So igr Süßen, ich habe euch versprochen, dass ich noch über das Gespräch berichten werde und das versuche ich jetzt mal :)
Also, gestern und auch schon vorgestern war ich ein ziemliches Nervenbündel. Ich habe ununterbrochen darüber nachgedacht, ob es richtig ist zu vertrauen. Dass ich meine Freude hier das alles habe wissen lassen, und ob ich wirklich meinem Lehrer vertrauen sollte. Es könnte schließlich wieder schlimme Folgen haben. Dass das Gespräch überhaupr stattfand ist nur Sarah zu verdanken. Nach der Stunde kam sie sofort rein, und wir sind zu meinem Lehrer gegangen. Ich habe ihn gefragt, ob er noch einen Moment Zeit habe, er meinte klar. Erwartungsvoll hat er mich angeguckt, aber es waren noch Leute im Raus, deshalb wollte ich noch nicht zu sprechen beginnen. Er hat mich gefragt worum es geht, aber ich habe erstmal nur 'über meine Situation zu hause' gesagt, damit er rafft, dass die anderen erst raus gehen sollten. Ist glaube ich auch angekommen. Als wir dann alleine waren, habe ich begonnen. Ich weiß nicht, ob ich meine Worte noch hinbekomme, ich versuche es einfach mal :)
"Also, ich hatte ihnen ja schon erzählt, dass ich Probleme mit meinem Vater habe. Es ist nicht so, dass wir uns oft streiten oder so, es ist nur schwierig mit ihm zusammenzuleben momentan."
Kurze Unterbrechung, auf Sarahs Vorschlag hin setzen wir uns an einen Tisch. Während ich erzählt habe, hat mein Lehrer immer mal wieder genickt oder mhm gesagt, sonst gewartet bis ich fertig war.
"Ja...also...ist halt grade schwierig, weil ich wieder viel aus meiner Kindheit im Kopf habe. Es hat vor 5 Monaten angefangen... Da kamen auf einmal wieder Bilder und Erinerungen, die über 10 Jahre nicht da waren....mein Vater hat halt...also er hat Dinge gemacht die nicht....er hat erstmal meine Mutter und mich meine ganze Kindheit lang geschlagen, aber das war mir auch noch present. Was da halt wieder gekommen ist...war...dass...mein Vater mich...sexuell misbraucht hat."
So, da war es raus. Wie man durch die mit '...' signalisierten Pausen sieht, es hat mich einiges an Überwindung gekostet, aber da war es raus. Während ich geredet habe, hab ich hauptsächlich auf meine Hände oder den Boden geguckt, immer mal wieder im in die Augen, aber das habe ich nicht lange durchgehalten. Wenn ich Blickkontakt gehalten hätte, hätte ich angefangen zu weinen. Das wollte ich dem armen Mann nicht auch noch zumuten.
Was danach kam, kann ich auch noch kurz schreiben, weiß nur nicht mehr die genaue Reihenfolge. War alles etwas viel.
Also, ich hab dann noch erklärt, dass ich nicht recht wusste, an wen ich mich wenden sollte, aber dass Sarah mich ermutigt hat, überhaupt jemaden anzusprechen und ich selbst gemerkt habe, dass es nicht mehr ging. Dass ich es meiner Therapuetin nicht, oder noch nicht, sagen wollte, aus Angst, sie glaubt mir nicht und steckt mich in die Klapse. Er meinte dann irgendwas vonwegen, sie hat ja Schweigepflicht und würde das auch nicht machen, wenn es nicht notwenidig wäre und dass ich das ruhig machen soll, er hielte das für eine gute Idee mit ihr zu reden.
So, dann weiter. Er meinte noch, dass er nicht recht weiß, was für meine Situation das Beste wäre, dass er sich aber mal mit Kolegen beraten möchte. Ich habe dann betont, dass ich nichts von Frau Jäger hören will, das war aber auch okay. Und ich fand es auch okay, wenn er mit anderen darüber spricht, mir war schon klar, dass er da nicht viel machen kann, ich wusste nur, dass ich für den Anfang jemaden brauche, mit dem ich etwas leichter sprechen kann, außerdem weiß er über mich und meine Vergangenheit noch am meisten, was das ganze erleitert hat.
Achja, dann habe ich halt noch erzählt, einfach um es mal loszuwerden, wie krass das einfach war, als es zurück kam. Dass man sich von dich selbst verarscht fühlt, und dass ich erstmal zu mir selbst gesagt habe 'weg damit, kann nicht sein' und versucht habe, dass alles wieder zu unterdrücken. Aber dass es nicht geklappt hat und es immer weiter wieder hoch kam. Und dass es in den letzen Wochen eben besonders schlimm war und joa sowas halt. Und dass das schlimme für mich ist, diesem Arschloch jeden Tag ins Gesicht sehen uhr mit ihm leben zu müssen, obwohl da so viel Hass aufkommt und ich ihn am liebsten nie wieder sehen würde. Ich glaube, das war es so grob beschrieben. Im Nachhinein fallen mir schon noch Dinge ein, die ich hätte sagen können, aber das wichtigste habe ich gesagt und ich glaube dass bei diesem Gespräch jeder etwas überfordert war, also ist das schon alles gut so wie es gelaufen ist. Ich bin gespannt, ob er mir nächste Woche schon was neues sagen kann, das fände ich auf jeden Fall gut. Und scheiße ja ich bin so froh, dass es raus ist, und wie mein Lehrer reagiert hat und auch dass mich niemand tutdas alles verurteilt, dass ich Leute hinter mir weiß, die für mich da sind und mich unterstützten! Gestern Abend habe ich mich wirklich so gut wie lange nicht gefühlt und dafür bin ich meinen Freunden und auch meinem Lehrer so unendlich dankbar! Es ist einfach so schön hoffen zu dürfen, nein, zu wissen, dass es besser werden wird. Selbst wenn ich nicht ausziehen kann, kann ich jetzt trotzdem lernen damit zu leben. Weil ich weiß, dass ich Hilfe habe. Und weil ich meine Vergangenheit nun nicht mehr verleugne. Es war ne beschissene Zeit, ja, aber dadurch bin ich der Mensch der ich heute bin und ich versuche das Beste daraus zu machen. So, das soll jetzt aber reichen :D
Bis dann! Achja und Tippfehler bitte inicht beachten, hab den Kack hier grade auf dem Handy geschrieben :D
<3
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