Samstag, 13. Januar 2018
Guten Abend meine Lieben. Es ist Samstag und ich poste etwas, yay. Und wer hätte das gedacht: mir geht es momentan ziemlich bescheiden. Es zieht sich jetzt schon über Wochen und ich wünschte, ich könnte euch mal was anderes sagen, aber momentan habe ich das Gefühl, dass es mir jeden Tag schlechter geht. Aber das bedeutet auch, dass irgendwann der Tiefpunkt kommen wird und ich mich danach auch wieder besser fühlen werde. Alleine die Tatsache, dass ich das so sehen kann ist doch schon ein großer Fortschritt im Gegensatz zu früher, oder? Aber meine Woche war auch anstrengend. Es war ja die erste Woche Uni nach den Weihnachtsferien und ich habe das immer nach den Ferien, dass es mir noch schwerer fällt als sonst die Wohnung zu verlassen und mich mit Menschen zu umgeben. Ich muss Zug und U-Bahn fahren, da sind laute, teilweise auch aufdringliche Menschen drinnen, dann muss ich mich am Hauptbahnhof durch die Menschenmasse kämpfen und dann werde ich in der Uni noch von Menschen umarmt und vollgequatscht. Das ist einfach anstrengend. Dann habe ich ja auch versucht, Haushalt und vor allem unsere Ausgaben zu regulieren, das haben wir diese Woche schonmal ganz zufriedenstellend hinbekommen. Aber auch das ist anstrengend. Nebenbei muss ich auch noch mehr lernen als sonst, weil in nichtmal mehr 3 Wochen die erste Klausur ansteht. Ich bin jetzt schon mega nervös, weil ich mein Studium doch so gerne hinbekommen möchte. Es stimm nämlich, jetzt an Ende des dritten Semesters kommen langsam die interessanteren Themen der Physik dran und ich merke wieder, wie viel Spaß ich daran habe. Das ist ein tolles Gefühl, aber gleichzeitig löst das auch einen enormen Druck aus, weil ich das so gerne schaffen möchte, aber es ist halt wirklich wirklich schwerer Stoff. Ich habe Angst, dass mein Bestes schon wieder nicht gut genug ist... Es ist kein schönes Gefühl sich den Arsch aufzureißen, nur um am Ende nichtmal ansatzweise genug Punkte zu haben, um das Modul zu bestehen. Aber genug von der Uni, ich sollte versuchen mal nicht daran zu denken. Woran ich momentan auch ununterbrochen denke, ist meine Mutter, nächste Woche ist sie schon 7 Jahre nicht mehr da. Dann habe ich schon ein drittel meines Lebens ohne sie verbracht. Es ist so verdammt viel passiert in dieser Zeit, ich wünsche mir jeden Tag, dass ihr davon erzählen könnte. Naja, also auf eine Weise erzähle ich ihr davon, ich rede mit ihr, wenn ich bei ihrem Grab bin (ich bin nicht verrückt, da kommt keine Antwort, nur ich rede) und erzähle ihr, was es so Neues gibt, aber ich würde es ihr einfach gerne persönlich sagen, ist ja auch klar. Und ich merke, dass ich Dinge vergesse, das ist so schrecklich. Ich will nicht vergessen, wie ihre Stimme klang, wie ihr Lieblingspafum an ihr roch, oder einfach, wie sie sich in bestimmten Situationen reagiert hat. Ich wünschte, ich hätte sie richtig kennenlernen können und hätte nicht nur meine kindliche Wahrnehmung als Erinnerung. Das ist wirklich eine der Sachen, die ich am meisten bedauere: Dass ich im Grunde gar nicht weiß, wie ihre Persönlichkeit war. Natürlich habe ich viele Erinnerungen an sie und wenn ich von ihr erzähle, ist sie sowieso immer eine Heilige, aber ich würde gerne wissen, wie sie wirklich war. Viele Erinnerungen sind natürlich auch durch ihren Gehirntumor und die starken Schmerzmittel gar nicht richtig. Das war nicht sie, das war einfach ein Mensch, dem Krebsgewebe aufs Gehirn drück und der durch Morphium verwirrt wurde. Und wer weiß, wie lange der Tumor schon da war, bevor er entdeckt wurde? Wochen? Monate? Ein Jahr? Wer weiß das schon. Achja, wo ich schonmal dabei bin: Ich schreibe über meine Mutter ohne in Tränen auszubrechen. Noch ein Fortschritt. Trotzdem würde ich das Thema gerne wechseln. Allerdings zu welchem Thema? Über meinen Freund werde ich mich heute mal nicht beschweren :D Ich habe ihn zwar wieder den ganzen Tag nicht gesehen, obwohl ich gerne den Abend mit ihm verbracht hätte, aber diese Woche lief es ganz gut zwischen uns, es war auch wieder entspannter, dadurch, dass wir in Bonn in unserer eigenen Wohnung waren, ohne uns beeinflussende Eltern. Und bevor mir jetzt doch wieder 100 Sachen einfallen, über die ich meckern könnte, werde ich den Post an dieser Stelle beenden. Ich wünsche euch einen entspannten Sonntag und einen guten Start in die Woche, bis dann meine Lieben!
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