Sonntag, 5. April 2015

Hallöchen und frohe Ostern allerseits. Okay, Dienstag habe ich mich das letzte Mal gemeldet, ist schon eon paar Tage her. In diesen Tagen ist auch nichts passiert, ich war die ganze Woche nur total krank und habe deshalb auch nicht viel gemacht, außer zu hause rumzusitzen oder zu liegen. Mein Freund war 2 mal da und wir haben Twilight und Doctor's Diary geguckt. Heute bin ich zum Glück endlich wieder ein bisschen fitter und nachher gehe ich zu ihm und lerne seine Stiefmutter kennen. Und morgen früh gehe ich mit seiner Familie und Bekannten von denen frühstücken. Mehr mache ich zu Ostern nicht. Das ist aber eine Steigerung um 100% im Vergleich zu dem, was ich sonst die letzten Jahre Ostern gemacht habe. Früher, als noch nicht so viele aus meiner Familie tot waren, war Ostern immer recht schön. Ostersonntag habe ich morgens erst hier Ostereier gesucht und dann sind wir zu meiner Oma gefahren, wo die ganze Verwandtschaft meines Vaters war. Meine Oma hat dann immer Waffeln gebacken und ich konnte mit den anderen Kindern im Garten spielen oder bin mit meinem Cousin skaten gegangen. Nachmittags sind die die mit wollten zum Friedhof zu meinem Opa gegangen, da bin ich auch immer mitgekommen. Ostermontag sind wir dann zu meiner anderen Oma zu Kaffee und Kuchen gefahren. Der Kreis war dann kleiner, weil halt nur die Eltern und die Schwester meiner Mutter da waren, aber ich fand es trotzdem immer schön. Naja, meine Oma hat mich immer erstmal genervt, weil sie wie immer wenn ich da war, meine ganzen Wunden und blauen Flecken versorgt hat, die ich einerseits hatte, weil ich halt viel und wild draußen gespielt habe, und andererseits von meinem lieben Vater hatte. Der durfte das natürlich nicht mitbekommen, aber meistens hat der sich sowieso nur an den Tisch gesetzt und erstmal ne Flasche Bier getrunken. Wenn meine Oma mit mir fertig war, ging es für mich meist lustiger zu. Ich hab mich zu den Frauen gesetzt, meine Tante hat mir Sekt gemischt mit Orangensaft gegeben und wir haben gequatscht und rumgealbert. Das fand ich deshalb so schön, weil ich meine Oma vergöttert habe. Denn meine Oma war eigentlich nur eine ältere und nicht so ängstliche Kopie meiner Mutter und wenn die Mädels aus Mamas Familie zusammen waren, schien die Welt für ein paar Stunden perfekt zu sein.
Tjaja aber Ostern endete, genauso wie Weihnachten und alle anderen Familienfeste damit, dass alle die mir am Herzen lagen gestorben sind. Zuerst Mamas Mutter, zwei Monate später Papas Mutter und dann halt vor 4 Jahren meine Mutter. Ein paar andere sind auch noch gestorben, aber die drei waren die Tode, bei denen auch ein Teil von mir gestorben ist. Und das war wohl der Teil 'Familienmensch', denn das war ich. Früher. Jetzt kann ich mit Familie nicht mehr viel anfangen. Eigentlich finde ich das schade. Wenn ich so zurückblicke auf Dinge, wie zum Beispiel Ostern wie eben berichtet, vermisse ich das natürlich. Aber dann denke ich mir, ich kanns auch nicht mehr ändern. Denn mit dem Rest meiner Familie kann ich nichts anfangen. Wie gesagt, ein paar sind sowieso noch gestorben, mit Mamas Familie habe ich komplett den Kontakt abgebrochen und das was von Papas Familie übrig geblieben ist, ist ein Haufen Alkoholiker und Junkies. Und die Kinder, mit denen ich früher eigentlich immer gerne was gemacht habe, sind jetzt natürlich zu cool für mich, verkehren in ganz anderen Kreisen und das sind eben solche, die ich normalerweise versuche zu meiden, da ist es mir auch Latte, ob sich das noch 'Familie' nennen will. Meine älteren Cousins, mit denen ich früher skaten und son Zeug gehen konnte sind auch alle abgestürzt. Der eine ist schon seit ein paar Jahren ständig in der Klapse und da der, wenn der draußen ist, total mit Medikamenten zugepumt wird, kann man mit dem kaum noch reden. Der verweilt, nachdem er alle Drogen die ich kenne 'ausprobiert' hat, in Entzugskliniken und wenn der zu hause ist pennt der die ganze Zeit, mit dem kann man also auch nichts mehr anfangen. Naja und der andere, mit dem ich das meiste gemacht habe, der hat jetzt einfach sein eigenes Leben. Wir sehen uns alle paar Monate mal und ganz ganz selten schreiben wir auch noch, aber keine Ahnung der hat jetzt nen Job und ne Freundin mit der er zusammengezogen ist und wir haben, außer den Konsum von Alkohol, auch keine gemeinsamen Interessen mehr. Bei ihm ist das aber okay, denn er ist er selbst geblieben, wir haben uns nur einfach auseinander gelebt. Ich weiß noch als ich das letzte Mal zu einer Familienfeier musste saßen wir einfach den ganzen Abend nebeneinander. Wir haben kaum miteinander gesprochen, aber wir haben das Leid geteilt gegen unseren Willen dort zu sein und dann auch noch nüchtern bleiben zu müssen, weil wir beide noch fahren mussten. Das hat das Wort 'Familie' nicht wieder näher gebracht, aber mir immerhin gezeigt, dass dieser Scherbenhaufen namens Familie nicht nur in meinen Augen ein Stück Dreck geworden ist. Aber naja, ich sollte mich nicht darüber aufregen, das ist doch auch alles schon so lange her. Meine Omas sind gestorben als ich 11 war und meine Mutter als ich 14 war. Jetzt bin ich 18 und rege mich, wie seit all diesen Jahren, jedes Jahr darüber auf, während ich die restliche Zeit so tue, als würde mich das alles total kalt lassen. Ich sollte es endlich gut sein lassen. Meine richtige Familie bestand aus 3 Leuten, diese 3 Leute sind jetzt tot, sonst zähle ich niemanden mehr zu meiner Familie und Familienfeste sind eben nicht mein Ding. Nicht zu ändern. Naja, ist ja auch alles egal. Ich muss jetzt los, ein paar Familienmitglieder besuchen und dann zu meinem Freund. Bis dann meine Lieben ♥

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