So, das hat ja mal wieder super gut geklappt mit dem melden. Aber das seid ihr ja leider inzwischen von mir gewöhnt. Vielleicht sollte ich mir das mal als guten Vorsatz für nächstes Jahr nehmen: Mindestens einmal pro Monat bloggen. Aber ich will nichts versprechen. Und eigentlich mache ich auch keine Neujahrsvorsätze. Naja, mal sehen.
Mein Schulblock ist schon wieder vorbei, ich arbeite seit 2 Wochen wieder und hatte davor noch eine Woche Urlaub. Aber alles schön der Reihe nach. Zunächst habe ich mich ja Ende Oktober mit meinem Kumpel aus der Ausbildung getroffen. Er hat meine Katzen kennengelernt und wir haben uns einfach einen gemütlichen Nachmittag auf der Couch gemacht und viel gequatscht, das war super schön. Ein paar Tage später habe ich dann die Halloweenparty gemacht. Das war in der Vorbereitung echt stressig, weil ich in keine Ahnung wie viele Läden musste, um alles einzukaufen, weil die Supermärkte auf dem Land einfach nichts da haben. Auf der Party waren dann ein paar Leute aus meinem Kurs. Wie immer wenn ich Parties feiere haben viele Leute abgesagt. Jedes Mal nehme ich das persönlich wie ein kleines Kind. Aber es war trotzdem ein netter Abend. Auch wenn ich etwas enttäuscht war, dass die meisten schon früh abgehauen sind, die letzte ist um 1 Uhr gegangen, und getrunken wurde irgendwie auch nicht viel, obwohl das sonst auf Parties immer so die Absturztruppe ist. Auch das habe ich natürlich persönlich genommen. Wahrscheinlich war es den Leuten einfach nur zu kalt draußen. Ich versuche mich nicht darauf einzulassen mich selbst schlecht zu machen, aber das ist echt schwer. Es ist so einfach sich einfach zu sagen "du bist scheiße, dich mag keine, alle fanden den Abend doof und sind deshalb früh weg". Mein Freund erinnert mich immer wieder daran, dass ich ich mich viel zu schnell angegriffen fühle und die Gefühle die andere Menschen mir gegenüber haben prinzipiell vollkommen falsch einschätze. Damit hat er vermutlich ziemlich recht. Also bleibt bei mir einfach nur ein riesengroßes Fragezeichen. Und am Ende des Tages höre ich trotzdem viel zu oft auf die Stimme, die mir sagt was für ein schrecklicher Mensch ich bin. Aber immerhin stelle ich sie ab und zu mal in Frage, das ist eine Verbesserung. Naja, ich will euch hier jetzt nicht mit meinen Selbsthass Reden zutexten, das habe ich schon viel zu oft gemacht. Also weiter. Im November hatte ich wieder Schule. Und bin mit meinem Kurs nach Berlin gefahren. Ich wollte mir dort mal wieder eine Woche ohne ständiger Selbstkontrolle gönnen. Weil ich es so unfassbar anstrengend finde bei jedem Schritt den ich mache darauf zu achten wie ich mich fühle und mich zu fragen was ich tun muss um nicht die Kontrolle zu verlieren. Also habe ich drauf geschissen, hatte die erste Flasche Wodka leer bevor wir überhaupt in Berlin angekommen waren. Dazu ne Hand voll Joints und es ging mir echt gut. Wir waren am ersten Abend noch in einer Cocktailbar und haben ein wenig die Stadt erkundet. Das Hotel war schrott, aber da haben wir eh nicht viel Zeit verbracht. Am zweiten Tag habe ich wieder ziemlich viel getrunken und gekifft und abends im Club, wo ich mich nicht richtig wohl gefühlt habe, hab ich mich dann wieder auf Toilette eingeschlossen und mir den Oberschenkel aufgeschnitten. Rückblickend betrachtet hätte ich das irgendwie erwarten und verhindern können. Aber ich wollte einfach nicht. Wollte nicht auf mich achten müssen, sondern einfach loslassen, so wie alle anderen auch. An dem Abend waren nur leider alle Leute mit denen ich engeren Kontakt habe abgesprungen, hatten entweder keine Lust auf Party oder haben sich abgesetzt ohne dass ich es mitbekommen habe. Nachdem ich in der Nacht dann kein Auge zugemacht habe, weil wir immer wieder irgendwen in der Stadt einsammeln mussten bis 6 Uhr morgens, habe ich am Mittwoch mal einen ruhigeren Tag gemacht, nichts getrunken, nur gekifft und tatsächlich mal geschlafen. Donnerstag ging es dann wieder feiern. Wieder auf Toilette eingeschlossen und geschnitten. Alkohol und ich sind irgendwie keine Freunde mehr. Entweder die Stimme der Vernunft ist da und hält mich zurück oder ich besaufe mich hemmungslos und mache irgendeine Scheiße. Beides finde ich nicht so geil. Deshalb kiffe ich auch sonst eigentlich nur noch, anstatt zu trinken. Naja. Aber es war trotzdem eine schöne Woche, ich habe die Zeit mit meinem Kurs wie immer sehr genossen. Es klingt jetzt so als hätte ich mich die meiste Zeit scheiße gefühlt, aber das habe ich in letzter Zeit sowieso ziemlich oft. Es war tröstlich ein paar Leute um mich herum zu haben, die ich gerne habe. Auch wenn ich trotzdem viel Scheiße gemacht habe. Aber scheiß drauf. Man konnte es mir in dieser Zeit einfach nicht recht machen. Unter Menschen habe ich mich einsam gefühlt, obwohl ich mit jedem hätte reden können. Und wenn ich alleine war konnte ich mich selbst nicht ertragen. Und das fand ich noch schlimmer. Im Schulblock ging das dann irgendwie so weiter. Ich habe mich noch ein paar Mal geschnitten und mich einsam gefühlt und mich selbst nicht ertragen, auch nüchtern. Trotzdem war es gut in der Schule zu sein, auch wenn es nicht so scheint, da fühle ich mich wohl. Schule ist etwas Vertrautes und das will ich einfach nicht loslassen. Aber ich muss in ein paar Monaten. Vielleicht fühle ich mich deshalb im Schulblock immer so schlecht. Weil ich nicht will, dass diese Zeit endlich ist. Aber alles ist endlich. Außer die Zeit an sich. Keine Sorge, ich stoppe mich selbst, bevor das hier eine Physikvorlesung wird.
Kommen wir zum Dezember. Ich hatte eine Woche Urlaub, das tat mir so gut. Ich habe viel gekifft und geschlafen und bin endlich mal wieder etwas zur Ruhe gekommen. Habe mich nochmal mit Sophie getroffen und mit ihr was getrunken und viel geredet. Wie immer tat das sehr gut. Dann war ich noch mit 2 Freundinnen aus meinem Kurs shoppen und habe einen Abend bei meinem Kurskumpel verbracht. Die Zeit ging viel zu schnell rum. Dann ging es wieder auf Station, arbeiten. Seit gut 2 Wochen bin ich wieder da. Nach dem Urlaub hasse ich Frühdienste noch mehr als sonst. Was für eine Körperverletzung mitten in der Nacht aufstehen zu müssen. Und dann immer die Leute die einem erzählen "aber dann hast du wenigstens noch was vom Tag". Einen Scheiß habe ich dann noch vom Tag. Das einzige was ich dann habe ist schlechte Laune und keine Motivation irgendwas zu machen. Ich versuche mich jeden Tag zu motivieren irgendwas angenehmes zu machen, aber meistens liege ich nur depressiv auf der Couch und mache gar nichts. Dass Weihnachtszeit war hat das nicht gerade besser gemacht. Kurz vor Weihnachten habe ich Sophie nochmal in Köln besucht, wir hatten nochmal einen schönen Tag, bevor dann Weihnachten tatsächlich da war. Ich musste alle 3 Tage arbeiten. Das war zum einen gut, weil ich dann wenig Zeit hatte darüber nachzudenken wie sehr mich alles ankotzt. Zum anderen war das aber auch echt anstrengend, weil ich trotzdem versucht habe meinem Vater und Alex Familie gerecht zu werden und dadurch 3 Tage lang keine Sekunde Freizeit hatte. Und bei den dämlichen Familientreffen musste ich auch noch nüchtern bleiben, weil ich am nächsten Tag arbeiten musste. Folter Leute, echt Folter. Aber gut, dafür habe ich Silvester frei, das ist mir auch irgendwie wichtiger als Weihnachten. Auf jeden Fall bin ich froh, dass die Feiertage jetzt vorbei sind.
Heute hatte ich auch noch eine Art Bewerbungsgespräch. Nicht wirklich, weil ich im Moment sowieso in der Abteilung arbeite, aber es ging halt um meine Übernahme. Ich weiß schon, dass ich safe nach dem Examen in der Klinik bleiben kann, nur eben noch nicht auf welcher Station. Auf der Station wo ich gerade bin wäre ich gerne geblieben, aber da ist keine Stelle frei. Also gehe ich in 2 Wochen auf einer Kriseninterventionsstation für Persönlichkeitsstörungen probearbeiten. Wenn es mir da gefällt kann ich da ab April anfangen. Also drückt mir die Daumen, dass es gut wird. Es stresst mich über die Zeit nach dem Examen nachzudenken, weil ich noch nicht genau weiß wie es dann weitergeht. Ich hasse es keinen Plan zu haben. Aber den Plan kann ich erst machen, wenn ich weiß wo ich hinkomme und ob ich die Nachtwachenstelle bekomme, die ich mir wünsche. Das erfahre ich also in 2 Wochen. Und dann kann ich endlich planen. Und mich natürlich darum kümmern, dass ich meine Prüfungen bestehe. Am 20. und 21. Januar habe ich praktische Prüfung, Ende Februar die Schriftlichen und Ende März die Mündliche. Wirklich viel gelernt habe ich dafür irgendwie auch noch nicht. Das werde ich in ein paar Wochen auch bitter bereuen. Aber ich musste in den letzten Wochen erstmal dafür sorgen, dass ich aus meiner eigenen Krise raus komme. Ich hoffe, dass ich das geschafft habe. Seit 4 Wochen habe ich mich nicht mehr selbstverletzt und in dieser Zeit auch wirklich viele schöne Sachen unternommen, habe es wieder besser ertragen Menschen um mich herum zu haben und kann es wieder aushalten, mit mir alleine zu sein. Genieße das sogar meistens und gönne mir aktiv Ruhepausen. Ich schätze, das ist eine ganz gute Entwicklung. Ich kann natürlich nicht garantieren, dass das so bleibt, aber für den Moment läuft es so gut wie es eben laufen kann, wenn ein Borderliner mit dissoziativer Identitätsstörung sich im Prüfungsstress befindet. Ich pack das schon. Am Ende wird es sich lohnen, das muss es einfach.
So, damit wären wir in der Gegenwart angekommen. Jetzt wünsche ich euch einen guten Rutsch ins Jahr 2022. Ich hoffe ihr habt frei und könnt die Zeit zwischen den Feiertagen genießen und etwas Ruhe und Kraft tanken. Passt auf euch auf!
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