Samstag, 28. Juli 2018

Hallo meine Lieben. Was soll ich sagen? Die Klausurenphase ist fürs erste vorbei, es lief ziemlich beschissen, ich habe bisher 3 von 4 Ergebnissen und ich darf in allen dreien in die Nachprüfung. Dabei habe ich dieses Semester so viel getan und echt viel für die Prüfungen gelernt. Aber wieder wurden mir nur Steine in den Weg gelegt. Als ich mit dem intensiveren Lernen angefangen habe, bin ich erstmal krank geworden und habe 4 Tage lang gar nichts geschafft. Dann hat die Hitzewelle angefangen, in meiner Dachgeschosswohnung sind mittlerweile schon morgens um 8 Uhr 30 Grad,  obwohl ich die ganze Nacht lüfte. Seit einer Woche sind auch noch direkt auf dem Bürgersteig unter meinem Fenster irgendwelche Bauarbeiten, das heißt ab 7 Uhr morgens übelster Maschinenlärm. Ich kann also weder richtig schlafen, noch hatte ich dann tagsüber großartig die Möglichkeit, mich zu konzentrieren. Trotz all dem habe ich mir den Arsch aufgerissen, mich hingesetzt und Formeln gelernt, Aufgaben gerechnet, Bücher gelesen und und und... Tja. 2 der 4 Klausuren waren, wie mir andere Leute bestätigt haben, überdurchschnittlich schwer gestellt. So viel hätte ich gar nicht lernen können, um die zu bestehen. Für die dritte, die ich nicht bestanden habe, habe ich zugegeben nicht viel gelernt, da war mir klar, dass das nichts wird. Und auf das Ergebnis der letzten warte ich noch. Die lief eigentlich am besten, vielleicht habe ich ja wenigstens die eine geschafft. Die erste Nachprüfung ist in knapp 2 Wochen, darauf fokussiere ich mich jetzt erstmal. Die anderen sind erst Mitte September. Für mich ist es momentan wirklich eine Herausforderung, nicht vom nächsten Hochhaus zu springen. Gut, hier in der Nähe gibt es keine Hochhäuser, aber genug andere hilfreiche Dinge. Ich wusste immer, mein ganzes Leben lang, dass ich im Bereich der Astronomie arbeiten möchte. Doch dieses Studium mach mich so fertig, ich kann das einfach nicht mehr. Ich denke nur noch darüber nach, ob ich mit dem Studium aufhören soll, und was ich denn stattdessen machen könnte. Aber wenn ich meinen Traum, Astrophysikerin zu werden, aufgebe, fühlt es sich an als würde meine gesamte Existenzgrundlage zerbrechen. Alles, was mich jahrelang am Leben gehalten hat, das Licht am Ende des Tunnels. Tja, aber jetzt scheint es so, als ob dieses Licht nur ein entgegenkommender Zug war. Alles woran ich mich festgehalten habe, was ich für meine Erlösung, meine Erfüllung gehalten habe stellte sich in den letzten zwei Jahren als mein schlimmster Alptraum heraus. Wenn sogar mein Freund zu mir sagt, dass meine Lebensqualität momentan gegen Null geht, dann scheint es ja alles andere als erfüllend zu sein, Und irgendwann bringt es auch nichts mehr, mir zu sagen "es wird besser". Es wird nämlich seit zwei Jahren mit jedem Semester nur noch schlimmer. Und wenn ich daran denke wieder in die Uni zu müssen könnte ich im Strahl kotzen. Und dabei heulen. Und wünsche mir, an besagter Kotze zu ersticken. Ich wünschte, ich wäre tot. Ich weiß nicht, wie lange das schon wieder der Fall ist. Es kam schleichend, wurde aber immer schlimmer und ja, here we go. Ich habe gestern Abend darüber nachgedacht, mich einweisen zu lassen. Eigentlich will ich nicht tot sein, das weiß ich, aber ich würde es gerne auch wieder fühlen. Bis zum Erstgespräch mit einer neuen Therapeutin sind es noch über zwei Monate. Halte ich es so lange aus? Muss ich wohl. Trotz allem bin ich seit 16 Wochen schnittfrei und ich muss sagen, momentan habe ich tatsächlich kein allzu starkes Bedürfnis danach. Doch, einen Schnitt wünsche ich mir, aber der hat nichts mehr mit einfacher Selbstverletzung zu tun. Ihr wisst vermutlich, was für einen Schnitt ich meine.
Ich versuche, die Zeit, in der ich nicht mehr in die Uni muss zu nutzen, um wieder zu Verstand zu kommen. Außerdem suche ich nach einer Alternative zum Physikstudium. Ich habe ein paar Tests im Internet gemacht, um herauszufinden, was für Berufe mich vielleicht interessieren würde. Was sagen diese Tests mir? "Du passt perfekt in die Forschung" oder "mach etwas im naturwissenschaftlichen Bereich". Der Wahnsinn. Ich habe dem Ganzen dennoch eine Chance gegeben und mir angesehen, was für naturwissenschaftliche Berufe man auch ohne Studium machen kann. Der einzige, der mich davon angesprochen hat, wäre als Chemielaborantin, doch auch da bin ich mir nicht sicher, ob das das Richtige für mich ist. Vielleicht erkundige ich mich mal nach einem Praktikum. Das einzige, was ich mir sonst noch als Beruf vorstellen könnte, wäre Psychotherapeutin. Problem: Mein NC reicht nicht, um das zu studieren, an der einzigen deutschen staatlichen Fernuni kann man das entscheidende Modul dafür nicht belegen. An privaten Fernunis geht das natürlich, da wäre mich ein Studium aber mal eben 12.000 Euro kosten. Das kann ich mir also nicht leisten. Also hat sich das auch erledigt. Vor ein paar Tagen habe ich dann den Blog von einer Frau gefunden, die sich gerade zur Sterbeamme ausbilden lässt. Ihr Blog befasst sich mit allem was zum Thema Sterben dazu gehört. Ihre Arbeit fand ich auch extrem beeindruckend, außerdem wäre das ein Beruf, in dem man auf menschlicher Ebene wirklich was bewirken kann. Ob das vielleicht etwas für mich wäre, habe ich mich gefragt. Fasziniert bin ich alle Male von ihrer Arbeit, aber das würde meine eigene Belastbarkeitsgrenze eventuell ein wenig überschreiten. Ich meine, ich habe schon einige Leichen gesehen, habe sie auch schon berührt. Ich habe einen Menschen sterben sehen und weiß, wie sich Trauer anfühlt. Ich weiß, wie man mit schwer kranken Menschen umgeht und was Angehörige nach deren Tod lieber nicht hören wollen. Aber manche von ihren Jobs waren echt hart. Naja, eigentlich alle, von denen ich gelesen habe. Doch das faszinierende ist, diese Frau leidet selbst an Depressionen und einer Angststörung und übt diesen Beruf dennoch, oder vielleicht auch gerade deswegen, aus.
Es gibt auf jeden vieles, über das ich nachdenken/ mir im Klaren werden muss, wie ihr merkt. Es ist gerade alles zum kotzen, ich fühle mich hoffnungslos überfordert und bräuchte im Grunde dringend jemanden, der mich sagt was ich tun soll. Doch im Endeffekt muss ich selbst entscheiden, was für mich das Beste ist, nicht wahr? Und anstatt hier zu sitzen und mal wieder nur zu jammern, sollte ich mich darüber freuen, endlich Ferien zu haben. Ich sollte was mit Freunden unternehmen, was schönes mit meinem Freund machen, oder Bücher schreiben, worauf auch immer ich Lust habe. Doch ich kann das alles momentan nicht genießen, ich bin echt am Ende. Also, falls irgendwer mir doch sagen kann, was zur Hölle ich nur mit meinem Leben anfangen soll, dann nur zu :D. Ansonsten würde ich sagen, bis nächste Woche, ich halte euch auf dem Laufenden. Bis dann.

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