Guten Abend, ich melde mich nochmal. Der Abend mit den Mädels war sehr schön. Wir waren halt im Second home, haben erst Billard, dann Dart und zum Schluss Skipbo gespielt. Danach sind wir durch den Ort gelaufen, haben uns mit Eis, Kippen und Döner versorgt, noch ein bisschen in der Dönerbude rumgesessen und dann sind wir nach hause gefahren. Wie gesagt, ein schöner Abend. Und jetzt sind ja auch Ferien, oh mein Gott *-* Leider muss ich sehr viel für die Schule machen, aber das will ich in den ersten Tagen alles abarbeiten, damit ich danach wirklich mal so richtig schön entspannen kann. Sonst habe ich für die Ferien nichts geplant, ich lasse einfach alles auf mich zu kommen. Auf jeden Fall muss ich mit Laura eine Stop-Motion Film über die DNA Replikation für Bio machen. Dann haben wir so in Boi noch mega viel auf, in Englisch haben wir ein neues Buch bekommen, in dem wir lesen sollen und dann schon besagten Vortrag für Päda vorbereiten. Dafür wollen wir auch noch einen kleinen Film drehen. Aber wahrscheinlich nicht in den Ferien, da planen wir nur.
Und ich wollte das was ich eben geschrieben habe auch nochmal aufgreifen.. Ja, ich bin momentan davon überzeugt, dass mir das nichts ausmacht, dass man da auch nicht noch mehr kaputt machen kann. Wie es am Ende wirklich aussieht kann ich nicht sagen, aber mein Lehrer hat gesagt, wenns nicht geht kann ich jederzeit aussteigen. Aber wie gesagt, ich bin der Meinung, dass ich das hinbekomme. Und der Grund, warum ich hier soviel dazu schreibe ist nicht, dass ich mir doch Sorgen mache, sondern dass ich momentan sowieso über solche Dinge viel nachdenke. Ich hab so- nicht im Internet, sondern tatsächlich mit Papier und Tinte- mal geguckt, wer ich bzw. wie ich momentan in meinen Augen bin und im Gegensatz dazu, wer ich eigentlich sein möchte. In diesen Überlegungen hatte das Thema Selbstverletzung natürlich auch eine Rolle, einfach weil es ein Teil von mir ist, so traurig das auch klingen mag. Meine erste Selbstverletzung ist etwa 5 Jahre her. Es gab unterschiedliche Phasen. Das erste Jahr habe ich es nur ganz selten gemacht, vielleicht alle 6 Wochen mal. Dann, das halbe Jahr nach Mamas Tod, fehlen mir eigentlich alle Erinnerungen, aber ich glaube, ich habe aus eigener Kraft gar nichts gemacht. Dann habe ich angefangen, ein Skalpell zu benutzen, auch etwa ein Jahr lang und so zu Beginn der 10. Klasse, also so mit 15/16 Jahren habe ich mich dann auf Taschenmesser und Rasierklingen festgelegt, je nachdem was grade da war. Die meisten meiner noch sichtbaren Narben stammen aus diser Zeit, das 10. Schuljahr. Das und der Anfang der 11. Klasse. Dann habe ich 8 Monate ohne ritzen geschafft, alle dachten, ich wäre endgültig clean, ich hätte es sogar fast selbst geglaubt, aber als es mir Ende letzen Jahres wieder so dreckig ging, habe ich wieder den ein oder anderen Schnitt gemacht. Nicht mehr so krass, seltener und auch nicht so tief, aber ab und zu tue ich es wieder. Ich habe auch keine Lust mich dafür jetzt zu rechtfertigen, es ist einfach eine Sucht, eine Krankheit und jemand der ne Grippe hat muss auch keine Rechenschaft darüber ablegen, warum er krank ist. Ich bin mir auch sicher, dass es bald wieder bergauf geht, denn wie gesagt, ich lebe jetzt seit 5 Jahren damit und es gab immer wieder Phasen, wo es auch ohne Selbstverletzung zu schaffen war und wo es mir auch ganz gut ging. Momentan fehlt mir noch die Kraft wieder aufzustehen. Also bleibe ich noch etwas liegen. Aber ich gebe nicht auf, weil ich weiß, dass ich es bisher immer wieder geschafft habe, ich muss mir nur selbst die Zeut geben, mich wieder zu ordnen und alles so wie es ist zu akzeptieren, oder zumindest zu lernen, damit zu leben. Und falls ich doch irgendwann mal bereit sein sollte Hilfe anzunehmen, dann weiß ich wo ich sie finden kann und alleine das ist schon eine riesen Stütze für mich. Also gebt mir einfach noch etwas Zeit, dann habe ich bald wieder alles im Griff. Und wenn nicht dann wird es irgendwann zumindest so weit sein, dass ich wieder so tun kann als ob.
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