Samstag, 9. Juni 2018

Jooo, was geht? Ich weiß, ich habe mich mit "bis nächste Woche" verabschiedet, aber ich dachte ich gebe euch mal ein Update. Naja, eigentlich bin ich nur betrunken und muss meine Gedanken und dieses ganze schwule Zeug irgendwie los werden. Also ja, ich habe was getrunken. Eigentlich wollte ich mit meinem Vater und seinen Bekannten nur ein Bier trinken, aber irgendwie ist daraus deutlich mehr geworden und ich war innerhalb kürzester Zeit voll. Gut, ich habe seit heute früh um 10 Uhr nichts mehr gegessen und wir haben zum trinken in der prallen Sonne gesessen, aber naja. Jedenfalls habe ich ein paar kurze mehr getrunken als geplant, und ich bin dann vor einer halben Stunde nach hause gegangen, weil ich gesagt habe, ich müsste noch was für die Uni machen. Natürlich bin ich nicht mehr in der Lage, was für die Uni zu machen, doch das hat da keiner gemerkt. Ich wollte einfach nur die sturmfreie Bude genießen. Mein Vater ist nämlich gerade in der Midlife Crisis angekommen und verbringt seine Samstag Abende damit, mit 20-23-jährigen Leuten am See zu sitzen und zu trinken. Also habe ich ihn da gelassen, ich rechne so in 2-3 Stunden mit seiner Heimkehr.
Ich weiß, dass ich super sensibel auf Alkohol reagieren, aber ich trinke doch so gerne. Ersatzbefriedigung so und. Wenn ich mich nicht schneide, dann trinke ich, oder ich kiffe oder hungere. Irgendwas mache ich immer. Wenn ich getrunken habe, wird das Bedürfnis, mich zu schneiden immer größer. So auch heute Abend. Während ich so nach hause gegangen bin, habe ich mir nichts mehr gewünscht, als mich zu schneiden. Geistesgegenwärtig wie ich vorher war, habe ich nichts bei mir gehabt, mit dem ich mich hätte schneiden können. Aber ich wollte. Und ich habe mich erinnert, an das, was ich heute Nachmittag geschrieben habe. Natürlich habe ich all das für Schwachsinn erklärt und wollte mir nur noch so tief ich kann in den Arm schneiden. Doch auch jetzt, wo ich zu hause angekommen bin, mache ich es nicht. Ich will, aber ich halte dagegen an. Denn wenn ich mich jetzt schneide, stehe ich wieder ganz am Anfang. Nach einem Schnitt sind die ersten 2 Wochen die härtesten, jedenfalls meiner Erfahrung nach. Danach geht es. So nach ca. 3 Monaten wird es dann wieder härter, also für mich relativ bald und dann mal sehen. Länger als 4 Monate habe ich es nie geschafft. Ich habe keine Ahnung, wann es dann wieder einfacher wird, meiner Erfahrung nach war es zwischen dem 3. und 4. Monat immer so hart, dass ich dem Drang nachgegeben habe und wieder am Anfang stand. Und dann braucht man immer wieder eine Weile, bis man den nächsten Versuch wagt, weil wie gesagt die ersten 2 Wochen echt hart sind. Aber wie gesagt, ich halte dagegen. Ich frage mich gerade nur eins: Warum ist es für mich erstrebenswerter, mir einen Schnitt zu verpassen, der genäht werden müsste, als sagen so können "Jo, ich habs geschafft so und so viele Monate schnittfrei" zu sein? Warum? Ich verstehe es nicht? Ich weiß nur, dass ich so fühle. Aber wieso, verdammt? Wieso finde ich es toll, wenn ich mich richtig tief schneide? Was erwarte ich, was andere Leute denken, wenn sie das sehen? "Boa ist die geil, die Wunde ist ja sooo tief, Respekt"? Kein Mensch denkt sowas. Außer die Stimmen in meinem Kopf. Die Stimmen, die mir sagen scheiß auf deine Vorsätze, danach wirst du dich besser fühlen. Die Stimmen die mir, wenn ich mich nicht tief genug schneide sagen, dass ich ein Versager bin, der sich nicht mal ordentlich ritzen kann. Ganz ehrlich, fickt euch. Wieso sollte ich auf so einen Schwachsinn hören. Vielleicht, weil ich es die letzten 9 Jahre genau so gemacht habe, okay, aber Zeiten ändern sich, also fickt euch. Schreit, so laut ihr könnt, ich kann so viel trinken, bis auch die letzte Stimmer verstummt. 

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