Hallo meine Lieben, wie versprochen werde ich jetzt versuchen, einen ausführlicheren Post zu machen, als in den letzten Wochen. Die erste Klausurenphase ist vorbei, es lief leider nicht so gut für mich. Von drei Klausuren habe ich nur eine bestanden. Das war allerdings die wichtigste, es war nämlich das Fach, das ich vor einem Jahr nicht bestanden hatte. Damit hätte ich jetzt aus dem ersten Semester alle Module bestanden, das ist in meinem Studium ein riesiger Schritt, meiner Meinung nach. Für Mathe und Ex 3 hatte ich einfach zu wenig gelernt, aber ich habe mir fest vorgenommen, beides in der Nachklausur zu bestehen! Obwohl ich gestern Abend, als ich erfahren habe, dass ich Mathe nicht bestanden habe, super enttäuscht war, bin ich super motiviert es nächsten Monat zu schaffen. Ich fühle mich heute generell im Großen und Ganzen recht gut. Gestern haben mein Freund und ich trotz meiner Matheklausur einen wunderschönen dritten Jahrestag verbracht. Als ich aus der Uni gekommen bin haben wir erstmal auf der Couch gekuschelt, Pizza gegessen und dabei was auf Netflix geguckt und später sind wir chinesisch essen gegangen. Und ich habe ihm erzählt, wie schön ich mir unsere Hochzeit vorstelle. Ich möchte ihn irgendwann heiraten, von mir aus so schnell wie möglich :D aber mein Freund will noch etwas warten. Doch so sehr ich immer über ihn fluche, ich liebe ihn und ich bin mir sicher, dass ich den Rest meines Lebens mit ihm verbringen möchte. Ich kann es mir mit keinem anderen Menschen vorstellen, er zeigt mir immer wieder, dass es kein Fehler war, ihn so nah an mich heranzulassen. Ich würde sofort ja sagen, wenn er um meine Hand anhalten würde.
Jetzt werden wir erstmal wieder etwas Zeit bei unseren Eltern verbringen, davon bin ich nicht ganz so begeistert, aber ich werde versuchen schon viel zu lernen. Aber was viel wichtiger ist, ich will mich in meiner freien Zeit wieder der Literatur widmen. Ich will wieder mehr lesen, doch vor allem will ich endlich wieder selbst etwas schreiben. Ich werde zwar erstmal nicht an meiner Autobiographie weiterschreiben, dafür fühle ich mich momentan nicht stabil genug, es verlangt mir einfach zu viel ab. Aber ich habe Wartezeiten auf Züge, Pausen in den Vorlesungen, Bahnfahren usw. genutzt, um in meinem Notizbuch haufenweise Gedanken festzuhalten, zu einem Roman den ich schreiben will. Ich habe einige Passagen geschrieben, mir Figuren ausgedacht und bin verschiedene Möglichkeiten durchgegangen, wie das Ganze enden könnte. Es wird glaube ich ein Traum bleiben, das irgendwann mal ein Buch von mir veröffentlicht wird, aber ich finde es wichtig, Träume zu haben. Mein Studium läuft einfach nicht gut genug und macht mich vor allem in den Klausurenphasen so fertig, dass ich es nicht mehr als meinen Traum bezeichnen kann, Wissenschaftlerin zu werden. Ich liebe die Astronomie und Astrophysik und ich weiß, wenn ich meinen Bachelor fertig habe wird es die ganze Arbeit wert gewesen sein. Ich weiß es. Aber es wird noch ein paar Jahre dauern, bis ich das durchgestanden habe und ich brauche etwas, was mich antreibt, etwas worin ich mich verlieren kann, auf eine gute Art und Weise. Ich habe es früher geliebt, in meiner Freizeit Bücher über Astrophysik und Quantenmechanik zu lesen, es hat mich fasziniert, es hat mich aufgesogen und ich habe es in mir aufgesogen. Aber ich muss sagen, wenn ich jetzt mal Freizeit habe, habe ich die Schnauze von Physik so voll, dass ich seit ich angefangen habe zu studieren, kein wissenschaftliches Buch mehr angerührt habe. Das finde ich echt schade, weil ich weiß, dass mich die Wissenschaft früher immer angetrieben hat weiterzumachen. Sie hat mir mein Ziel vor Augen geführt, mich daran erinnert, warum ich den ganzen Scheiß überhaupt noch mache. Da ich mich dazu entschlossen habe, mein Hobby zum Beruf zu machen, brauche ich jetzt ein anderes Hobby als die Astronomie und das wird jetzt das schreiben. Gelesen habe ich früher schon sehr viel, auch andere Sachen als wissenschaftliche Bücher, dafür werde ich mir nun auch wieder mehr Zeit nehmen. Ach, es fühlt sich so gut an, endlich wieder runter zu kommen. Meine bloße Existenz nicht als einen permanenten und nicht enden wollenden Schmerz zu empfinden. Ich fühle mich, als würde ich nicht mehr bloß existieren, sondern endlich richtig leben. Mir ist klar, dass dieser Enthusiasmus spätestens dann wieder endet, wenn das neue Semester anbricht, weil ich mir in den Ferien immer vornehme mir mehr Zeit für mich zu nehmen und mich nicht stressen zu lassen, mir keinen Druck zu machen. Aber ich kenne mich, ich werde es trotzdem tun. Und das ist okay, ich werde nämlich auch das nächste Semester durchstehen, auch wenn ich wieder denken werde, dass ich unmöglich weitermachen kann. Denn ich kann. Ich habe es immer geschafft und so wird es weitergehen. Ich werde immer wieder meine Vorsätze brechen. ich werde immer wieder denken, dass ich am Ende bin. Und dann werde ich mich immer wieder auf die Beine stellen und weitermachen.
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