Hallo zusammen. Es ist Freitag Abend und wer sitzt alleine zurhause und trinkt? ...hmm, ich vielleicht? Ich hätte genung Möglichkeiten gehabt, was zu unternehmen, aber ich wollte lieber mal wieder einen Abend für mich. Und verfalle sofort wieder in alte Verhaltensmuster. Erstmal 1,5 Liter Wodka-O angemischt, davon auch schon die Hälfte weggehauen. In ein paar Stunden kommt mein Freund wieder. Da wäre ich auch gleich schon bei dem Thema, über das ich heute bloggen will.
Also, heute haben wir wieder versucht, miteinander zu schlafen. Und es hat geklappt. Also für ihn. Am Anfang tat es sehr weh und ich hatte wieder alles vor Augen, was ich so gerne verdränge. Aber dann ging es und wir haben weiter gemacht, bis er gekommen ist. Klar, dass ich nicht gekommen bin, es war doch sehr unangenehm, abe rzum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass wir das wirklich hinbekommen können. Wenn ich auf die letzten 4 Monate zurückblicke, ist da schon eine Menge Erfolg. Küssen war von Anfang an kein Problem. Dann gab es aber das Anfassen zu bewältigem. Dann das Ausziehen. Das erste Mal, als er mein Oberteil ausgezogen hat, saß ich den Rest des Abends zitternd da und war total am Ende. Jetzt können wir ohne Kleidung zusammenliegen, er kann mich meistens relativ problemlos anfassen (bis auf ein paar Ausnahmen), ich kann ihn schonmal beglücken und bald können wir vielleicht sogar Sex haben, ohne dass ich mich schlecht fühle. Ich hätte nie gedacht, dass das geht. Aber mein Freund ist wirklich wundervoll. Nachdem ich ihm von dem Missbrauch erzählt habe (eigentlich auch schon davor), war er taotal verständnisvoll und richtig vorsichtig. Er hat mir gesagt, ich könne mir so viel Zeit lassen, wie ich brauche und nachdem ich meiner Therapeutin davon erzählt habe, meinte sie, ich hätte den Richtigen gefunden. Das glaube ich auch! Er ist der erste, dem es nicht in erster Linie darum geht, eigene Befriedigung zu erlangen, sondern ist darum bemüht, dass ich mich dabei auch wohl fühle. Doc hat damals seinen Penis einfach so heftig und oft in mich rein gehauen, bis er seinen Spaß hatte. Mein Freund hingegen hat mich immer wieder gefragt, ob es wirklich geht und mich danach erstmal in den Arm genommen und ist sicher gegangen, dass es mir nicht zu schlecht ging. Ich könnte keinen besseren Freund haben! Trotzdem lese ich viele Bücher von Betroffenen von sexuellem Missbrauch, um ein paar Antworten zu finden. In erster Linie wollte ich wissen, wie wir das mit dem Geschlechtsverkehr hinbekommen sollten. Jetzt habe ich gelesen, dass ich möglichst viel und detailiert davon erzählen soll, dabei zulassse, dass ich weine/schreie oder sonstwas tue. Ich soll Sport machen, schreiben, musizieren, irgendwas tun, wobei ich Wut rauslassen und Gefühle verarbeiten kann tun. Dann muss ich lernen, zu vergeben, was wohl den schwersten Schritt darstellt. Auf keinen Fall weiter verdrängen. Außerdem sollen Leute, die sich mit mir zusammen damit auseinandersetzen mich zu nichts drängen, aber trotzdem immer wieder nachfragen und versuchen zu versteg´hen, wenn ich nicht reden will oder sowas. Okay, genug darüber, ich muss mal kurz nachkippen, bis gleich.
So, ich haben fertig. Was will ich noch so schreiben? Keine Ahnung, eben ist mir so viel eingefallen, über das ich schreiben will, aber jetzt ist alles weg. Naja. Ich bin betrunken, höre Musik und keine Ahnung. Achja, gestern war ich auch wieder beim Böutspenden. Ich duffte natürlich wieder nicht, weil die Ärzti mich wiedererkannt hat. Mein Freund durfte nicht mit rein, sie hatte schiss vor oihm, das hat man voll gemerkt. Naja ich habe ein bisschen mit ihr gezofft, sie wollte mich wieder zum weinen bringen, aber ich habe ihr einfach nur emotionslos in die Augen gesehen, das mochte sie gar nicht, aber das war auch Sinn der Sache. Anschließend sind wir in ein Krankenhaus gefahren, aber da konnte ich auch nicht spenden, weil die das da nicht mehr machen. Auf dem Weg dahin hätte ich fast einen Unfall gebaut, weil ich so aggressiv war. Bin im Kreisverkehr fast in ein anderes Auto gefahren. Nur weil mein Freund geschrien hat, habe ich noch gebremst, hab das andere Auto in meiner Wut echt nicht gesehen. Gott sei Dank ist nichts passiert ! Das hätte ich mir nie verziehen...
So, jetzt weiß ich aber wirklich nicht mehr, was ich noch schreiben soll. Gleich werde ich noch was trinken, dann wird es vermutlich darauf hinauslaufen, dass ich Gesellschaft von meiner klinge bekomme und joa. Mein Blut will man ja eh nicht, dann kann ich es auch einfach laufen lassen. Scheiß drauf, das brauche ich jetzt. Wird tief werden, da ich schon angetrunken bin und schneide, bis ich was fühle. Da es mir nicht so toll geht, muss ich eh tiefer schneiden, bis ich was merke.
Letztens habe ich meinem Freund ein paar Geschichten über meine narben erzählt. da ist eine an meinem Arm, die ist so kreuz und quer geschnitten. nachdem mein ex mir gesagt ht, dass er was mit seinen es hatte, als wir noch zusammen warebn. ich habe dyvon nichts gemerkt. sie ist tief und groß. ich habe es nicht gespürt. eine große, rote, tiefe auf meinem arm. besoffen bei meinem freund auf dem klo, ich habe nichts gespürt. die narbe auf der pulsader. ich habe nichts gespürt. wenn ich nichts spüre, geht es mir wirklich so beschissen, dass der seelische schmerz alles übertönt. außerdem musste ich feststellen, dass ich fast im ganzen linken oberarm kein gefühl mehr habe. allees ist taub. ähnlich an gehäufen stellen an den oberschenkeln. schon ein bisschen schockierend. aber es wird auch noch ein bisschen so weitergehen. sorry. ich weiß, ich bin schwach und scheiße und auch noch alles andere negative. aber scheiß draf. ich trink mir jezt noch einen und euch schonmal gute nachjt und schönes wochenende. bis dann.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen