Mittwoch, 16. Dezember 2020

 Hallo meine Lieben. Hoffe es geht euch allen gut. Ich bin seit einer Woche wieder im AKH, worüber ich sehr unbegeistert bin. Der Schulblock ging viel zu schnell rum, ich bin traurig, dass ich meinen Kurs jetzt länger nicht sehen werde. Wir haben erst Mitte Februar wieder Unterricht, wenn die Corona Situation das denn zulässt. Wie in meinem letzten Post schon gesagt haben mich die Themen in der Schule zum Teil sehr mitgenommen. Und auch das Sterbesemniar war zum Teil sehr hart, aber es war sehr schön zu sehen, wie das den Kurs noch mehr zusammengeschweißt hat. Ich versuche auch weiterhin den Kontakt zu ein paar Leuten aufrecht zu erhalten, aber im Moment fällt mir das sehr schwer. Vor einer Woche dachte ich noch, dass es mir wieder etwas besser gehen würde. Ich habe mich an die Situation gewöhnt, dass Alex wieder arbeiten geht und habe mich mit Freunden getroffen und manchen Leuten mehr über mich erzählt, ich hatte wirklich das Gefühl, auf einem guten Weg zu sein. Aber seit einer Woche geht es wieder bergab, zumindest fühlt es sich so an. Die Arbeit im Krankenhaus laugt mich aus, sodass es mir extrem schwer fällt, meine Gefühle zu regulieren. Mich überkommt plötzlich eine große Traurigkeit, oder eine riesige Wut, oder ich fühle mich einfach nur leer. Ich habe wieder angefangen mehr zu kiffen, weil ich mich dann endlich mal entspannen kann. Das ist mir lieber als mich zu ritzen, auch wenn ich danach nach wie vor ein großes Bedürfnis habe. Ich habe wieder häufiger das Gefühl, all das nicht mehr für mich zu machen, sondern für andere. Das ist nicht gut. Das weiß ich selber. Ich bin mir dem gesamten Ausmaß an Scheiße sehr gut bewusst. Ich weiß, dass es nicht gut ist, dass ich wieder kiffe, dass ich in der Leere versinke, dass ich keinen Bock mehr habe irgendwas zu tun, dass ich aber meinen verdammten Arsch hoch kriegen muss. Ich weiß das alles, aber das Bewusstsein darüber macht es nur noch schlimmer. Weil ich nicht die Kraft habe, etwas dagegen auszurichten. Ich bin so erschöpft. Noch 4 Tage arbeiten durchhalten, dann habe ich 2 Wochen Urlaub. Aber die Tatsache, dass dann Weihnachten ist sorgt auch nicht gerade dafür, dass ich das Gefühl habe, Kraft schöpfen zu können. Und danach nochmal 4 Wochen AKH. Ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll. Und ich weiß nicht, wie ich den Menschen das verständlich machen soll. Sie begreifen es einfach nicht, wollen sich nicht darauf einlassen es zu versuchen. Das ist schlimm für mich, lässt mich denken dass ich doppelt und dreifach für etwas bestraft werde, wo ich nichts für kann. Ich habe nicht drum gebeten als Kind missbraucht zu werden und ich hätte alles dafür getan, nicht mit 14 meine Mutter beerdigen zu müssen. Es ist schwer genug die Scherben aufsammeln zu müssen und den ganzen Scheiß aufzuarbeiten. Es wäre einfach schön, sich nicht immer dafür rechtfertigen zu müssen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen