Guten Tag zusammen. Also ich hatte 4 Tage Schule und es hat sich schon in der ersten Stunde so angefühlt, als wären nie Ferien gewesen. Donnerstag und Freitag war ich total fertig nach der Schule, es ist einfach so unglaublich anstrengend wieder unter Menschen zu sein und auf alles zu achten, was man tut. Es ist schrecklich, wieder dem Druck ausgesetzt zu sein, im Unterricht mitzumachen und sich auf all das zu konzentrieren. Es ist schwer genug, morgens aufzustehen, momentan fällt mir alles schwer, was aus dem Bett zu kommen beinhaltet. Freitag Abend habe ich mich mit ein paar Mädchen aus meiner alten Klasse, bzw meinem alten Freundeskreis getroffen und wir waren Pommes essen. Es war wirklich ganz nett, aber ich bin nach knapp 3 Stunden wieder gefahren, denn es wurde mit der Zeit immer anstrengender mit ihnen zu reden und die ganze Zeit zu lachen. Außerdem musste ich am Samstag früh raus, da wir in Rheinberg eine Kaninchenausstellung hatten. Es war wie immer langweilig und die Menschen haben mich angekotzt. Sonntag habe ich viel im Bett gegammelt und was an meiner Abiturmappe gearbeitet. Das ist nämlich in den letzten Tagen ein Mittel, auf das ich zurückgreife, wenn ich mich ablenken muss. In diese Mappe habe ich schon in den Herbstferien alle wichtigen Blätter aus der Oberstufe von meinen Abiturfächern geheftet und in den Weihnachtsferien habe ich angefangen meine Lernzettel zu ergänzen und alles zu wiederholen. Mit Bio und Mathe bin ich so gut wie fertig. Mathe habe ich sogar bis auf das was wir im Unterricht noch nicht hatten ferig und in Bio muss ich noch einen Unterpunkt erarbeiten, dann bin ich auch damit fertig. Als nächstes mache ich Päda und dann Englisch und wenn ich alles zusammengetragen habe, tippe ich alles schön strukturiert auf dem Laptop ab, damit ich ab den Osterferien voll mit lernen durchstarten kann. In den nächsten drei Wochen will ich alles soweit ferig kriegen, mich dann auf die Vorabiklausuren konzentrieren und anschließend die letzten Themen ergänzen, die wir bis dahin hoffentlich erarbeitet haben.
Naja, soviel zu meinen guten Vorsätzen meinem Abi gegenüber. Gestern war dann auch ein nicht ganz so angenehmer Tag. Abends hatte ich Stress mit meinem Freund. Ich war sauer. Warum? Weil er noch immer nicht ganz gesund ist, aber trotzdem im Sportunterricht voll mitgemacht hat, woraufhin er abends wieder 38 Grad Fieber hatte. Wäre es das erste Mal gewesen, wäre das ja nicht so schlimm. Aber ich rate ihm ständig irgendwas zu tun, er hört nicht darauf und ist anschließend wieder wehleidig, wenn es ihm wieder schlechter geht. Das ging von "Zieh dir eine Jacke an" über "Geh zum Arzt" bis "Mach noch nicht beim Sport mit". Jedes Mal macht er doch was er will und dann geht es ihm wieder schlechter und er sagt, dass er beim nächsten Mal auf mich hört. Tut er aber nie. Deshalb war ich gestern dann etwas angepisst. Über den Abend bin ich immer anepisster geworden, weil er erst wieder keinen Appetit hatte, er sich dann hinlegen musste und mir um halb 10 mit schlafengehen kam. Ich bin dann einfach richtig sauer geworden, weil er es selbst Schuld ist, dass es ihm wieder so schlecht ging und er sich dann nicht so anstellen soll. Keine Ahnung, auf jeden Fall war ich übelst angepisst. Gestern Abend hatte ich zudem wieder Suizidgedanken. Ich hatte meinem Freund versprochen ihm dann Bescheid zu sagen, aber ich war zu sauer um mit ihm zu reden, also bin ich irgendwann einfach mit meinen Rasierklingen ins Bad gegangen. Ich hätte mir gerne einfach direkt die Pulsader zerfetzt, habe aber erstmal angefangen, meine Hüfte zu zerschneiden. Dann kam mein Freund rein. Er wollte wissen, ob ich Selbstmordgedanken habe. Ich habe ja gesagt, daraufhin hat er sich geweigert das Bad zu verlassen, ich wollte aber auch nicht weitermachen, wenn er dort ist. Also habe ich die Klinge ins Waschbecken geworfen und wir haben uns angeschwiegen. Irgendwann hat er dann gesagt, dass er immer wusste, er würde irgendwann nicht mehr Grund genug für mich sein würde zu bleiben. Das hat mich richtig getroffen. Natürlich ist er Grund genug! Und nur weil ich darüber nachdenke heißt es ja noch nicht, dass ich es auch mache. Er hat viel geweint und ich hatte viel schlechtes Gewissen. Letzendlich haben wir uns versöhnt und sind schlafen gegangen, doch heute ging es mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich will nicht, dass mein Freund denkt, er sei nicht genug, denn das stimmt nicht. Er ist heute auch ziemlich in sich gekehrt und ich weiß, das ich das Schuld bin, weil ich ihn total überfordere. Ich meine, ich will nicht so sein wie ich bin und ich bin selbst überfordert und ich wünschte, er könnte mit einer normalen Freundin ein normales Leben führen und ich hasse mich dafür, dass ich ihm das antue und ihn in so ein Leben reingezogen habe. Ich will nicht, dass er traurig ist, aber ich bin oft genug der Grund dafür, dass er weint. Ich verhalte mich immer falsch und sage Dinge, die ich nicht sagen will und ich tue ihm einfach nicht gut und ich bin mir sicher, dass ich sein Untergang bin. Manchmal denke ich, dass er Bella ist und ich Edward. Wir haben so unterschiedliche Leben geführt und dann habe ich ihm meine Welt gezeigt. Ich tue ihm ständig nur weh, aber wir können auch nicht ohne den anderen. Und deshalb weiß ich, dass ein Versuch meinerseits, aus seinem Leben zu verschwinden, ihn noch mehr zerstören würde, so wie Bella sich immer mehr zerstört hat, als Edward sie in ihr normales Leben zurückgeschickt hat, indem er, obwohl es ihm unendlich schwer fiel, aus ihrem Leben verschwunden ist. Also ist alles, was ich machen kann, versuchen, mich besser zu verhalten und mein Handeln besser zu überdenken, bevor ich ihn schon wieder so traurig mache....
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