Freitag, 28. Oktober 2016

Hallo zusammen. Dieser Post ist in mehreren Etappen entstanden, da ich kein Internet hatte, um irgendwas hochzuladen. Der Post ist sehr lang, wer keine Lust hat, alles zu lesen, der kann sich auch einfach nur den letzten Abschnitt durchlesen, da habe ich das wichtigste noch mal zusammengefasst. Zur Erinnerung: Ich studiere jetzt seit 3 Wochen in Bonn und wohne seitdem auch mit meinem Freund zusammen ;)
Hallo zusammen. Also ich würde euch ja wirklich gerne sagen, dass meine erste Woche in Bonn super lief und dass es echt toll hier ist. Aber die Wahrheit ist leider gerade, dass alles schief läuft, was nur schief laufen kann. Der Umzug an sich am Sonntag war nicht das Problem, wir haben es geschafft all unsere Sachen in Papas Sprinter und das Privatauto zu stopfen, von Svens Mutter haben wir schon erstes Geschirr bekommen und sogar Svens Stiefmutter ist zu uns nach Bonn gekommen und hat Sachen mitgebracht wie Putzzeug, einen Sessel und einen kleinen Tisch. Wir haben alle zusammen alles hoch getragen, aufgebaut und teilweise sogar schon eingerichtet. Klar, der Abschied war nicht so toll, aber welcher Abschied ist das schon? Der von Sven und seiner Mutter war sehr tränenreich,  der von mir und meinem Vater nicht. Wir sind noch zusammen was essen gegangen und dann haben wir uns umarmt, er hat gesagt, dass ich mich melden soll, wenn was ist, wir haben uns erneut umarmt und dann ist er gefahren. Es tat mir schrecklich Leid für ihn, dass er so traurig war, das tat es wirklich und nachdem ich die letzten 2 Jahre eigentlich nur noch so schnell wie möglich ausziehen wollte, war ich doch sehr überrascht, wie weh mir der Abschied am Ende tat. Ich hätte sogar fast geweint. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich mich hauptsächlich mies gefühlt habe, weil sich alle anderen so mies fühlten. Schließlich war ich diejenige, die unbedingt nach Bonn wollte. Wegen mir waren alle unglücklich und mussten (fast) weinen.
Aber ja, jetzt sind wir hier. Heute ist schon Freitag, die erste Uniwoche ist so gut wie vorbei. Meinem Freund erging es an der Uni in dieser Woche nicht so gut. Am ersten Tag waren nämlich alle Lehramtsstudenten im ersten Semester zusammen versammelt und kannten sich anscheinend alle schon, mein Freund stand alleine rum und war zu nervös, um jemanden anzusprechen. Außerdem hat er im Laufe der Woche so gut wie keine sinnvollen Informationen dazu bekommen, wie er seinen Stundenplan erstellen soll. Naja, wie auch, er hatte an den meisten Tagen nur zwei Stunden Uni und heute gar nicht.
Bei mir lief es ganz anders. Ich habe mich ja für Biologie und Physik eingeschrieben. Aus organisatorischen Gründen bin ich Montag Morgen zur Bio-Einführung gegangen. Da habe ich auch tatsächlich ein paar Mädels gefunden, mit denen ich mich gut verstanden habe. Allerdings hat sich im Laufe der Woche herausgestellt, dass sich meine Vorlesungen für Physik und Biologie IMMER überschneiden. Also habe ich mich dazu entschieden, erstmal doch nur Physik zu machen. Donnerstag bin ich dann zu den Einführungsveranstaltungen von Physik gegangen. Nachdem ich mich bei den Biologen richtig wohl gefühlt habe, war ich bei den Physikern sehr einsam. Die sahen alle schon wie so überdurchschnittlich intelligente Nerds aus und hatten entweder schon ihre Grüppchen gebildet oder waren offensichtlich Einzelgänger. Aber als der Prof dann seinen Vortrag begonnen hatte, habe ich mich direkt besser gefühlt. Der hat wenigstens von was geredet, wovon ich Ahnung habe: Astronomie. Der Grund, weshalb ich überhaupt an dieser Uni bin.

So, diesen ersten Abschnitt habe ich vor 2 Wochen, am 14.10. also dem Ende meiner Einführungswoche geschrieben. Ich konnte es allerdings nicht hochladen, da wir in unserer Wohnung noch immer kein Internet haben. Dann kam das erste Wochenende. Svens Mutter ist ins Krankenhaus gekommen und wir waren immer mittags bei ihr und abends bei Papa und ja, viel anderes konnten wir gar nicht machen. Dann begann die erste richtige Woche. An meinem ersten Tag hatte ich morgens um 8 Mathematik für Physiker und nachmittags noch Einführung in die Astronomie. In Astronomie habe ich mich super wohl gefühlt, ich bin gut mitgekommen und war voll in meinem Element. In Mathe war es ganz anders. Ich hatte nämlich keinen Plan, wovon der Typ da gesprochen hat. Dienstag hatte ich dann morgens auch wieder Mathe, da sah es ähnlich aus, wie am Tag davor. Da habe ich aber tatsächlich ein Mädchen getroffen, das sich mit mir unterhalten hat und ganz nett war. Nach der Vorlesung hat sie mir und einem anderen Jungen aus unserem Kurs etwas zu den Aufgaben erklärt. Der Junge war komisch, aber das Mädchen war wirklich nett. Mittwoch hatte ich dann die erste Physik-Vorlesung. Das erste Thema ist Mechanik und Wärmelehre. Das Modul hat mein Freund sogar mit mir zusammen. Also sind wir zusammen zur Uni gegangen, dort hat er mir seinen Kumpel Servan vorgestellt, der auch Physik und Philosophie auf Lehramt studiert. Der war echt nett und angenehm…normal. Und in Physik bin ich sogar mitgekommen! Dann hätte ich nachmittags eigentlich noch EDV gehabt, ich war allerdings im falschen Gebäude und habe die halbe Vorlesung verpasst. Naja, war aber auch nichts allzu wichtiges. Donnerstag dann wieder Mathe, Freitag Physik und dann war die erste richtige Woche durch. Es war noch recht entspannt, weil ich ja noch keine Übungen oder Tutorien hatte. Allerdings musste ich schon Mathe-Aufgaben machen. Die habe ich mir natürlich schon aufs Wochenende aufgeschoben. Das Wochenende sah wieder ähnlich aus, wie das Wochenende zuvor, da Svens Mutter noch immer im Krankenhaus lag, nur dass ich dazu noch Matheaufgaben machen musste und die hatten es in sich. Die letzten Sachen habe ich Sonntag Abend noch gemacht und musste die Sachen Montag Morgen abgeben. Mein Montag sah dann wieder genauso aus wie der letzte. Dienstag hatte ich dann zusätzlich noch ein Tutorium in Astronomie. Dort haben wir Aufgaben geübt, die ich alle nicht konnte. Weil es exakt die Sachen waren, die man eigentlich in Mathe gehabt haben sollte, die mein Lehrer aber weggelassen hat: Logarithmen, Sinusfunktionen, Vektoren… Tja, das muss ich irgendwie alles noch nachholen.  Am Mittwoch musste ich dann alleine zur Physikvorlesung, weil mein Freund zur gleichen Zeit ein Philo-Tutorium hatte, also habe ich mich zu seinem Kumpel gesetzt und wir haben zusammen unter den ganzen überintelligenten Nerds nichts verstanden. Es ist immer besser zusammen keinen Plan zu haben als alleine. Mittags bin ich dann sogar pünktlich zu meiner EDV Vorlesung gekommen und danach hatte ich noch Mathe Übung. Da haben wir unsere Übungen zurückbekommen. In den Übungen muss man insgesamt min. 50% der Punkte erziehlen, ich hatte 12,5 von 20 Punkten, also hatte ich mehr als 20%, ich war so stolz auf mich. Man hätte sogar noch 5 Zusatzpunkte bekommen können und in der Schulzeit wäre ich mit allem unter 18 Punkten äußerst unzufrieden gewesen, aber in dem Moment habe ich mich so gefreut, dass ich nicht schon in der ersten Übung ins Minus gerate. Am Donnerstag habe ich in Mathe noch einen anderen Typen kennengelernt, dessen Namen ich aber leider wieder vergessen habe, nach der Stunde hat Servan mir noch ein paar Tipps für meine Physik-Übungen gegeben, die muss ich nämlich auch immer freitags abgeben und ich hatte auch da mal wieder keinen Plan, was ich machen muss. Aber nach seinen Tipps habe ich mich abends noch stundenlang davor geklemmt und am Ende konnte ich 24 von 28 Punkten eintragen. In Physik brauche ich allerdings 60% der Punkte und muss 2 Aufgaben vorrechnen. Naja, aber dank Svens Kumpel konnte ich glaube ich noch ne ganze Menge Punkte mehr abstauben. Sonst hatte ich am Donnerstag noch EDV- und Physik-Übung. Beides war recht langweilig. Freitag, also heute, habe ich erstmal meine Übungsaufgaben abgegeben, hatte zum Glück nur bis 10 Uni, bin dann nach hause gefahren. Dort habe ich erstmal was gegessen und hab mir mit meinem Freund n Joint durchgezogen (wie die letzten 2 Wochen fast jeden Abend, damit ich mal was runterkommen kann). Ich habe versucht Sims zu spielen, aber nachdem mein Pc innerhalb von ner halben Stunde 3 Mal abgekackt ist, hatte ich keinen Bock mehr und habe meine EDV-Übung fertig gestellt. Dann habe ich gepackt, mir meinen Freund geschnappt, die Bahnverbindung rausgesucht und auf den Weg nach hause gemacht. Zu hause waren wir dann so um halb 8. Eigentlich wollte ich noch zum Friedhof gegangen sein, weil meine Mutter heute Geburtstag gehabt hätte, aber ich habe es einfach nicht mehr geschafft. Ich fühle mich echt mies deswegen, ich hab mich schon den ganzen Tag schlecht gefühlt, aber jetzt war ich nicht mal auf dem Friedhof…

Naja, okay, hier gibt es dann jetzt mal kurz noch mal eine schnelle Zusammenfassung: In der Einführungswoche in Bio habe ich super nette Mädels kennengelernt, musste Bio dann aber aufgrund von zu vielen Überschneidungen im Stundenplan doch unbelegt lassen, in Physik hatte ich erstmal niemanden (zu meinen Bio Freunden habe ich trotzdem noch Kontakt). Mittlerweile habe ich in Physik aber auch eine Freundin und den Lehramtskollegen von Sven, mit denen ich rede/zusammensitze/alles mache was die Uni betrifft. Wir haben noch kein Internet, deswegen habe ich mich noch nicht gemeldet und Svens Mutter war bis gestern im Krankenhaus, deshalb kam ich auch die letzten Wochenende nicht zum bloggen. Mit dem mathematischen Anteil bin ich ziemlich überfordert und muss echt viel nachholen, weil meine Schule scheiße war. Heute ist der Geburtstag meiner Mutter, was mich recht traurig stimmt, da es scheiße ist, dass sie ihren 53. Geburtstag nicht mehr erleben kann und ich es außerdem nicht geschafft habe, zum Friedhof zu gehen. Achja und das alleine Wohnen ist super geil, ich fühle mich echt wohl in unserer Wohnung (ich kann sogar schlafen!) und finde mich auch langsam in der Stadt zurecht. Nur seit die Schule am Montag wieder losgeht, sind die Bahnen morgens richtig überfüllt, was am Montag bei mir erstmal eine Panikattacke ausgelöst hat.

Gut, ich versuche mich sobald es geht wieder zu melden, aber das hier sollte hoffentlich erstmal reichen, damit ihr einen Eindruck von meinem neuen Leben bekommt. Es wird eine Menge Arbeit, aber ich will dieses neue Leben auch wirklich leben und es durchhalten. Euch wünsche ich ein schönes Wochenende, bis dann!

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