Hey Leute. Sorry, ich hab mich mal wieder ein paar Tage nicht mehr gemeldet..achja, übrigens noch frohes neues Jahr. Ich glaub zwar nicht, dass es besser wird als das letzte, aber vielleicht hoffen das ja einige von euch. Silvester..früher hab ich diesen Tag so geliebt und jetzt? Jetzt hat er mich nur daran erinnert, dass ich verkackt hab. Vor 2 Jahren- meine Mutter war grade aus der Reha entlassen und konnte fast gar nicht mehr laufen- haben wir alle zusammen darauf angestoßen, dass sie am nächsten Silvester wieder mit uns raus kann und wirs dann ordentlich krachen lassen. Tja, daraus wurde wohl nichts. 3 Tage später hat Mamas Arzt uns gesagt, dass es so nicht mehr lange gehen wir. Er hat gesagt wenn sich nichts ändert hat sie höchstens noch ein halbes Jahr. 15 Tage später war sie tot..
Okay, es gibt bestimmt einige die immer noc nicht wissen was da damal los war..ich denke ich bin jetzt bereit das mal zu erläutern. Also, am 28.03.2010 hatte meine Mutter einen kleinen Autounfall. Nichts schlimmes, sie ist nur mit ca. 20kmh gegen nen Baum gefahren. Tja, das war wohl der Tag, an dem ich angefangen habe erwachsen zu werden..sie hat mich von einem Handy von ner fremden Frau aus angerufen und ich bin los um sie abzuholen. Es war nicht weit von zu hause und sie hats zu Fuß geschafft, sie war nur ein bisschen durch dem Wind, wir habens alle auf den Schock geschoben..Ja, ich durfte dann meinen Vater anrufen und ihm alles erzählen und versuchen ihn zu beruhigen. Danach durfte ich mich noch mit der Polizei auseinandersetzten, die von irgendwem gerufen wurde, weil Mamas Auto noch da im Wald stand. Die haben uns die Hölle heiß gemacht wegen Fahrerflucht. Äh, sorry, dass ich meine Mutter erstmal nach hause gebracht hab und nicht die Polizei gerufen hab?! Tja, meine Mutter wusste nicht, was die Idioten jetzt von ihr wollten, mein Vater war noch nicht zu hause und was sollte ich schon ausrichten? Mein Gott, ich war erst 13, von so was hab ich noch nix verstanden! Naja, am nächsten Tag haben wir ne Fahrradtour gemacht, weils Mama wieder besser ging. Nach 5km ist sie dann allerdings in nen Graben gesegelt. Ein bekannter hat sie dann mit dem Auto nach hause gefahren und Papa und ich haben ihr Rad nach hause gebracht. Dann hat mein Vater gesagt jetzt ist Schluss, Mama soll sich mal durchchecken lassen. Also hat ne Nachbarin sie ins Krankenhaus gefahren- mein Vater hatte keinen Führerschein und Mama konnte ja nicht fahren- und ich hab mich total verrückt gemacht. Ichweiß auch nicht, ich hab wohl gespürt, dass da was nicht stimmt. Am diesem Abend kam mir zum ersten Mal der Gedanke, dass sie sterben könnte, obwohl ich doch noch gar nicht wusste was los war..und am nächsten Tag wurde uns dann gesagt, dass sie einen Hirntumor hatte. Und wir durften es ihr auch noch selber sagen! Dann durften wir auch noch die ganze Familie informieren. Am Nächten Tag wurde sie schon operiert. Uns wurde gesagt, dasssie nur ne kleine Probe entnehmen wollen und später operieren, aber Papa hat mir gesagt, dass die sie heute schon operieren, aber dass ich ja die Klappe vor den anderen Leuten halten soll, damit die sich nicht alle verrückt machen. Und er hatte recht, als wir im Krankenhaus ankamen ist sie gerade wach geworden und uns wurde die Wahrheit gesagt. Wow, das war echt komisch mit meiner Mutter zu reden, als sie gerade aus der Narkose wach wurde..naja, dann war sie erstmal ne Zeit im Krankenhaus, und wir haben auf die Ergebnisse gewartet. Ich weiß noch, an dem Abend kam mein Vater spät nach hause, und ich hab ihn damit belästigt ihm zu sagen,. dass ich Konfi geschwänzt hab. Scheiße hatte ich ein schlechtes Gewissen..und dann hat ers mir erzählt: bösartig, sehr aggressiv und schnell wachsend. Das schlimmste was hätte passieren können! Das einzige gute war, dass der Tumor nich gestreut hatte. Joah, dann kam Mama nach hause, musste Bestrahlung und Chemo machen, hat sie an sonsten aber ganz gut erholt. Zu dieser Zeit habe ich dann angefangen öfter zu hause zu sein um Mama zur Hand zu gehen. Dann, irgendwann im Mai glaub ich, ist sie zu Fuß einkaufen gegangen und wäre fast von nem Fahrrad angefahren wurden. Beim ausweichen ist sie dann gestürzt und hat sich wie sih später herausstellte einen Wirbel gebrochen. Ja, das hat sich aber erst ein paar Wochen später gezeigt. Sie konnte sich von Tag zu Tag schlechter bewegen. Also wieder Krankenhaus. Die haben ihr dann so ein Korsett gegeben, damit sie nich schon wieder operiert werden muss. Im Krankenhaus hat die sich dann noch ne Lungenentzündung geholt, sprich zusätzlich zu den Schmerzmittel, Chemotabletten und was weiß ich nicht was noch mehr Medikamente. Zu Hause ging dann fast gar nichts mehr. Ich bin täglich ein bisschen mit ihr raus gegangen, damit die Muskulatur nicht noch schwächer wird. Auch das ging immer schlechter. Im Haushalt hab mittlerweile hauptsächlich ich alles gemacht. Unseren Urlaub musste Papa dann auch absagen, und vom Hausarzt kam die Anordnung sofort alle Medikamente ab zusetzten, weil die Leber sonst bald total im Arsch ist. Jetzt ging nix mehr, weil Mama keine Schmerzmittel mehr nehmen durfte, und als ich dann am einem Dienstag aus der Schule gekommen bin hab ich Mama im Wohnzimmer auf dem Boden liegen sehen. Sofort hab ich alles weggeworfen und bin zu ihr gerannt. Sie hat mich gehört und gleich gesagt, dass soweit alles okay ist. Als ich gehört hab, dass sie bei Bewusstein ist, war ich gleich viel erleichterter. Sie hat mir erzählt, dass sie gestürzt war und es nicht geschafft hatte wieder aufzustehen. Ich wollte ihr helfen hoch zu kommen, aber vor Schmerzen hat sie gleich aufgeschrien. Von der Kraft her hätte ich das Mittlerweile locker geschafft. Jeden Morgen und Abend hab ich sie hin und her "gehoben" weil ich ihr das Korsett an und aus gezogen habund ihr beim hinsetzten und aufstehen geholfen hab, dabei hatte ich immer fast ihr ganzes Gewicht um den Hals hängen. Naja, jedenfalls wollte Mama dann nicht, dass ich einen Krankenwagen rufe. Sie hat sich von mir das Telefon geben lassen und bei ihrem Pflegedienst angerufen. Die sind gekommen, konnten aber auch nix machen, also haben die den Hausnotruf angerufen die die haben sie betäubt und ins Krankenhaus gebracht. Dann durfte ich Papa wieder mal informieren und mich von ihm anmachen lassen, weil ich nicht gleich nen Krankenwagen gerufen hab. Naja egal. Bei dem Sturz hat Mama sich noch die Wirbelsäule geprellt und wurde nach Düsseldorf verlegt, da ist so ne speziele Klinik. Die haben sie dann auch am Wirbel operiert, weil die Leberwerte wieder einigermaßen in Ordnung waren und das Korsett irgendwie nix brachte. Welch Einsicht, Respekt..Weils nach der OP aber immernoch nicht besser wurde haben sie Mama ion ne Reha geschickt. Inzwischen haben wir Dezember 2010. Da die Reha rund 300km von uns entfernt war konnten wir sie nicht oft besuchen. Einmal hat uns ein Kumpel von Papa gefahren und am 2.Weihnachtstag hat Papas Bruder uns nochmal runtergefahren. Wir wollten sie überraschen und ein paar Tag Urlaub da machen. Als wir angekommen sind und sie gesehen haben war das ein Ziemlicher Schock. Sie saß im Rollstuhl, konnte gar nicht mehr laufen- super Arbeit Reha!- ihre Arme und Beine waren ganz abgemagert, dafür hatte sie einen ganz aufgeblähten Bauch..kommt von den Medikamenten wurde uns gesagt. Ihre Haut war ganz gelb- die Leber! Und so ganz nebenbei wurden wir dann darüber informiert, dass Mama Mittlerweile 2 Tabletten Morphium am Tag bekommt. Öhm, gut zu wissen?! Am nächsten Tag hat uns der Arzt mal eben so gesagt, dass sie übrigens morgen entlassen wird. Scheiße, mein Vater war kurz davon dem eine runterzuhauen! Ja, das habe er ja meiner Mutter schon lange mitgeteilt, ist ja nicht sein Problem wenn die uns das nicht sagt. Ehrlich, ich dachte gleich knallts, aber Papa hat sich zusammengerissen und nur heftig Rumgeschrien. Ist ja auch nicht verwunderlich, man konnte meine Mutter Mittlerweile wohl als unzurechnungsfähig einstufen. Aber gut, wieder nach hause. Wir haben dann im Wohnzimmer ein Krankenbett für sie aufgebaut bekommen und außerdem kam jetzt täglich von, keine Ahnung, 9 bis 16 Uhr glaub ich, ne Haushaltshilfe, die sich um Mamas Wohlergehen gekümmert hat und dem Haushalt gemacht hat. Höhö, ich weiß noch, Mama musste immer vom Bett in den Rollstuhl gehoben werden, und weil sie mittlerweile so 10 oder 15kg zugelegt hatte wollte Papa nicht mehr, dass ich ihre 70kg durch die Gegend hebe. Damit Mama aber mal raus kann hab ich trotzdem öfter mal gemacht. Aber das war unser kleines Geheimnis. Tja, wie ich schon gesagt habe kam dann am 03.01.2011 von unserem Hausarzt die Diagnose, dass die Leber bald verkackt. Die Mediameinte mussten weg, dafür brachte sie aber Muskeln, damit die Schmerzen aufhören. Papa hat sofort ein paar keine Sachen zum Training gekauft und ich hab dann täglich mit Mama trainiert. Aber das hat nichts mehr gebracht. Wir haben es ihr damals noch am selben Abend gesagt, was der Arzt gesagt hatte, und seit dem gings bergab. Sie hatte aufgegeben. Sie ist dann am 18. 01.2011 gestorben, um 9:20 Uhr. Das war ein Dienstag. Am Samstag davor war ich abends mit ihr alleine, uns das war auch das letzte mal, dass ich mit ihr gesprochen hab. Und da hab ich sie noch angeschrien, weil sie nicht essen wollte. Als Papa dann nach hause gekommen ist, war ich so auf 180, dass ich ihn sogar angeschrien hab. <ich weiß gatr nicht mehr, wie er reagiert hat, ich glaub er hat einfach versucht mich zu beruhigen. Am Sonntag war mein Opa da, aber sie ist nicht mehr wach geworden. Montag war ihre Schwester da. Da war Mama noch mal wach, aber nicht mehr bei Verstand. Sie hat nichts verständliches mehr gesagt, stattdessen hat sie die ganze Zeit an diesem Ding gedreht, was da über den Krankenbetten hängt, zum aufrichten. Ich hab die ganze Zeit mit ausdrucksloser Miene auf dem Sofa gesessen und beobachtet wie alle um mich rum am heulenwaren. Ich selbst hab nicht geheult, das hatte ich dafür schon am morgen gemacht. Ich sollte eigentlich noch in die Schule gehen, aber als ich dann bei ihr am Bett stand bin ich einfach heulend zusammengeklappt. >Ich hab den Gedanken nicht ertragen, dass ich nach hause komme und sie da tot liegt. Und Papa wäre ja auch nicht da gewesen. Aber dank mir sind wir dann beide zu hause geblieben. Nachmittags war der Arzt noch da und hat ihr irgendwas illegales gespritzt, damit es schneller geht und sie nicht noch unnötig leiden muss, denn es war klar, dass es zu ende geht. Abends wollte ich nicht ins Bett, aber ich war so ko, dass ich dann irgendwann doch gegangen bin. Papa st die ganze Nacht aufgeblieben und hat bei ihr gesessen. Ich glaube es war richtig die beiden nochmal allein zu lassen. Um halb neun bin ich dann aufgestanden. Erst konnte ich mich ja nicht dazu überwinden, weil ichfest damit gerechnet hatte, dass sie tot ist, aber als ich dann aus meinem Zimmer kam war sie noch da. Papa hat mich kurz rüber den Verlauf der Nacht informiert und dann haben wir überlegt was wir machen, weil sie seit ein paar Stunden beim Atmen geröchelt hat. Papa hat überlegt ob sie vllt Schmerzen hatte, also hat er den Arzt angerufen und der hat ihm dann gesagt, dass er vorbeikommen kann und sich für Mama Morphiumpflaster holen soll. Dann war ich mit ihr allein. Ich habs nicht ertragen und bin aus dem Zimmer gegangen. In der Küche hab ich mich dann an den Tisch gesetzt und ihrem Atem gelauscht. Ne ganze Zeit lang ging er regelmäßig. Dann bin ich wieder zu ihr gegangen, weil das Geräusch aufgehört hatte. Als ich da war hat sie noch einmal kurz ausgeatmet und dann war alles ruhig. Plötzlich war Papa wieder da und wir haben zusammen auf sie gesehen. Papa hat gefragt:"Ist sie tot?" Anstatt zu antworten hab ich ihren Puls gefühlt und nur genickt, im anschließend mal wieder zu heulen. Wir haben den Arzt gerufen, zur Bestätigung, der hat den Leichenabholtypen gerufen und wir mussten es allen sagen. Der >Typ hat sich schon Zeit gelassen, sodass sie um 14 Uhr immernoch da war. Meine beste Freundin ist nach der Schule kurz vorbeigekommen, aber ich konnte ja schlecht mit ihr hoch gehen..Als der Typ dann endlich gekommen ist, hat Papa mich zu den Nachbarn geschickt, damit ich das nicht noch sehe. Joah, mehr gibts dazu wohl nicht zu sagen..war ja auch genug.
Toll, und was hab ich jetzt von dieser Erzählung? Ich war grade richtig schön am heule, da kommt mein Vater nach hause. Was auch immer der hier gemacht hat, eig sollte der den ganzen Nachmittag weg bleiben. Shit! Ich bin schnell ins Bad gegangen, aber der hatte meine verwischte Wimperntusche schon bemerkt. Fuck "Was hast du gemacht?" "Nichts.." und damit hab ich die Tür hinter mir zugeknallt. Ne Minute später hat der kurz gerufen, dass er wieder weg ist und ist gegangen. Was kommt der auch ausgerechnet dann rein, wenn ich mal heulen muss? Was bin ich überhaupt am heulen? Wenn ich das jemandem erzählt hab hab ich auch nicht geheult! Hoffe er belässt es einfach dabei und fragt nicht mehr nach. Gut, ich denke ich hab jetzt genug geschrieben, ich geh erstmal joggen. Bis dann.
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