Dienstag, 19. Mai 2015

Guten Abend ihr Lieben. Ich bin grade ein bisschen schlecht drauf, da dachte ich, ich kann mich mit bloggen ein bisschen ablenken, oder danach wenigstens mal ein bisschen Ruhe vor diesen Gedanken haben. Ich habe heute den ganzen Tag versucht, irgendwas auf die Reihe zu bekommen. Also irgendwie hab ich auch was geschafft, aber es hat alles ewig gedauert und keine Ahnung, ich fand das alles furchtbar ermüdend. Ich weiß nicht genau, was schon wieder los ist. Also klar, ich weiß, was in meinen Gedanken vor sich geht, aber ich weiß nicht, warum das jetzt schon wieder so schlimm ist. Wie sagen mir Leute, die keine Ahnung haben immer? Es ist jetzt schon so lange her, reiß dich mal wieder zusammen, du hast jetzt genug getrauert. Wenn ich das diesen Leuten mal reinwürgen würde, nachdem ihre Mütter tot wären, würden mich manche körperlich, andere psychisch dafür fertig machen. Aber Hauptsache ihr könnt euer scheiß´Maul aufreißen. Denn ich kann jedem hier versichern, dass es dich Gott weiß wie viele Jahre verfolgen wird, wenn du ein geliebtes Elternteil verlierst. Wenn du deine Mutter sterben siehst, dann ist das ein Bild, das du nie wieder aus deinem Kopf bekommst und jedes verdammte mal, wenn du dich daran erinnerst überkommt dich alles. Du bist so unendlich traurig, weil sie weg ist. So verdammt wütend, weil es so ungerecht ist, dass sie dir so früh genommen wurde. So dermaßen verzweifelt, weil du sie so sehr vermisst, aber weißt, dass sie nie wieder da sein wird. Weil du sie für immer verloren hast! Und es zerreist dich. All diese Gefühle, der Schmerz...und ich habe immer noch diese Schuldgefühle. Weil ich sie zu oft angeschrien habe. Weil sie tot ist und ich lebe. Dabei will ich dieses Leben gar nicht. Und wie darf ich je wieder glücklich sein ohne sie? Sie war alles für mich. Meine Mutter war der einzige Mensch auf dieser Welt, der alles über mich wusste. Mit dem sich über alles, wirklich alles geredet habe. Ich habe ihr jede Kleinigkeit erzählt, konnte ohne Hemmungen weinen und traurig sein. Sie wyr nicht nur ein großer Teil meines Lebens, sie war wirklich ein Teil von mir. Und seit sie weg ist, ist auch dieser Teil von mir komplett im Arsch. Ich kriege einfach nichts mehr hin. Am Freitag beginnt die Klausurenphase. meint ihr, ich habe schon irgendwas dafür getan? Nein. Ich habe es versucht, aber ich kann mich einfach nicht darauf konzentrieren. Ich breche einfach so im Tränen aus, würde in diesen Momenten am liebsten wieder alles hinschmeißen. Nein, es gaht grade gar nichts mehr. Ich schaffe es kaum, diesen Text hier zu schreiben, das fällt mir richtig schwer. Aber tja. jetzt liege ich hier. Höre Druck von Casper auf Dauerschleife, weil es sich grad sehr passend anfühlt. 'Hoffst auf ein Ende der Schmerzen, aber jeder Neubeginn startet am Ende des Ersten'. 'Nicht das ertragen müssen, Wur in sich spüren. Gott verfluchen, Glauben an das Gute verlieren. Suchen wofür? Wieso noch leben? Wozu die Welt? Sich selbst aufgeben.' Jap, Casper hat mal wieder die richtigen Worte gefunden.
Ohman, wie könnte irgendwer auch Scheiß für die Schule machen, wenn er das alles wieder im Kopf und vor Augen hat. Der Unfall. Meine Mutter nach der Hirn-Op. Der Moment in der Reha, in dem ich wusste, dass es endgültig verloren ist. Der Tag, an dem der Arzt mir das bestätigt hat. Das letzte Gespräch mit meiner Mutter, in dem wir uns auch noch gestritten haben. Ich habe sie einfach angeschrien, weil ich so verzweifelt war. Der Moment, als sie sich verfickt nochmal dafür entschuldigt hat, dass sie sterben wird. Der Morgen vor ihrem Tod, als ich bei ihr am Bett stand und dachte 'wenn du aus der Schule kommst, könnte sie schon tot sein' und ich vor meinem Vater heulend zusammengeklappt bin. Und schließlich der tag, an dem sie gestorben ist.
Wie soll man irgendwas hinbekommen, wenn man das alles im Kopf hat, die Gedanken schreien und einfach nicht leise sein wollen. Die Stimmen die dazu kommen, und dir sagen, dass du zu ihr sollst und du wie schon so oft über Suizid nachdenkst. Ich kann grade absolut nicht mehr, sorry, aber an der Stelle bin ich raus. Bis dann.

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