Dienstag, 5. November 2019

Hallo zusammen. Irgendwie habe ich das mit dem mehr Zeit nach der Probezeit wohl etwas falsch eingeschätzt. Es gab viel zu tun in der Schule. Danach hatte ich zwar Urlaub, bin aber auch da nicht wirklich zur Ruhe gekommen. Aber trotz des Schulstresses ging es mir weiterhin sehr gut. Ich bin zur Therapie gegangen, habe mich um die Schule gekümmert und mich sogar 2 Mal privat mit einer Mitschülerin getroffen. Dann hatte ich Urlaub. Am Anfang war ich traurig, weil Alex arbeiten musste. Dann war er aber wegen einer Verletzung 4 Tage krank geschrieben und nachdem ich damit fertig war deswegen auszurasten habe ich die Zeit mit ihm genossen. Und als er danach wieder arbeiten war bin ich besser damit klar gekommen, dass wir uns erst abends sehen und habe wieder ganz viele Dinge gemacht, an denen ich Spaß habe. Ich bin jeden Tag spazieren gegangen, habe mir neue Spiele gekauft und gezockt, habe gelesen und Serien geguckt und war so froh, dass ich wieder Interesse daran hatte diese Sachen zu machen und das auch alleine. Außerdem haben Alex und ich noch 2 Katzen adoptiert. Romy und Ruby sind 7 Jahre alt und mussten von ihrer Besitzerin abgegeben werden. Am Anfang waren sie ganz ängstlich und haben nur unter der Couch gesessen, aber in meinem Urlaub hatte ich genug Zeit mich mit ihnen anzufreunden und mittlerweile sitzen sie ganz entspannt auf der Couch wenn jemand nach hause kommt. Nur Bambi hat sich noch nicht so gut mit den beiden angefreundet. Aber das wird schon noch.
Das letzte Wochenende meines Urlaubs war ich ziemlich in Panik wegen des dritten Einsatzes. Das erste Mal in die Somatik. Ich wusste schon vorher dass ich da nicht hin will. Alle haben mir gesagt ich soll abwarten bevor ich mich verrückt mache und dass es bestimmt nicht so schlimm wird. Und was soll ich sagen. Es ist nicht so schlimm wie ich erwartet habe. Es ist noch schlimmer. Der erste Tag war so furchtbar. Ich kann gar nichts von dem was da erwartet wird und niemand hat Zeit mir diese Sachen beizubringen. Alle sind gestresst und schlecht gelaunt. Inzwischen bin ich in meiner dritten Woche dort und zähle die Tage bis es endlich vorbei ist. Sämtliche Interessen habe ich wieder verloren und bin eigentlich nur mit arbeiten und schlafen beschäftigt. Noch 22 Tage, dann habe ich wieder Schule. Und muss dann wieder damit anfangen mich aufzubauen. Ich will mich wieder ritzen und fühle mich nur noch schlecht und habe nicht mehr die Kraft dagegen anzukämpfen.
Und gleich muss ich auch schon wieder los, weil ich heute Spätdienst habe, yay. Da von den kommenden 22 Tagen 19 arbeiten muss, werde ich mich wohl erst wieder melden wenn ich Schule habe. Bis dahin hoffe ich euch geht es gut. Bis dann

Freitag, 6. September 2019

Hallo meine Lieben. Es ist also schon wieder ein Monat rum. Ich habe am Sonntag meinen zweiten Einsatz beendet und habe nun erstmal wieder für fünf Wochen Schule. Der Einsatz war mega, die Arbeit hat wirklich viel Spaß gemacht, ich bin mit den Kollegen sehr gut klar gekommen, mir wurde viel Vertrauen entgegen gebracht und ich durfte somit auch viel eigenständig arbeiten, was die Arbeit nochmal cooler gemacht hat. Und ich muss sagen, dass es mir im letzten Monat sehr gut gelungen ist, mich wieder zu fangen. Ich habe sehr viel und ehrlich mit meiner Therapeutin geredet, haben für Situationen vor denen ich Angst hatte Notfallpläne entwickelt, die mir sehr geholfen haben und sie hat mir geholfen, meine Spannungskurve besser nachvollziehen zu können. Ich über mich derzeit sehr im Thema Achtsamkeit, habe mir dafür sogar ein Spannungstagebuch zugelegt wo ich mehrmals täglich dokumentiere auf welchem Level ich bin und was ich für Skills angewendet habe. Ich möchte endlich ein klares Bild davon bekommen, bisher habe ich es immer so wahrgenommen als wäre ich von jetzt auf gleich auf 180. Doch wenn ich mir rückblickend einige kritische Situationen anschaue gab es schon Anzeichen, die ich hätte wahrnehmen müssen, und daran arbeite ich im Moment. Es geht langsam vorwärts, aber es ist so anstrengend die ganze Zeit in sich hinein zu horchen und zu hinterfragen, wie hoch die Anspannung gerade ist. Ich hoffe sehr, dass das etwas weniger auslaugend wird, wenn ich erstmal etwas mehr Übung habe.
Und ein riesiges Erfolgserlebnis hatte ich schon. Ich war wieder mit Alex auf einem Schützenfest, wieder ein Weinball. Ich hatte solche Panik vor diesem Abend, denn ihr wisst ja, was beim letzten Mal passiert ist. Aber ich habe mich an meine Regeln gehalten, habe keinen Wein getrunken, sondern Sekt, den vertrage ich besser. Habe mich auf Leute konzentriert, zu denen ich ein gutes Verhältnis habe. Habe versucht offen zu sagen, wie es mir geht und bin ab und zu an die frische Luft gegangen. Alex war oft mit mir auf der Tanzfläche und wir hatten unglaublich viel Spaß. Ich habe sogar den ganzen Abend neben seinem Bruder gesessen, ohne dass ich ausgetickt bin. Es gab keinen Moment an dem ich besorgt war, dass ich gleich zu viel bekomme, es hat einfach nur total viel Spaß gemacht. Inzwischen kommt mir das vorherige Schützenfest vor als wäre es Ewigkeiten her, zum Glück. Ich komme langsam auf das klar, was da passiert ist und versuche nun die negative Erfahrung, die ich dort machen musste, in etwas positives Umzuwandeln, nämlich die Motivation so etwas nie wieder passieren zu lassen, weil ich mich nie wieder so fühlen möchte und ich nie wieder Leute in meinem Umfeld derart verletzen will. Ich will die verdammte Kontrolle zurück und die hole ich mir jetzt auch.
Zwischen Alex und mir läuft es sehr gut, zumindest aus meiner Sicht. Er schafft es in letzter Zeit echt gut seine Arbeitszeiten zu regulieren, was mir sehr viel Anspannung nimmt. Wir reden viel miteinander und sprechen Dinge offen an, nehmen einander ernst und versuchen für alles Kompromisse zu finden. Sonstige soziale Kontakte habe ich nach wie vor nicht, ich kriege es irgendwie nicht hin so vieles unter einen Hut zu bringen. Aber wie es aussieht habe ich meine Probezeit bestanden, was ziemlich erleichternd ist, also hoffe ich dass ich in nächster Zeit mal wieder etwas mehr Zeit haben werde, um was mit Freunden zu machen.
Naja, ich denke das war erstmal so das wichtigste. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende. Bis dann.

Freitag, 2. August 2019

Hallo zusammen. Ich habe lange mit mir wegen dieses Posts gerungen, es gibt wieder ziemlich viel zu erzählen und ich weiß nicht so recht wo ich anfangen soll und habe ehrlich gesagt auch Angst davor das alles wieder aufzuwühlen, aber ich schleppe es ja doch nur mit mir rum, also here we go. Ich knüpfe mal an meinen letzten Post an. Also ja, ich war auf dem Hof von Alex Eltern Motorrad fahren, nur leider nicht lange, weil ich mich ziemlich schnell mit dem Ding auf die Schnauze gelegt habe, was mir einige blaue Flecke gebracht hat, sonst ist zum Glück nichts passiert. Dann kam am nächsten Tag das Schützenfest. Kennt ihr diese Ereignisse, bei denen ihr das Gefühl habt, dass seitdem euer Leben in ein davor und in ein danach unterteilt ist, weil es so einschneidend war? Genau das Gefühl habe ich jetzt, wenn ich an das Fest zurück denke. Es hätte alles so einfach werden können und sollen, aber es ist absolut eskaliert. Wir saßen am Tisch, haben Wein getrunken und irgendwann bin ich mit Alex aus dem Zelt gegangen, weil ich gemerkt habe, dass ich mich unwohl fühlte und super angespannt war. Wir konnten aber leider nicht lange draußen bleiben, weil auf einmal das Programm total schnell durchgezogen werden sollte und man danach uneingeschränkt feiern können sollte. Ich war damit ein wenig überfordert und irgendwie total unzufrieden. Eigentlich wollte Alex vor den Ehrentänzen nochmal mit mir auf die Tanzfläche gegangen sein, damit ich die Schritte nochmal über kann, dazu war aber keine Zeit mehr und ich habe es dann nicht richtig hinbekommen zu tanzen, was für mich wieder richtig schlimm war. Trotzdem war ich froh, als das Programm vorbei war und habe dann vorgeschlagen nach draußen an die Bar zu gehen, weil es dort auch Bier gab und ich keine Lust mehr auf Wein hatte. Dort ging es mir eigentlich wieder besser, wir haben uns nett unterhalten, ich war froh raus aus diesem Zelt zu sein und hätte eigentlich nicht mehr unter Druck stehen sollen. Und dann erinnere ich mich an nichts mehr. Am Montag war Alex mit bei der Therapie und wir haben das zusammen erörtert. Die Therapeutin meint, dass ich einen dissoziativen Filmriss hatte. Das passiert, wenn die innere Anspannung eine kritische Grenze übersteigt, so wie ein Not-aus Schalter und das Bewusstsein gibt die Steuerung dann komplett ab. Sowas hatte ich bis dahin noch nie und sowas will ich auch nie mehr haben. Ich habe allen Leuten in meinem Umfeld Angst gemacht und als ich von Alex gehört habe, was ich alles gemacht habe, hatte ich selbst Angst. Was ich denn so gemacht habe? Mich fast vor das Auto von Alex Mutter geworfen. Seinen Bruder beleidigt und versucht ihm eine reinzuhauen. Alex, als er versucht hat mich zu beruhigen, geschlagen. Ihm gedroht, dass ich mir die Pulsadern aufschneide, wenn er am nächsten Tag zu seiner Veranstaltung gehen sollte. Das waren so die schlimmsten Sachen, die ich gemacht habe und an die ich keinerlei Erinnerungen mehr habe. Könnt ihr euch vorstellen wie beängstigend das ist. Zu hören, dass man so beschissene Sachen gemacht hat, in seinem Kopf zu kramen und nichts zu finden? Ich habe mich so geschämt, ich hatte Schuldgefühle bis zum geht nicht mehr und ich hatte Angst. Angst vor dem, was mit mir passieren kann und panische Angst davor, dass so etwas nochmal passieren könnte. Und seitdem fühlt sich nichts mehr so an wie früher. Ich habe mich seitdem nicht mehr getraut, Alex Familie unter die Augen zu treten, weil ich weiß dass ich ihnen eine Erklärung schulde, ich aber nicht weiß, wie ich ihnen die geben soll. Ich fühle mich noch viel überforderter als zuvor. Wie soll ich es denn schaffen irgendwann ein normales Leben zu führen? Ich will nicht mehr so sein. Auf meine Anspannung reagiere ich auch viel sensibler als früher. Was ja eigentlich gut ist, weil das bedeutet, dass ich mehr darauf achte, aber ich habe das Gefühl dass sich mein Leben nur noch darum dreht. Wenn ich merke, dass ich zu angespannt werde, fange ich sofort an zu weinen oder werde hysterisch. Ich versuche Alex nicht außen vor zu lassen, ihm zu sagen was ich fühle, aber mittlerweile kann ich es selbst nicht mehr hören. Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht jammere. Und ich habe Angst. Ich habe wieder so viel Angst. Es ist jeden Tag eine Qual zur Arbeit zu gehen, weil ich Angst vor den Menschen dort habe. Auch bei freizeitlichen Aktivitäten, bei denen ich weiß dass ich mit anderen Menschen sprechen werde, rutscht mir schon vorher das Herz in die Hose. Am liebsten würde ich mich nur noch zuhause einsperren, nirgendwo mehr hingehen. Ich bin doch für andere sowieso nur noch eine Belastung, und eine Gefahr noch mit dazu. Was ist, wenn ich wieder ausraste und dann wirklich jemanden verletze? Die Angst und der Druck sind in den letzten Wochen meine ständigen Begleiter, sie sind immer in meinem Kopf und ich wünschte sie würden endlich Ruhe geben. Das ist doch scheiße bei allem immer erstmal überprüfen zu müssen, ob mein Kopf das mitmacht, oder ob ich wieder zur Gefahr werden könnte. Zu überprüfen, ob es eine Möglichkeit gäbe, mich rechtzeitig zurückzuziehen, oder ob ich der Situation dann ausgeliefert wäre, weil ich eben nicht weg kann, wenn ich muss. Glaubt mir, das ist so anstrengend geworden. Morgens, wenn ich aufstehe habe ich oft das Gefühl, dass meine Beine jeden Augenblick nachgeben, dass ich dann einfach zusammenklappe, weil ich das alles nicht mehr tragen kann. Weil es zu viel zu viel zu viel wird. Ich bin nicht stark genug. Aber irgendwie schaffe ich es dann doch stehen zu bleiben, zu gehen, zu funktionieren.
Soviel dazu. Ich kann mich einfach noch nicht davon losreißen, was da passiert ist. Nichtsdestotrotz gibt es natürlich nie nur negatives. Kurz nach dem Schützenfest haben Alex und ich ein Wochenende in Amsterdam verbracht, das echt wunderschön war und mich ein wenig aufatmen ließ. Es tat so gut mal für ein paar Tage weg von allem zu sein, was mich hier belastet und mich einfach mal entspannen zu können. Wir sind freitags angekommen, hatten ein kleines süßes Apartment in einem Vorort von Amsterdam. Es war wunderschön dort. Ich war zum ersten Mal in meinem Leben in einem Coffee Shop. Alex hat ein paar Joints gedreht und tatsächlich am ersten Abend mit mir zusammen geraucht. Dabei ist es aber geblieben, weil ihm die Wirkung nicht so zugesagt hat, aber ich habe mir noch den ein oder anderen Joint genehmigt und war glücklich über die entspannende Wirkung. Am ersten Abend haben wir sonst nur ein bisschen den Ort erkundet, waren einkaufen und sind am Seeufer spazieren gegangen. Am nächsten Tag sind wir dann nach Amsterdam rein gefahren, waren im Body Worlds und in der Ice Bar, was beides super cool war. Die Stadt ist so schön und es war so aufregend, sich alles anzusehen. Natürlich hat die Zeit nicht für alles gereicht, aber ich möchte unbedingt nochmal dahin und mehr von dieser schönen Stadt sehen. Am Sonntag waren wir dann noch was in der Stadt bummeln und ich habe zum ersten Mal einen Sexshop von innen gesehen. Hab es mir zwar cooler vorgestellt als es war, bin aber trotzdem froh diese Erfahrung nun gemacht zu haben. Am Sonntag Abend mussten wir auch schon wieder heim, weil ich am nächsten Tag wieder zur Schule musste. Danach ging es mir auch noch ein paar Tage besser, diese Auszeit tat wirklich wirklich gut. Bergab geht es jetzt wieder, seit die Schule vorbei ist und ich wieder arbeiten muss. Das ist jetzt die zweite Woche. Mit den Zeiten komme ich noch immer nicht zurecht und der Kontakt zu den Patienten ist schwieriger als auf der alten Station. Aber am Dienstag und am Donnerstag hatte ich frei und Alex und ich haben uns ein paar schöne Tage gemacht. Am Dienstag waren wir schwimmen, das hat Spaß gemacht und mich gut ausgepowert und gestern waren wir in Mönchengladbach. Zum ersten Mal Plasma spenden. Das ist ähnlich wie Blutspenden, nur dass da bestimmte Teile aus dem Blut gefiltert werden und der Rest wieder zurück in die Vene fließt. Blutspenden durfte ich ja nie, aber die Plasmasspende hat nun endlich funktioniert und ich war so glücklich darüber, ich habe mich fast high gefühlt danach. Anschließend sind wir noch durchs Minto gebummelt und waren im bunten Garten spazieren. Es ist so schön wenn jemand da ist, wenn ich unter der Woche frei habe. Sonst müssen immer alle arbeiten, aber Alex hatte auch frei, das war so wundervoll. Sonst sitze ich nur hier rum und ärgere mich darüber, nichts von meinen freien Tagen zu haben, weil ja jeder arbeiten muss und am Wochenende muss ich dann arbeiten und man hatte nie wirklich Zeit füreinander. Jetzt aber stört es mich viel weniger, dass ich das Wochenende arbeiten muss, denn wir haben unser Wochenende ja quasi vorgezogen und was schönes unternommen. Gleich muss ich auch zur Spätschicht, muss heute bis 9 bleiben, was natürlich ziemlich blöd ist, aber naja. Bis nächsten Freitag muss ich dann durcharbeiten, dann habe ich wieder ein Wochenende frei. Das wird anstrengend, aber ich weiß, dass es nicht so anstrengend wird wie ich mir ausmale. Der gestrige Tag hat mir wieder richtig viel Kraft gegeben und ich hoffe wirklich, dass die Zuversicht, die ich im Moment aufbringen kann, endlich mal bleibt und nicht in ein paar Stunden wieder vergessen ist. Ich kann nicht mehr so weiter machen wie bisher, ich will mein Leben endlich geordnet kriegen. Ich brauche eine Struktur, auf die ich mich verlassen und an der ich mich orientieren und halten kann. Das ist nur leider schwerer als es klingt. Solange ich noch bei meinem Vater bin bekomme ich keine Struktur in mein Leben, das habe ich mittlerweile eingesehen. Aber ich bin es auch leid immer monatelang alles auszusitzen, bis ich die Möglichkeit habe, etwas zu ändern. Das war vor einem Jahr genauso, als Sven und ich beschlossen haben, nicht mehr zu studieren. Als mir die Freiheit genommen wurde, mein Leben so zu organisieren, wie ich es für richtig halte. Plötzlich musste ich wieder Kontakt zu Familienangehörigen haben, die mir nicht gut tun und von denen ich mich ferngehalten hatte. Musste mich selbst mit meiner Nahrungsaufnahme nach meinem Vater richten und musste meinen Schlaf danach ausrichten, wann er morgens Krach macht. Damals hieß es auch, aushalten, bis wir eine neue Wohnung hatten. Monat um Monat verging, ich habe mich immer mehr gequält, weil ich etwas ändern wollte, aber daheim nicht die Möglichkeit dazu. Aus der Übergangslösung sind jetzt 10 Monate geworden, die ich nun wieder bei meinem Vater bin. Gut, es konnte ja keiner ahnen, dass ich mein ganzes Leben einmal auf den Kopf stelle und quasi wieder bei null anfange und so ist es sicherlich die beste und vernünftigste Lösung, dass ich noch bis Ende des Jahres hier bleibe. Vernunft ändert aber nichts daran, dass das für mich sehr anstrengend ist und dass das hier einfach nicht die Umgebung ist, in der ich gesund werden kann. Mir bleibt nichts anderes als das aussitzen, das aber macht mich fertig, es ist ein Teufelskreis :D.
Naja, wie dem auch sei, trotzdem muss ich gleich zur Arbeit und es muss irgendwie alles weiter gehen, wenn auch in letzter Zeit sehr schleppend. Ich hoffe euch da draußen geht es besser und ihr könnt gleich in ein schönes, entspanntes Wochenende starten. Bis dann meine Lieben!

Donnerstag, 4. Juli 2019

Hallo ihr Lieben. Wie zur Hölle sind bitte schon wieder 2 Monate vergangen? Meine Güte, ich war so gestresst, dass ich es nie geschafft habe mir mal Zeit zum bloggen zu nehmen. Aber es ist auch super viel in der Zeit passiert, ich habe also einiges zu berichten. Chronologisch vorzugehen kriege ich glaube ich eh nicht mehr zusammen, also hangel ich mich einfach von einem Thema zum nächsten und schaue mal ob dabei etwas halbwegs nachvollziehbares heraus kommt.
Also, zunächst mal etwas ausgesprochen positives: Ich bin jetzt wieder in Therapie. Die Therapeutin von der Klassenkameradin hat mit mir ein paar Kennenlerntreffen gemacht und ich bin super gut mit ihr zurecht gekommen, also gehe ich jetzt seit ca. nem Monat einmal pro Woche zu ihr. Wir haben neue Skills erarbeitet und letzte Woche mit einer Schematherapie angefangen, von der ich noch nicht genau weiß, wohin sie führen wird, aber ich bin gespannt und versuche dem ganzen offen entgegen zu treten. Es ist auf jeden Fall schonmal beruhigend zu wissen, dass da für den Notfall, wenn nichts mehr geht, jemand ist der mir schnell helfen kann.
Dann habe ich ja vom 24.05. bis zum 30.06. auf einer Suchtstation gearbeitet. Es war eine Herausforderung für mich, so vielen neuen Menschen zu begegnen und ich habe auch einige Zeit gebraucht, bis ich mit allen warm geworden und mich wohl gefühlt habe, aber nachdem ich erstmal wusste was abgeht und ein paar Kompetenzen entwickelt habe, wie ich den Patienten entgegentrete, hatte ich wirklich eine schöne Zeit dort und der Abschied fiel mir wirklich schwer. Ich war oft genervt von den Examinierten, weil viele uns Schüler nur als Putzhilfen gesehen haben, oder keine Lust hatten uns was zu zeigen und viele ganz verschiedene Erwartungen in meine Rolle hatten, aber die Patienten sind mir wirklich ans Herz gewachsen und mit den meisten bin ich sehr gut klar gekommen. Ich muss auch zugeben, dass es mir noch in den Knochen sitzt, dass ich mich von ihnen verabschieden musste. Ein paar Leute haben bei mir wirklich ein ganz starkes Bedürfnis danach ausgelöst ihnen zu helfen. Es gab so viele Leute, die alleine in den paar Wochen die ich da war immer wieder gekommen sind. Da muss so viel Schmerz hinter stecken, so ein Leben zu führen. Und so viele der Examinierten haben genau solche Leute aufgegeben. Vielleicht ist es naiv von mir, aber ich möchte genau bei solchen Leuten etwas bewegen, ihnen dabei helfen auch nach so vielen Jahren der Krankheit ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen, neu zu starten und wieder richtig zu leben. Und irgendwie bricht es mir das Herz nicht mehr mit diesen Patienten zusammen arbeiten zu können. Es gibt einem selbst auch einfach super viel, wenn man es schafft den Mann mit den schweren Depressionen zum lachen zu bringen, den Jungen mit dem starken Suchtdruck davon abzuhalten die Behandlung abzubrechen, oder die Frau mit den Beziehungsproblemen damit zu erfreuen, dass man jeden Tag ein Shirt mit Katzenmotiv anzieht. Es gab einfach so viele kleine Momente, in denen eine Reaktion der Patienten die Unannehmlichkeiten dieses Berufes wieder gut gemacht haben, wo man einfach sehen konnte, dass das Positive überwiegen kann. Ja, Schichtarbeit ist anstrengend und schlaucht sehr und ja, es ist super beschissen wenn man am Wochenende arbeiten muss und dadurch viel verpasst. Keine Frage. Darüber habe ich mich auch oft genug aufgeregt. Aber zumindest weiß ich jetzt, dass ich auf jeden Fall weiter im psychiatrischen Bereich arbeiten möchte. Nur eben eher nicht als Pflegekraft :D. Nach der Ausbildung möchte ich auf jeden Fall so schnell es geht Psychologie studieren und mich zur Psychotherapeutin ausbilden lassen. Denn so schwer es mir fällt mit Menschen zu interagieren, so leicht fällt es mir mit psychisch Kranken zu arbeiten, warum weiß ich auch nicht, auf jeden Fall ist das eine sehr erfüllende Arbeit. Aber jetzt habe ich erstmal wieder 3 Wochen Schule und bin froh, dass ich im Juli kein Wochenende arbeiten muss. Im Gegensatz zur Arbeit ist es wirklich entspannend wieder zur Schule zu müssen und ich hoffe wieder etwas zur Ruhe kommen zu können. So viel zu meiner Ausbildung.
Das nächste Thema ist, dass ich inzwischen auf meinem ersten Schützenfest war. Und auf dem zweiten und dritten und kommendes Wochenende folgt das vierte. Also so schlimm wie gedacht war es nicht. Das erste hat eigentlich ziemlich viel Spaß gemacht. Bis es dann an die Tänze ging und ich nicht tanzen konnte, woraufhin Alex sich dann mit mir an den Rand gestellt hat. Das hat mich ganz stark gestört, ich wollte so gerne mit ihm tanzen. Also habe ich das als Kränkung gesehen, als wäre ich ihm peinlich und ich habe mich geschämt dafür, dass jede andere Frau dort tanzen konnte. Nachdem ich also über den Anfall hatte, hat Alex dann mit mir in den nächsten Tagen das Tanzen geübt, damit ich beim nächsten Schützenfest besser vorbereitet war. Dieses folgte dann eine Woche später. Dort haben wir dann getanzt und es hat auch super viel Spaß gemacht. Dort war ich dann allerdings super gestresst, weil ich am nächsten Tag arbeiten musste und eigentlich zeitig nach hause wollte. Ich kann mich dann einfach nicht entspannen wenn ich weiß, dass ich am nächsten Tag fit sein sollte. Und auf einer Alkoholentzugsstation sollte man es auch vermeiden verkatert und nach Kneipe stinkend zur Arbeit zu kommen. Also bin ich wieder mit richtig mieser Laune nach hause gefahren, obwohl ich eigentlich einen super schönen Abend hatte. Das dritte Schützenfest kam dann zum Glück wieder an meinem freien Wochenende. Ich hatte also keinen Zeitdruck, konnte tanzen und konnte dem ganzen etwas entspannter entgegentreten. So konnten Alex und ich dann also endlich mal den Abend in vollen Zügen auskosten und es war echt cool. Danach die Woche konnte ich es leider mit der Arbeit absolut nicht vereinbaren mitzukommen, also ist Alex alleine gefahren, was für mich natürlich sehr schwer zu akzeptieren war. Aber wenn ich arbeiten muss muss ich das akzeptieren und ich weiß dass ich ihm dann nicht jegliches Privatleben verbieten kann. Ich habe dann nur ganz übelst das Gefühl etwas zu verpassen, was ja im Grunde auch so ist. Das nächste Fest ist dann dieses Wochenende, ich muss nicht arbeiten, also ist ja schonmal eine gute Grundlage gegeben. Was mich nur extrem stört ist dass Alex am nächsten Morgen schon richtig früh, zumindest meiner Auffassung nach, wieder dahin muss, Frauen sind natürlich nicht erwünscht, und ich entsprechend nicht ausschlafen kann, was mich natürlich wieder unter Druck setzte, weil ich auch nicht den ganzen Sonntag wie ein Zombie rumrennen möchte. Gott, wann bin ich eigentlich so alt geworden? Das ist irgendwie echt super belastend. Ich mache mich selbst so aggressiv, weil ich mich so verhalte und weil ich so empfinde. Wieso kann ich mich nicht besser im Griff haben? Ich will endlich wieder die Kontrolle über mich übernehmen, aber es scheint dass diese mir immer mehr entgleitet je stärker ich versuche mich zu kontrollieren. Ich bin wirklich unzufrieden mit mir, aber versuche ich doch alles zu geben was ich kann. Ich habe es schon wieder geschafft mich fast sechs Wochen nicht selbst zu verletzten, obwohl ich es jeden verdammten Tag so sehr will. Ich weiß, dass der Scheiß keine Lösung ist, aber es ist so schön mal für eine kurze Zeit nichts mehr von all dem Druck zu spüren, nicht mehr nachdenken zu müssen, mich nicht mehr zurückhalten zu müssen.
Heute in der Schule war irgendwie auch ein echt komischer Tag. Es war viel zu viel für einen einzigen Tag. Langsam aber sicher komme ich in der Klassengemeinschaft an und wir lernen uns alle besser kennen. Zwei Mädchen, mit denen ich mich gut verstehe, haben heute mit mir darüber geredet, dass sie ähnliche Probleme damit haben, ihr Privatleben mit der Arbeit zu vereinbaren. Eine davon überlegt die Ausbildung abzubrechen, während die andere durchziehen will. Aber es war krass zu sehen, dass ich nicht die einzige bin, die sich deshalb so fertig macht und für die beiden war es glaube ich auch gut zu merken, dass sie nicht alleine sind. Wir haben alle drei davon erzählt, dass die Arbeit eigentlich Spaß macht und dort auch alles gut ist, nur das davor und danach sind furchbar, man verpasst so viel und weiß nicht wohin mit sich. Wir hatten alle drei während des Einsätzes regelrechte Nervenzusammenbrüche, weil es so überfordernd war, haben geweint und geflucht und über einen drastischen Abbruch nachgedacht. Das war schon ein sehr emotionales Gespräch, das wir da hatten. Ein Mädchen überlegt, eine Therapie zu beginnen, um besser damit klar zu kommen und da habe ich erzählt, dass ich auch frisch eine Therapie angefangen habe und mir das sehr hilft. Daraufhin hat sie gefragt, weshalb ich denn in Therapie bin und ich habe erzählt, dass ich Borderline habe. Auch darüber hatten wir dann ein sehr aufwühlendes, aber auch befreiendes Gespräch. Es ist für mich teilweise echt schwierig, dass niemand darüber Bescheid weiß, weil ich immer wieder auf bestimmte Verhaltensweisen angesprochen werde und in Erklärungsnot komme, weil ich das nicht jedem gegenüber thematisieren möchte und kann. Deshalb ist es für mich hier eine große Erleichterung zwei Mädchen zu haben, die mir vielleicht ein paar Macken verzeihen können und die wissen, dass ich nichts von dem was ich mache grundlos tue. Und als ob das noch nicht genug wäre, habe ich mich in der letzten Pause mit einem Mitschüler unterhalten. Er war auch bei mir auf Station, aber in einer anderen Schichtgruppe, trotzdem haben wir immer mal zusammen gearbeitet und uns dabei auch besser kennengelernt als im ersten Schulblock, wo wir eigentlich nichts miteinander am Hut hatten. Er hat auch schon gemerkt, dass irgendwas mit mir nicht so ganz stimmt und hat es sich zur Aufgabe gemacht herauszufinden was das ist. Er hat mich oft gefragt, wie es mir geht und hat immer erkannt, wenn ich gelogen habe. Einmal saßen wir zusammen draußen und haben geraucht, da fragte er mich auch wie es mir geht. Als ich mit "gut" antwortete hat er nur gefragt "und wie geht es dir wirklich" und ich war tief beeindruckt. Heute haben wir dann in der letzten Pause mit ein paar Mädchen über unsere Beziehungen und übers heiraten geredet und die Mädels fanden es ganz amüsant, dass ich so heiß darauf bin zu heiraten und waren erstaunt als ich sagte, dass ich entgegen der gängigen Erwartung in weiß heiraten möchte, nicht in schwarz. Die Jungs kamen währenddessen dazu und besagter Klassenkammerad war ganz erfreut über diese Aussage, weil er im Moment versucht mich dazu zu überreden mich heller zu kleiden. Als ich dann erzählt habe, dass ich schonamal just for fun nach Kleidern geschaut habe, haben wir uns diese zusammen angeguckt und er hat mich beraten, welches denn das schönste ist, während die Mädels uns nur angesehen haben, als wären wir bekloppt. Er wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass ich erst 6 Monate mit meinem Freund zusammen bin und hat gefragt, wann ich denn denke, dass es soweit ist. Ich habe dann gesagt dass ich hoffe, dass Alex mir eher einen Antrag macht als mein Exfreund, der es nach fast vier Jahren nicht gemacht hat. Mein Klassenkammerad fragte dann, wieso ich nach so einer langen Beziehung nicht mehr mit meinem Exfreund zusammen bin. Ich habe ihm dann die Geschichte erzählt, was auch sehr aufwühlend für mich war. Daraufhin meinte er nur, dass das voll gemein meinem Exfreund gegenüber ist und dass mich schlecht fühlen sollte. Ich habe ihm dann entgegnet, dass er mir das nicht sagen braucht, weil ich mich deshalb sowieso immer schlecht fühle. Da ist er dann wieder umgeschwenkt auf die lustige Schiene und wollte von mir den Kleinenfingerschwur, dass ich nicht mit Alex gevögelt habe, während ich noch mit Sven zusammen war. Danach war ich im Unterricht super aufgewühlt und konnte kaum still sitzen bleiben. Bin alle fünf Minuten aufgestanden um auf Klo oder in die Küche oder sonstwohin zu gehen. Anspannungslevel 100 oder so. Ich brauche dringend irgendwelche wirksamen Skills, die ich unterwegs, wenn ich nicht zuhause bin anwenden kann, das habe ich heute besonders deutlich gespürt. Gut dass ich am Montag den nächsten Termin bei der Therapeutin habe, dann werde ich das nochmal aufgreifen.
So und jetzt werde ich mich mal fertig machen, denn Alex kommt mich gleich abholen, damit ich auf dem Hof seiner Eltern was mit seinem alten Motorrad fahren kann, ich freu mich schon wie bolle darauf. Bis dann ihr Lieben!

Montag, 6. Mai 2019

Wunderschönen guten Abend meine Lieben! Die Zeit vergeht so rasend schnell, obwohl nicht wirklich etwas Nenneswertes passiert. Ich hatte Schule, mein Vater hatte am Dienstag Geburtstag, aber der Abend war deutlich unspektakulärer als erhofft. Also ich war natürlich froh darüber, meine Familie nicht sehen zu müssen, aber erstens tat es mir für meinen Vater richtig Leid und zweitens ist dadurch viel zu wenig Alkohol geflossen. Aber Alex hat an dem Abend bei mir gepennt, weil wir doch ein paar Bierchen mit meinem Vater getrunken hatten. Eigentlich hätte Alex diese Woche gar nicht hier sein sollen, wegen einer Montage, aber da er immernoch was am Fuß hat konnte er die Montage absagen, sehr zu meiner Freude. Er war dann zwar trotzdem in der Firma arbeiten, aber sobald wir beide Feierabend haben sehen wir uns ja. Letztes Wochenende haben wir die gemeinsame Zeit dann so richtig schön ausgekostet, erst Samstag Abend auf einer Geburtstagsfeier ein paar Bierchen getrunken und den Sonntag dann fast komplett auf der Couch verbracht. Es war so schön einfach den ganzen Tag kuscheln zu können und keinerlei Verpflichtungen zu haben, es kam mir so vor als hätten wir das ewig nicht gemacht.
In puncto Therapeuten hat sich diese Woche auch etwas getan. Ich habe zwar keinerlei Rückmeldung mehr von denen bekommen, die ich kontaktiert hatte, dafür bin ich aber mit einer Klassenkammeradin ins Gespräch gekommen, die ebenfalls eine BPS hat. Ihre Therapeutin erweitert gerade ihre Praxis und hat noch Plätze frei. Also habe ich mal dort in der Praxis angerufen und warte derzeit auf einen Rückruf. Natürlich war der Anruf mal wieder ein riesen Drama und ich weigere mich wehement dort nochmals anzurufen. Aber egal, irgendwann wird sie mich schon zurückrufen.
Mit besagter Klassenkammeradin verstehe ich mich richtig gut und wir konnten uns super gut austauschen, ich habe mich so verstanden gefühlt, das war echt toll. Um mit Alex die Kommunikation zu verbessern, haben wir jetzt angefangen, ein Notizbuch zu führen. Dort trage ich jedes Mal, wenn ich einen Anfall habe, ein wie ich mich fühle und was die Ursache dafür ist und hinterher analysieren wir das ganze zusammen um vielleicht zu sehen, was man anders machen könnte und sowas. Mir ist aufgefallen, dass ich viel zu oft in dieses scheiß Heft schreiben muss :D. Aber alleine das Aufschreiben in der Situation in der ich verletzt/wütend/traurig bin hilft schonmal sehr. Und vielleicht verbessert das ja auch Alex' Sensibilität für gewisse Situationen. Ich hoffe einfach dass das die Zeit, bis ich eine Therapie anfangen kann, gut überbrückt, damit ich nicht mit meiner beschissenen Art alles versaue. Es macht mich im Nachhinein immer richtig wütend wenn ich sehe, wie ich mich verhalten habe, am liebsten würde ich mir dafür selbst eine verpassen. Naja okay, das mache ich oft genug und ist auch nicht wirklich befriedigend, aber egal.
So, jetzt bin ich in meiner letzten Schulwoche angekommen, ab nächstem Dienstag bin ich auf der Suchtstation. Ich freue mich auf die Arbeit, hab aber auch sehr viel Angst vor der Schichtarbeit. Aber ich habe mich diesbezüglich auch mal mit ein paar Mädels aus meiner Klasse ausgetaucht und bin damit immerhin nicht alleine. Es beruhigt mich zu hören, dass das keine Überreaktion meinerseits ist, sondern die allgemeine Meinung. Es wird auf jeden Fall ein anstrengender Sommer, denn von Mitte Mai bis Mitte September habe ich genau drei Wochen Schule, den Rest der Zeit muss ich arbeiten, was natürlich für die Sommerwochenenden etwas doof ist. Ich hoffe einfach, dass es nicht so schlimm wird wie ich befürchte.
Ich hoffe ihr hattet ein schönes Wochenende und eine schöne Maifeier und ich wünsche euch eine produktive und erfolgreiche Woche. Bis dann meine Lieben!

Sonntag, 28. April 2019

Guten Morgen ihr Lieben! Leider finde ich erst jetzt die Zeit wieder zu bloggen, aber eigentlich kann ich auch nicht allzu viel Spannendes erzählen. Ich fange einfach mal chronologisch an.
Der Abend mit Charis war super, es hat mich riesig gefreut sie zu sehen. Allerdings haben wir in der Rockschicht Sven und seine Freunde getroffen, das war wirklich komisch. Von ihnen haben wir nur eine Eiszeit gespürt, von Sven aber immerhin ein Hallo bekommen. Ich wusste nicht, wie ich mich verhalten sollte. Eigentlich wäre ich furchtbar gerne zu Sven gegangen und hätte mich mit ihm unterhalten. Aber er hat mir erzählt was seine Freunde von mir halten, außerdem klebte Jill ihm die ganze Zeit am Arsch. Also sind Charis und ich für uns geblieben. Die nächsten Tage sind recht unspektakulär, Sonntag war ich einfach nur müde und dann die Woche über hatte ich wieder Schule und da Anfang der dritten Schulwoche die ersten Klausuren anstanden, habe ich schonmal mit lernen angefangen. Inzwischen habe ich vier Klausuren geschrieben, drei davon sind ne eins geworden und die vierte habe ich noch nicht zurück. Läuft also ganz gut bisher. Ich finde den Stoff in der Schule immer noch angenehm und mit meinem Mitschülern komme ich ebenfalls immer noch gut aus. Und ich kenne jetzt meine ersten beiden Einsätze. Als erstes komme ich auf eine Suchtstation für 6 Wochen, und danach bin ich, nach dem zweiten Schulblock, auf einer allgemein psychiatrischen Station, die auf Depressionen spezialisiert ist. Ich bin wirklich zufrieden damit und ehrlich gesagt richtig froh, dass ich nicht auf die Geronto muss. Viele wollten da gerne hin und fanden die Station super, aber ich muss sagen, dass ich es dort echt furchtbar fand. Naja, zum Glück muss ich da ja nicht hin. Hmm dann kommt Ostern. Alex ist jeden Morgen zu mir und meinem Vater gekommen und hat mit uns gefrühstückt. Der dumme Sack war die ganze Woche vor Ostern krank geschrieben während ich zur Schule musste. Worst case und so. Über Ostern hatte er dann auch noch die Männergrippe und war ganz furchtbar wehleidig. Entsprechend haben wir nicht viel unternommen. Ostermontag waren wir dann morgens zum Frühstück eingeladen von seiner Familie. Ich war absolut begeistert wie ihr euch vorstellen könnt. Nach dem Frühstück durften die Kinder dann Eier suchen, es gab Mittagessen, Kaffee und Kuchen und dann war es das zum Glück. Während des Frühstücks und des Eier suchens war mein Freund viel zu wehleidig, um auch nur mit mir zu reden. Dann hat er die ganze Zeit mit den beschissenen Kindern gespielt. Komisch, das geht dann auf einmal. Ist klar. Wenn ich dann mal mit ihm reden wollte oder so, hat er mich ständig unterbrochen, weil irgendein dämliches Kind was dämliches gesagt hat. Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich diese Kinder dafür hasse. Irgendwann bin ich wütend und traurig raus gegangen und wollte in Ruhe eine rauchen, um runter zu kommen. Da kommen die Kinder mir eiskalt hinterher gerannt, ihnen Folge dann ihr Vater, der Onkel, der andere Onkel, also mein Freund und ich hatte wieder nicht meine Ruhe. Als Alex dann irgendwann auch mal aufgefallen ist, dass bei mir irgendwas nicht stimmt, hat er mich schon wieder unterbrochen, um seinen Neffen zu fragen, ob er ihm ein Buch vorlesen soll. Unfassbar. Ich bin wortlos aufgestanden, zu Alex nachhause gegangen, habe meine Klingen ausgepackt und mir erstmal 4 wunderschöne Schnitte verpasst. Als ich wieder zurück war habe ich eigentlich nur noch darauf gewartet, dass der Tag vorbei ist. Zwischendurch ist Alex dann auch einfach mal für ne halbe Stunde verschwunden. Einmal, um seine fucking Nichte zu trösten, weil die sauer war (bei mir ist das natürlich zu viel verlangt) und einmal ist er kurz rüber in seine Wohnung und hat dann ewig mit den Nachbarn geredet. Er weiß ganz genau dass ich nicht mit seiner Familie alleine sein mag, aber ALLES war offensichtlich immer wichtiger als ich. Das habe ich ihm dann abends auch erstmal um die Ohren geknallt, als wir endlich alleine waren. Und da keine scheiß Kinder um uns herum waren, die uns hätten unterbrechen können, hatten wir dann endlich Gelegenheit uns auszusprechen. Als dann alles geklärt war sind wir noch nach Brüggen ins Depot gefahren und haben auf einem Aussichtspunkt gechillt. Alex kannte das Depot allen Ernstes nicht. Das musste ja geändert werden.
Diese Woche war ich dann irgendwie immer sehr auf Krawall gebürstet. Ich habe Alex immer sofort alles um die Ohren gepfeffert, was mich gestört hat und ihm wegen allem möglichen ein schlechtes Gewissen zu machen. Ich hatte nach Ostern irgendwie das Gefühl, dass ich ihm das alles mal irgendwie verständlich machen muss, weil er offensichtlich überhaupt keinen Plan hat wie schlimm manche Sachen für mich sind. Das hat aber dazu geführt, dass er irgendwann genervt reagiert hat und erst Recht nicht mit mir über etwas geredet hat. Keine Ahnung, das ist seitdem irgendwie alles echt komisch. Ich will doch nur von ihm wahrgenommen werden, er soll sehen wie ich mich wann fühle, wann mich irgendwas verletzt oder traurig gemacht hat. Ich hab keinen Bock das immer nur runter zu schlucken, weil er sowas nicht bemerkt und ich mich nicht mitteilen kann. Deshalb war ich diesbezüglich eben sehr kommunikativ. Nur wie gesagt, ich bin schlecht im kommunizieren, also konnte ich ihm solche Sachen nicht normal sagen, sondern immer nur voll ins Gesicht klatschen. Hatte aber eben nicht die Wirkung, die ich mir erhofft hatte.
Ich habe mittlerweile sogar ein paar Therapeuten kontaktiert, weil ich eine Zeit lang echt gar nicht mehr klar kam und Alex mich quasi dazu gezwungen hat, was aber auch gut war. Denn alleine schon solche Sachen wie die nicht funktionierende Kommunikation und was damit zusammen hängt, das will ich ändern. Aber alle, die sich bisher zurück gemeldet haben, haben entweder Wartelisten von über einem Jahr oder die Wartelisten sind geschlossen, weil sie so lang sind. Das kann doch echt nicht sein, oder? Wenn ich mir vorstelle, noch ein Jahr so weitermachen zu müssen, das stehe ich nicht durch. Ich habe jetzt schon das Gefühl, dass ich auf Notstrom laufe, nur noch die relevanten Sachen mit Energie versorgt werden, weil ich es sonst nicht mehr aushalten würde. Es fühlt sich alles so unerträglich an, daran hat sich nichts geändert. Das will nur keiner sehen. Und ich versuche doch schon, auch auf Leute zuzugehen. Ich habe die Therapeuten kontaktiert. Und bekomme keine Hilfe, zumindest in den nächsten 12 Monaten nicht. Ich gehe auf meinen Freund zu und sage ihm, was ich empfinde und stoße auf keinerlei Verständnis. Muss ich denn wirklich noch den letzten Funken Kontrolle, den ich über mein Leben habe, aufgeben und erst vollkommen zusammenbrechen und zwar im absolut medizinischen Sinne, damit endlich jemand sieht wie sehr ich am Ende bin? Muss ich mir dafür wieder eine Rasierklinge in die Pulsader hauen? Oder mich in die Klapse einweisen lassen? Oder mich ins Krankenhaus befördern? Vorher glaubt man mir das ja anscheinend nicht. Oder will sich nicht damit auseinander setzen. Ich weiß es nicht. Ich bin gerade, dadurch dass ich es aufgeschrieben habe, nur wieder total aufgewühlt. Und deshalb werde ich jetzt mal versuchen etwas normales zu machen, wie duschen, oder frühstücken. Irgendwas, wobei ich nicht viel denken muss.
Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag, bis dann meine Lieben.

Samstag, 6. April 2019

Hallo meine Lieben! So, die erste Woche meiner Ausbildung habe ich überstanden. Ich habe meinen Stundenplan, kenne meine Blockzeiten und habe den Ausbildungsvertrtag unterschrieben. Ich war so scheiße nervös als ich am Montag in die Schule gegangen bin. Alex hatte ich am Sonntag Abend zwar schon wieder gesehen, da war er allerdings in einem beinahe komatösen Zustand aufgrund von Schlafmangel und zu gar nichts mehr zu gebrauchen, ich war also weiterhin auf mich alleine gestellt. Ich war schonmal froh, als ich den Klassenraum gefunden hatte und mich mit ein paar Mädchen unterhalten konnte. Dann haben sich unsere beiden Klassenlehrerinnen vorgestellt und wir hatten an diesem Tag bis 15 Uhr einen Einführungstag. Ab Dienstag ging der Unterricht dann richtig los, aber bisher komme ich sehr gut mit, vieles hatte ich auch schon in der Schule gelernt. Nächste Woche erfahre ich, auf welcher Station ich meinen ersten Einsatz haben werde, es wird entweder die allgemeine oder die Gerontopsychiatrie. Aber alles in allem habe ich die erste Woche gut überstanden, komme mit allen gut aus und kann schon mit einem besseren Gefühl morgens zur Schule gefahren.
Was diese Woche echt doof gelaufen ist ist, dass schon was Alex' und meine Arbeitszeiten angeht der worst case eingetroffen ist. Er hatte am Montag und am Donnerstag frei, das waren die einzigen beiden Tage, wo meine Lehrer bis zum Ende Unterricht gemacht haben, alle anderen Tage dufte ich früher gehen. Dann habe ich freitags nur bis halb zwei Schule, Alex ist aber am Freitag Morgen wieder auf Montage gefahren und jetzt das gesamte Wochenende, wo ich natürlich auch immer Zeit hätte, weg. Montag kommt er dann spät abends zurück und hat am Dienstag zum Ausgleich frei. Dienstag habe ich aber wieder bis 15 Uhr Schule und gebe anschließend von 16-17 Uhr Nachhilfe, also werden wir da auch keinerlei Zeit für uns haben. Das kotzt mich echt richtig an. Während seines Sommerurlaubs im Juli habe ich zum Glück "nur" Schule, sprich wir haben auf jeden Fall die Nachmittage und die Wochenenden Zeit für uns. Ich habe meinen ersten Urlaub im Oktober, wenn meine Probezeit vorbei ist. Und im Dezember 3 Wochen, die Alex auch frei hat, was ich super finde. Wir planen dann für eine Woche in den Urlaub zu fliegen, irgendwo hin, wo es warm ist. vielleicht auf die Canaren oder so. Im Winter wollen wir auch, wenn bis dahin alles gut läuft, zusammen ziehen. Dann wären wir ca ein Jahr zusammen, das wäre also nicht zu früh und selbst wenn unsere Arbeitszeiten dann scheiße sind, haben wir immerhin jede freie Minute in der wir beide nicht arbeiten müssen zusammen.
Heute Abend werde ich mich mal wieder mit Charis treffen, wir gehen zusammen feiern, vielleicht ist das genau, was ich gerade brauche. Ich musste mich echt aufraffen um ihr zuzusagen, aber jetzt will ich mich auf den Abend einlassen und einfach mal von allem los lassen und Spaß haben. Und nicht wie sonst immer nur deprimiert zuhause sitzen und in Selbstmitleid baden. Es ist schon nach einer Woche echt anstrengend ein geregeltes Leben zu führen, aber ich halte noch an der Hoffnung fest, dass mir das gut tun wird und eine Hilfe ist, auch für alles andere in meinem Leben wieder eine Struktur zu entwickeln. Ich hoffe ihr wisst was ich meine, ich weiß nämlich gerade nicht wie ich das sagen soll. Aber Struktur hat mir schon immer sehr gut getan. Ich hatte immer Probleme mich erstmal darauf einzulassen und mich daran zu gewöhnen, aber wenn ich einmal in einer Struktur drin war, hat mir das geholfen mein Leben geordnet zu halten, einen möglichst gesunden Lebensstil zu führen und keine Zeit für Selbstmitleidsbäder zu lassen.
Ich hoffe dass ich es durch die Ausbildung jetzt auch wieder schaffe mich hier regelmäßig zu melden. In diesem Sinne wünsche ich euch noch ein schönes Wochenende, bis dann!

Freitag, 29. März 2019

Huhu ihr Lieben. Mist, jetzt sind es doch wieder zwei Wochen bis zu meinem nächsten Post geworden. Dabei hatte ich eigentlich Zeit ohne Ende, ich konnte mich nur nie dazu aufraffen irgendwas zu tun. Naja, gehen wir mal chronologisch durch, was in den zwei Wochen so alles passiert ist. Vor zwei Wochen war Sven bei mir, da wir ja noch ein paar Sachen austauschen mussten. Er ist ne Stunde geblieben und wir haben uns nett unterhalten, ich habe mich gefreut ihn zu sehen. Er fehlt mir immer noch sehr. Er hat zwar gesagt dass ich mich jederzeit bei ihm melden kann und dass er unsere Trennung langsam akzeptieren kann, dennoch möchte ich ihm nicht zu sehr auf die Pelle rücken wenn man das so sagen kann. Ich freue mich, dass er nun besser mit der Trennung zurecht kommt, aber es soll auch so bleiben und ich kann nicht einschätzen wie viel Kontakt er tolerieren kann, versteht ihr? Deshalb gebe ich ihm noch etwas mehr Zeit, bevor ich mich mal wieder bei ihm melde.
Als Sven weg war bin ich runter zu Franzi, für die Mathe Nachhilfe. Dann ist Alex abends wieder gekommen, ich habe für uns gekocht und bei ihm übernachtet. Samstag Abend waren wir zu einer Geburtstagsparty eingeladen. Alex ist ja im Schützenverein und im Moment auch im Königshaus, und da hat eine Dame ihren Geburtstag gefeiert. Zufälligerweise war es die Mutter eines ehemaligen Klassenkameraden von mir. Ich weiß nicht, ob ich Tim hier schonmal erwähnt habe, aber ich habe mich immer sehr gut mit ihm verstanden und mich sehr gefreut ihn mal wieder zu sehen. An diesem Abend haben wir ordentlich getrunken, obwohl es nur 500 Meter bis zu mir nachhause waren, war der Heimweg echt ein Kampf. Alex ist mit zu mir gekommen, weil es zu ihm deutlich weiter gewesen wäre. Ab diesem Zeitpunkt fehlen mir ein oder zwei Stunden, ich weiß auf jeden Fall nicht mehr wie ich an diesem Abend ins Bett gekommen bin. Aber immerhin musste ich nicht kotzen. Die folgende Woche war schon wieder nicht so angenehm, weil Alex jeden Tag bis 18 Uhr in der Firma bleiben sollte. Darauf war ich nicht vorbereitet und dementsprechend hat sich diese Information für mich wie ein Weltuntergang angefühlt. Wir haben uns abends trotzdem gesehen, er ist immer direkt nach der Arbeit zu mir gekommen, aber so prickelnd war das dennoch nicht. Am Mittwoch war ich dann mit den Nerven komplett am Ende, da hat Alex mich überrascht und zwei Stunden früher Schluss gemacht, wodurch es mir gleich besser ging. Auch am Freitag hat er eine Stunde eher Schluss gemacht, ich war gerade auf dem Friedhof und habe Mamas Grab sauber gemacht und auf einmal stand er vor mir. Abends hat er dann wieder bei mir geschlafen. Das war zwar nicht geplant, aber er ist beim kuscheln eingeschlafen und hat nichts mehr mitbekommen, also habe ich ihn schlafen lassen. Außerdem war das einfach zuckersüß. Am nächsten Morgen haben wir mit meinem Vater gefrühstückt, was meinem Vater aber glaube ich ganz gut gefallen hat. Und Alex anscheinend auch. Ich fand es irgendwie merkwürdig, aber auch irgendwie cool mit den beiden am Frühstückstisch zu sitzen und Kaffee zu trinken.
Am Montag hätte Alex eigentlich schon wieder bis 18 Uhr arbeiten sollen, aber da er Dienstag auf Montage gefahren ist, hat er drauf geschissen und normal Feierabend gemacht. Ich habe den Abend natürlich bei ihm verbracht und war super down, dass er auf diese Montage musste. Ich wollte nicht schlafen gehen weil ich nicht wollte dass Dienstag wird. Ich habe die ganze Zeit gehofft, dass Alex die Montage absagen würde. Als ich vor ca 2 Monaten erfahren habe, dass er Ende März 6 Tage nach Hannover soll, habe ich ihm gesagt wie furchtbar es für mich wäre, wenn er in der letzten Woche vor meinem Ausbildungsbeginn nicht da wäre. Dass ich ihn dann brauchen würde. Und das will bei mir schon was heißen, wenn ich das einem Menschen so direkt sage. Ich bin kein Mensch der sich selbst gut eingestehen kann, dass er etwas nicht alleine kann, Hilfe braucht oder sowas. Und anderen Menschen gestehe ich sowas erst recht nicht. Aber trotzdem hat es nichts gebracht. Er ist am Dienstag Morgen aufgebrochen. Hat mich vorher noch heim gefahren und musste mich quasi aus dem Auto schmeißen. Ich habe den ganzen Morgen damit verbracht zu heulen. Habe bei ihm im Bett geweint, mich auf die Couch gesetzt und dort weiter geheult. Die Autofahrt über. Bin wie benommen zu meiner Haustüre getrokelt und habe mich auf mein Sofa gesetzt und weitere zwei Stunden geheult. Es tat alles weh. Ich habe mich alleine gelassen gefühlt, war komplett überfordert und zwar mit allem. Ich wollte mich schneiden, oder Drogen nehmen, oder mir meinetwegen auch einfach nur die Kugel geben, egal, Hauptsache irgendwas, wodurch ich mich besser fühle. Oder eben gar nichts mehr fühle. Ich habe nichts dergleichen gemacht. Was vielleicht auch einfach daran lag, dass ich mich gefühlt habe, als würde mein Inneres auseinander gerissen werden und ich kaum in der Lage war mich irgendwie zu bewegen. Es hat wirklich ewig gedauert, bis ich mich wieder gefangen hatte. Und je ruhiger ich wurde, desto mehr wollte ich meiner Existenz ein Ende setzten. Ich wollte mich nie wieder so fühlen müssen. Die letzte Woche und ebenso die kommende Woche, in der ich meine Ausbildung beginnen werde, überfordern mich komplett und ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mich irgendwann wieder besser fühlen werde. Ich habe einfach Angst, dass ich neben der Arbeit für gar nichts mehr Zeit haben werde, ich fühle mich dem nicht gewachsen. Und ja, ich weiß, dass ich momentan wieder alles nur schwarz sehe und einen Weltuntergang fühle, wo gar keiner ist, aber hey, ich mache es jetzt mal wie alle anderen Menschen auch und rede mich mit meiner Krankheit raus. Borderliner sehen nur schwarz weiß. In meiner Welt gibt es keine Grautöne. Ich kann sie zumindest oft nicht sehen. Und ich möchte eigentlich kein Mensch sein, der seine Krankheit als Entschuldigung für sein Verhalten und seine Gefühle nutzt, aber manchmal muss ich mein Umfeld eben mal daran erinnern, dass ich trotz allem eben doch krank bin und ich auch wenn es nicht so scheint, davon sehr in meinem Alltag beeinflusst bin. Manche Dinge kann ich nicht wie ein gesunder Mensch ohne Probleme machen, ich fühle nicht wie ein normaler, gesunder Mensch und verdammt nochmal, wenn ich nicht achtgebe dann kann diese Krankheit tödlich sein für mich.
Alles klar, ich bin ein bisschen abgeschwiffen und dabei vielleicht auch ein kleines bisschen sauer geworden. Also dann, meine Suizidalität ist also immer mehr angestiegen, soweit so gut. Oder eben nicht, was weiß ich. Und seit gestern scheiße ich mir richtig in die Hose wegen dem Ausbildungsbeginn. Ich weiß überhaupt nicht welches Wort ich dafür verwenden soll, sie erscheinen alle nicht 100%ig passend. Ängstlich. Panisch. Nervös. Aufgeregt. Keine Ahnung. Ist auf jeden Fall kein angehemnes Gefühl und ich drehe innerlich ein bisschen am Rad. Stehe neben mir. Die kleinste Kleinigkeit bringt mich schon dazu richtig aufzurasten. Ich kriege aus dem nichts heraus Panikattacken. Alles in allem fühle ich mich reif für die Klapse. Nur eben nicht in dem Sinne in dem ich am Montag bereit sein sollte, die Psychiatrie zu betreten.
Und dieser Post ist schon wieder viel zu lang und wenn ich ihn das nächste Mal vor dem bloggen lesen werde, werde ich bestimmt das kotzen wegen dieser Jammerei bekommen. Deshalb beende ich dieses Trauerspiel hier. Ich hoffe ich komme bald dazu etwas über meine Ausbildung zu berichten. Oder generell mal hören zu lassen ob ich tatsächlich noch bis dahin überlebt habe. Drückt mir am Montag die Daumen, dass alles gut geht und ich mich vollkommen umsonst verrückt mache! Ich wünsche euch einen guten Start ins Wochenende, genießt das schöne Wetter! Bis dann.

Donnerstag, 14. März 2019

Hallo zusammen. Yay, langsam schaffe ich es ja wieder mich einigermaßen regelmäßig zu melden. Finde ich gut. Also, ich war ja von Samstag bis Dienstag in München, wie angekündigt. Samstag bin ich mit Alex und einem Kollegen von ihm im LKW runter gefahren. Dauert natürlich ewig in so nem Ding, wir waren insgesamt neun Stunden unterwegs, sind zum Glück gut durchgekommen. Ich meine wir sind morgens so um halb neun los gefahren und waren abends um 18 Uhr im Hotel. Haben eingecheckt, ein paar Bier getrunken, sind was essen gegangen und dann aufs Zimmer. In der ersten Nacht habe ich so gut wie gar nicht geschlafen. Ich schlafe immer schlecht in einer neuen Umgebung, wenn ich nicht alleine im Zimmer bin noch schlechter. Alex und ich haben uns natürlich ein Zimmer geteilt. Und zu meinem Leidwesen schnarcht er sehr laut :D. Sonntag Morgen ging es dann um kurz nach sieben runter zum Frühstück und ich war sehr glücklich über den Kaffee. Da selbst in einer Stadt wie München sonntags die Geschäfte geschlossen haben, bin ich erstmal mit den Jungs zum Messegelände gefahren. Da ich keine handwerkliche Ausbildung habe und auch sonst nicht handwerklich begabt bin, konnte ich da natürlich nicht viel machen. Also habe ich neben Werkzeug anreichen, Klebeband kleben und Folie schneiden nicht wirklich viel dort gemacht. Das anspruchvollste was man mich machen lassen konnte war eine Leiste anzuschrauben. Ich habe mich also ein bisschen verloren gefühlt. Als das Wetter nicht mehr ganz so nass und stürmisch war, habe ich mich nachmittags also mal vom Messegelände entfernt und die nächste U-Bahn Station gesucht und mich informiert wie ich wohin komme und ein bisschen gegoogelt wohin ich denn überhaupt will. Um halb sieben haben die Jungs dann endlich Feierabend gemacht und wir sind etwas essen gefahren und haben ein paar Bierchen getrunken, waren aber nicht mehr allzu lange unterwegs, sodass Alex und ich im Hotel noch ein paar Stunden für uns hatten. Am Montag bin ich wieder erstmal mit zur Messe gefahren, da das Einkaufszentrum zu dem ich wollte erst um 10 öffnet. Weil sie mit dem Stand nicht so gut voran gekommen sind wie erhofft war Alex etwas gestresst und ich habe mich dort noch unwohler gefühlt als am Vortag. Da ich noch ein Kabel holen sollte, was die Jungs für die Arbeit brauchten, wurde ich um halb 10 vom Stand gescheucht, damit ich auch pünktlich um 10 den Laden betreten und das benötigte Kabel so schnell es geht zum Stand bringen konnte. Als das erledigt war, bin ich erstmal shoppen gefahren. Obwohl ich in einer so großen Stadt alleine unterwegs war, habe ich mich gut zurecht gefunden und fühlte mich auch nicht unsicher oder verloren. Vielleicht war ich auch einfach mal froh von den schlecht gelaunten Männern weg zu kommen, ich weiß es nicht. Erst war ich in den Riem Arcaden, einem echt großen Einkaufszentrum. Dort habe ich alle Läden abgeklappert, die mich interessierten. Als ich fertig war, war ich schon echt müde, weil das Ding wie gesagt echt groß ist und ich viel rumgelaufen bin. Aber es war gerade erst früher Nachmittag und ich wollte noch nicht zum Messegelände zurück. Deshalb habe ich mich wieder zur Bahn begeben und bin etwas weiter in die Stadt gefahren. Dort war noch ein Einkaufszentrum, und dieses beinhaltete sogar ein Primark, ich liebe diesen Laden. Ich bin also noch etwas durch die Stadt gelaufen und war weiter einkaufen. Als ich mit dem Center auch durch war, bin ich schließlich zurück zur Messe gefahren. Es war noch etwa eine Stunde bis zur Standübergabe an die Kunden und ich konnte immerhin noch dabei helfen den gebauten Stand sauber zu machen. Als die Kunden weg waren  haben wir uns erstmal ein Feierabendbier genehmigt und sind dann essen gefahren. Dort wurden auch noch ein paar Bier getrunken, aber immerhin waren wir etwas früher im Hotel als am Sonntag. Dort haben Alex und ich uns dann auch noch einen schönen Abend gemacht. Ich habe ihm die Sachen vorgeführt, die ich mir gekauft hatte, bzw wir haben eine Sache die ich gekauft habe direkt eingeweiht - ein Dessous - und haben noch was gekuschelt und geredet. An dem Abend war ich diejenige, die als erstes eingeschlafen ist. Ich hatte bisher noch nicht viel in München geschlafen und in der Nacht vor unserer Abfahrt auch nicht, weil ich echt nervös war, und war nach dem ganzen rumgelaufe durch die Stadt und vom Sex echt müde. Dienstag ging es dann wieder nach hause. Wir sind allerdings geflogen und der LKW ist in München geblieben. Da der Flug aber erst um halb elf ging, konnten wir den morgen etwas ruhiger angehen als die Tage davor. Haben noch gepackt, gut gefrühstückt und uns dann ein Taxi zum Flughafen genommen. Dort waren wir schnell mit den Kontrollen und so fertig und haben uns in eine Bar gesetzt und was getrunken bis das Boarding los ging. Dann sind wir geflogen und ich liebe es zu fliegen. Der Start mit seinen kleinen Turbolenzen fühlt sich fast an wie Achterbahn fahren. Und über den Wolken, wo die Welt so winzig erscheint ist plötzlich auch sonst alles, was einen beschäftigt winzig und das ist einfach ein tolles Gefühl. Und dann setzt man wieder auf den Boden auf und ich frage mich jedes Mal wieder wie das überhaupt möglich ist in so einem riesigen und schweren Flugzeug einfach wieder auf dem Boden zu landen ohne dabei zu sterben. Es ist einfach toll zu fliegen.
Den restlichen Tag haben Alex und ich auf der Couch verbracht, nachdem wir einkaufen waren und gekocht haben. Haben Serien und Filme geguckt bis in die Nacht und sind dann irgendwann auf der Couch eingeschlafen. Heute früh ist Alex dann wieder nach München geflogen, da er und sein Kollege den Stand nun wieder abbauen müssen. Wenn alles gut geht kommt er morgen Abend wieder nach hause. Wenn nicht dann Samstag Mittag. Samstag Abend sind wir dann zu einem Geburtstag eingeladen und Montag arbeitet er wieder normal in der Firma. Die nächste Montage ist dann Ende des Monats. Gott, ich kann euch gar nicht sagen wie sehr ich seinen Job hasse. Es ist für mich echt kaum auszuhalten wenn er nicht da ist. Jedes Mal wenn er weg fährt ist es für mich schlimmer mich zu verabschieden. Weil ich weiß was auf mich zukommt, wie ich mich fühlen werde und wie einsam ich dann bin. Ich habe gehofft es wird mit der Zeit besser, aber bisher wird es eigentlich immer nur schlimmer. Ich brauche meinen Partner bei mir. Klar kann man nicht jede Sekunde miteinander verbringen, aber ich brauche einfach die Möglichkeit zu ihm zu fahren wenn ich Sehnsucht habe, oder es mir nicht gut geht. Oder ihm. Es macht mich so fertig ihn permanent zu vermissen.
Dass ich letztes Wochenende mit nach München konnte war super, er musste zwar viel arbeiten und war auch mal gestresst deswegen, aber wir konnten abends immer ein paar Stunden zu zweit verbringen, nachts in einem Bett schlafen und auch wenn er gearbeitet hat konnte ich jederzeit zu ihm gehen. Und dass ich die Stadt München einfach total cool finde war natürlich auch ein netter Bonus :D.
Naja, aber da ich ja dann heute wieder alleine war habe ich die Zeit genutzt und versucht produktiv zu sein. Habe Haushalt gemacht, Papierkram erledigt, mein Schuhregal aufgeräumt und ausgemistet und einfach geschaut, dass ich den ganzen Tag beschäftigt bleibe. Morgen kommt Sven mittags nochmal vorbei weil ich Post für ihn habe und er noch Sachen von mir gefunden hat. Vielleicht unterhalten wir und wieder ein Weilchen und killen ein paar Zigaretten. Nachmittags gebe ich dann Franzi Nachhilfe und wenn ich fertig bin könnte mein Vater schon fast wieder da sein. Und wenn ich Glück habe kann ich dann abends auch wieder zu Alex fahren.
Übrigens habe ich jetzt auch endlich alles für meine Ausbildung erledigt und kann etwas beruhigter auf den Beginn warten. Ich habe sogar hin und wieder sowas wie einen Anflug von Vorfreude. Die meiste Zeit habe ich eher Angst und bin demotiviert aber jetzt lässt die Angst was nach und ich hoffe einfach dass es mir helfen wird wieder eine Aufgabe zu haben.
So, jetzt aber genug von meinem langweilgen Leben, von dem ich eh immer nur das gleiche erzähle. Ich wünsche euch noch einen schönen Abend und morgen einen guten Start ins Wochenende. Bis dann meine Lieben!

Mittwoch, 6. März 2019

Guten Abend meine Lieben. Die letzten Tage waren ziemlich aufregend, falls das das richtige Wort dafür ist. Letzten Donnerstag war ich bei Sven, wir haben noch letzte Sachen ausgetauscht. Ich war echt nervös weil ich nicht wusste, wie er inzwischen auf mich zu sprechen ist. Aber es war echt entspannt und deutlich weniger komisch als die letzten Male, die wir uns gesehen haben. Obwohl wir nur ein paar Kisten auszutauschen hatten, war ich fast 4 Stunden bei ihm. Er hat mir seine neue Wohnung gezeigt, wir haben ein paar Zigaretten geraucht und Neuigkeiten ausgetauscht. Ihr glaubt gar nicht wie erleichternd das für mich war. Wir sind fast wie Freunde miteinander umgegangen.
Am gleichen Abend bin ich zum ersten Mal Motorrad gefahren. Naja, Alex hat mir gezeigt wie man kuppelt, bremst und ein Gefühl fürs Gas gibt. Und dann bin ich auf dem Hof seiner Eltern tatsächlich ein paar Meter gefahren. Es war der Wahnsinn!  Und ich hoffe dass Alex mir noch ein paar Fahrstunden mehr geben wird. Wenn ich 25 bin will ich auf jeden Fall auch einen Motorrad Führerschein machen, aber noch müsste ich eh gedrosselt fahren, deshalb werde ich mich noch bis dahin gedulden.
Über Karneval habe ich nicht viel gemacht. Zumindest nichts, was mit Karneval zu tun hat. Am Samstag musste Alex einen Kollegen, dem er einen Gefallen schuldete ins Stadion fahren. In der Zeit in der sein Kollege sich das Spiel angesehen hat sind wir ins Minto gegangen, haben eingekauft, waren Schuhe shoppen und ich bin auf High Heels mit richtig hohen dünnen Absetzen gelaufen. Ich habe es zumindest versucht, es war echt witzig und ich habe mir vorgenommen zu lernen auch auf solchen Absätzen zu laufen. Dann waren wir noch Burger essen und haben Alex Kumpel wieder eingesammelt und nach hause gefahren. Dann sind wir zu Alex gefahren und haben uns noch einen gemütlichen Abend zu zweit gemacht. Der Tag war also wirklich sehr schön. Gestern, also am Montag hatte sein Vater Geburtstag und die ganze Familie ist zum Mittagessen gekommen. Am Anfang war es echt okay. Ich hatte bereits seine 3 Geschwister und deren Familien, sowie seinen Patenonkel und dessen Frau kennengelernt. Mit seinem Bruder und dessen Familie komme ich nicht so gut aus, aber der Rest ist in Ordnung. Wir haben alle sehr nett beieinander gesessen. Da wir beim letzten gemeisamen essen mit Alex Familie von seinen Geschwistern angemacht wurden, wenn wir uns geküsst haben, haben wir uns dieses Mal echt zusammengerissen, nur unterm Tisch Händchen gehalten und sonst nicht viel Körperkontakt gehabt. Aber anscheinend war das noch nicht genug. Ich habe gehört wie Alex Schwester sich in der Küche bei ihm beschwert hat, das wir echt ekelhaft sind und uns mal zusammenreißen sollen. Als Alex sich kurz darauf wieder zu mir an den Tisch gesetzt hat wollte ich ihm einen Kuss geben. Und was hat er gemacht? Er ist zurück gewichen. Als ich ihn fragte was los sei, hat er mit dem Kopf nur in die Richtung seiner Schwester gedeutet. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sauer ich war. Da ich nicht einfach weglaufen konnte, habe ich alle Menschen um mich herum ignoriert und ein Bier nach dem anderen in mich hinein geschüttet. Als wir endlich wieder zu Alex gehen konnten hat er nicht viel dazu gesagt. Also habe ich mir meine Sachen geschnappt und bin gegangen. Es war dunkel und zu Fuß brauche ich fast eine halbe Stunde bis zu mir nach hause, aber ich wollte in diesem Moment einfach nur weg. Ich war verletzt und es schien nicht so, als könnte mein Freund irgendwas sagen, was das ändern könnte. Doch er ist hinter mir her gekommen. Ich habe ihn erst angemacht, dass er mich in Ruhe lassen soll und ich keine Lust auf seine Gesellschaft habe. Doch er ist geblieben und irgendwann haben wir uns auf eine Bank gesetzt und ordentlich miteinander geredet. Ich habe es endlich geschafft meine Gedanken und Gefühle, die in diesem Moment in mir drin waren zu äußern, ohne ihn dabei anzuschreien oder so. Schließlich war ich bereit, ihn wieder in seine Wohnung zu begleiten und wir haben noch ein wenig gekuschelt.
Heute musste Alex dann wieder arbeiten, da es ihm aber nicht gut ging ist er früh nach hause gefahren und ich bin dann auch ne Stunde später zu ihm gefahren, um zu sehen wie es ihm geht. Wie ihr euch vorstellen könnt war ich sehr überfordert damit, dass mein Freund krank war und meine Spannungskurve war entsprechend im Unermesslichen. Deshalb habe ich auch eine Stunde gebraucht um zu ihm zu fahren, ich wollte mich erst ein wenig beruhigen, was mir auch einigermaßen gelungen ist. Alex ging es zum Glück sehr schnell wieder besser. Ich habe mich etwas zu ihm ins Bett gelegt und da Alex schnell wieder munter wurde, haben wir angefangen rumzumachen. Seine Berührungen waren für mich nicht mehr unangenehm, ich bin nicht mehr zurück geschreckt. Deshalb sind wir auch heute dann den nächsten Schritt gegangen und haben miteinander geschlafen. Es war das erste Mal. Ich weiß, wir sind inzwischen mehr als zwei Monate zusammen, aber ihr kennt ja meine Schwierigkeiten bezüglich Sex. Klar, mit Sven hatte ich auch Sex, und das war auch okay, ich hatte keinen großen Gefallen daran, aber irgendwann waren wir immerhin soweit, dass ich keine Flashbacks mehr hatte. Doch mit einem neuen Partner ist es so, als müsste man sich das alles neu erarbeiten. Alex kann mich noch lange nicht überall bedenkenlos anfassen. Es kommt nicht selten vor, dass ich noch zurück schrecke wenn er mich anfasst. Ich habe auch wieder häufiger Flashbacks, einfach weil ich häufiger Gefühle habe, die mich dahin bringen. Und genau deshalb war das heute ein sehr großer Schritt für uns. Wir waren beide unheimlich nervös, doch ich habe durchgehalten. Alex hat immer wieder gefragt ob es okay ist und hat versucht es für mich so angenehm wie möglich zu machen. Natürlich war ich nicht erregt oder so etwas in der Art, doch ich war überglücklich diesen Schritt geschafft zu haben. Danach haben wir noch ein Weilchen im Bett gelegen und gekuschelt. Das waren alles in allem ein paar sehr gefühlsintensive Stunden. Am Nachmittag sind wir noch im Ort Eis essen gegangen und ein bisschen spazieren gegangen. Alex war wieder fit und genauso glücklich wie ich. Morgen geht er auch wieder arbeiten und ich habe noch ein paar Sachen zu regeln. Und am Samstag fahren wir zusammen nach München. Er hat dort eine Montage und nimmt mich mit, in der Hoffnung dass wir uns dann abends noch ein paar schöne Stunden machen können. Am Dienstag kommen wir dann zurück, Mittwoch hat er frei und wir können uns nochmal einen gemütlichen Tag zu zweit machen, Donnerstag fährt er dann wieder für drei Tage weg.
Und ja, das sind so die krassesten Tage der letzten eineinhalb Wochen gewesen und da ich gerade versuche wieder ein wenig zur Ruhe zu kommen, dachte ich ich schreibe das alles einmal auf, damit ich das für mich einmal alles verarbeiten kann.
So, ich hoffe ihr habt das lange Karnevalswochenende gut überstanden und könnt morgen fit in den Alltag starten. Und wenn nicht, haltet durch, bald ist wieder Wochenende. Bis dann meine Lieben. 

Freitag, 22. Februar 2019

Hallo meine Lieben. Ich weiß eigentlich gar nicht was oder worüber ich schreiben soll. Ich fange im Moment sowieso nichts produktives mit meinem Leben an. Sitze den ganzen Tag nur rum und kann mich zu nichts aufraffen. Schlafe entweder 10 Stunden am Stück oder gar nicht. Warte auf irgendetwas, keine Ahnung worauf. Vielleicht darauf dass endliche eine zufällige Fügung kommt, die mich meinen Scheiß in den Griff kriegen lässt. Oder auch einfach nur darauf dass ich endlich den Mut finde dem Dreck hier ein Ende zu setzen. Was meine Suizidalität betrifft geht es mir noch immer nicht besser. Eher das Gegenteil ist der Fall. Ich weiß einfach nicht weiter. Alex ist nicht hier um mir zu helfen und in der kurzen Zeit die er hier war diese Woche wollte ich ihn nicht mit meinen Selbstmordgedanken belästigen, sondern dafür sorgen dass wir eine schöne Zeit haben. Er kann ja auch nicht permanent neben mir sitzen und mein Händchen halten bis alles wieder gut ist. Ich müsste mir endlich eine scheiß Therapie suchen, aber ich habe zu viel Angst davor. Dann die ganze Planung, ich fange doch im April meine Ausbildung an und weiß nicht wie mein Alltag dann aussehen wird, wo eine Therapie dann rein passen würde. Und vorher bekomme ich vermutlich keinen Termin mehr, also kann ich mir das schenken. Doch was soll ich stattdessen machen? Ich habe die Schnauze so voll alles nur auszusitzen, finde aber einfach nicht die Kraft irgendwas in die Hand zu nehmen. Und ich kann nicht immer erwarten dass irgendwer kommt und die Dinge für mich regelt. Alex hat zwar gesagt dass er für mich die Therapeuten anruft, um mir diesen schlimmen Part abzunehmen, aber im Gegensatz zu mir hat er einen Job und ein gefülltes Leben und eigentlich nicht wirklich viel Zeit sich auch noch um meinen Mist zu kümmern. Ich hingegen habe haufenweise Zeit. Die ich aber eben nur damit verbringe nichts zu tun und darauf zu warten dass Alex von seinen Montagen wieder da ist. Immerhin habe ich es letzte Woche als er in Stuttgart war geschafft mich nicht zu besaufen. Außer an dem Tag als er zurück gekommen ist, aber das war nicht geplant. Ich bin halt schon etwas früher zu ihm gegangen, um mich schonmal um die Katze zu kümmern und Müll rauszubringen und sowas und dann habe ich seinen Bruder und seinen Vater getroffen. Bin dann bei seiner Familie hallo sagen gegangen und sein Bruder hat ne Flasche Wodka auf gemacht. Da es noch fast zwei Stunden gedauert hat bis Alex gekommen ist war die Flasche bis dahin leer und ich etwas angeschickert. Aber naja, es ging sich mir auch eigentlich nur darum dass ich nicht alleine zuhause sitze und frustsaufe. In Gesellschaft trinken ist ja okay. Morgen kommt Alex dann von der nächsten Montage zurück, habe heute dann schonmal was für morgen Abend zuessen eingekauft, Bier steht noch bei ihm und dann machen wir uns einen schönen Abend. Morgen bin ich tagsüber ein paar Stunden mit meinem Vater unterwegs, da komme ich wenigstens was raus und sitze nicht die ganze Zeit deprimiert auf dem Sofa rum.
Naja, ich hoffe ihr habt einen guten Start ins Wochenende und euch geht es gut. Wir hören uns meine Lieben!

Freitag, 15. Februar 2019

"We're so distracted by how things end, we usually forget how beautiful the beginning was"
Heute vor 4 Jahren hat es damals begonnen. Als Laura dich fragte, ob du einen Shot mit uns trinken willst. Und bei Gott, ich habe mich so unsterblich in dich verliebt. Du warst es. Die Liebe meines Lebens. Es gibt so viele Dinge, an die ich mich unfassbar gerne erinnere. Du hast mich gerettet, vor mir selbst, vor meinen Dämonen. Die ersten zwei Jahre war unsere Beziehung für mich der Himmel auf Erden. Zusammen haben wir so viele erste Male erlebt, so viele einzigartige Dinge. Doch dann kamen diese verdammten Tabletten, die die Liebe meines Lebens getötet haben. Ich habe nie aufgehört dich zu lieben, doch der Junge, in den ich mich verliebt hatte war unwiderruflich gestorben. Es tut mir Leid, dass ich das so hart sage, aber so empfinde ich es. Ich vermisse diesen Jungen jeden verdammten Tag und er wird mir den Rest meines Lebens fehlen. Als wir uns getrennt haben hast du mich gefragt ob ich glaube dass wir irgendwann keine Gefühle mehr füreinander haben werden. Ich habe dir geantwortet dass ich mir das nicht vorstellen kann. Und davon bin ich noch immer überzeugt. Auch wenn du nicht mehr der Junge bist, in den ich mich damals verliebt habe, ich liebe dich trotzdem und daran wird sich niemals etwas ändern. Du bist ein ganz besonderer Mensch für mich, der mich eine lange Zeit meines Lebens begleitet hat und ich hoffe dass du auch weiterhin ein Teil davon bleiben wirst und wir die Verbindung die wir zueinander haben nicht verlieren, auch wenn wir nicht mehr zusammen sind.
Ich weiß dass ich vermutlich nicht das Recht habe all das zu sagen, wo ich doch diejenige war.die diese wundervolle Beziehung beendet hat. Aber ich musste diese Gedanken, die mir ewig im Kopf herum schwirren einfach einmal loswerden. Und gerade heute, der Tag an dem wir 4 Jahre lang zusammen gewesen wären, merke ich besonders wie sehr ich dich vermisse. Das heißt nicht, dass ich jetzt nicht glücklich bin, denn das bin ich. Es tut nur trotzdem weh dich verloren zu haben. Und vielleicht werde ich es irgendwann bitterlich bereuen dass ich dich habe gehen lassen. Doch ich muss für mich herausfinden was die beste Entscheidung gewesen wäre und dies ist der einzige Weg. Würde ich dieses Risiko nicht eingehen, dann hätte ich mich ewig gefragt ob ich einen Fehler gemacht habe. Nun werde ich es irgendwann wissen. Und ich weiß du wirst deinen Weg auch ohne mich gehen und eine neue Partnerin finden. Eine die dich mehr verdient als ich. Ich will nur dass du weißt dass ich trotzdem immer für dich da bin und du immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen hast.
Du hast mich auch gefragt was ich nun mit all den Dingen mache die du mir geschenk hast. Ich habe dir geantwortet, dass ich sie aufheben werde. Denn auch wenn wir nicht mehr zusammen sind, verlieren sie für mich trotzdem niemals ihre Bedeutung. Weil ich dich für immer liebe mein Engel. Was auch immer das noch bedeutet. Für dich.


Mittwoch, 13. Februar 2019

Wow, das mit dem regelmäßig melden hat ja echt toll geklappt. Was soll ich sagen? Ich habe es in den letzten zwei Monaten geschafft mein Leben nochmal komplett auf den Kopf zu stellen und habe mich nicht getraut das ganze schriftlich festzuhalten, weil ich mir nicht zugetraut habe darüber schreiben zu können. Ich weiß auch jetzt noch nicht wie und was ich sagen soll, deshalb haue ich es einfach schonungslos raus. Sven und ich haben uns getrennt und ich bin jetzt mit einem anderen Jungen zusammen. Bam. Warum? Weil ich mich in den Kerl verliebt habe, wir uns betrunken geküsst haben und ich es dann nicht mehr geschafft habe mich von ihm fern zu halten. Ich habe es Sven ein paar Tage verschwiegen, habe versucht mir über meine Gefühle klar zu werden und habe dann mit Sven geredet, ihm gesagt was passiert ist. Er hat mich gebeten nochmal ein paar Tage darüber nachzudenken was ich will und gesagt dass er glaubt wir würden das wieder hinbekommen. Ich hatte leider nicht das Gefühl, dass wir das wieder hinbekommen könnten, weswegen ich jetzt nicht mehr mit Sven zusammen bin. Es war so viel mehr als ich jetzt schreiben könnte in dieser Zeit, diesen kurzen Tagen, ich war emotional vollkommen am Ende, habe nur noch geheult. Aber genauer kann ich darauf noch immer nicht eingehen, weil ich sonst nur wieder in Tränen ausbrechen würde. Sven und ich stehen momentan hin und wieder in Kontakt, aber mehr um Sachen zu regeln, die wir jetzt halt regeln müssen. Er fehlt mir und ich hoffe sehr, dass wir uns irgendwann als Freunde wieder gut verstehen werden, aber momentan braucht er Abstand und ich wahrscheinlich auch. Und ich weiß, dass es nicht klug ist sich direkt in eine neue Beziehung zu stürzen, aber die Gefühle haben sich eben schon entwickelt. Der Typ mit dem ich jetzt zusammen bin heißt übrigens Alex. Er war der Kumpel, mit dem ich mich hin und wieder zum saufen getroffen hatte, wie sich einige vielleicht schon denken können. Außer mir und Alex konnte sich nämlich irgendwie jeder in meinem Umfeld denken dass zwischen uns was läuft. Naja. Jetzt ist es passiert. Ich fühle mich Sven gegenüber unfassbar mies, wie auch nicht. Aber ich war noch nie gut darin mit dem Verstand Entscheidungen zu treffen oder rational zu denken, wenn Emotionen im Spiel sind. Jetzt bin ich seit gut sechs Wochen mit Alex zusammen. Er ist ein toller Partner und hat auch Verständnis dafür, dass die Trennung von Sven für mich nicht einfach so erledigt ist. Er ist generell extrem verständnisvoll und bemüht mit meinem Wahnsinn klar zu kommen. Leider ist er beruflich viel unterwegs und ist gerade für eine Woche in Stuttgart. Das ist echt hart für mich, ihr wisst ja wie schnell ich mich von meinem Partner emotional abhängig mache und das passiert auch hier. Wenn er weg ist, bin ich permanent in einem Tief, absolut antriebslos und weiß gar nicht wohin mit mir oder mit meinen Emotionen. Anfang des Monats war er für fünf Tage in Leipzig. Ich habe mich jeden Tag betrunken. Dachte, ich halte das nicht aus, weswegen ich mich nach ner Flasche Wodka hingesetzt habe und Abschiedsbriefe schrieb und mir eine Rasierklinge in die Pulsader gerammt habe. Als Alex gestern wieder gefahren ist, hätte ich das ganze am liebsten wiederholt. Aber ich muss irgendwie lernen damit klar zu kommen, denn er wird nichts daran ändern können. Naja, er hat zwar gesagt er will versuchen weniger auf Montagen zu fahren, aber er kann sich nicht durchsetzen. Er sagt dann lieb bitte bitte und wenn der Leiter dann trotzdem sagt dass er fahren muss dann widerspricht er nicht mehr. Deswegen wird er auch nächste Woche für 3 Tage weg sein, nachdem er gerade mal zwei Tage zuhause war. Wird dann Anfang März nach München fahren, wohin er mich allerdings mitnehmen will. Dann muss er wenig später erneut nach München, Ende März nach Hannover, irgendwann noch nach Nürnberg und im Sommer sogar nach Barcelona. Und dort wird er vermutlich um die 3 Wochen am Stück sein. Wie ich das überleben soll? Keine Ahnung. Wenn ich nur daran denke breche ich in Tränen aus. Wenn im April meine Ausbildung startet werden wir noch weniger Zeit haben, weil ich dann eben auch nicht immer kann. Wie führen andere Menschen ein geregeltes Leben? Echt, es ist mir ein vollkommenes Rätsel wie man es emotional aushalten soll seinen Partner nur ein paar Stunden am Tag zu sehen und die restliche Zeit mit schlafen und arbeiten verbringt. Was ist das denn bitte für ein Leben? Vielleicht verstehe ich es in ein paar Monaten, doch das kann ich mir nicht vorstellen. Ich kann mir eher vorstellen dass ich irgendwann vor nen Zug springe, weil es mich so unglücklich machen wird. Alex wird ständig nicht da sein, wenn er da ist werde ich arbeiten müssen, meinen Urlaub kann ich mir während der Ausbildung auch nicht selbst einteilen, das heißt der fällt wahrscheinlich genau so dass ich frei habe wenn Alex ewig auf Montage ist, damit ich noch mehr Zeit habe mich schlecht zu fühlen und mir zu wünschen ich wäre tot damit ich das nicht mehr ertragen muss...Okay ihr merkt schon, ich bin momentan hart am Arsch und etwas zu suizidal. Aber egal, vielleicht legt sich das ja wieder. Ich würde mich ja in die Klapse einweisen lassen, aber da ich gedenke dort zu arbeiten ist das vielleicht keine gute Idee. Wobei es mir schon echt beschissen gehen muss wenn ich freiwillig in die Klapse gehen würde. Naja, ich muss einfach lernen mit der neuen Lebenssituation umzugehen, das wird schon mit der Zeit werden hoffe ich. Es ist halt ungewohnt, dass mein Partner nicht immer in Reichweite ist. Alex wollte mich eigentlich nach seiner ersten Montage fragen wie es für mich war, damit er rechtzeitig merkt wenn ich damit nicht klarkomme. Aber wir haben das damals nicht vertieft und ich wüsste auch nicht was ich ihm sagen soll. Nein, ich komme damit absolut nicht klar, ich bin so dermaßen depressiv und suizidal wenn er auf Montage fährt und das legt sich auch bisher nicht. Vielleicht kommt das noch, keine Ahnung. Doch selbst wenn er mich fragt und selbst wenn ich ihm das so sagen würde, ändern würde es doch nichts. Er kann anscheinend nicht seltener auf Montage fahren und würde sich dann nur mies fühlen, weil er nichts daran ändern kann dass es mir damit scheiße geht. Vielleicht versteht er aber auch einfach noch nicht das volle Ausmaß meiner psychischen Probleme. Es gibt immer wieder Kleinigkeiten, die ihm entgehen. Er weiß noch nicht, dass er manchmal 10 Mal fragen muss bis ich ihm sage was los ist. Er hat noch kein Gefühl dafür mir anzusehen wenn etwas nicht stimmt. Für ihn haben sich manche Dinge schneller erledigt als für mich. Doch ich merke, dass er lernen will mit mir richtig umzugehen und ich sehe, dass er bemüht ist und das reicht mir für den Moment. Denn wenn das so bleibt, dann wird er es mit der Zeit lernen. Ich weiß nur noch nicht wie ich ihm alles beibringen kann, was er wissen muss. Doch auch das wird die Zeit mit sich bringen. Denn wie ich schon sagte, er ist ein toller Partner und deshalb bin ich überzeugt davon, dass wird das gemeinsam irgendwie schaffen. Ich muss es nur schaffen, solange zu überleben, was für mich gerade die größte Herausforderung darstellt. Aber auch das kriege ich hin, ich habe es schließlich bisher immer hingekriegt. Es ist mir zwar manchmal ein Rätsel, aber ich bin noch hier und das nun schon eine ganze Weile. Das ist doch wohl Beweis genug.
In diesem Sinne lasse ich euch jetzt erstmal darauf klarkommen was hier in den letzten Wochen so abgegangen ist. Ich weiß noch nicht, wann ich mich das nächste Mal melde, denn wie ihr seht versuche ich immer noch, mein Leben im Griff zu halten und das ist echt anstrengend. Also, noch einen schönen Abend, eine erfolgreiche Woche und bald ein wundervolles Wochenende. Bis bald meine Lieben.