Hallöchen meine Süßen. Oh Gott, ich hab schon wieder so unglaublich viel zu schreiben, weil mir schon wieder so unglaublich viel Scheiße durch den Kopf geht.
Aber fangen wir mal beim Anfang an. Gestern und heute hatten wir schulfrei, weil mündliche Abiprüfungen waren. Montag Morgen habe ich mir zunächst eine Pädaprüfung angeschaut, es war ganz interessant fand ich. Dann habe ich mich mit meinem Freund getroffen. Er wusste, dass es mir Sonntag ziemlich schlecht ging, aber obwohl ich wollte, konnte ich einfach nicht drüber reden. Ich weiß nicht warum. Ich würde gerne mal über alles reden und irgendwie sollte er ja auch wissen, was mit mir los ist, aber ich weiß halt einfach nie, was ich sagen und wie ich anfangen soll. Ich komme mir immer so lächerlich vor. Naja. Dann habe ich bei ihm übernachtet und bin noch bis mittags da geblieben. Zwischendurch ging es mir immer mal wieder etwas besser, aber im Grunde war ich heute ziemlich am Ende. Und obwohl er mehrfach nachgefragt hat, habe ich es nicht geschafft großartig mit ihm zu reden. Ich meine, ein bisschen was haben wir geredet. Über meine Flashbacks, meinen Vater und die Therapie und er hat mir auch nahegelegt, mal wieder ehrlich zu meiner Therapeutin zu sein, aber im Grunde habe ich nur einen Bruchteil rausbekommen von dem, was ich eigentlich sagen wollte. Wodurch ich mich natürlich auch nicht gerade besser fühle, aber naja, ich weiß noch nicht, wie ich das denn ändern könnte. Vielleicht krieg ich ja wenigstens das noch hin. Okay, dann bin ich nachmittags zur Therapie gefahren. Und es war schrecklich, denn ich habe ihr wirklich einiges gesagt. Dass ich mich wieder geschnitten habe. Dass die Flashbacks immer häufiger werden. Wann ich diese Flashbacks habe. Wie es zu hause läuft. Einfach alles, was sie wissen wollte. Dafür ist sie mir dann den Rest der Zeit tierisch auf den Sack gegangen. Ich hatte schon vergessen, warum ich mit ihr nicht mehr über meinen Vater gesprochen habe. Jetzt weiß ich es wieder: Sie hat die ganze Zeit versucht, mich dazu zu überreden, mit ihm darüber zu sprechen. Sonst gehts noch? Ja hey Papa du hast mich ja damals n paar Mal gefickt, fand ich nicht so knorke. Belastet mich ein bisschen als können wir mal drüber reden? Hahahahaha nein. Das ist wirklich das letzte was ich möchte. Das habe ich meiner Therapeutin auch schon vor ein paar Monaten gesagt, aber sie will es einfach nicht akzeptieren. Außerdem will sie jetzt unbedingt, dass ich ausziehe. Davon hat sie mir damals noch sehr energisch abgeraten. Jetzt ist es auch nur noch ein scheiß Jahr, das halte ich schon durch. Wenn ich jetzt ausziehen würde, würde mein Vater mich erstens für den Rest meines Lebens nicht mehr in Ruhe lassen und außerdem würde ich den ganzen Krach mit ihm darüber gerade gar nicht aushalten denke ich. Denn er würde mir das Leben zur Hölle machen und ich komm momentan so schon kaum klar, da brauche ich nicht noch sowas. Aber meine Therapeutin ist jetzt der Meinung, dass mich dieses eine Jahr psychisch komplett zerstören würde. Weil ich ihr gesagt habe dass ich mich wieder geschnitten habe. Sie meinte, aus therapeutischer Sicht wäre ich schon lange stabil gewesen und es hätte echt was schlimmes passieren müssen, damit ich rückfällig werde. Sie weiß allerdings nicht, dass ich schon länger wieder rückfällig geworden bin. Und ich glaube ehrlich gesagt auch nicht, dass man psychisch noch viel mehr bei mir zerstören kann, meiner Meinung nach bin ich schon komplett im Arsch. Aber sie meint, dann wird das Schneiden wieder regelmäßig (haha), die Depression schlimmer, die Selbstmordgedanken wieder häufiger. Aber wie gesagt, schlimmer als jetzt kann es nicht mehr werden. Zum Schluss meinte sie, ich soll mich entscheiden was ich will, dabei weiß ich doch schon, was ich will. Nur sie will das verdammt nochmal nicht akzeptieren. Ich will nicht mit meinem Vater drüber reden, ich werde auch dieses eine Jahr hier noch durchhalten und ich will auch nicht nach Krefeld in die Klink. Nein Nein Nein! Sie kennt meinen Vater nicht, sie kann das nicht beurteilen. Ich weiß aber, wozu er fähig ist und wie er sich in bestimmten Situationen verhält. Ich wünschte ich hätte irgendwann mal an meinem Plan festgehalten und wäre so schnell wie möglich aus der Nummer raus gewesen. Ich meine, ich kann jederzeit sagen, ich hab keinen Bock mehr. Aber ich weiß auch, dass ich Hilfe brauche. Ihre Form der Hilfe gefällt mir aber einfach nicht, sie setzt mich einfach viel zu sehr unter Druck, wenn ich nach solchen Gesprächen aus der Praxis komme gehts mir noch schlechter als vorher und ich muss mich auf dem Heimweg immer sehr beherrschen, nicht einfach mit Vollgas irgendwo gegen zu fahren. Die Therapie bringt mir also viel. Danach habe ich Lust, mein Leben zu beenden. das war heute nicht anders. Ich habe mich ins Auto gesetzt, Fenster runter, Musik laut. geheult, bis ich nichts mehr gesehen habe, die ganze Fahrt über am Handy gehangen...aber ich lebe noch. Mittlerweile geht es mir auch ein wenig besser, ich glaube, das war einfach das Tief der letzten Tage, aber keine Ahnung. Während der Therapiestunde war ich auch ganz kurz davor einfach aufzustehen und zu gehen, die hat mich einfach so aufgeregt, weil ich das Gefühl hatte, es interessiert sie überhaut nicht, was ich will. Aber weglaufen bringt auch nichts. Boa ich könnte kotzen! Alles erscheint so sinnlos, ich weiß gar nicht, warum ich überhaupt noch lebe? Wofür denn? Ich wünschte, ich hätte die Klinge damals mit voller Wucht durchgezogen. Dann müsste ich mir diesen ganzen Scheiß nicht mehr geben! Ich werde mein Leben niemals auf die Reihe bekommen! Was kriege ich denn bitte mal hin? Richtig. Gar nichts.
Ich bin ja der Überzeugung, dass jeder Mensch sein Leben irgendwie "auf die Reihe bekommen" kann oder eher: glücklich sein kann. Darum geht es ja, finde ich zumindest. Vielleicht nicht unbedingt in einem Moment, aber irgendwann auf Dauer gesehen schon.
AntwortenLöschenHast du schon mal darüber nachgedacht, die Therapeutin zu wechseln? Weil, so unter Druck gesetzt fühlen sollte man sich ja nicht... Ich meine, kann mal passieren, aber halt nicht jedes Mal und ein Therapeut sollte ja auch darauf eingehen, was man möchte. Mein Therapeut sagt immer, dass man ein Ziel braucht und der Therapeut sollte einem in erster Linie dabei helfen, das zu erreichen oder ein Ziel zu finden, falls man selber keins findet. Und bevor ich ihn gefunden habe, was wirklich mehr Zufall war, weil ich aus gesundheitlichen Gründen auf Reha war und er war da halt Psychologe und man hatte da irgendwie Pflichtgespräche, war ich auch bei vier verschiedenen Therapeuten. Zwei davon waren immer der Meinung, ich müsste irgendwie komplett ändern, wer ich bin und einfach sozialer werden, dann würde ich auch glücklich oder so einen Schrott, einer hat mir laufend irgendwelche Diagnosen gestellt, die total schwachsinnig waren und meinte irgendwann, er glaubt, dass ich eine posttraumatische Belastungsstörung hätte und mich an das Trauma in meiner Kindheit nur nicht mehr erinnern würde... - da habe ich die Therapie dann abgebrochen. Und dann hatte ich noch eine Therapeutin, die zwar echt nett war und mir auch wirklich helfen wollte, aber irgendwie nie verstanden hat, was ich ihr eigentlich erzählt habe.
Also, vielleicht wäre wechseln eine Idee, die funktionieren würde. Aber ich weiß ja nicht, wie das bei dir schon so war... Hab deinen Blog gerade erst durch Meinvz entdeckt.
Also das ist meine erste Therapeutin. Ich habe auch schonmal darüber nachgedacht, vielleicht mal eine neue zu suchen, aber ich habe ziemlich Angst davor, mich einem neuen Menschen anzuvertrauen und dann wieder über alles von vorne zu reden. Am liebsten rede ich mir immer noch ein, dass ich das alleine wieder hinbekomme...
AntwortenLöschenFreut mich aber für dich, dass du jetzt einen Therapeuten gefunden hast, der dir richtig helfen kann :)