Sonntag, 18. April 2021

 Hallo meine Lieben. Ich hoffe euch geht es gut und ihr hattet ein schönes Wochenende. Ich dachte, ich gebe euch mal ein kleines Update, wie es meiner Schwiegermutter in Spe geht. Es gab leider in den letzten Wochen noch mehr Komplikationen, sie hatte eine Lungenembolie und eine Lungenentzündung und war deshalb leider noch eine Weile im Krankenhaus. Mittlerweile ist sie wieder zuhause und hat sich etwas erholt. Morgen in einer Woche steht der OP Termin an, da wird dann die betroffene Niere entfernt. Das wird auch mal Zeit, ich bin sehr froh, dass das endlich gemacht wird. Also nachdem es erstmal richtig bergab ging, geht es gerade wieder mal langsam bergauf. Ich hoffe sehr, dass es jetzt weiter bergauf geht. Wir gehen ab und zu mal rüber zum Besuch, versuchen aber dann auch nicht zu lange zu bleiben und Abstand zu halten, um kein Risiko einzugehen. Fühlt sich aber schon ziemlich blöd an, so distanziert zu bleiben. Auf der anderen Seite rege ich mich aber auch immer tierisch über Alex Geschwister auf, weil die ihre Kinder ständig dort abladen. Ich habe das Gefühl, dass die die Situation überhaupt nicht richtig realisieren. Jede kleine Erkrankung kann die OP gefährden und jeder Aufschub der OP erhöht das Risiko, dass der Krebs streut. Natürlich ist es nicht schön, den Kontakt einzuschränken, aber meiner Meinung nach die beste Lösung nach allem was bisher passiert ist. Jaaa soviel zu dem Thema. 

Ich habe übrigens gerade freies Wochenende zum Glück. Ich hatte 10 Tage am Stück Dienst bis Freitag, habe jetzt noch morgen frei und muss dann nochmal 9 Tage, dann ist der Einsatz auch schon wieder vorbei. Die Station ist echt okay, ich fühle mich im Team wohl, die Arbeit macht Spaß, die Krankheitsbilder sind interessant, das einzig negative sind halt wieder die 10 Tage am Stück, weil man nur einen 7 Stunden Tag hat. Das ist halt einfach anstregend, zumal man als Azubi halt fast nur Frühdienst hat. Am Anfang des Einsatzes hatte ich erstmal 4 Nachtdienste, das war ziemlich geil. Die Arbeitszeiten sind voll mein Ding, es war auch okay dann tagsüber zu schlafen, ich bin nur nicht so gut wieder in meinen normalen Schlafrhythmus gekommen, weil ich es einfach so geliebt habe, wieder nachts auf zu sein. Das ist echt voll meins. Ich bin sehr erleichtert darüber, dass mir die Nachtdienste so gut gefallen haben. Ich habe ja den Plan, nach dem Examen eine Stelle als Dauernachtwache zu Suchen und dabei dann Psychologie zu studieren. Nach der guten Erfahrung jetzt bin ich jetzt auch sehr bestärkt darin, dass das ein guter Weg ist. Muss nur noch eine Stelle als Dauernachtwache frei sein in einem Jahr. 

Zukunftspläne sind übrigens ein gutes Stichwort für ein weiteres Thema, was mich beschäftigt. Und zwar sind mein Freund und ich ja auf der Suche nach einem Haus zum kaufen. Vor ca. 2 Monaten ist in der Straße wo mein Vater wohnt jemand gestorben und das Haus wird jetzt verkauft. Von der Lage her wäre das ein Traum, es ist eine ruhige Ecke in einem schönen Dorf, ein kleiner Balkon und ein kleiner Garten sind auch dabei. Am Freitag hatten wir einen Termin zur Besichtigung und von innen bin ich wirklich angetan von der Raumaufteilung. Es wäre wirklich ideal für uns. Mein Freund hat am Donnerstag schon einen Termin mit seiner Bank und ich muss morgen auch einen vereinbaren. Wir haben halt nur ein kleines Eigenkapital, ich bin noch in der Ausbildung und mein Freund hat im November ja erst eine neue Stelle angefangen. Jetzt ist halt die Frage, ob der Bank das als Sicherheit reicht. Prinzipiell haben wir ja beide Berufe, in denen man immer Arbeit findet, er als Schreiner und ich als Pflegerin. Aber naja, ich hab da so meine Zweifel, ob wir den Kredit bekommen würden, den wir bräuchten. Aber wir versuchen trotzdem alles. Trotzdem will ich mir noch nicht zu viel Hoffnung machen, weil ich sonst echt traurig wäre, wenn es dann nicht klappen würde. Also alle Daumen drücken! 

Ansonsten habe ich nicht sonderlich viel zu berichten. Ich habe mich letztes Wochenende wieder mit Sophie getroffen, sie war zum ersten mal bei mir in der Wohnung. Wir hatten uns wie immer viel zu erzählen und ich genieße es immer sehr, sie wiederzusehen. Letzte Woche habe ich mich auch nach der Arbeit noch mit einer Freundin aus meinem Kurs zum Spaziergang getroffen, mit ihr kann ich auch immer sehr gut reden. Ich war also sehr sozial aktiv letzte Woche :D. Das tat aber auch echt gut, weil es ein paar Sachen gab, die mich sehr beschäftigt haben. Zum einen die Sache mit meiner Schwiegermutter in Spe. Zum anderen habe ich mit meiner Therapeutin in letzter Zeit viel über das Thema sexueller Missbrauch geredet. Noch etwas, was ich hier (glaube ich?) noch nicht erzählt habe. Also ich habe ja mal Andeutungen gemacht, dass mit meinem Vater etwas vorgefallen ist, aber in den Trance Induktionen die wir gemacht haben, haben Anteile von mir erzählt, was genau passiert ist. Und zwar hat mein Vater gar nichts gemacht, sondern der mittlerweile Exmann von meiner Tante. Meine Eltern und Mamas Schwester mit ihrem Mann hatten halt damals das Haus zusammen gekauft und nachdem meine Tante sich von ihrem Mann getrennt hat, ist er halt dort wohnen geblieben und wohnt mit seiner neuen Familie halt immer noch da. Und dieser Mann halt, zuerst nur wenn er auf mich aufgepasst hat, später hat er sich auch einfach nachts in mein Zimmer geschlichen, halt eben das getan, woran ich vor ein paar Jahren die Erinnerungen zurück bekommen habe. Er hat mich sexuell missbraucht. Ich weiß jetzt seit ca. einem Jahr, dass er das war und wusste bisher nie so klar, was ich mit diesem Wissen anfangen soll. Aber vor ein paar Wochen, sind mir bei seiner Tochter und einer Freundin von ihr Sachen aufgefallen, die bei mir Alarmglocken ausgelöst haben. Meine Therapeutin hat mir geraten, mich an den weißen Ring zu wenden, eine ehrenamtliche Organisation, die den Opfern von Gewaltverbrechen hilft. Ich habe also eine Nachricht an die geschrieben und um einen Beratungstermin gebeten. Aufgrund von Corona bieten die aber im Moment keine persönlichen Termine an. Die Dame wollte meine Nummer und das mit mir am Telefon erläutern. Das erschien mir aber völlig unangemessen, über so ein sensibles Thema am Telefon zu reden. Also habe ich denen mitgeteilt, dass ich warten möchte, bis wieder persönlicher Kontakt möglich ist, was die zum Glück auch so akzeptiert haben. Ich habe die Tochter von meinem (ex) Onkel angeschrieben und ihr gesagt, dass ich mir Sorgen mache und ihr angeboten, dass sie sich mit Problemen gerne an mich wenden kann. Sie meinte zwar, dass alles in Ordnung wäre, aber das beruhigt mich keineswegs. Ich könnte im Strahl kotzen wenn ich darüber nachdenke, dass man mit Termin bei Action einkaufen gehen darf, oder sich die Haare schneiden lassen kann, aber so wichtige Sachen wie die Hilfe für Gewaltopfer keine Möglichkeit haben, Termine zu machen. Das macht mich echt wütend. Ich habe am Mittwoch den nächsten Termin bei meiner Therapeutin, dann werde ich sie mal auf den neuesten Stand bringen und mit ihr besprechen, wie es weitergehen kann. Denn ich habe jetzt die Schnauze voll davon nichts zu tun und einfach nur ein schweigendes Opfer zu sein. Ich will aktiv werden, Pandemie hin oder her. Ich bin nicht mehr bereit die Schnauze zu halten und mich rausreden zu müssen, weil ich kaputt bin, weil ein anderer Mensch mich kaputt gemacht hat. Ich will keine Angst mehr haben. Ich will für mich selbst Partei ergreifen und für diese Kids, denen (vielleicht) etwas ähnliches passiert ist. Und Gott weiß wem sonst noch. Mir fehlen nur eben noch die Anhaltspunkte, an denen ich anknüpfen kann. Aber das werde ich ändern. Nicht von heute auf morgen, aber ich werde dranbleiben und soviel machen, wie eben gerade möglich ist. 

So, jetzt reicht es aber auch für heute mit dem Spam. Ich wünsche euch eine gute Zeit, bleibt gesund und passt gut auf euch auf. Bis bald ihr Lieben!

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