Dienstag, 8. August 2017
Hallo ihr Lieben, wie versprochen melde ich mich nach Mathe. Gestern war die Klausur, heute war Einsicht, ich habe bestanden, zwar nur mit einer 4,0, aber bestanden, das war mein Ziel. Ich freue mich natürlich riesig, auch wenn man sich über eine 4 eigentlich nicht freuen sollte, aber mir war es nur wichtig zu bestehen. Das heißt nämlich, dass ich mich jetzt voll auf Experimentalphysik konzentrieren kann, vielleicht schaffe ich es ja dann in der Nachklausur, auch das zu besten, dann müsste ich für dieses Semester nur theoretische Physik nachholen. Nach der Klausur habe ich erstmal die erste Mangaserie von Sven gelesen, Blood C, war aber nicht ganz mein Ding. Heute habe ich dann My Girlfriend is a Fiction gelesen, das hat mir schon etwas besser gefallen. Mal schauen, was ich in den nächsten Tagen noch so alles lesen werde. Nachdem Sven und ich Assasination Classroom beendet haben, gucken wir jetzt Akame ga Kill (oder so), auch ein ganz guter Anime. Und obwohl eigentlich alles super sein sollte, ist es das natürlich nicht. Ich habe keine Ahnung, was schon wieder mit mir los ist. Ich weiß gar nichts mit mir anzufangen, habe auf nichts Lust. Ich will eigentlich nur im Bett liegen bleiben. Das lesen hat mir keinen Spaß gemacht, Sims spielen macht mir auch keinen Spaß, sobald ich etwas gucke und ein Charakter stirbt, fange ich an zu heulen, selbst, wenn ich den Charakter nicht mal mochte. Ich verstehe mich gerade selbst nicht. Es müsste mir super gehen! Ich habe Mathe bestanden, alle Klausuren fürs erste hinter mir, habe jetzt Ferien und kann endlich mal wieder alles machen, was ich will, worauf ich während des Semesters verzichtet habe, aber ich habe keine Lust irgendwas davon zu machen. Ich denke momentan viel darüber nach, was für ein Mensch ich eigentlich bin, bzw. was für einer ich gerne wäre. Ich versuche so zu sein, wie ich gerne wäre, aber naja, das wirkt einfach nur gespielt, ich meine, das ist es ja schließlich auch. Ich stelle mir vor dass ich, wenn ich einfach nur rund um die Uhr auf mein Verhalten mache, nichts tue, ohne darüber nachzudenken, dass ich dann irgendwann so wäre wie ich es will, aber dann sehe ich, was für ein Haufen Arbeit das ist. Das würde ich nie schaffen, ich bin nicht so beherrscht und kann in jeder Situation erstmal darüber nachdenken, wie ich darauf reagieren soll, ich habe meine eigenen Emotionen nicht im Griff, wenn mich etwas richtig sauer macht oder mir nicht in den Kram passt, dann fällt es mir schwer, das zu verbergen (was zum Beispiel etwas ist, was ich gerne ändern würde). Ich finde es sehr bewundernswert, wenn jemand sich selbst permanent im Griff hat, die Kontrolle nicht verliert, so wäre ich auch gerne. Aber was rede ich da, ich bin jawohl eigentlich aus dem Alter raus in dem man es nötig hat, anderen Leuten etwas vorzumachen. In 2 Monaten werde ich 21, dann darf ich sogar ins Casino gehen :D. Nicht dass ich das wollen würde, aber ich könnte. Oh man, ich frage mich, wo die letzten 10 Jahre geblieben sind. Oder zumindest die letzten 5. War ich nicht vor ein paar Tagen erst alt genug, um mir selbst Alkohol zu kaufen? Und seit wann muss ich eigentlich was für Klausuren tun? Wann habe ich angefangen, mich über eine verdammte 4 zu freuen? Seit 10 Monaten wohne ich jetzt schon in Bonn, es kommt mir vor, als wäre ich gestern erst hier hin gezogen. Wann habe ich eigentlich angefangen, mich in einer Stadt auszukennen? Wie kann es ein, dass ich jemandem "meine" Stadt zeigen kann, ich kenne mich doch nirgendwo aus! So, also ihr merkt selbst, ich bin gerade in irgendeiner Krise...Und dann ist ja jetzt auch noch das zweite Semester rum. Jetzt verändert sich wieder alles. Servan ist schon weg, Casandra hat jetzt auch aufgehört. Lukas hat auch noch keine Prüfung bestanden, er hört wahrscheinlich auch auf. Das heißt, wenn im Oktober das dritte Semester startet, bin ich wieder alleine. Ich will nicht wieder alleine sein. Aber alle Leute, mit denen ich mich angefreundet habe hören entweder auf oder sind in einem höheren Semester als ich. Ich will nicht wieder ganz alleine einen Hörsaal suchen müssen, oder die einzige sein, die in der Übungsgruppe keinen Partner hat. Das ist doch scheiße, warum hören ausgerechnet alle Leute auf zu studieren, mit denen ich was zu tun hatte? Noch so etwas, was ich an mir selbst absolut ätzend finde. Ich hab solche Angst vor Menschen, ich bekomme jetzt schon Bauchschmerzen bei dem Gedanken daran, im Oktober wieder zur Uni zu müssen. Ich möchte mich nicht immer so hilflos fühlen, aber ich habe solche Angst vor Zurückweisung. Wenn es nur um meine körperliche Unversehrtheit gehen würde kein Problem, ich bin gut darin, Leuten auf die Fresse zu hauen, ich habe keine Angst davor, dass mich jemand körperlich verletzten könnte..das kann man nämlich kaum. Aber jeder andere Kontakt zu Menschen, der über "meine Faust trifft dein Gesicht" hinausgeht, fällt mir so unglaublich schwer. Und ich schaffe es nicht, das zu ändern, ich wüsste nicht, wie das gehen soll, was ich dafür machen muss. Mich einfach überwinden? Ich habe das Gefühl, je öfter ich das mache, desto schwerer fällt es mir, mich beim nächsten Mal wieder zu überwinden, es wird immer nur schlimmer, nie besser. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass mein Leben jemals anders sein wird. Es ist jetzt schon so lange so. Ich kann mir meine Zukunft nicht vorstellen. Ich glaube nicht, dass ich irgendwann gut genug bin, um mein Studium abzuschließen. Ich glaube nicht, dass ich meine Ängste irgendwann soweit im Griff habe, dass ich Bewerbungsgespräche führen und einen Job finden kann. Und ich glaube, dass ist momentan auch mein Problem. Dass ich selbst nicht an meine Zukunft glauben kann, dass ich nicht bereit bin mich anzustrengen, damit es vielleicht irgendwann besser wird. Vielleicht wäre es ein Anfang, sich nicht mehr im Bett zu verkriechen, wenn ich diesen riesigen Berg voller Arbeit und Überwindung vor mir sehe...
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