Hey Leute! Leider habe ich es in letzter Zeit nicht geschafft mich regelmäßig zu melden, das ändert sich aber ab jetzt wieder. Ich schreibe zwar am Mittwoch noch eine Klausur, aber das ist dann erstmal die letzte für die nächsten Wochen, sprich nächstes Wochenende bin ich frei. Am Donnerstag und Freitag hatte ich meinen Klausurenmarathon. 24 Stunden, 3 Klausuren. Dementsprechend unzureichend konnte ich mich auf alle Klausuren vorbereiten. Für eine davon hab ich gar nicht gelernt, die habe ich auch bestimmt nicht bestanden, und für die anderen beiden so gut es eben ging. Die beiden liefen eigentlich ganz okay, mal schauen was dabei rum gekommen ist. Mein Lernerfolg wurde am Wochenende natürlich wieder von Familie und so eingeschränkt, aber wegen Svens Mutter müssen wir ja am Wochenende auf jeden Fall nach hause kommen. Jetzt habe ich noch zwei Tage um für die letzte Klausur zu lernen und hoffe, dass ich das noch irgendwie hinbekomme. Durch den Stress jetzt mit der Uni und so geht es mir psychisch nicht ganz so gut, zumindest seit die Klausurenphase begonnen hat, weil ich einfach das Gefühl habe, total unzureichend zu sein. Ich verstehe nicht, wie andere Leute das schaffen. Als mein Klausurmarathon am Freitag Mittag vorbei war, war ich so schlecht gelaunt, dass ich erstmal wieder nach Alternativen zu meinem Studium gesucht habe, weil ich momentan echt keinen Bock mehr auf diesen Scheiß habe. Ich weiß einfach nicht, was ich mit meinem Leben anfangen soll, ich bin absolut nicht gesellschaftsfähig. Am liebsten würde ich tatsächlich den ganzen Tag zu hause sitzen können und an meinem Laptop etwas schreiben. Das macht mir wirklich wirklich viel Spaß und die Leuten, denen ich bisher was von meiner Arbeit gezeigt habe, haben mir nur positive Rückmeldungen gegeben. Wenn am Mittwoch meine Klausur vorbei ist werde ich mich erstmal daran setzen, mein erstes Buch zu Ende zu schreiben und mit der Überarbeitung beginnen und ja, dann werde ich mir vermutlich wirklich mal ein paar Verlage suchen, an die ich das Skript schicke. Vielleicht will es ja tatsächlich jemand veröffentlichen, dann hat sich die Frage nach meinem Studium sowieso komplett erledigt. Im Kopf habe ich schon zwei weitere Bücher komplett geschrieben, ich muss nur noch die Zeit finden, das Ganze zu Papier zu bringen. Ich wünschte es gäbe eine Maschine, die mein Gehirn mit meinem Laptop verbinden würde und dadurch meine Gedanken direkt aufschreiben würde, das wäre ein sehr großes Zeitersparnis. Dann habe ich auch noch eine halb fertige Autobiographie, die ich seit irgendwie 2-3 Jahren nicht mehr angefasst habe, die darauf wartet weiter geschrieben zu werden. Damals wurde es zu schmerzhaft für mich, alles was in meinem Leben passiert ist bis ins kleinste Detail Revue passieren zu lassen, ich konnte das irgendwann nicht mehr aushalten. Aber jetzt bin ich wieder ein paar Jahre reifer und erfahrener, vielleicht kann ich ja mal wieder ein Stückchen hinzufügen. Ihr merkt schon, ich habe große Pläne für die Semesterferien. Mal sehen wie viel ich am Ende wirklich davon erledigt habe. Vermutlich muss ich sowieso wieder in so viele Nachprüfungen, dass ich gar keine Zeit haben werde etwas anderes zu tun, als lernen. Und wofür? Damit ich am Ende trotzdem wieder überall durchfalle. Genau deshalb habe ich keinen Bock mehr auf mein Studium, ich reiße mir den Arsch auf und habe quasi kein Leben mehr und kassiere trotzdem einen Arschtritt nach dem nächsten. Doch außer dem Schreiben fällt mir wirklich nichts ein, was mich so sehr wie die Astronomie interessiert, dass ich es zu meinem Beruf machen würde. Ich kann mich nicht für den Rest meines Lebens in ein Büro setzen und jeden Tag das gleiche machen, nebenbei kann ich auch keinen Beruf machen, in dem ich telefonieren oder Kundengespräche führen müsste, weil Phobien und so. Deshalb wäre die Forschung in der Astrophysik so perfekt für mich. Ich interessiere mich quasi dafür, seit ich lesen kann, Forschung ist super abwechslungsreich und außer mit meinem Forschungsteam müsste ich mit niemandem sprechen. In meinem astronomischen Institut interessiert sich niemand dafür, dass ich blaue Haare, Tattoos, Piercings und Narben habe. Ich muss wissenschaftliches Englisch können und der Rest juckt niemanden. Zugegeben, mein wissenschaftliches Englisch ist noch nicht das beste, aber ich nehme auch erst seit 4 Monaten an ein paar Veranstaltungen dort teil. Wenn ich so an diese 4 Monate zurückdenke, die Atmosphäre am Institut, die Einblicke in die Forschungen, die ich von Professoren und Doktoranden bekommen habe, dann ist das eigentlich genau das, was ich tun möchte, doch es scheint tatsächlich an meinem Bachelor zu scheitern. In anderen Gebieten der Physik bin ich eben nicht gut, da kenne ich mich nicht aus, sie interessieren mich auch nicht unbedingt alle. Außerdem komme ich mit dem Leistungsdruck echt nicht klar, ich dachte immer ich hätte eine hohe Belastbarkeitsgrenze, doch hier wurde ich eines besseren belehrt. Aber ganz ehrlich, wenn ich die Zeit, die ich in der Uni verbringe und die Zeit für Hausaufgaben zusammenrechne, komme ich bereits locker auf eine 40 Stunden Woche. Da ist Vorlesungsnachbereitung und lernen noch nicht mit einbegriffen. Außerdem hatte ich dieses Semester verhältnismäßig wenig zu tun, nächstes Semester muss ich nämlich mal wieder ein Praktikum belegen. Ich werde also sterben :D Zumindest werde ich es mir wünschen.
Ich glaube nicht, dass ich es gerade sonderlich gut schaffe, euch begreiflich zu machen, wie ich mich bei meinem Studium fühle. Um es zusammenzufassen: Ich mache eigentlich nichts anderes mehr, als in die Uni zu gehen, Hausaufgaben, oder lernen. Eigentlich dürfte ich gerade gar nicht hier sitzen und diesen Text schreiben, doch ich musste einfach. Trotz dass ich all meine Zeit und Energie in mein Studium stecke, muss ich viele Rückschläge einstecken, ich weiß jetzt schon sicher, dass ich die Regelstudienzeit um mindestens ein Jahr überschreiten werde. Eigentlich bin ich kurz davor, den Bachelor hinzuschmeißen, weiß aber nicht, was ich sonst machen soll. Außerdem hat mir die Belegung eines Mastermoduls am astronomischen Institut in diesem Semester gezeigt, dass das genau das ist, was ich machen will. Dafür muss ich aber erst durch den furchtbaren Bachelor. Und wenn ich an die nächsten mindesten 2 Jahre denke, die ich mit dem Erreichen des ersten Abschlusses verbringen werde, steigt in mir das Bedürfnis auf, mir die Pulsadern aufzuschlitzen. Das ist leider keine Übertreibung, die Uni macht mich tatsächlich phasenweise akut suizidal.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es mir sehr viel besser gehen würde, wenn ich nicht mehr Physik studieren würde, aber ich will nicht in 10 Jahren in irgendeinem Job stecken, der mich nicht erfüllt, den ich nur angenommen habe, weil ich nicht wusste was ich sonst tun soll, und dann bereuen, mein Studium abgebrochen zu haben. Ich weiß gerade einfach nicht weiter, weiß nicht was ich tun soll, oder was ich nicht tun soll.
So, jetzt seit ihr auf dem neusten Stand, ich habe euch mein Herz ausgeschüttet und werde gleich mal schlafen gehen, damit ich morgen fit bin um zu lernen. Gute Nacht und bis nächste Woche!
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