Samstag, 6. Juni 2015

Hallo Leute. So heute Abend habe ich mal wieder Zeit mich zu melden, da ich ausnahmsweise mal nichts mache und alleine bin. Also dann fange ich mal bei Freitag an. Die Klausur lief, keine Ahnung wie, aber egal. Nach der Schule habe ich was mit meinem  Freund gemacht. Wir haben uns ein Fass Bier gekauft und das genüsslich getrunken, das war toll. Es war nur hot as fuck gestern, das war echt nicht mehr schön. Wir sind dann auch schon um 11 Uhr schlafen gegangen, aber schlafen konnte man bei dem Wetter auch nicht wirklich. Heute morgen hab ich dann auch die ganze Zeit im Bett gelegen, weil ich mal wieder richtig schlimme Bauchschmerzen hatte, ich hasse diesen psychosomatischen Kack. Aber ich kanns nicht ändern. Naja. Nachmittags habe ich meinen Freund dann nach hause gefahren und bin zu einer Freundin gefahren. Die hat für mich und eine andere Freundin gekocht, war halt wieder dieses perfekte Amateurdinner und es war echt super lecker. Dann waren wir bis abends noch am See und jetzt bin ich zu hause. Dort ist es auch schon wieder direkt unangenehm geworden, da mein Vater mit mir zusammen nach hause gekommen ist. Kaum war ich oben, hat er mir dann erzählt, dass die Katze von Franzi überfahren wurde, das hat mich traurig gemacht. Sie war noch so klein und die scheiß Familie wollte ja unbedingt, dass die draußen rumläuft obwohl wir direkt an der scheiß Hauptstraße wohnen. Jetzt sehe ich Minka nie wieder...Was mich wieder zu meinen wundervollen Gedanken über das Leben nach dem Tod bringt. Ich glaube, davon habe ich hier noch nicht geschrieben, wenn doch dann Pech. Ich mache mir halt momentan viele Gedanken darüber, was nach dem Tod passiert. Nachdem meine Mutter gestorben ist habe ich mich fest an den Glauben geklammert, dass es ein Leben nach dem Tod gibt und ich sie irgendwann wiedersehen kann. Ich habe auch schon vorher dran geglaubt und glaube auch jetzt noch dran, ich denke nur auch über andere Optionen nach. Die mir am wahrscheinlichsten erscheinende Möglichkeit ist, dass man quasi wiedergeboren wird. Weil wir ja im Grunde alle nur aus Atomen bestehen und die Atome unseres Bewusstseins müssen schließlich auch wieder irgendwo landen und wenn das in einem neuen Lebewesen ist, könnte man doch dann dieses Leben erleben. Diese Option sagt mir persönlich allerdings gar nicht zu. Ich will mir nicht jetzt ein Leben aufbauen mit Familie, Beziehung und Freunden nur damit das alles irgendwann völlig bedeutungslos wird. Dass man zwar noch da ist, sich aber einfach an nichts aus dem vorherigen Leben erinnern kann. Ich habe mir das als meine Mutter noch lebte immer bei ihr vorgestellt und jetzt denke ich im Kontext zu meinem Freund daran: Der Gedanke daran, sie oder ihn nach dem Tod nicht mehr wiederzusehen, dass alles was wir hatten einfach weg ist und sich nie wieder jemand daran erinnern kann und es auch nie wieder so werden kann, dass das einfach irgendwann alles endet ist so unerträglich. Ich kann es gar nicht zufriedenstellend in Worte fassen. Wenn ich nur daran denke, dass es so ist laufen mir schon wieder die Tränen. Die letzte Möglichkeit ist natürlich, dass einfach nichts kommt, das wäre okay, soweit man davon nichts mitbekommt. Wenn man allerdings noch Bewusstsein hat, aber für die Unendlichkeit im Nichts sitzt, wäre das auch wieder schlimm. Wobei ich zugeben muss, dass ich das nicht so schlimm finde wie den Gedanken der Wiedergeburt. Weil ich dann ja immer noch meine Erinnerungen hätte, das ist mir ehrlich gesagt das wertvollste. Weil es einfach so viele wundervolle Sachen gibt, an die es sich zu erinnern lohnt und die ich niemals vergessen will, nicht in allen Unendlichkeiten.
Naja, soviel dazu. Das andere was ich noch erzählen wollte war auch heute. Eben, nachdem mein Vater mir dann erzählt hatte, dass Minka tot ist, hat er im Drucker einen Stichwortzettel von mir für einen Päda Vortrag gefunden. Den hatte ich dort vergessen und den Vortrag dann ohne Zettel gehalten. Da standen halt Sachen über Borderline und Suizidalität drauf, weil wir gerade das Thema  Jugendkrisen haben. Mein Vater sieht den halt und fragt mich entsetzt, ob er sich Sorgen machen müsse. Ich habe versucht ihn davon zu überzeugen, dass das nur für einen Vortrag war. Ich konnte ihm ansehen, dass er mir das nicht geglaubt hat. Aber ich habe ja die Wahrheit gesagt, der Zettel war echt nur für einen Vortrag. Im Nachhinein, als ich darüber nachgedacht habe, ist mir allerdings aufgefallen, dass die Sachen, die da drauf standen eigentlich ziemlich gut passen. Borderline- Syndrom wurde mir von meiner Therapeutin und einem anderen Psychiater diagnostiziert und Gedanken an Selbstmord habe ich auch. Aber mein Vater hat das früher nie ernst genommen, oder hat es zumindest falsch rübergebracht, dann soll er mich jetzt bitte einfach in Ruhe lassen. Er schien ja nichtmal verstanden zu haben, dass SvV eine Krankheit ist, in seinen Augen war ich ja einfach bloß blöd. Naja, ist ja auch nicht so wichtig, ich habe nur keine Lust, dass der mich jetzt ständig kontrolliert. Das ist nämlich nicht notwendig. Mit Borderline kann ich mehr oder weniger leben und die Selbstmordgedanken sind zwar da und das auch recht häufig, aber solange ich im Stande bin rational zu denken mache ich das nicht, weil ich aufgrund von zwei früheren Versuchen weiß, dass ich eigentlich leben will, sonst wäre ich ja schon dabei draufgegangen. Ich hatte da dann nur wirklich Momente, wo mir alles zu viel geworden ist, weil es mir über längere Zeit am Stück richtig dreckig ging und Suizid in dem Moment der einzige Weg erschien, alles wieder erträglich zu machen. Aber selbst wenn ich diese zwei Mal soweit war und eigentlich keine Selbstbeherrschung mehr vorhanden war, habe ich mir dennoch Optionen gelassen. Ich habe mir die Pulsadern nie direkt beim ersten Schnitt durchtrennt, ich habe klein angefangen und habe halt Stück für Stück tiefer geschnitten. Der zweite Versuch, vor mittlerweile 2 Monaten war kritisch. Ich hab wirklich eine Menge Blut verloren, weil ich es wirklich fast zu Ende gebracht hätte und die Ader sieht seit dem auch irgenwie tot aus, aber ich lebe noch. Und da ging es mir wirklich richtig beschissen. Mir geht es auch jetzt nicht wirklich gut, aber ich habe Verstand genug einfach die Finger davon zu lassen. Deshalb, lange Rede, kurzer Sinn, nein, man braucht sich diesbezüglich keine Sorgen zu machen, ich komme klar. Gut und das ist ein wunderbarerer Abschluss für diesen Post, ich werde mir jetzt die Zähne putzen und mich dann mit einem hübschen Buch ins Bettchen legen, noch ein bisschen schreiben, dabei irgendein Buch lesen, bis ich einschlafen kann. Wenn es in meinem Zimmer ein bisschen kühler geworden ist, müsste ich sogar wieder ein bisschen schlafen können. Ich habe länger nicht geschlafen und gerade geht es mir gerade so schlecht, dass ich nicht aufgedreht bin (also gut) aber auch nicht komplett am Boden bin und mir die Nacht mit Nachdenken um die Ohren schlage. Bin mir nicht sicher, ob das alle verstanden haben. Ich meinte, dass ich mich nicht gut fühle, wodurch ich nicht aufgekratzt bin, es mir aber auch nicht so beschissen geht, dass ich vor lauter denken nicht schlafen kann. Also drückt mir die Daumen. Euch noch ein schönes Wochenende und bis dann :)

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