"Wenn ein Kapitel sich öffnet muss sich ein Altes schließen". Ist das so? In mancherlei Hinsicht bestimmt. Im Thema Liebe vielleicht, oder sowas. Aber aufs Allgemeine bezogen stimmt das nicht. Denn man kann auch mehrerer Bücher gleichzeitig lesen. Eigentlich ließt man immer viele Bücher gleichzeitig, es gibt nur meistens eines, welchem man besondere Aufmerksamkeit schenkt. Oder nicht? Und einige Bücher sind eben länger als andere. Man kann außerdem entscheiden, ob es ein Buch mit vielen kurzen Romanen ist, oder ob jeder Roman sein eigenes Buch bekommt. Ich finde, das kann man perfekt aufs Leben übertragen.
Mein Buch 'Freunde' zum Beispiel werde ich mein ganzes Leben lang lesen und es endet hoffentlich erst mit meinem Tod. Aber es gab schon so viele Kapitel. Zu viele, um sie aufzulisten. Freunde kommen, und manche gehen auch wieder. Viele wundervolle Momente, aber auch traurige. Es ist ein sehr dickes Buch. Man könnte aber natürlich auch für jeden Freund ein eigenes Buch haben. Das Buch 'Laura', 'Charis' oder 'Sarah', oder eben allgemein das Buch 'Freunde'.
Genauso kann es das Buch 'Liebe' geben, was sich über das ganze Leben zieht, oder einzelne Bücher wie 'Doc'. Wenn er es zulässt geht dieses Buch übrigens dem Ende entgegen. Er wird mir nie egal sein und ich werde dieses Buch auch bestimmt noch ganz oft lesen, aber ich hoffe ehrlich gesagt, dass wir sein Ende nun geschrieben haben. Es war eine schöne Zeit mit ihm, aber das wars jetzt. Ja, ich liebe ihn noch, aber das ist nicht gut für mich und wenn wir nichts mehr voneinander hören, wird es mit der Zeit schon besser werden. Ist es sogar letztes Mal schon, bis er beschlossen hatte alles nochmal aufzureißen um sich dann wieder zu verpissen. Naja egal, ich weiche vom Thema ab. Aber ich glaube ihr habt im Grunde verstanden, was ich sagen wollte oder?
Meine Freunde werden immer eine große Rolle in meinem Leben haben. Das ist verdammt klar. Lange Zeit habe ich auch dem Buch 'Mama' (zu) viel Aufmerksamkeit geschenkt. Es war auch angemessen, aber mit der Zeit musste ich lernen, dass das Leben weitergeht. Ein paar Monate lang war Doc eine Hauptrolle in meinem Leben, nun aber endet das hoffentlich auch. Ja ihr habt das richtig verstanden, ich hoffe dass das mit Doc endet. Es wird nie mehr wie es war, höchstens in ein paar Jahren mal, aber auch eher unwahrscheinlich. Deshalb will ich von ihm loskommen und momentan gelingt es mir auch ganz gut. Ich muss mir nicht mehr verbieten ihm zu schreiben. Ich gucke nicht mehr ständig ob er online ist und über seine kleinen Flittchen kann ich herzlich lachen.
Mein Vater trat in letzter Zeit unangenehm in den Vordergrund, aber ich merke, wie ich auch damit langsam leben kann. Das rede ich mir zumindest grade ein. Er wird immer ein Arschloch für mich bleiben und ich will so wenig Kontakt zu ihn wie möglich. Aber ich bin nicht mehr komplett von Angst und Hass und all diesen negativen Gefühlen eingenommen. Es hat mir sehr geholfen, mich ein paar Leuten zu öffnen und meine Freunde haben mich super unterstützt und ich kann immer auf sie zählen und dafür bin ich dankbar. Ich weiß nicht, welche Euphorie mich schon wieder ergriffen hat und ich fürchte die Phase die danach kommt, aber in Momenten wie diesen bin ich trotz all der Scheiße die passiert ist und trotz meines Wissens, dass noch viel mehr Scheiße passieren wird, froh darüber, dass ich lebe. Weil das Leben einfach auch manchmal richtig schön sein kann. Es gibt wenige Momente, in denen ich sagen kann, dass ich gerne lebe. Aber dieser hier ist einer und ich habe keinen Plan warum. Doch gerade das macht den Moment nur noch perfekter.
Ich bin müde, ich hab Schmerzen, ich bin zu hause, es regnet, ich muss lernen und so vieles mehr, was mich eigentlich in eine schlechte Stimmung versetzten sollte. Und dennoch bin ich glücklich. Das Leben ist schon faszinierend.
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