Montag, 6. Mai 2019

Wunderschönen guten Abend meine Lieben! Die Zeit vergeht so rasend schnell, obwohl nicht wirklich etwas Nenneswertes passiert. Ich hatte Schule, mein Vater hatte am Dienstag Geburtstag, aber der Abend war deutlich unspektakulärer als erhofft. Also ich war natürlich froh darüber, meine Familie nicht sehen zu müssen, aber erstens tat es mir für meinen Vater richtig Leid und zweitens ist dadurch viel zu wenig Alkohol geflossen. Aber Alex hat an dem Abend bei mir gepennt, weil wir doch ein paar Bierchen mit meinem Vater getrunken hatten. Eigentlich hätte Alex diese Woche gar nicht hier sein sollen, wegen einer Montage, aber da er immernoch was am Fuß hat konnte er die Montage absagen, sehr zu meiner Freude. Er war dann zwar trotzdem in der Firma arbeiten, aber sobald wir beide Feierabend haben sehen wir uns ja. Letztes Wochenende haben wir die gemeinsame Zeit dann so richtig schön ausgekostet, erst Samstag Abend auf einer Geburtstagsfeier ein paar Bierchen getrunken und den Sonntag dann fast komplett auf der Couch verbracht. Es war so schön einfach den ganzen Tag kuscheln zu können und keinerlei Verpflichtungen zu haben, es kam mir so vor als hätten wir das ewig nicht gemacht.
In puncto Therapeuten hat sich diese Woche auch etwas getan. Ich habe zwar keinerlei Rückmeldung mehr von denen bekommen, die ich kontaktiert hatte, dafür bin ich aber mit einer Klassenkammeradin ins Gespräch gekommen, die ebenfalls eine BPS hat. Ihre Therapeutin erweitert gerade ihre Praxis und hat noch Plätze frei. Also habe ich mal dort in der Praxis angerufen und warte derzeit auf einen Rückruf. Natürlich war der Anruf mal wieder ein riesen Drama und ich weigere mich wehement dort nochmals anzurufen. Aber egal, irgendwann wird sie mich schon zurückrufen.
Mit besagter Klassenkammeradin verstehe ich mich richtig gut und wir konnten uns super gut austauschen, ich habe mich so verstanden gefühlt, das war echt toll. Um mit Alex die Kommunikation zu verbessern, haben wir jetzt angefangen, ein Notizbuch zu führen. Dort trage ich jedes Mal, wenn ich einen Anfall habe, ein wie ich mich fühle und was die Ursache dafür ist und hinterher analysieren wir das ganze zusammen um vielleicht zu sehen, was man anders machen könnte und sowas. Mir ist aufgefallen, dass ich viel zu oft in dieses scheiß Heft schreiben muss :D. Aber alleine das Aufschreiben in der Situation in der ich verletzt/wütend/traurig bin hilft schonmal sehr. Und vielleicht verbessert das ja auch Alex' Sensibilität für gewisse Situationen. Ich hoffe einfach dass das die Zeit, bis ich eine Therapie anfangen kann, gut überbrückt, damit ich nicht mit meiner beschissenen Art alles versaue. Es macht mich im Nachhinein immer richtig wütend wenn ich sehe, wie ich mich verhalten habe, am liebsten würde ich mir dafür selbst eine verpassen. Naja okay, das mache ich oft genug und ist auch nicht wirklich befriedigend, aber egal.
So, jetzt bin ich in meiner letzten Schulwoche angekommen, ab nächstem Dienstag bin ich auf der Suchtstation. Ich freue mich auf die Arbeit, hab aber auch sehr viel Angst vor der Schichtarbeit. Aber ich habe mich diesbezüglich auch mal mit ein paar Mädels aus meiner Klasse ausgetaucht und bin damit immerhin nicht alleine. Es beruhigt mich zu hören, dass das keine Überreaktion meinerseits ist, sondern die allgemeine Meinung. Es wird auf jeden Fall ein anstrengender Sommer, denn von Mitte Mai bis Mitte September habe ich genau drei Wochen Schule, den Rest der Zeit muss ich arbeiten, was natürlich für die Sommerwochenenden etwas doof ist. Ich hoffe einfach, dass es nicht so schlimm wird wie ich befürchte.
Ich hoffe ihr hattet ein schönes Wochenende und eine schöne Maifeier und ich wünsche euch eine produktive und erfolgreiche Woche. Bis dann meine Lieben!