Dienstag, 25. Mai 2021

Tag 25

 Schreibe etwas, was durch das 11. Bild auf deinem Handy inspiriert ist.



Das wäre dann dieses hier. Ein Screenshot, den ich meinem Tätowierer als Inspiration für mein nächstes Tattoo geschickt habe. Wenn alles gut geht habe ich am 01.07. endlich meinen lange ersehnten Tattootermin. Lange überfällig. Also hier die Geschichte zu diesem Bild: Anfang des Jahres hat mein Freund mir den Vorschlag gemacht, dass ich mich dieses Jahr selbst dafür belohnen sollte, dass mein 2-jähriges Jubiläum bevorstand. Nämlich das, dass ich mich 2 Jahre lang nicht mehr selbstverletzt habe. An Ostern war es dann soweit und ich habe es tatsächlich geschafft. Die Idee, dass die Belohnung ein Tattoo sein könnte, kam auch von meinem Freund. Ich hatte noch drei Motive, die ich mir gerne stechen lassen wollte. Meine Tattoos müssen natürlich auch immer eine Bedeutung haben, ich lasse mir nichts stechen nur weil es schön ist. Deshalb warte ich, nachdem ich eine neue Idee hatte auch immer so ca. ein Jahr, bevor ich es dann auch wirklich umsetze. Damit war ein Tattoo schonmal raus, blieben noch 2 zwischen denen ich mich entscheiden musste. Ich habe mich letzendlich für dieses Tattoo entschieden, weil das an die Innenseite von meinem linken Oberarm soll. Der einzig noch freie Platz auf diesem Körperteil, der Rest ist mit Narben übersäht, zu viele um darüber tätowieren zu können. Ich dachte mir, in Kombination zu meinem Jubiläum wäre das doch ein gutes Symbol dafür, dass dieser Abschnitt meines Lebens vorbei ist. Ich will mir nie wieder eine Klinge über die Haut ziehen, also kann  ich den freien Platz auch für etwas künsterlischeres als Schnitte nutzen. Der Gedanke daran, dass das wirklich vorbei ist, ist zugegeben noch immer befremdlich, auch nach über 2 Jahren. Aber ich kenne mich, ich weiß ganz genau, wenn ich jetzt nochmal damit anfangen sollte, werde ich nicht mehr damit aufhören und das geht einfach nicht mehr. Ich will nicht mehr, dass mein Leben von einer unsichtbaren Krankheit bestimmt wird. Ich will normale Sachen machen, wie einen geregelten Job haben, studieren, heiraten, ein Haus kaufen. Und nicht darauf warten, dass ich in die Notaufnahme oder in die Klapse muss. Das Tattoo soll diesen Schlussstrich also noch mit einem dicken fetten Ausrufezeichen bekräftigen und mich immer daran erinnern, dass das ein Teil meiner Vergangenheit ist und nichts in meiner Zukunft zu suchen hat. Und warum ich mir ausgerechnet dieses Motiv stechen lassen will? Weil das Sonnensystem mich begeistert, seit ich 7 Jahre alt bin. Ich habe mich stundenlang in meine Bücher und Zeitschriften über Astronomie flüchten können. Die Vorstellung, dass ein einzelner Mensch im Vergleich zum Universum oder auch nur zum Sonnensystem vollkommen unbedeutend klein ist hat mich über vieles hinweg getröstet, weil mir meine Probleme dann nicht mehr so bedeutend erschienen. Vielleicht wollte ich deshalb Astrophysik studieren, weil es plötzlich einen unendlichen Raum gab, in dem ich mich verstecken und vor mir selbst wegrennen konnte. Und als Hauptplan für mein Leben, ganze 14 Jahre lang, ist die Astronomie natürlich etwas Bedeutendes für mich und wird es auch immer bleiben. Als Ergänzung dazu soll noch das Tattoo einer Galaxie auf mein Schulterblatt, aber alles zu seiner Zeit, ich bin glücklich, dass ich nach 3 Jahren ohne neues Tattoo endlich wieder unter die Nadel darf. So, und das ist die spannende Geschichte zum 11. Bild auf meinem Handy. Drückt mir die Daumen, dass es mit dem Termin klappt!

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