Montag, 18. August 2014

Ich bin ein sehr organisierter Mensch. Sogar beim Ritzen hatte ich eine Art Ritual. Darüber würde ich gerne jetzt schreiben. Ich habe es nicht wieder getan, aber ich habe das verlangen danach, und schreiben klappt bei mir besser als reden, also versuche ich das hier jetzt mal.
Zuerst, wenn ich den Entschluss gefasst habe, es zu tun, suche ich entweder die alten Klingen raus, oder breche eine neue aus. Alles ganz ruhig. Wenn ich dann soweit bin gehe ich ins Badezimmer, wo ich alles was ich brauche hin stelle. Schließe ab. Ich nehme mir ein Stück Toilettenpapier und sprühe etwas Desinfektionsmittel drauf. Damit reinige ich die Klingen, meistens zwischen 2 und 4, die ich mir zur Auswahl gestellt habe. Wenn alle sauber sind, betrachte ich die Klingen und entscheide, welche Schärfe ich grade möchte. Nun betrachte ich meinen bis auf Unterwäsche entkleideten Körper und wähle je nach Schmerzbedarf eine Stelle aus, lege etwas Toilettenpapier bereit, falls ich schnell Blut abwischen müsste. Die Klinge wird angesetzt. Erst nur ein kleiner Kratzer, dann ramme ich mir die Klinge immer stärker ins Fleisch, bis dass ich sehe, wie es richtig auseinanderdriftet und der scharfe Schmerz meinen ganzen Körper für eine Sekunde einnimmt, und es dann wieder abklingt. Sehe das Blut aus dem Schnitt quillen. Ich sehe ihm ein bisschen zu, wie es immer mehr wird und lasse es ein Stück an mir runter laufen, bevor ich es mit dem zurecht gelegten Papier entferne. Und dann vielleicht noch ein oder zwei mal mehr, bis ich unter die Dusche steige und die Wunden ausspüle. Dann Salbe drauf, wahlweise Pflaster oder Verband und alles wieder wegräumen, als wäre nichts geschehen. Tjaja, okay ich muss sagen, das Schreiben hat echt geholfen, aber tut mir Leid dass ihr euch das alles anhören musstet..aber dafür ist dieser Blog ja schließlich da, oder?

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