Donnerstag, 20. November 2014

Hallo ihr Lieben. Also, seit meinem letzten Post, der für mich ein ziemlich großer Schritt war, bin ich ziemlich komisch drauf. Ich weiß nicht recht, wie ich es beschreiben soll. Ich fühle mich nicht mehr wie ich selbst. Oder vielleicht fühle ich mich auch seit langem mal wieder wie ich selbst, ich weiß es nicht. Es kommt mir grade alles einfach wie ein Alptraum vor. Was ich letztes Mal geschrieben habe, ist 100% Wahrheit und musste einfach mal alles raus, ich habe das viel zu lange zu verdrängen versucht. Es viel mir schwer das zu schreiben, aber dennoch war es auch erleichternd. An diesem Tag ging es mir wirklich richtig schlecht und ich war mir sicher, dass mich das alles zerreißen müsste, dass ich gleich einfach auseinander falle...dass es dann vorbei ist. Nachdem ich das veröffentlicht hatte, wurde ich bestärkt, dass sich etwas ändern muss. Da stimme ich zu, ich merke gerade jetzt in diesem Moment wieder, dass es so nicht mehr weitergehen kann, ich geh dran kaputt. Gestern und heute habe ich in der Schule nichts mehr mitbekommen, außerdem bin ich seit 58 Stunden wach. Schlafen ist momentan nicht so meins. Wenn ich schlafe habe ich eh nur Alpträume, also kann ich mir den Kack auch sparen. Gestern beim Training war ich so schlecht drauf, dass ich mir beim Boxen die Hand verletzt habe, weil ich so fest zugeschlagen habe und dann wohl falsch aufgekommen bin. Naja, was solls. Gestern war außerdem Elternsprechtag. Meine Noten:
Mathe: 1-
Deutsch: 2-
Englisch: 2
Bio: 3+
Chemie: 2-
Päda: 2+
Geschichte: 3-
Reli: 2
Musik: 2-
Sport: 2
Kann ich mit leben, aber ich war auch schonmal besser, Naja. Mein Beratungslehrer wollte mich dann mal wieder vollquatschen bezüglich mündliche Mitarbeit. Da war wieder dieses "Es ist doch ganz einfach" und ich denk mir auch nur so 'Fick dich!'. Ich habe ihm dann gesagt, dass ich diesen Vortrag seit 12 Jahren bei jedem Elternsprechtag höre, danach durfte ich dann gehen. In Anschluss bin ich dann zum anderen Standort gefahren um mit meinem Biolehrer zu sprechen. Als er mich gesehen hat, durfte ich gleich rein kommen. Wir haben erst über...meine mündliche Mitarbeit gesprochen (ist in Bio glatt 5). Er hat mir vorgeschlagen, dass ich mir eine Strichliste machen soll, und er mir nach der Stunde Smileys drauf malt, wenn ich gut mitgemacht habe (Hab diese Nacht auch schon eine Liste gemacht, und da motivierende und lustige Bilder drauf geklebt ;D). Wieso kennt dieser Kerl mich eigentlich so gut, dass er weiß, dass mich Smileys voll motivieren? Wenn in ner Klausur was besonders gut ist, malt der auch Smileys dahin, was ich echt putzig finde! Naja, nicht so wichtig. Danach hat er mich gefragt, wies denn momentan bei mir so läuft (hab ja schon das ein oder andere Mal mit ihm über sowas gesprochen). Ich wusste nicht recht was ich sagen soll. Einerseits wollte ich nicht lügen und vielleicht sogar die ganze Wahrheit aussprechen, andererseits wusste ich, dass das nicht in 15 Minuten geregelt wäre und ich das eher mit meiner Therapeutin darüber sprechen sollte. Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich lieber mit meinem Lehrer als mit meiner Therapeutin sprechen würde. Ich weiß wie sich das jetzt anhört, aber ich will versuchen das zu erklären. Bei meiner Therapeutin ist die Sache, ich habe sie seit Monaten angelogen, weil ich aus der Therapie raus wollte. Da ist es für mich doppelt schwer, jetzt die Wahrheit zu sagen. Außerdem habe ich Angst, dass sie mir nicht glaubt, dass sie mich für verrückt hält und mich in die Klapse sperrt. Ich habe so Angst davor. Das liegt nicht an meiner Therapeutin, sondern einfach daran, dass sie eine Psychotante ist, das Problem hätte ich bei jedem Therapeuten. So, und bei meinem Lehrer ist das so: Als meine Therapie ein paar Monate pausiert hat, habe ich ziemlich viel geschnitten und so, und da hat er mich mal angesprochen. Halt wegen meinen Schnitten, habe ich bestimmt schonmal erzählt. Jedenfalls habe ich ihm von meiner Mutter erzählt und er war der erste und auch der einzige Mensch, der mir daraufhin gesagt hat, dass er verstehen kann, dass ich mich deshalb selbstverletze. Er hat es natürlich nicht unterstützt, aber er konnte es verstehen, und das habe ich ihm geglaubt. Gegen Ende des Gespräches hat er diesen Satz zu mir gesagt, der einfach so perfekt war, dass wir beide Tränen in den Augen hatten "Man kann es wohl niemals akzeptieren, aber vielleicht kann man irgendwann lernen damit zu leben". Wow, einfach nur wow oder? Das trifft es ganz einfach. Genauso ist es! Seitdem hat er mein vollstes Vertrauen. So, vielleicht kann das ja jetzt der ein oder andere wenigstens etwas verstehen.
Zurück zu gestern. Meine Antwort war dann wohl naja, geht so, oder sowas in die Richtung. Er hat mich fragend angeguckt und ich ich musste mich sehr zurückhalten nicht zu heulen. Und ich musste mich zurückhalten, nicht einfach alles zu erzählen. Das war nicht der REichtige Zeitpunkt. Ich habe dann wohl irgendwas so in diese Richtung gesagt: "Hab grad Probleme mit meinem Vater, ist nicht so toll zu hause...naja. Und ich glaube, vielleicht muss ich mal wieder mit meiner Thrapeutin sprechen, in den letzten Monaten war ich wohl nicht so ehrlich...habe ihr viel verschwiegen. Naja egal...Muss mir einfach generell mal wieder in den Arsch treten." Dann halt noch so ein paar Sachen über die Therapie erzählt, dass sie einegütlich bald enden soll, ich aber jetzt glaube, dass ich noch nicht soweit bin und noch viel regeln muss und so einen Scheiß halt. Er hat mir einfach zugehört und mich nicht unterbrochen, nur ab und zu mal aufmunternd genickt wenn ich gestockt hab. Dann hat er es auch mal wieder auf den Punkt gebracht und mir gesagt, dass ich aufhören soll, mich selbst zu verarschen. Noch ein paar Aufmunterungen und etwas Schokolade und dann bin ich wieder gegangen. Eigentlich war ich nur noch verwirrter als zuvor, weil ich es so sehr erzählen wollte und er bestimmt gewusst hätte was ich tun soll. Aber ich war auch geschockt, weil mir diese paar Sätze, die ich gesagt habe schon so unendlich schwer fielen, dass ich zitternd da saß und mich echt ziemlich beherrschen musste um nicht zu weinen. Ich habe so lange nichts mehr laut gesagt. Geschrieben ab und zu, das ja, aber sprechen ist so viel schwerer. Jetzt überlege ich, ob ich mich vielleicht mal nach der Schule an ihn wenden soll. Wie gesagt, ich vertraue ihm mehr als der Therapeutin und ich glaube, dass er mir helfen kann. Ich habe nur leider keinen Plan, wie man sowas erzählt. Erstmal wie ich anfangen soll. Und halt generell wie ich dass alles sagen soll. Warum muss das so schwer sein? Und zugegeben habe ich auch Angst, dass er mich auch für verrückt hält und mich irgendwie anschreit oder so...Ich weiß das ist dämlich, mein ganzes Denken ist dämlich, sorry, dass ich euch schon wieder damit belästige..Bin schon weg

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