Wunderschönen guten Abend zusammen. Ist mein letzter Post wirklich schon wieder 6 Wochen her? Schockierend...Aber ich habe gute Nachrichten: Heute habe ich mal nicht vor über Dinge zu heulen, die ich jedes Mal wieder aufs Neue nenne, sondern werde stattdessen von meinem wundervollen Wochenende erzählen. Also, erstmal habe ich mein Praktikum fertig, weshalb ich jetzt auch wieder etwas mehr Zeit habe. Deshalb konnte ich mir endlich mal wieder ohne schlechtes Gewissen ein schönes Wochenende machen. Freitag waren wir wie immer erstmal bei Svens Mutter, haben dort geschlafen, ich bin dann Samstag Morgen schon relativ zeitig zu meinem Vater gefahren, damit Sven Zeit mit seiner Mutter verbringen konnte und ich Zeit hatte, was für die Uni zu machen. Joa, dann habe ich auch ein paar Stunden was für die Uni erledigt und bin nachmittags mit meinem Vater zu einem Mittelaltermarkt gefahren, da haben wir was gebummelt, er hat mir eine Kette gekauft und wir haben eine Kleinigkeit gegessen. Abends bin ich mit meinem Freund feiern gegangen, denn ein paar Freunde von ihm hatten Abiball. Es war einfach so ein unglaublich schöner Abend. Ich habe so viele Leute wieder getroffen, die ich teilweise schon ein Jahr nicht mehr gesehen habe, also quasi seit meinem eigenen Abiball. Schon als wir rein gekommen sind, hat uns der Fachvorsitzende unserer mündlichen Englischprüfung begrüßt und wir haben erstmal mit einem von Svens Freunden und ein paar weiteren Lehrern Fotos gemacht. Dann war natürlich ein großer Teil unseres ehemaligen Bio Lks da, erschreckenderweise bin ich gar nicht dazu gekommen mehr als Hallo und Tschüss mit Richard zu reden. Das finde ich auch sehr schade, aber es hat sich irgendwie nicht ergeben. Dann hat uns unser ehemaliger Pädagogiklehrer begrüßt und uns ein Bier ausgegeben. Ich habe kurz Luisa, ein Mädchen aus meiner Stufe getroffen, dann noch Niklas, meinen 10. Klasse Deutsch-Buddy, falls sich noch jemand erinnert. Dann noch den Ex meiner früheren besten Freundin, mit dem ich mich nett über früher unterhalten habe und später habe ich viel mit dem Kumpel eines Kumpels rumgehangen, der mich aus irgendeinem Grund ziemlich geil fand. Ich habe ein paar Mädchen aus meiner Stufe getroffen, mit denen ich nie viel zu tun hatte, aber irgendwie hat man sich trotzdem kurz umarmt und Neuigkeiten ausgetauscht. Und genau das habe ich so genossen: So viele Leute, die ich von früher kenne, die einen einfach umarmt haben, selbst wenn man nicht viel miteinander zu tun hatte, zu hören, was sie jetzt so machen und selbst zu erzählen, wie es läuft. Alle waren so unglaublich herzlich (was wahrscheinlich daran lag, dass wir alle hackevoll waren) und es gab so vieles, was man sich zu erzählen hatte. Natürlich gab es auch doofe Momente, ich wollte wieder tausend Leuten wegen irgendwelchen Kleinigkeiten auf die Fresse hauen (so viel zum Thema herzlich...) und natürlich habe ich mich zwischendurch wieder auf Toilette verpisst, um mir irgendwas aufzuschneiden, aber das gehört irgendwie bei mir dazu, wenn ich feiern gehe. Ich muss kurz wegen irgendeiner Kleinigkeit ausrasten, beruhigt werden und dann einfach da weiter machen, wo wir aufgehört haben, da macht auch keiner mehr eine große Sache draus. Aber zum Glück gehe ich auch nicht so oft feiern, um genau zu sein war das seit meinem Abiball das erste Mal :D. Aber wenn ich es öfter machen würde, wäre es auch nichts besonderes mehr. Die meisten Leute haben das gar nicht verstanden, aber es hat mir persönlich einfach so viel bedeutet, wenn jemand zu mir gekommen ist, mich umarmt hat, mit mir gesprochen hat. Ich erinnere mich an jedes Gespräch, was ich an diesem Abend geführt habe. Früher haben die Leute halt einfach nicht so viel mit mir geredet oder mich überhaupt irgendwie wahrgenommen. Früher hätte ich es mich auch nicht getraut, mich einfach von der Gruppe zu trennen und einfach durch den Saal zu gehen, mal schauen, wen man so trifft. Es ist erstaunlich, wie viele Leute man trifft, wenn man das tatsächlich tut. Früher hätte ich mich einfach nur verloren gefühlt, aber das ist jetzt zum Glück anders. Jetzt kann ich mich einfach zu den Mädchen aus der Stufe setzen, ich habe mich ins Gespräch eingeklingt und wir haben ganz normal über andere Leute hergezogen, es sind zufällig andere Leute dazu gekommen, die mitgelästert haben und ja, das war einfach richtig cool.
Um 3 Uhr war die Party dann vorbei, wir sind dann noch in einer kleinen Gruppe in die nächste Stadt zu McDonalds gefahren. Ich habe mich zum ersten und letzten Mal zu einem betrunkenen ins Auto gesetzt, im Ernst, macht das niemals, das war echt furchtbar. Am Ende waren wir dann so gegen halb 6 zu hause. Da soll nochmal jemand sagen, ich würde nicht ordentlich feiern gehen :D. Ich brauche nur coole Leute und die richtige Menge Alkohol. Joa, dann haben wir tatsächlich nur bis 11 Uhr gepennt, aber der Sonntag war dann relativ träge. Ich habe ein bisschen was für die Uni gemacht, aber sonst nur vor dem Fernseher gehangen. Abends haben wir noch mit meinem Vater gegessen und sind dann wieder zurück nach Bonn gefahren. Da bin ich dann schnell unter die Dusche gesprungen, habe mein Theo Blatt so gut ich konnte improvisiert bearbeitet und ja, jetzt habe ich mich gemütlich unter eine Decke auf die Couch gemummelt und schreibe, was mir so durch den Kopf geht. Was hauptsächlich der gestrige Abend ist, Ohne Scheiß, ich kann den nächsten Abiball kaum erwarten. Das einzige, was mich etwas ...ich weiß gar nicht, wie genau ich mich gefühlt habe, ich sage einfach mal traurig... gemacht hat, war, das mir unabhängig voneinander zwei Personen gesagt haben, wie sehr es sie freut, dass es mit Sven so gut läuft und dass ich mein Leben in den Griff bekommen habe, weil ich ja damals ziemlich im Arsch war. Versteht mich nicht falsch, ich fand es super süß, wie sich die beiden so ehrlich gefreut haben, aber ich muss leider sagen, dass ich mein Leben alles andere als im Griff habe. Klar, seit ich mit Sven zusammen bin hat sich eine Menge geändert, ich fresse die Sachen nicht mehr in mich rein, er kennt mich wie niemand sonst, ich muss nicht mal sagen, dass es mir nicht gut geht, er weiß es einfach. Aber ich bin nicht weniger kaputt als früher. Meine Arme sehen viel viel schlimmer aus. Die ganze Scheiße mit meinem Vater, davon wissen sie schon gar nichts mehr. Die Uni trägt auch nicht dazu bei, dass es mir besser geht, im Gegenteil, sie macht vieles nur noch schlimmer. Es geht mir nicht seltener schlecht als früher. Gut, vielleicht geht es mir dafür auch häufiger mal besser, aber im Großen und Ganzen würde ich nicht sagen, dass sich meine psychischen Probleme gebessert haben. Und es wundert mich, dass es nach außen hin so aussieht. Wie könnte irgendwer glauben, ich hätte mein Leben im Griff? Ich habe eher das Gefühl, die Kontrolle immer mehr zu verlieren. Ja, das war glaube ich das Gefühl, wonach ich gesucht habe. Ich fühle mich verloren und es macht mich ein bisschen traurig, dass niemand merkt, wie verloren ich mich fühle. Okay sorry ich weiß, pssst Alex, du wolltest nicht jammern. Also kommt zum Abschluss diesbezüglich noch etwas Positives: Ein Lehrer, der Mathe und Chemie unterrichtet hat sich mit mir über das Studium unterhalten. Ich habe ihm erzählt, dass ich mein Studium ziemlich beschissen finde, daraufhin hat er mich gefragt, wie denn das erste Semester so lief, ich habe gesagt, dass ich 3 von 4 Modulen bestanden habe. Er hat mir daraufhin gesagt, dass ich auf jeden Fall dranbleiben soll, dass das für meinen Studiengang ziemlich gut wäre und dass ich mir keine Sorgen machen solle. Das hat mir auf jeden Fall sehr geholfen. Ihr wollt gar nicht wissen, wie oft ich in den letzten Wochen über Alternativen nachgedacht habe, ich habe mir einen Plan B und C gemacht und war so kurz davor, Physik hinzuschmeißen, es war alles so unglaublich frustrierend. Aber ich habe nicht aufgegeben und das Gespräch hat mir nochmal Kraft gegeben, weiterzumachen. Morgen in 3 Wochen schreibe ich schon die erste Prüfung, Astronomie. ein paar Tage später dann ExII. Darauf die Woche würde ich Theo scheiben, aber ich weiß noch nicht, ob ich diese Klausur mitschreibe, das wird mir glaube ich zu viel. Danach die Woche kommt dann noch Mathe und dann eventuelle Nachholklausuren. Aber wenn ich mich das nächste Mal melde, kann ich euch dazu bestimmt mehr erzählen. Bis dahin machts gut ihr Lieben!
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