig eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Also ich zumindest nicht :D. Sven war heute zum Essen bei mir und meinem Vater, konnte aber wieder nicht lange bleiben. Aber morgen hat sein Stiefvater frei, deshalb kann er dann was länger bei mir bleiben. Außerdem will ich morgen mal wieder zum Friedhof, da meine Mutter morgen Geburtstag hat. Sie wäre 55 geworden, da kann ich ihr wenigstens eine Kerze bringen.
Für die kommende Woche habe ich noch nicht viele Pläne. Ich bin Halloween zu einer Party eingeladen, aber ich weiß noch nicht ob ich dahin will. Es sind viele Leute da, die ich nicht kenne, deutlich mehr als welche die ich kenne. Und von denen mag ich einige nicht mal, also keine Ahnung. Freitag ist mein erster Arbeitstag bei meinem Praktikum und am Samstag wollte ich vielleicht mal wieder in die Rockschicht fahren. Mein Kumpel war da noch nie und hat gefragt, ob ich ihn mal mitnehme. Er ist beruflich viel unterwegs und die Rockschicht ist nur einmal im Monat und da er am Samstag zu hause ist dachte ich wir sollten das ausnutzen. Wer weiß, wann sich die nächste Gelegenheit ergibt? Naja, soviel zu meiner Woche und meinen Plänen für die nächste Woche. Ich werde den Abend jetzt mal ruhig mit ein wenig Netflix ausklingen lassen und bin gerade eigentlich ganz froh mal ein ruhiges Wochenende zu haben, an dem ich nicht vollkommen betrunken bin. Auf so einen Absturz wie letzte Woche kann ich verzichten. Zum Glück war ich zu sehr damit beschäftigt mich zu übergeben und hatte keine Gelegenheit übers Scheiden nachzudenken. Das mache ich nüchtern momentan sehr viel. Aber egal, ich nehme mir gleich meinen Laptop und kuschel mich ins Bett, dann bin ich eh zu faul zum aufstehen und mein Bett werde ich mir ganz bestimmt nicht mit Blut besudeln. Euch noch einen schönen Abend bzw einen schönen Sonntag, falls ihr das heute nicht mehr lesen werdet. Was vermutlich der Fall sein wird, da ich hoffe dass die meisten Leute ihren Samstagabend nicht auf solchen Seiten verbringen. Also, bis nächste Woche meine Lieben!

Samstag, 20. Oktober 2018

Hallo meine Lieben! Die Woche war unendlich lang und dennoch super schnell vorbei. Am Montag hatte ich ja mein Vorstellungsgespräch. Tatsächlich konnte ich in der Nacht vorher ganz gut schlafen. Das Gespräch selbst hat gerade mal 20 Minuten gedauert. Es wurde nichts besonderes gefragt, ich sollte was über meine bisherige Laufbahn erzählen, wieso ich Krankenpflegerin werden möchte und durfte zum Schluss selbst Fragen stellen und das wars dann auch schon. Ich hatte danach weder ein sonderlich schlechtes, noch ein sonderlich gutes Gefühl. Manche Sachen hätte ich besser machen können, aber im großen und ganzen war es denke ich ganz okay. Am Donnerstag und Freitag durfte ich in der Klinik Probearbeiten. Donnerstag war ich auf der allgemeinen Psychiatrie für  ältere Erwachsene. Dort hat es mir richtig gut gefallen, ich durfte schon einiges mit machen und habe vom Stationsleiter ein positives Feedback bekommen. Gestern war ich dann in der Gerontopsychiatrie. Also eine geschlossene Station, hauptsächlich für Demenzkranke. Dort war es weniger wie in einer Psychiatrie, sondern mehr wie ein Altenheim. Es war schwierig für mich, mich dort gut einzubringen. Naja, ich durfte auch nicht wirklich viel machen, ich habe examinierten Pflegerinnen zugesehen, Handtücher und Pflaster angereicht und beim Mittagessen geholfen. Auf der Station hatte ich gemischte Gefühle, trotzdem bin ich glücklich, schon viele Eindrücke sammeln zu können. Es hat mir auch die Angst vor dem bevorstehenden Praktikum genommen, weil ich weiß, dass ich mich nützlich machen und mit den Patienten umgehen kann. Dennoch muss ich zugeben, dass die Gerontopsychiatrie nichts ist, wo ich fest angestellt sein möchte.
Oh, aber ich habe Dienstag und Mittwoch übersprungen. Naja, an den Tagen war ich damit beschäftigt einen Nervenzusammenbruch zu haben, weil mich alles ein wenig überfordert hat. Ich hatte richtig Schiss vor der Hospitation, musste noch andere Termine vereinbaren, was am Anfang nicht ganz so geklappt hat, wie ich das wollte und keine Ahnung, ich war ein wenig sehr suizidal in diesen Tagen. Aber nachdem ich am Donnerstag erstmal in der Klinik angekommen war ging es mir besser. Ich bin immernoch ziemlich angespannt im Moment, aber im Vergleich zu vor ein paar Tagen lässt es sich gerade ziemlich gut aushalten.
Heute Abend feiert ein Bekannter in seinen Geburtstag rein, da werden Sven und ich mit meinem Vater mal vorbei schauen. Ich habe mir aber fest vorgenommen, nicht mehr als ein paar Bier zu trinken. Ich bin noch nicht wieder stabil genug um mich zu besaufen denke ich. Denn trotz meines emotionalen Ausnahmezustands in letzter Zeit habe ich es geschafft auf Selbstverletzung zu verzichten. Mittlerweile mehr als ein halbes Jahr. Und ich will, dass das so bleibt, also muss ich auf mich Acht geben, was ich nicht kann, wenn ich mich zuknalle. Außerdem habe ich Sven versprochen ihm nicht ins Auto zu kotzen. Er hat nämlich jetzt ein eigenes Auto, mega geil, oder? Sein  Opa hat sich ein neues gekauft, das alte hat Svens Tante bekommen und Sven hat das alte von ihr bekommen. Jetzt haben wir also immerhin schonmal ein eigenes Auto. Nun muss nur noch eine neue Wohnung her. Beziehungsweise um die Alte müssen wir uns mal langsam kümmern. Wir haben zwar noch einen Monat, aber da ich im November arbeiten muss und meine Schichten noch nicht kenne, will ich alles vorher erledigt haben. Deshalb werde ich nächste Woche nochmal nen Tag nach Bonn fahren und alle Sachen zusammenpacken, sodass mein Vater nur noch zum Transport kommen muss. Dann muss noch gestrichen und geputzt werden und schon sind wir fertig. Dann mache ich am Dienstag beim Gesundheitsamt noch eine Hygienebelehrung und am Freitag muss ich zu meinem Hausarzt um mir bescheinigen zu lassen, dass ich als Pflegerin arbeiten kann. Was ein Stress. Naja, aber ich muss zugeben, es hat sich gut angefühlt, produktiv zu sein und was sinnvolles zu machen. Es war nur schwierig mit meinem Vater, weil er ja so Pokemon süchtig ist und immer abends noch ne Runde gehen und spielen will. Das ist nur leider einfach nicht drin wenn ich selbst arbeite. Ist ja schön, dass er nach der Arbeit nichts besseres zu tun hat, als den restlichen Abend am Handy zu spielen. Aber ich war froh, wenn ich mich nochmal für 1-2 Stündchen mit Sven treffen konnte, Zeit zum essen hatte und dann früh ins Bett gehen konnte, weil ich es verdammt anstrengend finde von 7 bis halb 5 aus dem Haus zu sein. Aber naja, ich hoffe der hat sich schonmal an den Gedanken gewöhnt, dass ich während es Praktikums nichts anderes als arbeiten essen und schlafen machen werde, sonst bekommen wir ganz schnell ein Problem miteinander. Aber ich hoffe einfach mal, dass das nicht der Fall sein wird.
So, mein Vater ist nun auch zu hause und bedarf meiner Aufmerksamkeit, nachdem er zwei Tage lang so gut wie nichts von mir hatte. Deshalb verabschiede ich mich an dieser Stelle. Euch noch ein schönes Wochenende, bis nächste Woche.

Sonntag, 14. Oktober 2018

Hallo ihr Lieben! Puh, Sonntag, gerade noch pünktlich für diese Woche :D. Naja, diese Woche war ich nicht ganz so gut drauf. Mein Vater hatte Urlaub, dann habe ich morgen ein Vorstellungsgespräch, wovor ich richtig Schiss habe und ich habe mich gepflegt vor allem gedrückt, was ich so zu tun hatte. Super Alex. Soviel zu dem, was diese Woche nicht so gut gelaufen ist. Aber wir wollen uns nicht an Negativitäten aufhängen. Am Freitag war ich mit Sven in der Stadt. Abgesehen davon, dass ich auf der Hinfahrt damit beschäftigt war, andere Autofahrer anzubrüllen war es ein sehr entspannter Tag. Es hat Spaß gemacht durch die Geschäfte zu bummeln, obwohl das eigentliche Ziel war, mir eine Bluse für das Vorstellungsgespräch zu kaufen. Die Bluse ist hässlich wie scheiße, aber anscheinend genau das, was man bei sowas trägt. Ich habe meinen Freund mit meiner übertriebenen Empörung ganz gut unterhalten glaube ich. Ich habe mich auf jeden Fall selber ganz gut unterhalten. Zum Abschluss waren wir dann noch was zusammen essen. Mein Freund und ich kommen halt momentan nicht wirklich dazu, großartig etwas alleine zu unternehmen, daher war das am Freitag richtig schön. Dann war ich gestern Abend wieder bei dem Kerl, wo ich letztes Wochenende auch war. Ohje, ich sehe die enttäuschten Blicke schon :D. Tja, aber was soll ich euch sagen? Wir haben nicht viel anderes gemacht als letzte Woche. Wir haben nen Film gesehen, es gab Pizza anstatt Nudeln und statt eines Kastens haben wir gestern eineinhalb Kästen geschafft. Wir haben geredet und noch mehr geredet und sonst nichts. Aber es tat so gut. Heute Morgen um halb 6 war ich dann letztendlich zu hause. Ich hätte eigentlich gar nicht schlafen gehen brauchen, ich war sowieso zu betrunken dafür. Aber naja, habe dann 5 Stunden im Bett gelegen und nach ner kalten Dusche und Kaffee sogar halbwegs fit. Gleich fahre ich dann Sven holen und wir verbringen den Abend bei meinem Vater. Trotz Müdigkeit und Kater geht es mir heute besser als an den meisten Tagen. Der Tag mit Sven und der Abend bei meinem Kumpel haben mir wirklich gut getan und ich konnte mich mal auf etwas schönes konzentrieren und Spaß haben. Und dank meiner kurzen Nacht und dem langen Abend bin ich heute viel zu fertig um mir irgendwelche Gedanken um mein Vorstellungsgespräch zu machen und werde heute Abend ziemlich sicher ziemlich gut schlafen können.
Ich hoffe euer Wochenende war genauso schön wie meins. Jetzt lasse ich noch mit Sven den Sonntag ausklingen und wünsche euch morgen einen guten Start in die Woche. Wenn ihr dran denkt, könnt ihr mir ja morgen die Daumen drücken, bis dann! :)

Samstag, 6. Oktober 2018

Hallo meine Lieben. Ich bin seit Montag Abend aus dem Urlaub zurück, hatte aber leider noch keine Zeit mich zu melden, weil ich am Mittwoch Geburtstag hatte und sowohl davor als auch danach mjit Aufräumen beschäftigt war. Der Urlaub war einfach nur wunderschön, jegliche Bedenken die ich hatte waren vollkommen ungerechtfertigt. Ich war so entspannt, habe jede Sekunde mit Sven genossen. Wir waren ja in einem Adults Only Hotel und es war einfach super ruhig und nur zum relaxen. Das Essen in Tunesien ist auch lecker, nur die Einheimischen da sind genauso aufdringlich, wie jeder immer sagt. Da wir nicht wirklich oft die Anlage verlassen haben, hatten wir damit kein allzu großes Problem, auch wenn am Strand immer noch Leute rumgelungert haben, die einem irgendwas andrehen wollten und ich auch vom Barkeeper ziemlich angebaggert wurde. Wir haben dort eine Frau aus Hamburg kennen gelernt, die alleine dort war. Die hatte es echt schwer mit den Typen, also meine Empfehlung ist immer eine männliche Begleitung zu haben als Frau. Ich wurde sogar einmal, am letzten Abend, vor der Toilette vom Barkeeper abgefangen und er wollte mich dazu überreden, dass ich mich nachts aus dem Zimmer schleiche und die Nacht mit ihm verbringe. Ja nee, ist klar. Es ist wohl unnötig zu erwähnen, dass ich das natürlich nicht gemacht habe. Aber ja, ansonsten war es wirklich wirklich schön. Kaum sind wir wieder in Deutschland bin ich natürlich wieder übelst gestresst, aber naja. Es hat sich so viel Post angehäuft mit Unterlagen um die ich mich kümmern muss und arrgh!
Mein Geburtstag war auch eigentlich nur stressig, wie immer. Aber ich bin jetzt 22, das heißt die Geister hatten unrecht und ich habe mir nicht mit 21 das Leben genommen, ist das nicht erfreulich? Naja, Ansichtssache würde ich sagen. Aber immerhin habe ich ein paar coole Geschenke bekommen. Sven hat mir ein Unendlichkeitszeichen aus Holz und mit Beleuchtung geschenkt, was man an die Wand hängen kann, darin stehen unsere Namen und das Datum, an dem wir zusammen gekommen sind. Richtig cute, oder? Und mein Vater hat mir einfach mal nen Fallschirmsprung geschenkt, das ist natürlich auch der Hammer, das wollte ich schon immer mal machen.
Wirklich gefeiert habe ich meinen Geburtstag nicht. Aber ich war gestern bei einem Freund von mir. Er hatte eine Woche vor mir Geburtstag und hat mich gefragt, ob wir nicht zusammen einen auf uns trinken wollen. Deshalb bin ich gestern zu ihm gefahren, er hat was für uns gekocht und wir haben uns einen Kasten Bier in die Birne gekloppt. Ansonsten haben wir eigentlich nur auf der Couch gesessen und geredet, ich war sage und schreibe fast 8 Stunden da und bin gegen 4 Uhr heute früh nach hause geikommen. Ein Zeichen, dass der Abend bzw. die Nacht gut war. Sven war ein wenig eifersüchtig, weil ich mich alleine mit einem anderen Typen getroffen habe, aber es war einfach nur rein freundschaftlich. Der Typ war auch ganz brav und hat selbst auf dem Sofa immer eine Armlänge Abstand gehalten. Manche Leute werden jetzt denken, dass ich übelst das Miststück bin, andere sehen vielleicht nichts schlimmes daran, keine Ahnung. Ich kann verstehen, dass mein Freund skeptisch ist, wenn ich zu einem Mann alleine nach hause fahre und mich dort mit ihm betrinke. Allerdings finde ich auch, dass ich nach über dreieinhalb Jahren ein bisschen Vertrauen verdient habe. Naja, mein Freund hat mir dann vertraut und ich habe sein Vertrauen nicht missbraucht. Es ist jetzt halt irgendwie neu, weil ich während meiner Beziehung eigentlich immer nur zu Frauen eine tiefere freudschaftliche Beziehung hatte. Wenn ich mich mit einem Typen gut verstanden habe, dann sind wir vielleicht mal zusammen durch Bonn gegangen und haben uns unterhalten, oder wir haben halt nur geschrieben. Aber das war jetzt halt das erste Mal, dass ich mich wirklich alleine mit einem Mann getroffen habe. Ich weiß nicht, ich kann momentan auch irgendwie nicht viel mit Mädchen anfangen. Abgesehen davon habe ich eh nicht viele Freundinnen, drei, vielleicht vier. Aber da wir alle erwachsen sind, nicht alle in meiner Nähe wohnen und die meisten eine eigene Beziehung führen, sehe ich vielleicht mal einmal im Monat eine von den Mädchen. Sven trifft sich regelmäßig mit seinen Freunden und ich würde auch mal wieder gerne eine Freundschaft führen, wie es sich gehört. Ich brauche jemanden, unabhängig von Sven, mit dem ich mal reden kann, oder mich einfach sinnlos besaufen, so wie gestern, wenn mir danach ist. Es war anders, als mit einer Frau rumzusitzen und zu reden. Echter, irgendwie. Frauen legen mir meistens zu viele Emotionen an den Tag, oder beziehen alles immer sofort auf sich selbst. Mit dem Herrn von gestern Abend war das nicht so. Obwohl wir uns zum ersten Mal richtig privat getroffen haben, war es nicht komisch, Schweigen war nicht unangenehm und jeder konnte über das reden, worüber er wollte. Wir wussten einander zu schätzen, er hat sich sogar heute bei mir dafür bedankt, dass ich so offen mit ihm gesprochen habe. Es kommt natürlich noch zusätzlich hinzu, das der Typ genauso ein Hobbyalkoholiker ist wie ich und wir ein recht ähnliches Trinkverhalten an den Tag legen :D. Es tut mir Leid, aber was Alkohol angeht sind alle Leute in meinem Umfeld Pussies! Entweder ich schieße mich ab und irgendwer meint nüchtern bleiben und auf mich aufpassen zu müssen. Oder die anderen sind nach ein paar Bier schon rotzevoll und ich höre dann selbst auf zu trinken, um mich um sie zu kümmern. Wir haben uns gestern einfach ganz gepflegt zusammen abgeschossen, wie es sich gehört :D.
Naja, so viel zu meiner Saufaktion. Heute mache ich mir einen gemütlichen Abend, werde mir gleich ein neues Buch nehmen, mein Vater bringt gleich Döner für uns mit und joa. Außerdem habe ich letzte Nacht nur 2 Stunden gepennt, da werde ich heute wohl mal was früher ins Bettchen gehen.
Ich wünsche euch noch ein schönes Wochenende und würde sagen, wir hören uns in einer Woche wieder :)

Freitag, 21. September 2018

Guten Abend meine Lieben! Yay, endlich Wochenende! Nicht, dass ich unter der Woche viel zu tun hätte, aber andere Leute freuen sich bestimmt darüber. Gott, ich fühle mich so unproduktiv und faul, ich bin froh, wenn ich einen Job habe. Ich hab zwar auch nicht wirklich viel Lust zu arbeiten, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mich dann besser fühlen werde. Ich habe mich jetzt noch in einer anderen Klinik beworben und außerdem in Viersen für ein Praktikum vor der Ausbildung. Heute musste ich für meinen Vater füttern fahren und wurde da von einem Typen, der da wohnt belästigt. Der hat mir mega Vorwürfe gemacht, weil ich mein Studium geschmissen habe und das meinen Vater ja dann jetzt so viel Geld gekostet hat und dass man das nicht macht, bla bla. Tja und normalerweise bin ich ja nicht so konfrontationsfreudig, zumindest wenn ich die Leute, die mir auf den Sack gehen nicht so gut kenne. Aber da ist mir eben wirklich der Kragen geplatzt. Ich habe ihn dann angeschrien, dass ihn das nichts angeht, dass das meine Entscheidung ist und dass ich nichts mache, worin ich keinen Sinn mehr sehe. Danach wurde ich dann auch mit dem Thema in Ruhe gelassen. Was denken sich solche Menschen? Dass ich mich meinem Vater gegenüber nicht schon blöd genug fühle? Dass ich diese Entscheidung aus Spaß und ohne Gehirn getroffen hätte? Oder dass ich mich einfach von fremden Leuten ankacken lasse? Meine Güte, es tut so gut, mir nicht mehr alles gefallen zu lassen. Wahrscheinlich heult er sich dann morgen bei meinem Vater aus, aber soll er machen. Falls mein Vater nicht auf meiner Seite ist, kann der sich gerne auch noch ne Ansage abholen. Ich bin es nämlich Leid, dass jeder meint mich wie ein Stück Scheiße behandeln zu dürfen und ich werde sowas nicht länger unkommentiert lassen.
Wie kommt es eigentlich, dass ich plötzlich anfange, Leuten die Meinung zu sagen? Hmm, ich habe mir ja immer schon viele Gedanken darüber gemacht, was für eine Art Mensch ich gerne wäre. Naja, diese Frage würde ich quasi täglich anders beantworten, was ein Problem ist, wenn man versucht für sich ein besserer Mensch zu sein. Aber diese eine Sache steht immer auf der Liste: Ich will mich nicht wie Scheiße behandeln lassen und Leuten, die es verdient haben die Meinung sagen. Das ist so die Konstante, also könnte ich ja mal damit anfangen, oder? Andere Sachen, die zumindest gerade auf meiner Liste stehen sind, dass ich das Leben so nehme, wie es kommt. Ich will mein Bestes geben, aber mehr kann ich halt nicht. Und wenn ich z.B. keine Ausbildung finde und noch länger keinen Job habe, andere der Meinung sind, ich mache nichts aus meinem Leben, dann ist das eben so. Ich werde es akzeptieren und kann trotzdem mein Bestes geben. Ich will die Ruhe bewarten, quasi ein Fels in der Brandung sein. Auch für andere Leute. Ich stehe gerne als negatives Beispiel zur Verfügung und sage dir, wie man es nicht macht :D. Nein, aber hauptsächlich will ich lernen, das Leben so zu nehmen, wie es kommt und Dinge, an denen ich nichts ändern kann zu akzeptieren. Und Dinge die ich ändern kann in die Hand zu nehmen, mich meinen Ängsten stellen, nicht zulassen, das irgendetwas außer ich selbst Kontrolle über mein Leben hat. Ich bin mein eigener Meister und niemand sonst. Tjaa, wenns sonst  nichts ist, Alex :D.
Naja, schaun wir mal, wie ich mich so entwickel. Morgen fliege ich erstmal mit meinem Freund in den Urlaub, neun Tage Tunesien. Ich freue mich schon und bin froh, mal etwas Abstand zu allem zu gewinnen. Nach dem Urlaub muss ich dann meine alte Wohnung räumen, streichen und putzen, das wird mich eine Weile beschäftigt halten. Dann hoffe ich, bald darauf ein Praktikum anfangen zu können und was Neues bezüglich dem Ausbildungsplatz zu hören. Aber alles Schritt für Schritt, erstmal konzentriere ich mich jetzt auf den Urlaub und darauf, mich zu entspannen und Kraft für die kommenden Monate zu tanken.
In diesem Sinne wünsche ich euch ein erholsames Wochenende, ich melde mich spätestens nach dem Urlaub wieder!

Sonntag, 16. September 2018

Hallo meine Lieben. Ich will versuchen jetzt wieder regelmäßig am Wochenende zu bloggen, das hat ja in den letzten Monaten ganz gut funktioniert. Also, was gibt es neues? Ich habe von der LVR-Klink Bescheid bekommen, dass meine Bewerbung eingegangen ist, ich hoffe dass ich auch bald zum Vorstellungsgespräch eingeladen werde. Sven hat vom Finanzamt schon eine Einladung zum Vorstellungsgespräch, allerdings erst im November. Ich habe von meinem Vermieter eine Bestätigung bekommen, dass mein Vertrag zum 30.11. ausläuft, das ist auch schonmal gut. Und ich habe endlich einen Urlaub für Sven und mich gebucht. Nächsten Samstag geht es los, neun Tage Tunesien. Ich bin froh, mal ein paar Tage nur für Sven und mich alleine zu haben, ich muss dringend mal etwas anderes sehen. Und sonst? Ich war noch einen Nachmittag mit Sven shoppen, dabei habe ich mir aber nur ein paar neue Stiefel und super coole Shorts gekauft. Naja, die sind nur geeignet, um zu hause zu tragen, sie sind pink und mega flauschig und auf dem Arsch steht "Purrfect" mit Katzenohren über und Schnurrhaaren unter dem Schriftzug. Dann habe ich mich am Freitag mit ner Freundin getroffen, wir haben ein paar Dosen Bier getrunken, waren Döner essen und haben geredet, es war ein sehr schöner Abend. Ich habe nicht zu viel getrunken, bin nicht ausgerastet und alles war gut. Heute Abend gehe ich mit Sven und seiner Familie chinesisch essen. Es wird anstrengend, sich mit Mario zu unterhalten, ich werde versuchen ein Gespräch mit Sven und seiner Mutter am Laufen zu halten und mich ansonsten auf mein Essen zu konzentrieren. Und sonst? Ich mache momentan nicht wirklich viel, kümmere mich bei meinem Vater um den Haushalt, damit er nicht meckern kann, solange ich hier bin. Naja, ich könnte behaupten, ich arbeite, aber eigentlich schreibe ich gerade nur mein Buch zu ende, ich habe mittlerweile über 200 Seiten zu Papier gebracht und arbeite am letzten Part. Ich bin optimistisch, dass ich den Rohentwurf bald fertig habe, dann kommt natürlich noch viel Überarbeitung und Formatierung auf mich zu, aber ich freue mich darauf, ein ganzes Buch beendet zu haben. Und wenn ich dann mit allem fertig bin, dann werde ich es ein paar Verlagen schicken und sehen, ob irgendwer Interesse daran hat, es zu kaufen. Wenn nicht, dann lasse ich mir in einer Druckerei trotzdem ein Exemplar ausdrucken, einfach nur für mich :D. Das schreiben erfüllt mich gerade sehr, es hilft mir, mich zu entspannen und auch verschiedene Emotionen zu empfinden. Es ist leicht die Leere mit fremden Emotionen zu füllen. Als Sven gesehen hat, wie ich momentan meine Tage verbringe (am Tisch vor meinem Laptop sitzend, oder in ein Notizbuch kritzelnd) und ein paar Kapitel gelesen hat, da meinte er zu mir, es wäre Verschwendung, wenn ich keine Autorin werden würde. Es war ein riesen Kompliment für mich! Ich liebe es zu schreiben, ich liebe es, Charaktere zu designen und ich liebe es, andere Welten zu erschaffen, mir Geschichten auszudenken. Und vielleicht bin ich ja gut genug darin, wer weiß? So, und deswegen werde ich jetzt die Zeit, bis ich endlich was zu essen bekomme nutzen, um noch ein paar Kapitel zu verfassen. Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche, bis dann!

Donnerstag, 6. September 2018

Hallo meine Lieben. Ich lebe noch! Falls sich das jemand gefragt hat :D. In den letzten zwei Wochen ist einfach so viel passiert und ich bin so darin untergegangen, dass ich es nicht geschafft habe mich zum bloggen aufzuraffen. Was ist denn alles so passiert? Erst habe ich mit der Frau aus der Klinik gesprochen. Sie hat mir nochmal gesagt, dass ich bei einer Ausbildung auch auf somatische Stationen müsste und dass es auch mal passieren kann, dass Patienten mit Psychosen oder sowas ausrasten, aber wenn das das schlimmste ist, was da auf mich zukommt, dann freue ich mich drauf. Joa, die nächsten Tage war ich natürlich wieder sehr damit beschäftigt hin und her zu überlegen, es war so zerreißend. Doch schließlich habe ich eine Entscheidung getroffen. Tja, ich werde bald mein Exmatrikulationsbescheid bekommen, habe meine Wohnung in Bonn gekündigt, mir die Haare braun gefärbt und meine Bewerbung ist auch schon abgeschickt. Ich setzte jetzt voll auf die Ausbildung. Die ersten Tage, nachdem ich diese Entscheidung getroffen habe, waren noch echt hart, ich habe immer noch mit der Frage gekämpft, ob ich das richtige getan habe. Das lag wohl vor allem daran, dass ich meinem Vater den Entschluss mitgeteilt habe und er war, naja, er war auf jeden Fall nicht allzu begeistert. Er hat mich nicht angeschrien oder war sauer oder so, aber naja, er hat wohl absolut nicht damit gerechnet, dass das passieren würde. Aber wie gesagt, ich bin direkt aktiv geworden, habe meinem Vermieter eine Kündigung geschrieben, mir braune Haare fürs Bewerbungsfoto färben lassen, Bewerbungsfotos gemacht und schließlich die Bewerbung abgeschickt. Als nächstes werde ich mal gucken, wo ich mich sonst noch bewerben kann und mir bis zum Ausbildungsbeginn einen Nebenjob suchen, damit Sven und ich nicht allzu lange bei unseren Eltern bleiben müssen. Es fällt mir schwer wieder getrennt von Sven zu leben, aber seine Mutter besteht quasi auf seine permanente Anwesenheit und ich halte es auf Dauer nicht dort aus. Sven hat auch schon die erste Bewerbung abgeschickt, die nächste ist auch so gut wie fertig.
Dann haben wir uns am Samstag mal wieder gegönnt was zu unternehmen und sind mit einigen Leuten in die Rockschicht gefahren. Der Abend war eigentlich super, ich hatte richtig Spaß und habe mich, wie ihr euch vielleicht denken könnt, ordentlich abgeschossen. Eskaliert bin ich erst, als meine Mädels schon auf dem Weg nach hause waren und ich mit Sven und seinen Freunden auf das zweite Taxi gewartet habe. Da habe ich nämlich angefangen, mich mit jedem anzulegen, der mich auch nur schräg angeguckt hat und habe ein paar nicht so nette Dinge über Svens Stiefvater gesagt, weswegen Sven ziemlich sauer auf mich war. Ich weiß ja, wie ich werde, wenn ich richtig betrunken bin und eigentlich habe ich es in den letzten Monaten immer gut geschafft, mich zusammenzureißen und nicht so viel zu trinken, nur am Samstag war ich eben ein wenig außer Kontrolle. Naja, ich bins selbst schuld, ich habe die Konsequenzen getragen und werde mich beim nächsten Mal wieder besser im Griff haben. Wie oft muss ich mir noch sagen, dass ich die Kontrolle nicht wieder verlieren darf? Anscheinend ist die Folge davon, dass ich meine Aggressionen mal nicht gegen mich selber richte, dass ich sie gegen alle anderen richte. Immerhin bin ich dadurch nun seit 5 Monaten schnittfrei, mein persönlicher Rekord. Nur ist es mir eigentlich lieber wenn ich mich selbst verletzte als andere Leute. Doch egal, ich werde jetzt clean bleiben. Ich habe das Tief, was mich immer nach 3 Monaten ohne Selbstverletztung triffe, überstanden, das ist mir bisher noch nie gelungen. Ich dachte immer, dass dieses Tief nicht mehr vorbei geht, wenn ich mich nicht schneide und habe es noch nie zuvor geschafft dagegen anzukämpfen und es ist mir immer noch ein Rätsel, weshalb ich es dieses Mal konnte. Doch hier stehe ich, 5 Monate clean und weiß jetzt: Es geht vorbei, es wird wieder besser. Trotzdem weiß ich nicht, ob es das wert war, an diesem Abend gegen andere zu hetzen, anstatt gegen mich selbst. Am besten sollte ich mal lernen, ganz auf Alkohol zu verzichten, damit ich gar nicht erst wieder in diese Lage komme.
Tja, und sonst? Seit gestern oder vorgestern bin ich wieder in einem kleinen Tief, nichts ernstes, aber ich fühle mich einfach nicht so gut, liege die meiste Zeit unproduktiv im Bett und fühle mich am Ende des Tages noch mieser, weil ich so unproduktiv war, ein kleiner Teufelskreis den sicher einige von euch kennen. Erstaunlicherweise habe ich auch jetzt kein allzu starkes Bedürfnis nach einer Rasierklinge, ich will eigentlich nur meine Ruhe haben. Mit meiner neuen Haarfarbe bin ich nicht so unglücklich wie ich dachte, es sieht eigentlich ganz gut aus. Es ist nicht mein natürliches hellbraun, sondern etwas dunkler, eher so ein Kastanienbraun, halt ein dunkleres braun mit leichtem Rotstich. Sven gefällt die Farbe, er mag sie lieber als das bunte, seine Mutter ist auch begeistert, mein Vater glaube ich auch. Und ich finde es okay, ich bin trotzdem ein größerer Fan von bunten Farben, aber ich denke ich kann damit leben und fühle mich entgegen meiner Erwartung auch nicht unwohl mit der Farbe. Als ich für das Bewerbungsfoto auch noch meine Snakebites raus genommen habe, waren alle natürlich noch viel begeisterter, aber die sind danach direkt wieder rein gekommen, so schnell nimmt man mir meine Piercings nicht weg. Naja und jetzt werde ich gleich mal immerhin ein bisschen produktiv sein und den Abwasch erledigen, den Müll runterbringen und meinen Arsch anschließend mal etwas an die frische Luft bewegen. Es hat mir schon immer geholfen mit Musik in den Ohren spazieren zu gehen, das sollte ich also mal wieder tun. Also dann, ich wünsche euch schonmal ein schönes Wochenende, ich versuche mich ab jetzt wieder regelmäßig zu melden. Bis dann ihr Lieben!

Mittwoch, 22. August 2018

Hallo meine Lieben. Shit, bis ich mit dem Post fertig bin ist vermutlich schon Mittwoch. Aber egal, ich wollte mich nochmal melden, wenn auch 2, oder mittlerweile 3 Tage verspätet. Tatsächlich habe ich in der vergangenen Woche mal was mit mir angefangen :D. Ich hab mich mit einer Freundin, Sven und Svens besten Freund abends getroffen und ein paar Bierchen getrunken. Wir haben uns auf den Spielplatz hinter der Kirche gechillt und hatten einen sehr schönen Abend zusammen. Das habe ich schon viel zu lange nicht mehr gemacht: Mit Freunden nach draußen setzen und dabei was trinken. Das finde ich persönlich viel schöner als in einen Club zu gehen oder sowas. Es ist so ungezwungen, mit ruhiger Atmosphäre. Außerdem habe ich mir mal wieder Zeit genommen, um etwas zu lesen, auch das habe ich ewig nicht mehr gemacht. Dann habe ich einen Filme-Tag mit mir selbst auf der Couch verbracht, auch das tat super gut. Ich war im örtlichen  Rossmann und habe mir ein paar neue Pflegeprodukte gekauft und versuche halt momentan einfach mal ein paar Sachen zu machen, die mich entspannen. Ich nehme mir bewusst Zeit dafür. Und es funktioniert, zumindest zeitweise. Vor einer Woche war es noch ganz schlimm, mich hat alles runtergezogen, ich war nur noch angespannt und unruhig, bin wegen jeder Kleinigkeit völlig ausgeflippt. Und nachdem ich dann am Mittwoch Nachmittag vollkommen aufgelöst vor dem Spiegel stand, da ich fast einen Nervenzusammenbruch hatte, nachdem mein Friseur meine Haare 5cm abgeschnitten hat, da ich Spliss hatte, habe ich mir selbst gesagt "es reicht". Und ja, am nächsten Tag habe ich dann angefangen, mich um mich selbst zu kümmern. Und es hat mir geholfen. Und wenn ich jetzt morgens vor dem Spiegel stehe und traurig bin, weil meine Haare ja so furchtbar aussehen, weil sie ein Stückchen kürzer sind, dann nehme ich mir Haarklammern und mache mir eine Frisur, die mir besser gefällt. Schminke mich und ziehe mir meine Lieblingsklamotten an. Oder wenn ich das Gefühl habe, ich bin noch nicht bereit nach draußen zu gehen um einzukaufen oder sonst was zu tun, dann ziehe ich mir etwas flauschiges an, nehme mir einen Schokoriegel, mache mir Tee oder Kaffee (je nachdem was ich gerade besser brauchen kann) und lege mich aufs Sofa, mache einen Film an oder nehme mir ein Buch. Dann war ich eben 5 Stunden später im Supermarkt als sonst, na und? Ich bin niemandem eine Rechenschaft darüber schuldig, was ich wann wie mache, oder eben nicht.
Ihr denkt wahrscheinlich gerade, ich hätte den Verstand verloren, oder? Jedenfalls fühle ich mich so, während ich den Text schreibe. Ich schaffe es irgendwie gerade nicht, das auszudrücken was ich möchte.
Da mein letzer Post sich fast nur mit dem Thema Studium oder Ausbildung beschäftigt hat, will ich da heute mal nicht allzu sehr drauf eingehen. Wahrscheinlich kann ich mich am Donnerstag mit der Frau aus der Klinik treffen, sie hat Svens Mutter aber schon gesagt, dass ich aufgrund meiner psychischen Probleme eigentlich keinen Nachteil haben sollte, das klingt doch schonmal gut, oder? Ich hoffe, ich bin nach Donnerstag wieder ein bisschen schlauer, ich freue mich auf jeden Fall auf das Gespräch.
Ansonsten weiß ich gar nicht so recht, worüber ich schreiben will. Ich bin zwar die meiste Zeit "beschäftigt", aber wirklich was nennenswertes tue ich eben nicht. Ich gehe einkaufen, lese was, treffe mich mit Sven, sehe Filme, gehe Inliner fahren, koche, mache sonstigen Haushalt, gehe mit meinem Vater ne Runde um den See. Sowas halt, nichts nennenswertes. Außerdem versuche ich gerade sowas wie einen geregelten Schlafrhythmus zu entwickeln. Da bin ich aber noch unentschlossen. An manchen Tagen liege ich bis 11 im Bett und bin vollkommen glücklich damit 10 Stunden im Bett gelegen und entspannt zu haben. An anderen Tagen hingegen freue ich mich, wenn ich um halb 9 (für mich richtig früh am morgen) nach 7 Stunden Schlaf aufstehe und morgens bereits viel geschafft bekomme. Aber eigentlich entscheide nicht ich, was von beidem der Fall ist, sondern meine Nachbarn. Wenn gerade mal wieder jemand meint, seinen Balkon komplett neu machen zu müssen, dann kann ich nach 8 sowieso nicht mehr schlafen. Vielleicht versuche ich dann mir einzureden, dass ich jetzt sooo viel Zeit habe, um nicht ganz so angepisst zu sein. Naja, früh aufzustehen ist nicht gerade meine Stärke, wie man vielleicht merkt. Wobei, nein, es hat eigentlich nichts mit der Uhrzeit am morgen zu tun, sondern mehr mit meiner Schlafenszeit. Ich bleibe einfach gerne lange auf, brauche aber auch meine 8 Stunden Schlaf, um fit zu sein. Das hab ich von meiner Mutter, die brauchte auch immer so viel Schlaf. Mein Vater schläft selbst am Wochenende selten mehr als 6 Stunden, das reicht ihm. Tja, und ich bleibe lange wach, schlafe viel und bin dann dazu richtig krass geräuschempfindlich, das passt nicht zusammen. Naja, das was ich hier labere passt auch alles nicht ordentlich zusammen, von daher. Ich werde jetzt mal die Klappe halten, bevor ich noch mehr von diesem Mist hier produziere :D. Bis dann ihr Lieben.

Samstag, 11. August 2018

Hallo meine Lieben. Irgendwie kommt es mir so vor, als wäre mein letzter Post Wochen her, dabei habe ich mich doch letzte Woche noch gemeldet. Irgendwie ist seitdem furchtbar viel passiert, aber irgendwie auch nicht. Hmm, wo fange ich an? Also erstmal etwas erfreuliches: Gestern habe ich noch das Ergebnis von einer Klausur, die ich vor etwa 4 Wochen geschrieben habe bekommen uuuuund ich habe tatsächlich bestanden. Nachdem ich nur Nachrichten von verschissenen Klausuren bekommen habe, habe ich damit wirklich nicht mehr gerechnet. Dann habe ich vorgestern die erste Nachprüfung geschrieben, die lief glaube ich ganz passabel. Ich habe noch kein Ergebnis, aber vielleicht bestehe ich diese Klausur ja auch noch. Die nächste Prüfung ist erst am 17. September glaube ich, das heißt ich werde so in zwei Wochen wieder mit dem Lernen anfangen. Ehrlich gesagt kam mir der Gedanke eine Ausbildung anzufangen bis vor zwei Tagen immer attraktiver vor. Die Nachricht, dass ich doch mal irgendwas in der Uni geschafft habe, bringt das natürlich wieder ins Wankeln. Ich will mich nicht über eine bestandene Klausur beschweren, um Gottes Willen! Aber die Entscheidung ist schon sehr schwer. Ich habe es für mich jetzt so geregelt: Ich werde die Nachprüfungen auf jeden Fall ernst nehmen und mein Bestes geben. Wenn ich alle Ergebnisse habe, werde ich dann mal schauen. Wenn ich wieder durch alles durchgerasselt bin, wäre die einzig richtige Entscheidung die Uni zu verlassen und mir eine Ausbildung zu suchen. Wenn ich hingegen doch noch alles bestehen sollte wäre es ja dumm nicht weiter zu machen. Und bei gemischten Ergebnissen muss ich eben nochmal in mich gehen und, so dämlich das klingt, pro und contra Listen machen, alles mal auf einen Blick überschauen, meinen Vater einweihen und vielleicht mal seine Meinung hören, oder Freunden die Situation schildern und vielleicht von ihnen Tipps beikommen. Nächstes Semester bleibe ich sowieso noch in der Uni eingeschrieben, ich muss nämlich den Semesterbeitrag bezahlen, bevor ich meine Ergebnisse habe. Aber wenn ich mich zu einem Studienabbruch entscheide kann ich ja trotzdem nochmal ein Semester ohne Pflichten usw. die Vorlesungen besuchen, die mich wirklich reizen, z.B. weitere Mastermodule. Außerdem wird das Bahnticket bestimmt auch noch nützlich sein. In der Klinik, in der ich eine Ausbildung machen wollen würde bietet auch zum 1.4. jeden Jahres Ausbildungsplätze an, das heißt ich hätte genug Zeit um meine Wohnung zu kündigen, mich um den Auszug zu kümmern, nach einer neues Wohnung wieder in der Nähe der Heimat zu suchen, im besten Fall vor Ausbildungsbeginn dort einzuziehen und so weiter und so fort. Selbst wenn ich mir zu Beginn des neuen Semesters noch unsicher bin, werde ich trotzdem Bewerbungen verschicken, mal sehen, ob ich einen Ausbildungsplatz angeboten bekomme. Dann habe ich auf jeden Fall etwas in der Hand, falls ich mich nachträglich noch zu einem Studienabbruch entscheiden würde.
Außerdem arbeitet eine Freundin von Svens Mutter auch in der Klink, die mich interessiert. Mit der werde ich mich in nächster Zeit mal treffen, dann kann sie mir sagen, ob ich Chancen hätte, dort arbeiten zu dürfen, was mich so erwartet und so weiter. Ich mag die Frau zwar persönlich nicht, aber wenn man die Chance hat mit jemandem aus erster Hand zu reden, dann sollte man diese nutzen, das Gespräch kann nur eine Bereicherung für mich sein.
Sven hat sich nebenbei bereits endgültig dazu entschieden, sich eine Ausbildung zu suchen. Er will sich bei der Bank und beim Finanzamt und sowas bewerben. Ich bewundere es, dass er den Mut zu dieser Entscheidung hatte. Aber es klingt so schön, nicht mehr zu studieren. Sven und ich könnten wieder in die Nähe von unseren Eltern ziehen und wir hätten vielleicht endlich mal ein gesundes Verhältnis zu diesen. Wenn wir beide eine Ausbildung machen würden, würden wir auch mehr Geld haben und könnten ab und zu tatsächlich mal was unternehmen, uns sogar ein eigenes Auto leisten. Als Krankenschwester, in egal welcher Einrichtung, hätte ich zwar Schichtarbeit, doch außer mit einer Frühschicht morgens um 6 hätte ich auch damit kein Problem. Ich würde es sogar sehr begrüßen festgelegte Arbeitszeiten zu haben, egal ob abends oder nachts oder wann auch immer, Hauptsache ich muss dann nach Feierabend nichts mehr machen. Nicht nach einem 10 Stunden Tag noch zu hause sitzen und 8 Stunden lernen und Hausaufgaben machen. Klar muss man sowas für die Berufsschule auch machen, aber mit sowas hatte ich zu Schulzeiten auch keine Probleme, das ist ja nicht mit der Uni zu vergleichen. Ich hätte endlich wieder die Möglichkeit Freunde regelmäßiger zu sehen, abends mal auszugehen, wenn ich am nächsten Tag frei habe. Ich hätte vielleicht sogar wieder Zeit für ein Hobby. Meine Gitarre habe ich zum Beispiel dieses Jahr noch nicht ein Mal angefasst. Und wenn ich mich von der Astronomie nicht ganz verabschieden möchte, kann ich mir in ein paar Jahren eine Hobbyastronomen Ausrüstung zulegen, vielleicht einem Verein dazu beitreten, mit einem Teleskop und einer Kamera bewaffnet in die Berge fahren. Das klingt alles so schön! Selbst wenn ich jetzt noch alle Klausuren bestehen sollte und an der Uni bleibe, ich hätte trotzdem auf unbestimmte Zeit (und das bedeutet JAHRE) kein Privatleben, keine Zeit für Freunde oder Hobbies, kein Geld. Der Leistungsdruck und der Anspruch, den die Uni an mich stellt, werden dadurch ja nicht besser. Ich glaube nicht, dass ich das noch weiterhin so möchte.
Wenn ich das so lese dann frage ich mich wirklich, warum ich überhaupt noch nachdenke, dieser Text schreit mich ja förmlich an: SCHEISS AUF DIE UNI UND MACH NE AUSBILDUNG!!! So einfach wie es scheint ist es dann aber doch nicht. Es war immer mein Traum Astrophysik zu studieren, bla bla. Nachdem man schon 4 Semester geschafft hat möchte man natürlich auch nicht einfach so alles hinschmeißen, nur weil es gerade mal nicht läuft. Außerdem haben einige Leute Geld investiert, damit Sven und ich studieren können, die möchte ich bei so einer Überlegung natürlich auch nicht außen vor lassen.
Hach, ich hoffe ich kann bald mit der Frau aus der Klink sprechen. Wenn die mir nämlich sagt, dass ich aufgrund von meinen Narben oder sonstigen psychischen Erkrankungen nicht dort arbeiten dürfte, dann hätte sich das Thema sowieso erledigt. Das ist ehrlich gesagt die einzige Alternative die ich habe, mit der ich mich anfreunden könnte. Wenn die wegfällt muss ich wohl oder übel beim Studium bleiben oder mir ganz schnell etwas anderes ausdenken.
Nebenbei habe ich gestern mal wieder versucht zur Blutspende zu gehen. Ich durfte natürlich schon wieder nicht spenden. Nach knapp 3 Jahren habe ich gedacht, ich versuche es mal wieder. Falls sich noch wer erinnert, bei meinem ersten Versuch wurde ich aufs Schlimmste diskiminiert und von der Ärztin richtig fertig gemacht, ich war diesbezüglich richtig traumatisiert. Gestern bin ich, mit langen Klamotten bekleidet, tatsächlich so weit gekommen, dass mein Blutdruck und mein Puls okay waren, trotz enormer Angst. Doch dann bin ich im letzten Moment abgewiesen worden, weil ich eine Körpertemperatur von 37,9, bzw 37,8 nach dem zweiten Messen hatte. Nein, ich bin/war/werde nicht krank, mir war einfach nur scheiße warm, weil ich eine lange Jeans und ein langärmliges Shirt tragen musste, da man mich ja ansonsten aufgrund von mittlerweile tatsächlich uralten Narben diskriminieren würde! Es ist zum kotzen. Ob ich in meinem Leben jemals blutspenden darf? Ich schätze nicht. Ich wurde bisher 2 Mal wegen meiner Narben, einmal wegen zu hohem Blutdrucks und einmal wegen zu hoher Körpertemperatur abgewiesen. So dringend brauchen sie anscheinend doch kein Blut. Vielleicht wundern sich einige von euch, dass ich versuche so ein sozialer Mensch zu sein, der blutspenden geht :D. Tatsächlich habe ich auch einen Organspendeausweis und bin bei der DKMS registriert. Das sind so einfache Wege um anderen Menschen zu helfen, ihnen vielleicht sogar eine zweite Chance aufs Leben zu geben. Meiner Meinung nach sollte jeder Mensch, der gesundheitlich dazu in der Lage ist, das machen. Gut, ich habe bisher weder Knochenmark noch Blut gespendet, aber das liegt nicht daran, dass ich nicht will. Naja, vielleicht bekomme ich ja irgendwann nochmal die Chance dazu. Ich werde es auf jeden Fall weiterhin versuchen.
Gut, in diesem Sinne wünsche ich euch noch ein schönes Wochenende, wir hören uns in einer Woche, bis dann!

Freitag, 3. August 2018

Woop woop, endlich Wochenende meine Lieben. Naja, für mich ist momentan jeder Tag Wochenende, denn ich hab Ferien :D. Hätte ich zumindest, wenn ich nicht all meine Prüfungen verschissen hätte und deshalb wieder voll im Lernstress bin. Ich spoiler euch mal direkt: Es geht mir nicht besser als bei meinem letzten Post. Es gerade irgendwie so...konstant scheiße sag ich mal. Ich bin gerade irgendwie zu faul meinen letzten Post nochmal komplett zu lesen, deshalb hab ich nicht mehr ganz auf dem Schirm, was ich exakt geschrieben habe. Auf jeden Fall ist alles beim alten: Identitätskrise, depressiv, suizidal, aber immerhin auch weiterhin keine Selbstverletzung, yay. Wenigstens ein Erfolg den ich zu verzeichnen habe. Ich versuche, so gut ich kann für meine Nachprüfung nächste Woche zu lernen, aber es fällt mir sehr schwer konzentriert zu bleiben. Ihr wisst schon, wenig Schlaf, innere Anspannung, unruhig aber gleichzeitig total antriebslos. Alles zum kotzen, wie gesagt. Wenn ich mir nicht gerade selbst vormache, ich würde lernen, dann suche ich weiter nach einer Alternative zu meinem Studium. Bin allerdings noch immer nicht fündig geworden. Ich habe mich einer alten Idee, psychiatirsche Krankenschwester zu werden, wieder angenommen, aber auch in dieser Ausbildung gäbe es so viel, was  mich auch da wieder stören würde. In der Ausbildung muss man zum Beispiel auch in einem normalen Krankenhaus arbeiten, das erscheint für jemanden mit einer Krankheitsphobie ziemlich unmöglich. Auch weiß ich immer noch nicht, ob ich mit meiner psychischen Vorgeschichte überhaupt in diesem Beruf tätig werden dürfte. Ach Leute, was mache ich nur mit meinem Leben? Ich habe das Gefühl alle um mich herum bewegen sich vorwärts nur ich bleibe auf der Stelle stehen, obwohl ich mich fühle, als sei ich schon Kilometer weit gesprintet. Ich habe mich gestern mit meinem alten Biolehrer und ein paar Leuten aus dem Bio Lk getroffen. Die kommen alle mit ihrem Studium zurecht oder haben zumindest beim zweiten Anlauf etwas passendes gefunden. Sogar mein Biolehrer hatte super Nachrichten: Er wird nächste Woche heiraten und erwartet ein Kind von seiner zukünftigen Frau. Er wird nebenbei bemerkt ein super cooler Papa sein :D. Als ich in der 11. Klasse Nachhilfe in der Sek. 1 gegeben habe, wollte jede Klasse bei ihm Unterricht haben, mit seiner eigenen Klasse hat er immer richtig coole Sachen gemacht, wie auf dem örtlichen Mittelaltermarkt ein Zelt und Verkleidungen für die Kinder zu besorgen, wodurch sie ihre Klassenkasse aufbessern konnten. Naja, ich habe mich auf jeden Fall sehr für ihn gefreut, als er die Neuigkeiten verkündet hat. Das war aber glaube ich auch schon das einzige, was ich diese Woche unternommen habe. Ich würde gerne etwas unternehmen, um mal auf andere Gedanken zu kommen, aber ich könnte mir gerade nicht mal ein Ticket fürs Schwimmbad leisten. Die örtlichen Badeseen sind wegen Brandgefahr geschlossen, das heißt für die nächste Schwimmmöglichkeit müsste ich mindestens 20km fahren und da ist es dann vermutlich so brechend voll, dass ich auch keine Lust mehr habe. Und was soll man bei dem Wetter sonst noch unternehmen? Ich schwitze schon während ich am Schreibtisch sitze und die paar Tasten hier drücke :D. In die Skihalle würde ich jetzt gerne fahren, aber das kann ich mir erst recht nicht leisten. Noch ein Grund, warum ich mit dem Studieren aufhören sollte: Ich bin es leid arm zu sein, ich möchte endlich selbst Geld verdienen und das Gefühl haben, im Leben voran zu kommen. Aaaaargh! Was soll ich nur machen? Aufgrund meiner momentanen Krise steht mir der Sinn gerade total nach Veränderung. Zum Beispiel habe ich über Bock mir die Haare schneiden zu lassen und sie in der Farbe Lavender zu färben. Da ich aber weiß, dass ich das nur will, weil ich momentan mit meinem Leben im Ganzen unzufrieden bin und eine andere Haarfarbe daran nichts ändern würde, werde ich mir nicht ohne nachzudenken Blondierung und neue Farbe auf den Kopf klatschen. Vielleicht würde ich mich dann für zwei Tage oder so besser fühlen, doch mein Problem würde das nicht lösen. Im schlimmsten Fall wäre ich nach einer Woche mit der neuen Farbe unzufrieden und würde mich noch schlechter fühlen :D.
Irgendwie scheint es mir gerade so, dass ich auf irgendetwas warten würde, von dem ich nicht weiß, wann es kommt. Als müsste ich nur die Zeit bis dahin irgendwie überbrückt bekommen. Natürlich weiß ich auch hier was Sache ist. Ich warte darauf, dass irgendwer zu mir kommt, meine Hand nimmt und mich auf einen neuen Weg führt, mit dem ich glücklicher bin, als mit meinem jetzigen. Doch das wird natürlich nicht passieren. Erstens, weil ich das selbst in die Hand nehmen muss, wenn ich wirklich eine Veränderung möchte und zweitens, weil außer meinem Freund und einer Hand voll Leuten die das hier lesen niemand darüber Bescheid weiß, was gerade abgeht. Wenn Familie oder Bekannte oder so fragen, dann läuft alles gut, Studium ist zwar schwer aber ich komme schon klar. Vielleicht sollte ich mal mit jemandem außer meinem Freund und einen Computerbildschirm reden. Vor nem halben Jahr hätte ich mich vielleicht noch mit Svens Mutter darüber unterhalten, weil sie tatsächlich hin und wieder ziemlich gute Tipps geben konnte. Und wenn sie selbst keine Ahnung hatte, dann kannte sie jemanden, der sie hatte. Aber seit der Krebsdiagnose gibt es kein anderes Thema mehr als Krebs. Wenn man ihr irgendwas erzählt, dann ist sie dermaßen teilnahmlos und guckt dich an, zuckt mit den Schultern als wolle sie sagen "Hallo? Ich hab Krebs und du beschwerst dich über solche Belanglosigkeiten". So kommt es mir zumindest vor. Nebenbei, falls es wen interessiert, der Tumor ist bereits über einen Zentimeter geschrumpft, wenn es so weitergeht sieht es echt gut aus!
Naja, ich warte jetzt erstmal noch die Klausur am Donnerstag ab, lerne dafür und dann nehme ich mir mal 2 Wochen oder so unifrei. Kein Lernen, kein Informieren oder sonst irgendwas, was mit der Uni zu tun hat. Die wird dann einfach mal pausiert. Wenn ich mich dazu aufraffen kann werde ich mal schauen, ob ich mich nicht mal wieder mit irgendwem treffe, oder mit Sven was unternehme. Zu konkreten Plänen solcher Art kann ich euch hoffentlich nächste Woche mehr sagen. Ich wünsche euch auf jeden Fall ein schönes Wochenende! Bis dann.

Samstag, 28. Juli 2018

Hallo meine Lieben. Was soll ich sagen? Die Klausurenphase ist fürs erste vorbei, es lief ziemlich beschissen, ich habe bisher 3 von 4 Ergebnissen und ich darf in allen dreien in die Nachprüfung. Dabei habe ich dieses Semester so viel getan und echt viel für die Prüfungen gelernt. Aber wieder wurden mir nur Steine in den Weg gelegt. Als ich mit dem intensiveren Lernen angefangen habe, bin ich erstmal krank geworden und habe 4 Tage lang gar nichts geschafft. Dann hat die Hitzewelle angefangen, in meiner Dachgeschosswohnung sind mittlerweile schon morgens um 8 Uhr 30 Grad,  obwohl ich die ganze Nacht lüfte. Seit einer Woche sind auch noch direkt auf dem Bürgersteig unter meinem Fenster irgendwelche Bauarbeiten, das heißt ab 7 Uhr morgens übelster Maschinenlärm. Ich kann also weder richtig schlafen, noch hatte ich dann tagsüber großartig die Möglichkeit, mich zu konzentrieren. Trotz all dem habe ich mir den Arsch aufgerissen, mich hingesetzt und Formeln gelernt, Aufgaben gerechnet, Bücher gelesen und und und... Tja. 2 der 4 Klausuren waren, wie mir andere Leute bestätigt haben, überdurchschnittlich schwer gestellt. So viel hätte ich gar nicht lernen können, um die zu bestehen. Für die dritte, die ich nicht bestanden habe, habe ich zugegeben nicht viel gelernt, da war mir klar, dass das nichts wird. Und auf das Ergebnis der letzten warte ich noch. Die lief eigentlich am besten, vielleicht habe ich ja wenigstens die eine geschafft. Die erste Nachprüfung ist in knapp 2 Wochen, darauf fokussiere ich mich jetzt erstmal. Die anderen sind erst Mitte September. Für mich ist es momentan wirklich eine Herausforderung, nicht vom nächsten Hochhaus zu springen. Gut, hier in der Nähe gibt es keine Hochhäuser, aber genug andere hilfreiche Dinge. Ich wusste immer, mein ganzes Leben lang, dass ich im Bereich der Astronomie arbeiten möchte. Doch dieses Studium mach mich so fertig, ich kann das einfach nicht mehr. Ich denke nur noch darüber nach, ob ich mit dem Studium aufhören soll, und was ich denn stattdessen machen könnte. Aber wenn ich meinen Traum, Astrophysikerin zu werden, aufgebe, fühlt es sich an als würde meine gesamte Existenzgrundlage zerbrechen. Alles, was mich jahrelang am Leben gehalten hat, das Licht am Ende des Tunnels. Tja, aber jetzt scheint es so, als ob dieses Licht nur ein entgegenkommender Zug war. Alles woran ich mich festgehalten habe, was ich für meine Erlösung, meine Erfüllung gehalten habe stellte sich in den letzten zwei Jahren als mein schlimmster Alptraum heraus. Wenn sogar mein Freund zu mir sagt, dass meine Lebensqualität momentan gegen Null geht, dann scheint es ja alles andere als erfüllend zu sein, Und irgendwann bringt es auch nichts mehr, mir zu sagen "es wird besser". Es wird nämlich seit zwei Jahren mit jedem Semester nur noch schlimmer. Und wenn ich daran denke wieder in die Uni zu müssen könnte ich im Strahl kotzen. Und dabei heulen. Und wünsche mir, an besagter Kotze zu ersticken. Ich wünschte, ich wäre tot. Ich weiß nicht, wie lange das schon wieder der Fall ist. Es kam schleichend, wurde aber immer schlimmer und ja, here we go. Ich habe gestern Abend darüber nachgedacht, mich einweisen zu lassen. Eigentlich will ich nicht tot sein, das weiß ich, aber ich würde es gerne auch wieder fühlen. Bis zum Erstgespräch mit einer neuen Therapeutin sind es noch über zwei Monate. Halte ich es so lange aus? Muss ich wohl. Trotz allem bin ich seit 16 Wochen schnittfrei und ich muss sagen, momentan habe ich tatsächlich kein allzu starkes Bedürfnis danach. Doch, einen Schnitt wünsche ich mir, aber der hat nichts mehr mit einfacher Selbstverletzung zu tun. Ihr wisst vermutlich, was für einen Schnitt ich meine.
Ich versuche, die Zeit, in der ich nicht mehr in die Uni muss zu nutzen, um wieder zu Verstand zu kommen. Außerdem suche ich nach einer Alternative zum Physikstudium. Ich habe ein paar Tests im Internet gemacht, um herauszufinden, was für Berufe mich vielleicht interessieren würde. Was sagen diese Tests mir? "Du passt perfekt in die Forschung" oder "mach etwas im naturwissenschaftlichen Bereich". Der Wahnsinn. Ich habe dem Ganzen dennoch eine Chance gegeben und mir angesehen, was für naturwissenschaftliche Berufe man auch ohne Studium machen kann. Der einzige, der mich davon angesprochen hat, wäre als Chemielaborantin, doch auch da bin ich mir nicht sicher, ob das das Richtige für mich ist. Vielleicht erkundige ich mich mal nach einem Praktikum. Das einzige, was ich mir sonst noch als Beruf vorstellen könnte, wäre Psychotherapeutin. Problem: Mein NC reicht nicht, um das zu studieren, an der einzigen deutschen staatlichen Fernuni kann man das entscheidende Modul dafür nicht belegen. An privaten Fernunis geht das natürlich, da wäre mich ein Studium aber mal eben 12.000 Euro kosten. Das kann ich mir also nicht leisten. Also hat sich das auch erledigt. Vor ein paar Tagen habe ich dann den Blog von einer Frau gefunden, die sich gerade zur Sterbeamme ausbilden lässt. Ihr Blog befasst sich mit allem was zum Thema Sterben dazu gehört. Ihre Arbeit fand ich auch extrem beeindruckend, außerdem wäre das ein Beruf, in dem man auf menschlicher Ebene wirklich was bewirken kann. Ob das vielleicht etwas für mich wäre, habe ich mich gefragt. Fasziniert bin ich alle Male von ihrer Arbeit, aber das würde meine eigene Belastbarkeitsgrenze eventuell ein wenig überschreiten. Ich meine, ich habe schon einige Leichen gesehen, habe sie auch schon berührt. Ich habe einen Menschen sterben sehen und weiß, wie sich Trauer anfühlt. Ich weiß, wie man mit schwer kranken Menschen umgeht und was Angehörige nach deren Tod lieber nicht hören wollen. Aber manche von ihren Jobs waren echt hart. Naja, eigentlich alle, von denen ich gelesen habe. Doch das faszinierende ist, diese Frau leidet selbst an Depressionen und einer Angststörung und übt diesen Beruf dennoch, oder vielleicht auch gerade deswegen, aus.
Es gibt auf jeden vieles, über das ich nachdenken/ mir im Klaren werden muss, wie ihr merkt. Es ist gerade alles zum kotzen, ich fühle mich hoffnungslos überfordert und bräuchte im Grunde dringend jemanden, der mich sagt was ich tun soll. Doch im Endeffekt muss ich selbst entscheiden, was für mich das Beste ist, nicht wahr? Und anstatt hier zu sitzen und mal wieder nur zu jammern, sollte ich mich darüber freuen, endlich Ferien zu haben. Ich sollte was mit Freunden unternehmen, was schönes mit meinem Freund machen, oder Bücher schreiben, worauf auch immer ich Lust habe. Doch ich kann das alles momentan nicht genießen, ich bin echt am Ende. Also, falls irgendwer mir doch sagen kann, was zur Hölle ich nur mit meinem Leben anfangen soll, dann nur zu :D. Ansonsten würde ich sagen, bis nächste Woche, ich halte euch auf dem Laufenden. Bis dann.

Montag, 23. Juli 2018

Hey Leute! Leider habe ich es in letzter Zeit nicht geschafft mich regelmäßig zu melden, das ändert sich aber ab jetzt wieder. Ich schreibe zwar am Mittwoch noch eine Klausur, aber das ist dann erstmal die letzte für die nächsten Wochen, sprich nächstes Wochenende bin ich frei. Am Donnerstag und Freitag hatte ich meinen Klausurenmarathon. 24 Stunden, 3 Klausuren. Dementsprechend unzureichend konnte ich mich auf alle Klausuren vorbereiten. Für eine davon hab ich gar nicht gelernt, die habe ich auch bestimmt nicht bestanden, und für die anderen beiden so gut es eben ging. Die beiden liefen eigentlich ganz okay, mal schauen was dabei rum gekommen ist. Mein Lernerfolg wurde am Wochenende natürlich wieder von Familie und so eingeschränkt, aber wegen Svens Mutter müssen wir ja am Wochenende auf jeden Fall nach hause kommen. Jetzt habe ich noch zwei Tage um für die letzte Klausur zu lernen und hoffe, dass ich das noch irgendwie hinbekomme. Durch den Stress jetzt mit der Uni und so geht es mir psychisch nicht ganz so gut, zumindest seit die Klausurenphase begonnen hat, weil ich einfach das Gefühl habe, total unzureichend zu sein. Ich verstehe nicht, wie andere Leute das schaffen. Als mein Klausurmarathon am Freitag Mittag vorbei war, war ich so schlecht gelaunt, dass ich erstmal wieder nach Alternativen zu meinem Studium gesucht habe, weil ich momentan echt keinen Bock mehr auf diesen Scheiß habe. Ich weiß einfach nicht, was ich mit meinem Leben anfangen soll, ich bin absolut nicht gesellschaftsfähig. Am liebsten würde ich tatsächlich den ganzen Tag zu hause sitzen können und an meinem Laptop etwas schreiben. Das macht mir wirklich wirklich viel Spaß und die Leuten, denen ich bisher was von meiner Arbeit gezeigt habe, haben mir nur positive Rückmeldungen gegeben. Wenn am Mittwoch meine Klausur vorbei ist werde ich mich erstmal daran setzen, mein erstes Buch zu Ende zu schreiben und mit der Überarbeitung beginnen und ja, dann werde ich mir vermutlich wirklich mal ein paar Verlage suchen, an die ich das Skript schicke. Vielleicht will es ja tatsächlich jemand veröffentlichen, dann hat sich die Frage nach meinem Studium sowieso komplett erledigt. Im Kopf habe ich schon zwei weitere Bücher komplett geschrieben, ich muss nur noch die Zeit finden, das Ganze zu Papier zu bringen. Ich wünschte es gäbe eine Maschine, die mein Gehirn mit meinem Laptop verbinden würde und dadurch meine Gedanken direkt aufschreiben würde, das wäre ein sehr großes Zeitersparnis. Dann habe ich auch noch eine halb fertige Autobiographie, die ich seit irgendwie 2-3 Jahren nicht mehr angefasst habe, die darauf wartet weiter geschrieben zu werden. Damals wurde es zu schmerzhaft für mich, alles was in meinem Leben passiert ist bis ins kleinste Detail Revue passieren zu lassen, ich konnte das irgendwann nicht mehr aushalten. Aber jetzt bin ich wieder ein paar Jahre reifer und erfahrener, vielleicht kann ich ja mal wieder ein Stückchen hinzufügen. Ihr merkt schon, ich habe große Pläne für die Semesterferien. Mal sehen wie viel ich am Ende wirklich davon erledigt habe. Vermutlich muss ich sowieso wieder in so  viele Nachprüfungen, dass ich gar keine Zeit haben werde etwas anderes zu tun, als lernen. Und wofür? Damit ich am Ende trotzdem wieder überall durchfalle. Genau deshalb habe ich keinen Bock mehr auf mein Studium, ich reiße mir den Arsch auf und habe quasi kein Leben mehr und kassiere trotzdem einen Arschtritt nach dem nächsten. Doch außer dem Schreiben fällt mir wirklich nichts ein, was mich so sehr wie die Astronomie interessiert, dass ich es zu meinem Beruf machen würde. Ich kann mich nicht für den Rest meines Lebens in ein Büro setzen und jeden Tag das gleiche machen, nebenbei kann ich auch keinen Beruf machen, in dem ich telefonieren oder Kundengespräche führen müsste, weil Phobien und so. Deshalb wäre die Forschung in der Astrophysik so perfekt für mich. Ich interessiere mich quasi dafür, seit ich lesen kann, Forschung ist super abwechslungsreich und außer mit meinem Forschungsteam müsste ich mit niemandem sprechen. In meinem astronomischen Institut interessiert sich niemand dafür, dass ich blaue Haare, Tattoos, Piercings und Narben habe. Ich muss wissenschaftliches Englisch können und der Rest juckt niemanden. Zugegeben, mein wissenschaftliches Englisch ist noch nicht das beste, aber ich nehme auch erst seit 4 Monaten an ein paar Veranstaltungen dort teil. Wenn ich so an diese 4 Monate zurückdenke, die Atmosphäre am Institut, die Einblicke in die Forschungen, die ich von Professoren und Doktoranden bekommen habe, dann ist das eigentlich genau das, was ich tun möchte, doch es scheint tatsächlich an meinem Bachelor zu scheitern. In anderen Gebieten der Physik bin ich eben nicht gut, da kenne ich mich nicht aus, sie interessieren mich auch nicht unbedingt alle. Außerdem komme ich mit dem Leistungsdruck echt nicht klar, ich dachte immer ich hätte eine hohe Belastbarkeitsgrenze, doch hier wurde ich eines besseren belehrt. Aber ganz ehrlich, wenn ich die Zeit, die ich in der Uni verbringe und die Zeit für Hausaufgaben zusammenrechne, komme ich bereits locker auf eine 40 Stunden Woche. Da ist Vorlesungsnachbereitung und lernen noch nicht mit einbegriffen. Außerdem hatte ich dieses Semester verhältnismäßig wenig zu tun, nächstes Semester muss ich nämlich mal wieder ein Praktikum belegen. Ich werde also sterben :D Zumindest werde ich es mir wünschen.
Ich glaube nicht, dass ich es gerade sonderlich gut schaffe, euch begreiflich zu machen, wie ich mich bei meinem Studium fühle. Um es zusammenzufassen: Ich mache eigentlich nichts anderes mehr, als in die Uni zu gehen, Hausaufgaben, oder lernen. Eigentlich dürfte ich gerade gar nicht hier sitzen und diesen Text schreiben, doch ich musste einfach. Trotz dass ich all meine Zeit und Energie in mein Studium stecke, muss ich viele Rückschläge einstecken, ich weiß jetzt schon sicher, dass ich die Regelstudienzeit um mindestens ein Jahr überschreiten werde. Eigentlich bin ich kurz davor, den Bachelor hinzuschmeißen, weiß aber nicht, was ich sonst machen soll. Außerdem hat mir die Belegung eines Mastermoduls am astronomischen Institut in diesem Semester gezeigt, dass das genau das ist, was ich machen will. Dafür muss ich aber erst durch den furchtbaren Bachelor. Und wenn ich an die nächsten mindesten 2 Jahre denke, die ich mit dem Erreichen des ersten Abschlusses verbringen werde, steigt in mir das Bedürfnis auf, mir die Pulsadern aufzuschlitzen. Das ist leider keine Übertreibung, die Uni macht mich tatsächlich phasenweise akut suizidal.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es mir sehr viel besser gehen würde, wenn ich nicht mehr Physik studieren würde, aber ich will nicht in 10 Jahren in irgendeinem Job stecken, der mich nicht erfüllt, den ich nur angenommen habe, weil ich nicht wusste was ich sonst tun soll, und dann bereuen, mein Studium abgebrochen zu haben. Ich weiß gerade einfach nicht weiter, weiß nicht was ich tun soll, oder was ich nicht tun soll.
So, jetzt seit ihr auf dem neusten Stand, ich habe euch mein Herz ausgeschüttet und werde gleich mal schlafen gehen, damit ich morgen fit bin um zu lernen. Gute Nacht und bis nächste Woche!

Samstag, 7. Juli 2018

Hallo lieber Blogger-Comunity. mein letzter Post liegt leider schon zwei Wochen zurück, das tut mir Leid. Tatsächlich war es bereits Mittwoch, als ich bemerkt habe, dass ich noch nicht geblogg habe, und dann dachte ich mir, kann ich mir das auch schenken. Aber wenn ihr meinen letzten Post gelesen habt, dann wusstet ihr ja, dass ich momentan ziemlich gestresst und überfordert bin. Doch zuerst will ich euch etwas positives erzählen, um etwas an das Ende meines letzten Post anzuknüpfen: Ich habe mich überwunden, Anrufe getätigt und habe es geschafft einen Termin für ein Erstgespräch mit einer Theapeutin zu vereinbaren. Der Termin ist zwar erst in knapp 3 Monaten, aber immerhin habe ich es geschafft, das überhaupt mal anzugehen. Dann habe ich es diese Woche wirklich geschafft, mich richtig krass zum lernen aufzuraffen, verschwende keine Zeit mehr damit, depressiv im Bett rumzuliegen und bekomme wirklich was getan. Leider scheint es das Universum nicht zu erfreuen, wenn ich mal produktiv bin, denn seit gestern bin ich krank, was nicht wirklich förderlich fürs lernen ist. Doch da ich jetzt zumindest für 2 Wochen noch ein ordentlicher Student bin, habe ich mich mit Tabletten, Nasenspray, Vitaminpräperaten und Kaffee vollgepumpt und weitergemacht. Und vor einer halben Stunde bin ich tatsächlich mit meinem Pensum für heute bzw. generell für die Woche fertig geworden. Deshalb schätze ich, werde ich heute mal etwas früher in Bett gehen und mir etwas Ruhe gönnen. Mein Pensum für morgen sind höchstens 2 Stunden Arbeit, also habe ich morgen einen ruhigeren Tag, der hoffentlich ausreichen wird, damit ich Montag wieder fit bin. Montag ist nämlich ein voller Tag, ich hab 8 Stunden Uni, bin dann voraussichtlich um 17 Uhr zu hause und nach einer Essenspause muss ich mit den nächsten Klausurvorbereitungen beginnen. Ihr merkt vielleicht, dass ich es wirklich geschafft habe die Motivation zu finden, nach der ich so lange gesucht habe. Es ist zwar ärgerlich, dass diese direkt durch eine nervige Krankheit gebremst wurde, aber davon werde ich mich nicht unterkriegen lassen. Hoffe ich zumindest. Ich muss noch zweieinhalb Wochen durchhalten, dann ist die erste Klausurenphase vorbei und ich hoffe natürlich, dass es sich für mich damit erledigt hat. Aber selbst wenn nicht, ich hätte trotzdem genug Zeit um eine Woche durchzuschlafen, um die fehlende Ruhe bis dahin nachzuholen, so machen andere Leute das doch bestimmt auch.
So und um nochmal über das zweite Thema, was neben der Uni gerade mein Leben bestimmt zurückzugreifen. Svens Mutter hat vor zwei Tagen wieder mit der Chemo begonnen. Diesmal ging es zum Glück gut, auch wenn ich von der Idee einer neuen Chemo noch nicht wirklich überzeugt bin. Psychisch geht es der Frau aber gar nicht gut. Sie ist immer noch in der Psychiatrie und kommt am Wochenende nach hause. Da Svens Stiefvater samstags arbeiten muss, dürfen wir bzw. da sich Krankheit und Chemo nicht gut verträgt momentan nur Sven, bei ihr bleiben, da sie absolut nicht mehr alleine sein kann. Die Formulierung von Svens Stiefvater (vor den Augen seiner Frau) war besonders nett: "Ihr könnt euer Privatleben für die nächsten 12 Wochen in die Tonne kloppen". Also erstens entscheide immer noch ICH über MEIN Privatleben und zweitens, was für ein Hurensohn muss man eigentlich sein? Svens Mutter war so deprimiert danach, weil sie jetzt natürlich das Gefühl hat, für alle nur eine Belastung zu sein. So hätte sich glaube ich jeder nach dieser Aussage gefühlt. Natürlich ist es eine Belastung für alle Beteiligten, wenn jemand nicht mehr in der Lage ist 2 Stunden alleine zu sein. Ich hatte sowohl letzten Samstag, als auch diese Woche andere Sachen geplant als das Händchen meiner künftigen Schwiegermutter zu halten (unter anderem den Abiball meiner alten Schule, worauf ich mich echt gefreut hatte..seit ca. einem Jahr). Aber die Frau kann nichts dafür, dass es so ist, sie hat sich das ja nicht ausgesucht. Also sollte man ihr auch keine Vorwürfe machen und ihr nicht das Gefühl geben, dass man keinen Bock darauf hat. Ich muss zugeben, bis vor einer Woche habe ich sehr versucht, mich von dieser ganzen Geschichte zu distanzieren. Natürlich war ich bei Svens Mutter, habe mich mit ihr unterhalten, mich erkundigt, wie es ihr geht und so. Aber ich habe emotional versucht, diese ganze Krebsgeschichte nicht an mich heran zu lassen. Hab einen kühlen Kopf behalten und so. "Du hattest dein Drama schon", habe ich mir gesagt, "Das überlebst du kein zweites Mal". Das mag auch sein. Aber letzte Woche ist mir klar geworden, dass ich mich da nicht so einfach rausziehen kann. Zu meinem eigenen Schutz halte ich emotional immer noch so viel Abstand dazu, wie ich kann, weil falls diese Geschichte schlecht endet weiß ich wirklich nicht, ob ich das ein zweites Mal überleben würde. Fürs Protokoll, ich glaube nicht daran, dass das schlecht endet, im Gegenteil, ich bin sogar sehr optimistisch. Aber man darf eben nicht außer Betracht lassen, dass Krebs eben ein Arschloch ist. Aber zurück zum Thema. Letztes Wochenende habe ich etwas mehr Zeit mit Sven und seiner Mutter verbracht, ich war den ganzen Samstagabend da und bin Sonntag Nachmittag auch nochmal auf einen Kaffee vorbei gekommen. Erstens waren alle irgendwie total erfreut von meiner Anwesenheit und zweitens konnte ich mich nicht mehr vor dem ganzen Ausmaß der Situation entziehen. Ich durfte mit eigenen Augen sehen, wie Svens Stiefvater vollkommen überfordert ausgerastet ist. Wie Svens Mutter in egal welcher Situation nur noch über Krebs redet, es gibt in ihrer Anwesenheit wirklich gar kein anderes Thema mehr, was natürlich alle Leute, denen das nahe geht, absolut wahnsinnig macht. Und da ich zur Abwechslung mal voll im Bilde war, konnte sich Sven so richtig darüber auskotzen, als wir wieder in Bonn waren am Sonntag Abend. Sonst kann ich nicht immer alles 100%ig nachvollziehen, was er mir erzählt, aber da ich dieses Mal das ganze Ausmaß der Situation gesehen habe, konnte ich das dieses Mal eben doch. Und am Ende von diesem Wochenende wusste ich dann, dass mich nicht so davon distanzieren kann, wie ich es gerne hätte. Also doch, ich könnte, aber das erscheint mir nicht mehr richtig. Ja, ich hatte mein Drama schon, aber jetzt bekomme ich eben noch eins, wenn es soweit kommen sollte.
Ich wollte doch einfach mal ein Semester schaffen ohne dass irgendwas passiert. Ohne dass jemand erschossen wird, ohne Angstattacken von meinem Freund, ohne dass sich irgendwer vor nen Zug schmeißt, ohne dass jemand Krebs bekommt. Aber irgendwas ist anscheinend immer. Hört das jemals auf? Ich glaube es mittlerweile nicht mehr, es gibt immer etwas, womit man dealen muss. Das ist wirklich zum kotzen, aber was soll ich machen? Gut, das war mein Wort zum (fast) Sonntag. Ich wünsche euch noch ein schönes Restwochenende, eine erfolgreiche Woche und ich hoffe, wir hören uns nächstes Wochenende wieder. Bis dann ihr Lieben!

Montag, 25. Juni 2018

Hallo ihr. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Es hagelt irgendwie gerade Scheiße in meinem Leben, das ist echt anstrengend. Das Schlimmste zuerst: Svens Mutter ist am Freitag fast gestorben. Sie hat ihre erste Chemo bekommen und davon einen anaphylaktischen Schock bekommen, lag zwei Tage auf der Intensivstation, ist aber mittlerweile zum Glück wieder stabil und auf einer normalen Station. Natürlich möchte sie jetzt keine Chemo mehr machen, was ich voll und ganz verstehen kann. Sollte es nicht selbstverständlich sein, dass die Ärzte erstmal checken, ob es Allergien oder Unverträglichkeiten bezüglich der Inhaltsstoffe gibt? Ja, eigentlich schon. Hab ich direkt gesagt, man sich vorher angucken, was in dem Scheiß drinnen ist und was es für Nebenwirkungen geben kann, weil ich das alles schon durch habe? Ja, eigentlich schon. Naja, die Alternative ist jetzt direkt zu operieren und dann zu bestrahlen. Ich will ja nicht besserwisserisch klingen, aber wer hat gesagt, die sollen direkt operieren? Achja, das war ich. Wie schön, dass ich mehr Ahnung habe als jeder Arzt, der mir bisher untergekommen ist. Gibt es sowas wie medizinische Berater für Patienten? Jemanden, der die Behandlung der Ärzte checkt und eventuell zu Alternativen raten kann? Falls nicht sollte ich diesen Beruf unbedingt einführen. Dafür bräuchte man auch kein 1,0er Abi, sondern nur gesunden Menschenverstand. Mein Gott, ich hasse Menschen. In der Uni gehen sie mir gerade auch alle auf den Sack, einer meiner Profs ist pissig, weil einige Leute in den Übungen einfach die Musterlösungen vom letzten Jahr abgegeben haben (*hust* ich würde sowas natürlich nie tun *hust*) und stellt jetzt extra schwere, neue Aufgaben und es wird noch bis 3 Tage vor der Klausur Übungsblätter geben, die für die Zulassung zählen. Damit man auch ja keine Zeit hat für die Klausuren zu lernen. Also ich schreibe innerhalb von 2 Tagen 3 Klausuren und habe überhabt keine Zeit vorher zu lernen, wenn ich meine Zulassung bekommen möchte. Ich sitze 4 Tage an diesem scheiß Übungsblatt, habe 2 Tage die Woche richtig lange Uni und den letzten Tag nutze ich dann, um mal was für meine 3 anderen Module zu tun. Also ja, das pisst mich momentan ziemlich an, weil ich nämlich wirklich gerne schon beginnen würde, für die Klausuren zu lernen...Eigentlich würde ich es nämlich sehr begrüßen, mal auf Anhieb die ein oder andere Klausur zu bestehen, weil ich im Sommer auch gerne mal ein paar Tage frei haben würde. Aber so wird das nichts... Und da ich so unfassbar belastbar bin, verkrieche ich mich bei dieser Aussicht nur noch im Bett und schaffe einfach gar nichts mehr. Argh.
So, dann habe ich mir fest vorgenommen, morgen früh die Suche nach einer neuen Therapie zu starten. Als erstes will ich mich bei einer Art Zentrum für Psychologie melden, das ist so eine Vereinigung im Bonner Raum, die die örtliche Versorgung rund um Psychotherapie und sowas verbessern wollen, die können einen dann etwas schneller als normalerweise weiter vermitteln, das finde ich ziemlich vielversprechend.
Tut mir Leid, mein Post ist heute irgendwie wenig strukturiert, ich weiß momentan echt nicht mehr wo mir der Kopf steht. Ich kann meine Gedanken gar nicht so schnell fassen, wie sie kommen und gehen. Überforderung und so. Nebenbei schreibe ich gerade auch irgendwie als wäre ich 12. Ich spüre meine Gehirnzellen sterben, dabei bin ich gar nicht betrunken oder sowas. Ich beende den Post dann an dieser Stelle, bevor das noch schlimmer wird. Wir hören uns nächste Woche wieder.

Montag, 18. Juni 2018

Guten Abend meine Lieben. Ich habe mir heute mal die Zeit genommen und meinen Blog etwas überarbeitet. Also nicht das Layout, sondern die Seiten. Ich habe meine To-Do-Seite mal etwas aufgeräumt bzw. aktualisiert und ein paar Änderungen an der about me Seite vorgenommen. Die anderen Seiten sind unverändert. Nur falls es wen interessiert. So, worüber könnte ich heute so schreiben? Es gibt eigentlich nichts spezielles, was mir auf der Seele brennt.  Ich muss mal gucken, worüber ich letztes Mal geschrieben habe, vielleicht knüpfe ich dann einfach daran an.
Okay gut, also ich habe es bisher weiterhin durchgehalten, mich nicht zu schneiden, das ist schonmal gut. Ich muss sagen, es hat mir seit ich meine kleine Erinnerung geschrieben habe, wirklich sehr geholfen, einfach weiter zu machen, auch wenn ich nicht will. Ich gehe zur Uni, ich lerne, versuche ein Gleichgewicht zwischen Fleiß und Freizeitnutzung zu finden, was mir immer noch schwer fällt. Meistens, wenn ich aus der Uni komme, dann lege ich mich erstmal aufs Sofa, mach den Fernseher an und gehe auf Netflix. Und da bleibe ich dann stundenlang. Es ist ja in Ordnung und muss auch sein, mir 30-60 Minuten frei zu nehmen, um zu hause wieder etwas runter zu kommen, aber ich übertreibe es dann immer, was dazu führt, dass ich dann abends total gestresst mein Zeug für die Uni erledige und mich ärgere, dass ich keine Zeit für die Freizeitaktivitäten hatte, die ich eigentlich tun wollte, anstatt den halben Tag auf dem Sofa zu liegen. Naja, wenn ich weiterhin an mir arbeite, dann kriege ich bestimmt auch das in den Griff.
Dann habe ich mich am Samstag Abend nochmal mit Sophie getroffen. Ihr wisst ja bestimmt noch, dass ich mich alle paar Monate mal mit ihr treffe, einen trinke und so. Besonders, da wir so lange befreundet waren, finde ich es immer interessant zu hören, wie es ihr so ergangen ist und was es neues in ihrem Leben gibt. Wir haben immer reichlich Gesprächsstoff, was wohl auch daran liegt, dass wir uns ewig kennen. Sie weiß wie ich ticke, ich weiß wie sie tickt. Es ist einfach, mit ihr zu reden, was mich sehr fasziniert. Wir haben uns abends um 9 Uhr getroffen und haben uns um kurz vor 3 verabschiedet. Fast 6 Stunden, in denen wir uns nicht eine Minute angeschwiegen haben. Ganz ehrlich, mit Unibekanntschaften/-freunden hätte ich nach einer Stunde keinen Gesprächsstoff mehr, weil ich eigentlich kaum mehr jemandem irgendetwas über mich erzähle. Die einzigen Leute, die wissen, wie ich wirklich ticke, sind meine Jugendfreunde, allen Menschen, die ich später kennengelernt habe, habe ich nichts mehr über mich erzählt. Ich habe irgendwie keine Lust, neue Menschen kennenzulernen, Freundschaften zu pflegen und so einen Kram. Ich habe ein paar Menschen, die ich von früher kenne, mit denen ich mich gerne nochmal ab und an treffe, manche davon schimpfe ich sogar noch meine Freunde, aber alles andere ist mir in den letzten Jahren zu viel. Deshalb war es echt cool Sophie mal wieder zu sehen und mit ihr zu sprechen. Ihr fragt euch bestimmt, nach allem was ich damals über unser auseinandergehen geschrieben habe, wie ich mich gerne mit ihr treffen kann. Aber das waren Dinge, die ich in voller Wut geschrieben habe, dass ich selbst mit die Schuld dafür trage, habe ich damals nicht gesehen. Wir waren einfach Kinder, die sich gegenseitig nicht mehr geben konnten, was der jeweils andere brauchte. Wir hatten beide Probleme, mit denen wir fertig werden mussten. Auf eine vollkommen unterschiedliche Art und Weise waren wir uns viel zu ähnlich, das ist mir am Samstag nochmal besonders aufgefallen. Ich bin ihr nicht mehr böse für die Art, wie wir unsere Freundschaft beendet haben und ich denke, sie ist mit auch nicht mehr böse. Das ist noch etwas, was ich in den letzten Monaten geschafft habe. Ich habe mir abgewöhnt, gegen irgendwelche Leute Groll zu hegen oder sonstwas. Sei es Sophie, oder Doc, sogar mein Vater oder sonstige Streits, die ich irgendwem übel genommen habe. Ich habe jedem verziehen. Manche Sachen kann ich nicht vergessen, niemals, aber ich habe meinen Frieden mit den Menschen, die hinter diesen Erinnerungen stehen, geschlossen. Wie ich das gemacht habe weiß ich nicht und ob es jede dieser Personen verdient hat, da lässt sich vermutlich auch drüber streiten. Aber es geht mir besser damit. Es hat etwas Ruhe einkehren lassen und das ist Gold wert für mich. Bei manchen Menschen hätte es früher gereicht, sie kurz zu sehen, auf Facebook, oder gar auf der anderen Straßenseite, scheißegal. Ich wäre sofort auf 180 gewesen. Doch das hat sich geändert und das finde ich absolut positiv. Natürlich habe ich zu jedem Menschen eine Meinung, und bei einigen mag die nicht sonderlich positiv ausfallen. Aber ich bin jetzt in der Lage mit solchen Menschen zu sprechen, ohne das sofortige Bedürfnis zu verspüren, ihnen eine zu verpassen. Geil, oder :D? Wer hätte gedacht, dass ich jemals die Gelegenheit auslassen würde, jemanden auf die Fresse zu geben? Hurra, anscheinend habe ich mein Aggressionsproblem überwunden, ohne aktiv dafür zu arbeiten! Wäre doch schön, wenn das mit allen Problemen so einfach wäre. Naja, ist es leider nicht, also werde ich an allen sonstigen Problemen weiterhin arbeiten müssen. Doch ich bin mir sicher, irgendwann werde ich soweit sein und das hinbekommen.
In diesem Sinne wünsche ich euch eine angenehme und nicht allzu stressige Woche, bis dann meine Lieben!

Samstag, 9. Juni 2018

Jooo, was geht? Ich weiß, ich habe mich mit "bis nächste Woche" verabschiedet, aber ich dachte ich gebe euch mal ein Update. Naja, eigentlich bin ich nur betrunken und muss meine Gedanken und dieses ganze schwule Zeug irgendwie los werden. Also ja, ich habe was getrunken. Eigentlich wollte ich mit meinem Vater und seinen Bekannten nur ein Bier trinken, aber irgendwie ist daraus deutlich mehr geworden und ich war innerhalb kürzester Zeit voll. Gut, ich habe seit heute früh um 10 Uhr nichts mehr gegessen und wir haben zum trinken in der prallen Sonne gesessen, aber naja. Jedenfalls habe ich ein paar kurze mehr getrunken als geplant, und ich bin dann vor einer halben Stunde nach hause gegangen, weil ich gesagt habe, ich müsste noch was für die Uni machen. Natürlich bin ich nicht mehr in der Lage, was für die Uni zu machen, doch das hat da keiner gemerkt. Ich wollte einfach nur die sturmfreie Bude genießen. Mein Vater ist nämlich gerade in der Midlife Crisis angekommen und verbringt seine Samstag Abende damit, mit 20-23-jährigen Leuten am See zu sitzen und zu trinken. Also habe ich ihn da gelassen, ich rechne so in 2-3 Stunden mit seiner Heimkehr.
Ich weiß, dass ich super sensibel auf Alkohol reagieren, aber ich trinke doch so gerne. Ersatzbefriedigung so und. Wenn ich mich nicht schneide, dann trinke ich, oder ich kiffe oder hungere. Irgendwas mache ich immer. Wenn ich getrunken habe, wird das Bedürfnis, mich zu schneiden immer größer. So auch heute Abend. Während ich so nach hause gegangen bin, habe ich mir nichts mehr gewünscht, als mich zu schneiden. Geistesgegenwärtig wie ich vorher war, habe ich nichts bei mir gehabt, mit dem ich mich hätte schneiden können. Aber ich wollte. Und ich habe mich erinnert, an das, was ich heute Nachmittag geschrieben habe. Natürlich habe ich all das für Schwachsinn erklärt und wollte mir nur noch so tief ich kann in den Arm schneiden. Doch auch jetzt, wo ich zu hause angekommen bin, mache ich es nicht. Ich will, aber ich halte dagegen an. Denn wenn ich mich jetzt schneide, stehe ich wieder ganz am Anfang. Nach einem Schnitt sind die ersten 2 Wochen die härtesten, jedenfalls meiner Erfahrung nach. Danach geht es. So nach ca. 3 Monaten wird es dann wieder härter, also für mich relativ bald und dann mal sehen. Länger als 4 Monate habe ich es nie geschafft. Ich habe keine Ahnung, wann es dann wieder einfacher wird, meiner Erfahrung nach war es zwischen dem 3. und 4. Monat immer so hart, dass ich dem Drang nachgegeben habe und wieder am Anfang stand. Und dann braucht man immer wieder eine Weile, bis man den nächsten Versuch wagt, weil wie gesagt die ersten 2 Wochen echt hart sind. Aber wie gesagt, ich halte dagegen. Ich frage mich gerade nur eins: Warum ist es für mich erstrebenswerter, mir einen Schnitt zu verpassen, der genäht werden müsste, als sagen so können "Jo, ich habs geschafft so und so viele Monate schnittfrei" zu sein? Warum? Ich verstehe es nicht? Ich weiß nur, dass ich so fühle. Aber wieso, verdammt? Wieso finde ich es toll, wenn ich mich richtig tief schneide? Was erwarte ich, was andere Leute denken, wenn sie das sehen? "Boa ist die geil, die Wunde ist ja sooo tief, Respekt"? Kein Mensch denkt sowas. Außer die Stimmen in meinem Kopf. Die Stimmen, die mir sagen scheiß auf deine Vorsätze, danach wirst du dich besser fühlen. Die Stimmen die mir, wenn ich mich nicht tief genug schneide sagen, dass ich ein Versager bin, der sich nicht mal ordentlich ritzen kann. Ganz ehrlich, fickt euch. Wieso sollte ich auf so einen Schwachsinn hören. Vielleicht, weil ich es die letzten 9 Jahre genau so gemacht habe, okay, aber Zeiten ändern sich, also fickt euch. Schreit, so laut ihr könnt, ich kann so viel trinken, bis auch die letzte Stimmer verstummt. 
Hey ihr Lieben! Aus irgendeinem Grund ist heute mal wieder so ein Tag, an dem ich mich nicht entscheiden kann, wie ich mich fühle. Heute morgen habe ich mir noch gedacht, ich schreibe heute darüber, wie motiviert ich mich fühle und dass ich gerade alles dafür gebe, mein scheiß Leben in den Griff zu kriegen. Aber jetzt, wo ich mich tatsächlich vor den Laptop setzte und etwas schreibe, fühle ich mich nicht mehr so gut. Ehrlich gesagt würde ich mich gerade am liebsten einfach im Bett verkriechen und für immer darin liegen bleiben. Doch ich versuche das Gefühl von heute früh wieder zu bekommen. Bestimmt bin ich gerade nur so schlecht drauf, weil ich die letzten 3 Stunden ununterbrochen für die Uni gelernt habe, da kann man ja nur schlecht drauf sein :D. Aber ich muss sagen, in der Uni läuft es in letzter Zeit erstaunlich gut. Am Montag habe ich das Ergebnis meiner Probeklausur bekommen, wenn das eine richtige Klausur gewesen wäre, dann hätte ich genug Punkte gehabt, um zu bestehen, das ist schon ziemlich nice. Durch die Vorbereitung auf die Probeklausur habe ich den Stoff der ersten Semesterhälfte zumindest in diesem Modul schon recht gut gelernt und hoffe, dass mir das bei der richtigen Klausurvorbereitung helfen wird. Für das zweite Modul, das ich dieses Semester belegt habe, bin ich heute auch damit fertig geworden, den bisherigen Stoff in einem Lernheft zusammenzufassen. Außerdem habe ich mir Karteikarten gemacht, mit kurzen Fragen, die am Anfang der Klausur abgefragt werden. Für das dritte und vierte Modul habe ich dieses Semester immer direkt nachgearbeitet, indem ich mir ein Skript zu den Vorlesungen schreibe, mit dem ich später lernen kann. Und genau das sind die Gründe für meine Motivation. In den vergangenen Semestern habe ich es nie geschafft, so frühzeitig mit der Klausurvorbereitung zu beginnen, bzw. wenn dann nur in einem Modul. Daher hoffe ich, dass ich dieses Pensum bis zu den Klausuren aufrecht erhalten kann, um in diesem Semester mal eine 100%ige Bestehensquote zu schaffen. Nicht gerade ein bescheidenes Ziel, wenn man sich meine vergangenen Quoten ansieht: Im ersten Semester waren es immerhin noch 75%, im zweiten schon nur noch 60% und letztes Semester habe ich mein Tief bei 33% erreicht. Wo wir auch schon bei meinem Problem wären. Wenn ich mir das Ziel vor Augen halte, alle Klausuren zu bestehen, schaffe ich es definitiv besser mich zum lernen aufzuraffen, als wenn ich mir sage "mit etwas Glück bestehe ich 2 von 4 Klausuren", macht Sinn, oder? Problematisch wird es dann erst, wenn es am Ende wieder so schlecht läuft wie im letzten Semester und ich nur eine einzige Klausur bestehe. Dieses Problem ist nebenbei nicht nur aus der Luft gegriffen, letztes Semester habe ich mich ebenfalls gut vorbereitet gefühlt und dachte, ich rocke die Klausuren, und als dann die niederschmetternden Ergebnisse kamen, hat das bei mir wirklich eine Krise ausgelöst. Gut, mittlerweile, wo ich die Dinge ein bisschen objektiver betrachten kann, war es kein Wunder,  dass ich so verschissen habe. Es stimmt zwar, dass ich sehr viel für die Klausuren gelernt habe, allerdings habe ich das restliche Semester lang absolut nichts getan. Am Anfang war ich auch nicht in der Lage, irgendwas zu tun, mich auf irgendwelche Scheiß Formeln zu konzentrieren, wegen der ganzen Sache mit Nicole (für alle die das nicht mehr wissen: sie hat sich das Leben genommen). Ich war wirklich nicht imstande, viel mehr zu machen, als zu atmen und als ich mich wieder gefangen hatte, gab es einen Berg an Stoff, den ich nacharbeiten musste. Das habe ich dann auch schön bis 3 Wochen vor Klausurbeginn vor mir her geschoben. Bei den Zulassungen habe ich mich auch selbst beschissen, eine Zulassung wurde uns nämlich quasi vom Prof geschenkt, die andere habe ich mir größtenteils durch abschreiben "erarbeitet" und die dritte habe ich gar nicht erst bekommen, weil "die Voraussetzungen ja sooo unfair waren". Also kurz gesagt: Ich habe vor der Klausurenphase gar nichts gemacht und mich dann gewundert, warum ich so schlecht abgeschnitten habe. Super Alex. Aber dieses Semester bin ich fleißiger und deshalb sollte ich alles daran setzten, meine Motivation viel zu lernen aufrechtzuerhalten. Dann komme ich vielleicht endlich mal im Studium voran. Wenn ich es jetzt schaffe, meine Module wenigstens im Nachholversuch zu bestehen, dann könnte ich meinen Bachelor immerhin nach dem 8. Semester geschafft haben. Und es sollte ja ganz in meinem Interesse sein, diesen Scheiß endlich hinter mich zu bringen.
Naja, soviel zu meinem Studium. Tut mir Leid ich weiß, das ist alles ziemlich langweilig, doch es beschäftigt mich momentan doch sehr. Aber egal. Ich war nicht nur dem Studium gegenüber motiviert, sondern auch auf meine psychischen Probleme bezogen. Ich habe mich nämlich nun schon seit 9 Wochen nicht mehr selbstverletzt. Als mir das heute morgen aufgefallen ist, habe ich mich gefragt, ob es nicht eine gute (und lange überfällige) Gelegenheit wäre, mich ganz von diesem Verhalten zu verabschieden. Ich weiß, ich thematisiere es hier nicht mehr so extrem wie in meinen ersten Blogger Jahren, doch es ist noch immer ein großer Teil meines Lebens. Doch ich bin es so satt, mein Leben von einer Krankheit bestimmen zu lassen. Ich habe schon einige Versuche unternommen, vom ritzen los zu kommen, doch diese Versuche waren nie wirklich aus eigener Motivation. Andere Leute haben mir gesagt, dass ich damit aufhören muss, doch erstes hatten die meisten davon keine Ahnung, wie viel mehr dahinter steckt. Es ist nur ein Symptom und nicht die Krankheit selber und um wirklich wieder gesund zu werden ist es niemals ausreichend, mich nicht mehr zu schneiden. Und zweitens nützt es eben rein gar nichts, wenn ich nicht aus eigener Intention sage, dass ich etwas verändern will. Ich bin leider sprunghaft genug, um morgen wieder zu sagen, dass ich nichts verändern möchte und ich glücklich damit bin, mich hinter Depression und Selbstverletzung zu verstecken. Deshalb sage ich es jetzt mal etwas vorsichtiger und bedachter: In mir entwickelt sich gerade ein Keim der Eigeninitiative, mein Leben verändern zu wollen und ich werde versuchen, ihn wachsen zu lassen. Für den Moment kann ich festhalten (und vielleicht hilft es mir später dabei, mich daran zu erinnern):
Ja, ich möchte, dass es mir besser geht. Ich bin gewillt, mir eine neue Psychotherapie zu suchen und dort auch aktiv an mir zu arbeiten, es nicht als eine Sache anzusehen, die ich schnell hinter mich bringen muss, sondern als eine Chance, diesmal wirklich Erfolg zu haben. Ja ich weiß, dass das viel Arbeit bedeutet, da es einfach viele Dinge gibt, an denen ich arbeiten muss, und mir ist klar, dass es wieder Phasen geben wird, in denen ich nicht bereit bin, diese Arbeit auf mich zu nehmen. Doch vielleicht bin ich mittlerweile erwachsen genug, es meine zukünftige Therapeutin wissen zu lassen, wenn es mir zu viel wird und wir auch dafür dann gemeinsam eine Lösung finden können. Ich weiß, dass ich mich dafür aus meiner Komfortzone begeben muss, denn ich leide nun schon so viele Jahre unter pychischen Problemen (ist es zu glauben, meine erste Selbstverletzung ist 9 Jahre her..), dass es mir einfacher erscheint, nichts daran zu tun, zu sagen, dass ich glücklich in meiner Unglücklichkeit bin, als die Sache endlich anzugehen und am Ende vielleicht wirklich glücklich zu sein.  Ja, ich möchte endlich ein normales Leben führen, ohne dass mein Studium davon beeinflusst wird, dass zu depessiv bin, um das Haus zu verlassen oder mich auch nur an den Schreibtisch zu setzten. Ich will nicht mehr die halbe Vorlesung verpassen, weil ich auf der Toilette hocke, um mich zu schneiden und anschließend eine Blutung zu stillen. Ich will nicht mehr unkonzentriert sein, weil ich gerade mal wieder eine Magerwahnphase habe und zu wenig gegessen habe. Ich will nicht mehr mit Fragen den Raum verlassen, weil meine sozialen Ängste es mir unmöglich gemacht haben, meinen Tutor um Hilfe zu bitten. Ich will nicht mehr völlig fertig in der Uni ankommen, weil ich im Zug eine Panikattacke hatte. Ich möchte wie ein normales Mädchen studieren, ohne von diesen ganzen Faktoren dabei beeinflusst zu werden. Ich will nicht, dass meine schulische Ausbildung dadurch in die Länge gezogen wird. Nein, ich möchte das Studium schnell abschließen, um in einem geregelten Beruf zu arbeiten, einen geregelten Tagesablauf haben, den mir ein Studium nicht bieten kann. Ich möchte Geld verdienen, um mir irgendwann ein eigenes Haus leisten zu können. Ich möchte meinen Freund irgendwann heiraten, ohne dass er ständig Angst hat, mich mit aufgeschnittenen Pulsadern im Badezimmer zu finden.
Und um all das zu erreichen, muss ich endlich diesen einen entscheidenden ersten Schritt machen und mir aus eigenem Wunsch heraus Hilfe suchen. Und ich muss diesen Wunsch aufrecht erhalten. Deswegen habe ich mir gerade die Zeit genommen, all das zu schreiben, damit ich mich vielleicht später wieder daran erinnern kann, wie ich mich heute gefühlt habe und auch, um dieses Gefühl wieder aufzubauen. In diesem Sinne wünsche ich euch noch ein wundervolles Wochenende, bis nächste Woche!