Samstag, 20. Oktober 2018

Hallo meine Lieben! Die Woche war unendlich lang und dennoch super schnell vorbei. Am Montag hatte ich ja mein Vorstellungsgespräch. Tatsächlich konnte ich in der Nacht vorher ganz gut schlafen. Das Gespräch selbst hat gerade mal 20 Minuten gedauert. Es wurde nichts besonderes gefragt, ich sollte was über meine bisherige Laufbahn erzählen, wieso ich Krankenpflegerin werden möchte und durfte zum Schluss selbst Fragen stellen und das wars dann auch schon. Ich hatte danach weder ein sonderlich schlechtes, noch ein sonderlich gutes Gefühl. Manche Sachen hätte ich besser machen können, aber im großen und ganzen war es denke ich ganz okay. Am Donnerstag und Freitag durfte ich in der Klinik Probearbeiten. Donnerstag war ich auf der allgemeinen Psychiatrie für  ältere Erwachsene. Dort hat es mir richtig gut gefallen, ich durfte schon einiges mit machen und habe vom Stationsleiter ein positives Feedback bekommen. Gestern war ich dann in der Gerontopsychiatrie. Also eine geschlossene Station, hauptsächlich für Demenzkranke. Dort war es weniger wie in einer Psychiatrie, sondern mehr wie ein Altenheim. Es war schwierig für mich, mich dort gut einzubringen. Naja, ich durfte auch nicht wirklich viel machen, ich habe examinierten Pflegerinnen zugesehen, Handtücher und Pflaster angereicht und beim Mittagessen geholfen. Auf der Station hatte ich gemischte Gefühle, trotzdem bin ich glücklich, schon viele Eindrücke sammeln zu können. Es hat mir auch die Angst vor dem bevorstehenden Praktikum genommen, weil ich weiß, dass ich mich nützlich machen und mit den Patienten umgehen kann. Dennoch muss ich zugeben, dass die Gerontopsychiatrie nichts ist, wo ich fest angestellt sein möchte.
Oh, aber ich habe Dienstag und Mittwoch übersprungen. Naja, an den Tagen war ich damit beschäftigt einen Nervenzusammenbruch zu haben, weil mich alles ein wenig überfordert hat. Ich hatte richtig Schiss vor der Hospitation, musste noch andere Termine vereinbaren, was am Anfang nicht ganz so geklappt hat, wie ich das wollte und keine Ahnung, ich war ein wenig sehr suizidal in diesen Tagen. Aber nachdem ich am Donnerstag erstmal in der Klinik angekommen war ging es mir besser. Ich bin immernoch ziemlich angespannt im Moment, aber im Vergleich zu vor ein paar Tagen lässt es sich gerade ziemlich gut aushalten.
Heute Abend feiert ein Bekannter in seinen Geburtstag rein, da werden Sven und ich mit meinem Vater mal vorbei schauen. Ich habe mir aber fest vorgenommen, nicht mehr als ein paar Bier zu trinken. Ich bin noch nicht wieder stabil genug um mich zu besaufen denke ich. Denn trotz meines emotionalen Ausnahmezustands in letzter Zeit habe ich es geschafft auf Selbstverletzung zu verzichten. Mittlerweile mehr als ein halbes Jahr. Und ich will, dass das so bleibt, also muss ich auf mich Acht geben, was ich nicht kann, wenn ich mich zuknalle. Außerdem habe ich Sven versprochen ihm nicht ins Auto zu kotzen. Er hat nämlich jetzt ein eigenes Auto, mega geil, oder? Sein  Opa hat sich ein neues gekauft, das alte hat Svens Tante bekommen und Sven hat das alte von ihr bekommen. Jetzt haben wir also immerhin schonmal ein eigenes Auto. Nun muss nur noch eine neue Wohnung her. Beziehungsweise um die Alte müssen wir uns mal langsam kümmern. Wir haben zwar noch einen Monat, aber da ich im November arbeiten muss und meine Schichten noch nicht kenne, will ich alles vorher erledigt haben. Deshalb werde ich nächste Woche nochmal nen Tag nach Bonn fahren und alle Sachen zusammenpacken, sodass mein Vater nur noch zum Transport kommen muss. Dann muss noch gestrichen und geputzt werden und schon sind wir fertig. Dann mache ich am Dienstag beim Gesundheitsamt noch eine Hygienebelehrung und am Freitag muss ich zu meinem Hausarzt um mir bescheinigen zu lassen, dass ich als Pflegerin arbeiten kann. Was ein Stress. Naja, aber ich muss zugeben, es hat sich gut angefühlt, produktiv zu sein und was sinnvolles zu machen. Es war nur schwierig mit meinem Vater, weil er ja so Pokemon süchtig ist und immer abends noch ne Runde gehen und spielen will. Das ist nur leider einfach nicht drin wenn ich selbst arbeite. Ist ja schön, dass er nach der Arbeit nichts besseres zu tun hat, als den restlichen Abend am Handy zu spielen. Aber ich war froh, wenn ich mich nochmal für 1-2 Stündchen mit Sven treffen konnte, Zeit zum essen hatte und dann früh ins Bett gehen konnte, weil ich es verdammt anstrengend finde von 7 bis halb 5 aus dem Haus zu sein. Aber naja, ich hoffe der hat sich schonmal an den Gedanken gewöhnt, dass ich während es Praktikums nichts anderes als arbeiten essen und schlafen machen werde, sonst bekommen wir ganz schnell ein Problem miteinander. Aber ich hoffe einfach mal, dass das nicht der Fall sein wird.
So, mein Vater ist nun auch zu hause und bedarf meiner Aufmerksamkeit, nachdem er zwei Tage lang so gut wie nichts von mir hatte. Deshalb verabschiede ich mich an dieser Stelle. Euch noch ein schönes Wochenende, bis nächste Woche.

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