Sonntag, 28. April 2019

Guten Morgen ihr Lieben! Leider finde ich erst jetzt die Zeit wieder zu bloggen, aber eigentlich kann ich auch nicht allzu viel Spannendes erzählen. Ich fange einfach mal chronologisch an.
Der Abend mit Charis war super, es hat mich riesig gefreut sie zu sehen. Allerdings haben wir in der Rockschicht Sven und seine Freunde getroffen, das war wirklich komisch. Von ihnen haben wir nur eine Eiszeit gespürt, von Sven aber immerhin ein Hallo bekommen. Ich wusste nicht, wie ich mich verhalten sollte. Eigentlich wäre ich furchtbar gerne zu Sven gegangen und hätte mich mit ihm unterhalten. Aber er hat mir erzählt was seine Freunde von mir halten, außerdem klebte Jill ihm die ganze Zeit am Arsch. Also sind Charis und ich für uns geblieben. Die nächsten Tage sind recht unspektakulär, Sonntag war ich einfach nur müde und dann die Woche über hatte ich wieder Schule und da Anfang der dritten Schulwoche die ersten Klausuren anstanden, habe ich schonmal mit lernen angefangen. Inzwischen habe ich vier Klausuren geschrieben, drei davon sind ne eins geworden und die vierte habe ich noch nicht zurück. Läuft also ganz gut bisher. Ich finde den Stoff in der Schule immer noch angenehm und mit meinem Mitschülern komme ich ebenfalls immer noch gut aus. Und ich kenne jetzt meine ersten beiden Einsätze. Als erstes komme ich auf eine Suchtstation für 6 Wochen, und danach bin ich, nach dem zweiten Schulblock, auf einer allgemein psychiatrischen Station, die auf Depressionen spezialisiert ist. Ich bin wirklich zufrieden damit und ehrlich gesagt richtig froh, dass ich nicht auf die Geronto muss. Viele wollten da gerne hin und fanden die Station super, aber ich muss sagen, dass ich es dort echt furchtbar fand. Naja, zum Glück muss ich da ja nicht hin. Hmm dann kommt Ostern. Alex ist jeden Morgen zu mir und meinem Vater gekommen und hat mit uns gefrühstückt. Der dumme Sack war die ganze Woche vor Ostern krank geschrieben während ich zur Schule musste. Worst case und so. Über Ostern hatte er dann auch noch die Männergrippe und war ganz furchtbar wehleidig. Entsprechend haben wir nicht viel unternommen. Ostermontag waren wir dann morgens zum Frühstück eingeladen von seiner Familie. Ich war absolut begeistert wie ihr euch vorstellen könnt. Nach dem Frühstück durften die Kinder dann Eier suchen, es gab Mittagessen, Kaffee und Kuchen und dann war es das zum Glück. Während des Frühstücks und des Eier suchens war mein Freund viel zu wehleidig, um auch nur mit mir zu reden. Dann hat er die ganze Zeit mit den beschissenen Kindern gespielt. Komisch, das geht dann auf einmal. Ist klar. Wenn ich dann mal mit ihm reden wollte oder so, hat er mich ständig unterbrochen, weil irgendein dämliches Kind was dämliches gesagt hat. Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich diese Kinder dafür hasse. Irgendwann bin ich wütend und traurig raus gegangen und wollte in Ruhe eine rauchen, um runter zu kommen. Da kommen die Kinder mir eiskalt hinterher gerannt, ihnen Folge dann ihr Vater, der Onkel, der andere Onkel, also mein Freund und ich hatte wieder nicht meine Ruhe. Als Alex dann irgendwann auch mal aufgefallen ist, dass bei mir irgendwas nicht stimmt, hat er mich schon wieder unterbrochen, um seinen Neffen zu fragen, ob er ihm ein Buch vorlesen soll. Unfassbar. Ich bin wortlos aufgestanden, zu Alex nachhause gegangen, habe meine Klingen ausgepackt und mir erstmal 4 wunderschöne Schnitte verpasst. Als ich wieder zurück war habe ich eigentlich nur noch darauf gewartet, dass der Tag vorbei ist. Zwischendurch ist Alex dann auch einfach mal für ne halbe Stunde verschwunden. Einmal, um seine fucking Nichte zu trösten, weil die sauer war (bei mir ist das natürlich zu viel verlangt) und einmal ist er kurz rüber in seine Wohnung und hat dann ewig mit den Nachbarn geredet. Er weiß ganz genau dass ich nicht mit seiner Familie alleine sein mag, aber ALLES war offensichtlich immer wichtiger als ich. Das habe ich ihm dann abends auch erstmal um die Ohren geknallt, als wir endlich alleine waren. Und da keine scheiß Kinder um uns herum waren, die uns hätten unterbrechen können, hatten wir dann endlich Gelegenheit uns auszusprechen. Als dann alles geklärt war sind wir noch nach Brüggen ins Depot gefahren und haben auf einem Aussichtspunkt gechillt. Alex kannte das Depot allen Ernstes nicht. Das musste ja geändert werden.
Diese Woche war ich dann irgendwie immer sehr auf Krawall gebürstet. Ich habe Alex immer sofort alles um die Ohren gepfeffert, was mich gestört hat und ihm wegen allem möglichen ein schlechtes Gewissen zu machen. Ich hatte nach Ostern irgendwie das Gefühl, dass ich ihm das alles mal irgendwie verständlich machen muss, weil er offensichtlich überhaupt keinen Plan hat wie schlimm manche Sachen für mich sind. Das hat aber dazu geführt, dass er irgendwann genervt reagiert hat und erst Recht nicht mit mir über etwas geredet hat. Keine Ahnung, das ist seitdem irgendwie alles echt komisch. Ich will doch nur von ihm wahrgenommen werden, er soll sehen wie ich mich wann fühle, wann mich irgendwas verletzt oder traurig gemacht hat. Ich hab keinen Bock das immer nur runter zu schlucken, weil er sowas nicht bemerkt und ich mich nicht mitteilen kann. Deshalb war ich diesbezüglich eben sehr kommunikativ. Nur wie gesagt, ich bin schlecht im kommunizieren, also konnte ich ihm solche Sachen nicht normal sagen, sondern immer nur voll ins Gesicht klatschen. Hatte aber eben nicht die Wirkung, die ich mir erhofft hatte.
Ich habe mittlerweile sogar ein paar Therapeuten kontaktiert, weil ich eine Zeit lang echt gar nicht mehr klar kam und Alex mich quasi dazu gezwungen hat, was aber auch gut war. Denn alleine schon solche Sachen wie die nicht funktionierende Kommunikation und was damit zusammen hängt, das will ich ändern. Aber alle, die sich bisher zurück gemeldet haben, haben entweder Wartelisten von über einem Jahr oder die Wartelisten sind geschlossen, weil sie so lang sind. Das kann doch echt nicht sein, oder? Wenn ich mir vorstelle, noch ein Jahr so weitermachen zu müssen, das stehe ich nicht durch. Ich habe jetzt schon das Gefühl, dass ich auf Notstrom laufe, nur noch die relevanten Sachen mit Energie versorgt werden, weil ich es sonst nicht mehr aushalten würde. Es fühlt sich alles so unerträglich an, daran hat sich nichts geändert. Das will nur keiner sehen. Und ich versuche doch schon, auch auf Leute zuzugehen. Ich habe die Therapeuten kontaktiert. Und bekomme keine Hilfe, zumindest in den nächsten 12 Monaten nicht. Ich gehe auf meinen Freund zu und sage ihm, was ich empfinde und stoße auf keinerlei Verständnis. Muss ich denn wirklich noch den letzten Funken Kontrolle, den ich über mein Leben habe, aufgeben und erst vollkommen zusammenbrechen und zwar im absolut medizinischen Sinne, damit endlich jemand sieht wie sehr ich am Ende bin? Muss ich mir dafür wieder eine Rasierklinge in die Pulsader hauen? Oder mich in die Klapse einweisen lassen? Oder mich ins Krankenhaus befördern? Vorher glaubt man mir das ja anscheinend nicht. Oder will sich nicht damit auseinander setzen. Ich weiß es nicht. Ich bin gerade, dadurch dass ich es aufgeschrieben habe, nur wieder total aufgewühlt. Und deshalb werde ich jetzt mal versuchen etwas normales zu machen, wie duschen, oder frühstücken. Irgendwas, wobei ich nicht viel denken muss.
Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag, bis dann meine Lieben.

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