Freitag, 29. März 2019

Huhu ihr Lieben. Mist, jetzt sind es doch wieder zwei Wochen bis zu meinem nächsten Post geworden. Dabei hatte ich eigentlich Zeit ohne Ende, ich konnte mich nur nie dazu aufraffen irgendwas zu tun. Naja, gehen wir mal chronologisch durch, was in den zwei Wochen so alles passiert ist. Vor zwei Wochen war Sven bei mir, da wir ja noch ein paar Sachen austauschen mussten. Er ist ne Stunde geblieben und wir haben uns nett unterhalten, ich habe mich gefreut ihn zu sehen. Er fehlt mir immer noch sehr. Er hat zwar gesagt dass ich mich jederzeit bei ihm melden kann und dass er unsere Trennung langsam akzeptieren kann, dennoch möchte ich ihm nicht zu sehr auf die Pelle rücken wenn man das so sagen kann. Ich freue mich, dass er nun besser mit der Trennung zurecht kommt, aber es soll auch so bleiben und ich kann nicht einschätzen wie viel Kontakt er tolerieren kann, versteht ihr? Deshalb gebe ich ihm noch etwas mehr Zeit, bevor ich mich mal wieder bei ihm melde.
Als Sven weg war bin ich runter zu Franzi, für die Mathe Nachhilfe. Dann ist Alex abends wieder gekommen, ich habe für uns gekocht und bei ihm übernachtet. Samstag Abend waren wir zu einer Geburtstagsparty eingeladen. Alex ist ja im Schützenverein und im Moment auch im Königshaus, und da hat eine Dame ihren Geburtstag gefeiert. Zufälligerweise war es die Mutter eines ehemaligen Klassenkameraden von mir. Ich weiß nicht, ob ich Tim hier schonmal erwähnt habe, aber ich habe mich immer sehr gut mit ihm verstanden und mich sehr gefreut ihn mal wieder zu sehen. An diesem Abend haben wir ordentlich getrunken, obwohl es nur 500 Meter bis zu mir nachhause waren, war der Heimweg echt ein Kampf. Alex ist mit zu mir gekommen, weil es zu ihm deutlich weiter gewesen wäre. Ab diesem Zeitpunkt fehlen mir ein oder zwei Stunden, ich weiß auf jeden Fall nicht mehr wie ich an diesem Abend ins Bett gekommen bin. Aber immerhin musste ich nicht kotzen. Die folgende Woche war schon wieder nicht so angenehm, weil Alex jeden Tag bis 18 Uhr in der Firma bleiben sollte. Darauf war ich nicht vorbereitet und dementsprechend hat sich diese Information für mich wie ein Weltuntergang angefühlt. Wir haben uns abends trotzdem gesehen, er ist immer direkt nach der Arbeit zu mir gekommen, aber so prickelnd war das dennoch nicht. Am Mittwoch war ich dann mit den Nerven komplett am Ende, da hat Alex mich überrascht und zwei Stunden früher Schluss gemacht, wodurch es mir gleich besser ging. Auch am Freitag hat er eine Stunde eher Schluss gemacht, ich war gerade auf dem Friedhof und habe Mamas Grab sauber gemacht und auf einmal stand er vor mir. Abends hat er dann wieder bei mir geschlafen. Das war zwar nicht geplant, aber er ist beim kuscheln eingeschlafen und hat nichts mehr mitbekommen, also habe ich ihn schlafen lassen. Außerdem war das einfach zuckersüß. Am nächsten Morgen haben wir mit meinem Vater gefrühstückt, was meinem Vater aber glaube ich ganz gut gefallen hat. Und Alex anscheinend auch. Ich fand es irgendwie merkwürdig, aber auch irgendwie cool mit den beiden am Frühstückstisch zu sitzen und Kaffee zu trinken.
Am Montag hätte Alex eigentlich schon wieder bis 18 Uhr arbeiten sollen, aber da er Dienstag auf Montage gefahren ist, hat er drauf geschissen und normal Feierabend gemacht. Ich habe den Abend natürlich bei ihm verbracht und war super down, dass er auf diese Montage musste. Ich wollte nicht schlafen gehen weil ich nicht wollte dass Dienstag wird. Ich habe die ganze Zeit gehofft, dass Alex die Montage absagen würde. Als ich vor ca 2 Monaten erfahren habe, dass er Ende März 6 Tage nach Hannover soll, habe ich ihm gesagt wie furchtbar es für mich wäre, wenn er in der letzten Woche vor meinem Ausbildungsbeginn nicht da wäre. Dass ich ihn dann brauchen würde. Und das will bei mir schon was heißen, wenn ich das einem Menschen so direkt sage. Ich bin kein Mensch der sich selbst gut eingestehen kann, dass er etwas nicht alleine kann, Hilfe braucht oder sowas. Und anderen Menschen gestehe ich sowas erst recht nicht. Aber trotzdem hat es nichts gebracht. Er ist am Dienstag Morgen aufgebrochen. Hat mich vorher noch heim gefahren und musste mich quasi aus dem Auto schmeißen. Ich habe den ganzen Morgen damit verbracht zu heulen. Habe bei ihm im Bett geweint, mich auf die Couch gesetzt und dort weiter geheult. Die Autofahrt über. Bin wie benommen zu meiner Haustüre getrokelt und habe mich auf mein Sofa gesetzt und weitere zwei Stunden geheult. Es tat alles weh. Ich habe mich alleine gelassen gefühlt, war komplett überfordert und zwar mit allem. Ich wollte mich schneiden, oder Drogen nehmen, oder mir meinetwegen auch einfach nur die Kugel geben, egal, Hauptsache irgendwas, wodurch ich mich besser fühle. Oder eben gar nichts mehr fühle. Ich habe nichts dergleichen gemacht. Was vielleicht auch einfach daran lag, dass ich mich gefühlt habe, als würde mein Inneres auseinander gerissen werden und ich kaum in der Lage war mich irgendwie zu bewegen. Es hat wirklich ewig gedauert, bis ich mich wieder gefangen hatte. Und je ruhiger ich wurde, desto mehr wollte ich meiner Existenz ein Ende setzten. Ich wollte mich nie wieder so fühlen müssen. Die letzte Woche und ebenso die kommende Woche, in der ich meine Ausbildung beginnen werde, überfordern mich komplett und ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mich irgendwann wieder besser fühlen werde. Ich habe einfach Angst, dass ich neben der Arbeit für gar nichts mehr Zeit haben werde, ich fühle mich dem nicht gewachsen. Und ja, ich weiß, dass ich momentan wieder alles nur schwarz sehe und einen Weltuntergang fühle, wo gar keiner ist, aber hey, ich mache es jetzt mal wie alle anderen Menschen auch und rede mich mit meiner Krankheit raus. Borderliner sehen nur schwarz weiß. In meiner Welt gibt es keine Grautöne. Ich kann sie zumindest oft nicht sehen. Und ich möchte eigentlich kein Mensch sein, der seine Krankheit als Entschuldigung für sein Verhalten und seine Gefühle nutzt, aber manchmal muss ich mein Umfeld eben mal daran erinnern, dass ich trotz allem eben doch krank bin und ich auch wenn es nicht so scheint, davon sehr in meinem Alltag beeinflusst bin. Manche Dinge kann ich nicht wie ein gesunder Mensch ohne Probleme machen, ich fühle nicht wie ein normaler, gesunder Mensch und verdammt nochmal, wenn ich nicht achtgebe dann kann diese Krankheit tödlich sein für mich.
Alles klar, ich bin ein bisschen abgeschwiffen und dabei vielleicht auch ein kleines bisschen sauer geworden. Also dann, meine Suizidalität ist also immer mehr angestiegen, soweit so gut. Oder eben nicht, was weiß ich. Und seit gestern scheiße ich mir richtig in die Hose wegen dem Ausbildungsbeginn. Ich weiß überhaupt nicht welches Wort ich dafür verwenden soll, sie erscheinen alle nicht 100%ig passend. Ängstlich. Panisch. Nervös. Aufgeregt. Keine Ahnung. Ist auf jeden Fall kein angehemnes Gefühl und ich drehe innerlich ein bisschen am Rad. Stehe neben mir. Die kleinste Kleinigkeit bringt mich schon dazu richtig aufzurasten. Ich kriege aus dem nichts heraus Panikattacken. Alles in allem fühle ich mich reif für die Klapse. Nur eben nicht in dem Sinne in dem ich am Montag bereit sein sollte, die Psychiatrie zu betreten.
Und dieser Post ist schon wieder viel zu lang und wenn ich ihn das nächste Mal vor dem bloggen lesen werde, werde ich bestimmt das kotzen wegen dieser Jammerei bekommen. Deshalb beende ich dieses Trauerspiel hier. Ich hoffe ich komme bald dazu etwas über meine Ausbildung zu berichten. Oder generell mal hören zu lassen ob ich tatsächlich noch bis dahin überlebt habe. Drückt mir am Montag die Daumen, dass alles gut geht und ich mich vollkommen umsonst verrückt mache! Ich wünsche euch einen guten Start ins Wochenende, genießt das schöne Wetter! Bis dann.

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